Der Fußball-Club Hertha 03 Zehlendorf e. V. ist ein Fußballverein aus dem Berliner Ortsteil Zehlendorf. Die große Zeit des Vereins war Ende der 1960er Jahre, als die „kleine Hertha“ zweimal Meister der Regionalliga Berlin war und an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teilnahm. 1979 scheiterte der Verein knapp am Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Elf der 1. Herren spielte in den Saisons 2024/25 und 2025/26 in der viertklassigen Regionalliga Nordost.
Geschichte Der Verein wurde am 10. März 1903 als Tor- und Fußballclub Germania 03 Zehlendorf gegründet. Im Frühjahr 1909 nahm auch der FC Hertha 06 Zehlendorf den Spielbetrieb auf. 1911 fusionierten beide Vereine zum VfB Zehlendorf 03. 1912/13 schlossen sich 38 Mitglieder des VfB dem BFC Hertha 1892 als Abteilung Zehlendorf an, die sich jedoch bereits 1914 wieder vom BFC löste und als F.C. Hertha 06 Zehlendorf wiedergründete. Dieser und der VfB Zehlendorf 03 fusionierten im Januar 1919 zum F.C. Hertha 03 Zehlendorf, der 1940 wiederum mit der Union 24 aus Lichterfelde fusionierte. Dieser Verein erhielt als „Zehlendorfer Ballspiel-Club (Z. B.C.) Hertha“ 1948 als erster Berliner Verein nach dem Zweiten Weltkrieg eine Wiederzulassungslizenz der US-Militärregierung.
Als Meister der Regionalliga Berlin nahm die Hertha 1969 und 1970 an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil, wurde aber in der jeweiligen Fünfergruppe nur Vierter, bzw. Dritter. Stars der Mannschaft waren neben zahlreichen ehemaligen Bundesligaspielern von Hertha BSC der Ex-Nationalspieler Helmut Faeder, der zukünftige Nationalspieler Uwe „Funkturm“ Kliemann und Wolfgang Sühnholz, der zur Stammbesetzung der Meistermannschaft des FC Bayern von 1972 gehörte. 1970 wurden zudem die A-Junioren des Vereins Deutscher Meister ihrer Klasse.
Nach der Auflösung der Regionalligen 1974 qualifizierte sich die Hertha nicht für die damals noch in Nord- und Südstaffeln aufgeteilte 2. Bundesliga. Nach vier zehnten Plätzen wurde Hertha 03 Zehlendorf Meister der Oberliga Berlin 1978/79 und scheiterte anschließend in den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga gegen OSC Bremerhaven nach Ergebnissen von 5:4 und 0:1 nur aufgrund der Auswärtstor-Regel. Bis 1990 wurde die Hertha noch viermal Zweiter der Oberliga. 1998 stieg der Verein in die Viertklassigkeit ab und stieg nach zwei Saisonen in der Oberliga Nordost/Nord in die fünftklassige Verbandsliga Berlin ab. Nach einer Exkursion in die sechstklassige Berlin-Liga stieg der Verein 2014 wieder in die fünftklassige Oberliga Nordost auf. 2024 gelang dem Verein als Meister der Nordstaffel der Oberliga Nordost nach mehr als einem Vierteljahrhundert die Rückkehr in die nunmehr viertklassige Regionalliga Nordost. Bis zum März 2026 mussten insgesamt 23 Regionalliga-Heimspiele (bis auf vier wegen einer Sondergenehmigung) statt im heimischen Ernst Reuter Stadion im Stadion Lichterfelde ausgetragen werden. Grund war ein Zuschauerbereich für Gästefans, ohne die erforderliche 2,20 m hohe Zaunbegrenzung zu den übrigen Zuschauerplätzen. In der Saison 2025/26 stieg man als 18. aus der Regional Nordost in die Oberliga Nordost ab.
In der ewigen Tabelle der 1992 gegründeten Berlin-Liga belegt Hertha Zehlendorf den 9. Platz.
Statistik ab 1950 Spielzeit Liga (Klasse) Platz 1950/51 Amateurliga Berlin (II) 4. 1951/52 Amateurliga Berlin (II) 3. 1952/53 Amateurliga Berlin (II) 1. 1953/54 Vertragsliga Berlin (I) 11. 1954/55 Amateurliga Berlin (II) 1. 1955/56 Vertragsliga Berlin (I) 8. 1956/57 Vertragsliga Berlin (I) 9. 1957/58 Vertragsliga Berlin (I) 7. 1958/59 Vertragsliga Berlin (I) 6. 1959/60 Vertragsliga Berlin (I) 8. 1960/61 Vertragsliga Berlin (I) 9. 1961/62 Vertragsliga Berlin (I) 7. 1962/63 Vertragsliga Berlin (I) 5. 1963/64 Regionalliga Berlin (II) 6. 1964/65 Regionalliga Berlin (II) 8. 1965/66 Regionalliga Berlin (II) 5. 1966/67 Regionalliga Berlin (II) 5. 1967/68 Regionalliga Berlin (II) 3. 1968/69 Regionalliga Berlin (II) 1. Spielzeit Liga (Klasse) Platz 1969/70 Regionalliga Berlin (II) 1. 1970/71 Regionalliga Berlin (II) 5. 1971/72 Regionalliga Berlin (II) 6. 1972/73 Regionalliga Berlin (II) 5. 1973/74 Regionalliga Berlin (II) 4. 1974/75 Oberliga Berlin (III) 2. 1975/76 Oberliga Berlin (III) 10. 1976/77 Oberliga Berlin (III) 5. 1977/78 Oberliga Berlin (III) 7. 1978/79 Oberliga Berlin (III) 1. 1979/80 Oberliga Berlin (III) 5. 1980/81 Oberliga Berlin (III) 4. 1981/82 Oberliga Berlin (III) 2. 1982/83 Oberliga Berlin (III) 2. 1983/84 Oberliga Berlin (III) 5. 1984/85 Oberliga Berlin (III) 4. 1985/86 Oberliga Berlin (III) 3. 1986/87 Oberliga Berlin (III) 4. 1987/88 Oberliga Berlin (III) 8. Spielzeit Liga (Klasse) Platz 1988/89 Oberliga Berlin (III) 2. 1989/90 Oberliga Berlin (III) 2. 1990/91 Oberliga Berlin (III) 3. 1991/92 Oberliga Nordost-Mitte (III) 10. 1992/93 Oberliga Nordost-Mitte (III) 5. 1993/94 Oberliga Nordost-Mitte (III) 6. 1994/95 Regionalliga Nordost (III) 10. 1995/96 Regionalliga Nordost (III) 12. 1996/97 Regionalliga Nordost (III) 15. 1997/98 Regionalliga Nordost (III) 15. 1998/99 Oberliga Nordost-Nord (IV) 9. 1999/00 Oberliga Nordost-Nord (IV) 14. 2000/01 Verbandsliga Berlin (V) 8. 2001/02 Verbandsliga Berlin (V) 5. 2002/03 Verbandsliga Berlin (V) 4. 2003/04 Verbandsliga Berlin (V) 7. 2004/05 Verbandsliga Berlin (V) 3. 2005/06 Verbandsliga Berlin (V) 3. 2006/07 Verbandsliga Berlin (V) 7. Spielzeit Liga (Klasse) Platz 2007/08 Verbandsliga Berlin (V) 5. 2008/09 Berlin-Liga (VI) 6. 2009/10 Berlin-Liga (VI) 3. 2010/11 Berlin-Liga (VI) 14. 2011/12 Berlin-Liga (VI) 6. 2012/13 Berlin-Liga (VI) 10. 2013/14 Berlin-Liga (VI) 1. 2014/15 Oberliga Nordost-Nord (V) 9. 2015/16 Oberliga Nordost-Nord (V) 3. 2016/17 Oberliga Nordost-Nord (V) 4. 2017/18 Oberliga Nordost-Nord (V) 4. 2018/19 Oberliga Nordost-Nord (V) 4. 2019/20 Oberliga Nordost-Nord (V) 4. 2020/21 Oberliga Nordost-Nord (V) 6. 2021/22 Oberliga Nordost-Nord (V) 2. 2022/23 Oberliga Nordost-Nord (V) 4. 2023/24 Oberliga Nordost-Nord (V) 1. 2024/25 Regionalliga Nordost (IV) 12. 2025/26 Regionalliga Nordost (IV) 18. Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg. Rot unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Abstieg.
Sportliche Erfolge und Auszeichnungen Sportliche Erfolge
Oberliga Nordost (Staffel Nord) Meister: 2024 Vize-Meister: 2022 Dritter: 2016 Berliner Fußballmeisterschaft Meister: 1969, 1970, 1979, 2014 Vize-Meister: 1982, 1983, 1989, 1990 Dritter: 1968, 1986, 1991, 2005, 2006, 2010 Berliner Fußballpokal Sieger:1977, 1982, 1989 Finalist: 1968, 1969, 1974, 1975, 1990, 1996 Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga 1969, 1970 Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga 1979 Deutsche Amateurmeisterschaft Halbfinale: 1982 Deutscher Fußballpokal 2. Runde: 1974/75, 1976/77
1969/70: Deutscher A-Juniorenmeister 1987/88: Deutscher B-Juniorenmeister 2009/10: Aufstieg in die A-Junioren Bundesliga Insgesamt wurden die Jugendmannschaften 130-mal Berliner Meister oder Pokalsieger in ihrer Altersgruppe (einschl. Saison 2012/13)Auflistung auf der Vereinshomepage
Auszeichnungen 1990: Der Verein wird für die beste Nachwuchsarbeit in der Stadt mit dem Grünen Band der Dresdner Bank ausgezeichnet 1998: Auszeichnung durch die Olympische Gesellschaft mit dem Fair-Play-Preis, der bisher noch keinem weiteren Fußballverein in der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde 2002: Erneute Auszeichnung durch die Dresdner Bank mit dem Grünen Band 24 Auszeichnungen mit dem Senatspokal für die beste Jugendarbeit durch den Berliner Fußball-Verband
Kader der Saison 2025/26 (Stand: 13. April 2026) Nr. Nat. Spieler Geboren Im Verein seit Tor 1 Alexios Dedidis 2025 25 Dmytro Karika 2025 Cedric Wermund 2025 Abwehr 3 Ernes Smailovic 2025 4 Jake Wilton 2024 14 Rocco Capoano 2026 15 Shinji Yamada 2025 28 Nanitonda Quiala 2025 29 Fabian Bunger 2025 30 Louis Schulze 2026 Mittelfeld 6 Davud Keskin 2025 7 Diren-Mehmet Günay 2026 8 Nathan Wicht 2025 9 Jonas Burda 2022 11 Iba May 2025 13 Jules Hasenberg 2025 17 Ben Schulz 2025 18 Stanley Keller 2024 20 Sven Reimann 2023 21 Cenker Yoldas 2022 22 Ron Wachs 2025 Sturm 10 Noah Jones 2025 16 Nicolas Hebisch 2025 23 Niklas Doll 2025 24 Ernesto Carratala Jiménez 2025 27 Patrick-Emmanuel Abé 2025
Persönlichkeiten Trainer Gerhard Schulte (Trainer bei den Regionalligameisterschaften von 1969 und 1970) Wolfgang John (Trainer bei der Drittligameisterschaft 1979) Stefan Sprey (1986–1990) Peter Ränke (1992–1994) Gino Ferrin (1997) Thomas Herbst (1997–1999) Theo Gries (1999–2000)
Spieler
Sonstige Sebastian Braun, Sportsoziologe Otto Höhne und Klaus Gonsior, beide Träger des Bundesverdienstkreuzes, sind Ehrenpräsidenten des Vereins Manuel Gräfe, FIFA-Schiedsrichter Ulrich Pfisterer, Bundestrainer der Blindenfußballnationalmannschaft
Frauenfußball In den Jahren 1996 bis 1999 wurde Hertha Meister der damals zweitklassigen Regionalliga Nordost. In der Aufstiegsrunde zur Bundesliga konnte man sich aber nicht durchsetzen.
Das erste Frauenteam von Hertha 03 Zehlendorf spielte ab 2013/14 hauptsächlich in der viertklassigen Berlin-Liga. 2022 gelang dem Team der Aufstieg in die drittklassige Regionalliga Nordost.
In Folge der Entscheidung des Berliner Vereins Hertha BSC, sich weiter im Frauenfußball zu engagieren, ging dieser eine Kooperation mit Hertha 03 ein. In diesem Zuge wurden zum 1. Juli 2023 alle Frauen- und Mädchenteams an Hertha BSC abgegeben, einschließlich der seinerzeit in der Regionalliga spielenden Seniorinnen von Zehlendorf.
Weblinks
Offizielle Homepage Ernst-Reuter-Sportanlage auf die-fans.de
Einzelnachweise
Zehlendorf, Hertha03 Zehlendorf, Hertha03 Kategorie:Vereinsgründung 1903