miniatur | hochkant=.8 | Ursula Laquay-Ihm mit einem ihrer Geschützten Häuser, 2008.
Ursula Laquay-Ihm (* 12. März 1932 in Karlsruhe) ist eine deutsche Malerin und Objektkünstlerin.
Leben Ursula Laquay-Ihm wurde am 12. März 1932 in Karlsruhe geboren als Tochter des Architekten, Malers und Zeichners Ludwig Ihm (1900–1973) und von Gertrud Ihm geb. Wahl (1901–1990). Die Familie wohnte in Speyer (Karlsruhe ist Geburtsort). Ursula Laquay-Ihm hat drei Schwestern und einen Bruder. Auskunft Ursula Laquay-Ihm.
Ursula Laquay-Ihm besucht in Speyer das Gymnasium, das sie 1950 mit dem Abitur abschließt,#Döhl 1989. und absolviert dann Praktika in Schreinerei, Keramik und Textilgestaltung, die sie zur Bildenden Kunst führen.#Leutheußer-Holz 2008. Von 1952 bis 1956 studiert sie Innenarchitektur und Hochbau an der Stuttgarter Kunstakademie unter den Lehrern Hugo Peters (künstlerische Gestaltung), Herta-Maria Witzemann (Innenarchitektur), Herbert Hirche (Hochbau), Peter Otto Heim (Keramik), Kurt Wehlte (Farbenlehre) und Lily Hildebrandt (Stoffdruck).#Döhl 1989. Danach arbeitet sie bis 1957 als Möbeldesignerin in der Möbelindustrie und etabliert sich anschließend als freie Malerin in Stuttgart und Bietigheim. In diese Zeit fallen zwei längere Arbeitsaufenthalte in den USA und in Frankreich.#Leutheußer-Holz 2008, Auskunft Ursula Laquay-Ihm.
Im Jahr 1962 heiratete sie den Diplomingenieur Heinz Laquay (* 1927). Das Ehepaar lebt bis 1964 in Stuttgart, dann in Koblenz und ab 1973 bis heute wieder in Stuttgart. 1967 wird der Sohn Justus Laquay geboren, der als freischaffender Künstler und Designer in Berlin lebt und arbeitet.Auskunft Ursula Laquay-Ihm.
Werke (Auswahl) Nach der Geburt ihres Sohnes 1967 vollzog sich bei Ursula Laquay-Ihm ein Bewusstseinswandel. Ihr fiel ins Auge, wie bedroht und fragil unsere Umwelt ist, und dass es gilt, diese Welt auch für künftige Generationen zu bewahren.Auskunft Ursula Laquay-Ihm. Sie bringt „ein Repertoire technischer Formen in ihrer farbenkräftigen Malerei in phantasievolle Konstellationen ein“.#Wirth 1982. Ab den achtziger Jahren setzt sie ihre Ideen auch in Objektbildern und Installationen um, in denen sie technische Überreste und Verpackungsabfälle der Zivilisation einem „Recycling“ unterwirft.
„Ihr Interesse“, so die Kunsthistorikerin Sabine Leutheußer-Holz (1955–2012), „gilt den Lebensräumen, die der Mensch gestaltet – und, das interessiert sie fast noch mehr, die er verunstaltet. Der Flächenverbrauch, den sich die Industriegesellschaft leistet, die Zerstörung von Naturressourcen, der verschwenderische Umgang mit Rohstoffen, die Wegwerfmentalität – dies alles läßt die Künstlerin mit Sorge in die Zukunft blicken“.#Leutheußer-Holz 2008.
Hinweise: Werktitel sind kursiv gesetzt. Maße: Höhe × Breite × Tiefe.
Malerei Bild Beschreibung 100x100px Ausblick auf ein weißes Land, 1977, Öl auf Leinwand auf Holz, 50 × 50 cm, Literatur: Döhl 1989. 100x100px Freundliches Wachsen aus Hohlräumen, 1977, Öl auf Leinwand auf Holz, 35 × 35 cm, Kultusministerium Rheinland-Pfalz, Literatur: Döhl 1989. Blattnischen, 1977, Öl auf Leinwand auf Holz, 60 × 60 cm. 100x100px Blauer Apparat, 1980, Öl auf Leinwand auf Holz, 35 × 46 cm. 100x100px Gasblüte, 1980, Öl auf Leinwand auf Holz, 32 × 36 cm, Privatbesitz. 100x100px Wasserblüte, 1980, Öl auf Leinwand auf Holz, 32 × 35 cm, Privatbesitz. 100x100px Fernrohr, 1981, Öl auf Leinwand auf Holz, 48 × 45 cm. 100x100px Nautilus, 1981, Öl auf Leinwand auf Holz, 60 × 60 cm, Privatbesitz. 100x100px Rotation, 1981, Öl auf Leinwand, 32 × 42 cm. 100x100px Katsura, 1982, Öl auf Leinwand auf Holz, 60 × 60 cm. 100x100px Blattaufzucht, 1984, Öl auf Leinwand auf Holz, 40 × 40 cm. 100x100px Lautzelle, 1984, Öl auf Leinwand auf Holz, 40 × 40 cm, Privatbesitz. 100x100px Technik verblümt, 1984, Öl auf Leinwand auf Holz, 35 × 35 cm. Bild Beschreibung 100x100px Welkende Früchte, 1984, Öl auf Leinwand auf Holz, 35 × 35 cm. 100x100px Illusionspflanze entwächst dem Ideologiegarten, 1986, Öl auf Holz, 66 × 77 cm, Kulturamt der Stadt Sindelfingen, Literatur: Döhl 1989. 100x100px Naturschutz in alten Gärten, Vergittert I, 1986, Öl auf Leinwand, 100 × 90 cm, Kultusministerium Rheinland-Pfalz, Literatur: Döhl 1989. 100x100px Naturschutz in alten Gärten, Vergittert II, 1986, Öl auf Leinwand, 100 × 90 cm. 100x100px Weiße Kuppel, 1986, Öl auf Holz, 66 × 77 cm. 100x100px Bilderräume, 1987, Öl auf Holz, 125 × 95 cm, Literatur: Döhl 1989. 100x100px Sicherungskasten, 1992, Öl auf Leinwand auf Holz, oval 50 × 65 cm. 100x100px Blau 1, 2002, Öl auf Papier, Höhe × Breite:18 × 30 cm. 100x100px Gelb 1, 2002, Öl auf Papier, 20 × 27 cm. 100x100px Ausblick, 2003, Öl auf Papier, DIN A4. 100x100px Grüne Schläuche, 2003, Öl auf Papier, DIN A4.
Stadt-Zeichnungen Eine Gruppe von Zeichnungen bezeichnet Ursula Laquay-Ihm als „Stadt-Zeichnungen“. Sabine Leutheußer-Holz charakterisierte diese Werkreihe anlässlich der Verleihung des Kunstpreises Sabine Hoffmann an Ursula Laquay-Ihm im Jahr 2008 folgendermaßen:
„Ausgangspunkt für diese Gruppe großformatiger, farbiger Arbeiten sind Stadtpläne. Ursula Laquay-Ihm studiert sie mit der Fragestellung: Wieviel Land hat das Land – wofür? Es schafft Repräsentationszonen und Industriezonen; geht es aber auch auf das Bedürfnis der Menschen nach Überlebenszonen, nach Illusionsräumen ein? Angezogen von der optischen Vielfalt, zu der sich die Informationen eines solchen Planes verdichten, versucht die Künstlerin, die Ordnungssysteme hinter den Strukturen zu erkennen, Modelle des Zusammenlebens zu finden. Um besser begreifen zu können, zeichnet sie die Pläne nach. Intuitiv erlebt sie so die zugrunde liegenden Muster. Sie entwickelt ein Gespür für städtebauliche Situationen, für komplizierte Verhältnisse, geniale Lösungen und ausgereizte Möglichkeiten. Diese Zeichnungen sind das Ergebnis strenger Abstraktionsprozesse.“#Leutheußer-Holz 2008.
Hinweis: Nach dem Werktitel steht, falls vorhanden, in Klammern ein fiktiver Ortsname aus dem Buch Die unsichtbaren Städte von Italo Calvino (1972). Sie weisen auf ein Zitat hin, das Ursula-Laquay-Ihm als Motto für die jeweilige Stadt-Zeichnung ausgewählt hat. Bild Beschreibung 100x100px Chikago Reißbrettstadt (IRENE), 1990, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, bezeichnet: Chikago Stadt, signiert: 1990 U. Laquay-IHM. 100x100px Chikago Hafen (CHLOE), 1988, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, bezeichnet: Chikago Harbor, signiert: Laquay IHM, Galerie Stihl Waiblingen, Dauerleihgabe seit 2004, Literatur: Döhl 1989. 100x100px Solitude, Stuttgart, 1988, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, bezeichnet: Ihm & Seiner Solitude, Privatbesitz, Literatur: Döhl 1989. 100x100px Machu Picchu (BAUCI), 1989, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, signiert: Laquay IHM, Galerie Stihl Waiblingen, Dauerleihgabe. 100x100px Olympia damals, und die Mutation heute? (BAUCI), 1989, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, signiert: Laquay-IHM, Galerie Stihl Waiblingen, Dauerleihgabe seit 2004, Literatur: Döhl 1989; Waiblinger 2005. 100x100px Karlsruhe, Traum des Groß-Khan, 1990, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, Galerie Stihl Waiblingen, Dauerleihgabe. Bild Beschreibung 100x100px Güglingen am Faden (OTTAVIA), 1991, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, bezeichnet: Güglingen, Ein Flügelwesen soll es bleiben, signiert: Laquay IHM 91, Galerie Stihl Waiblingen, Dauerleihgabe seit 2004. 100x100px Barcelona I, Olympiade 1992 (EUDOSSIA), 1992, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, signiert: Laquay-Ihm, Galerie Stihl Waiblingen, Dauerleihgabe seit 2004. 100x100px Barcelona II, Olympiade 1992 (EUDOSSIA), 1992, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm. 100x100px Amsterdam Hafen (SMERALDINA), 1995, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, bezeichnet: Amsterdam, signiert: Laquay-Ihm, Galerie Stihl Waiblingen, Dauerleihgabe seit 2004. 100x100px Mannheim, 1990, Zeichnung und Mischtechnik auf Papier, 120 × 85 cm, Gemeinde Ilsfeld.
Kosmische Architekturen mini | hochkant=1 | Bilderwand Kosmische Architekturen.
Die Werkreihe Kosmische Architekturen präsentiert Zeichnungen und Collagen, die als „Zukunftsprognosen“ (Ursula Laquay-Ihm) Einblicke in zukünftige Welten gewähren. Ursula Laquay-Ihm schuf den Zyklus zwischen 1991 und 2004. Die teilweise collagierten Zeichnungen im Format DIN A4 wurden mit Farbstift und Tempera auf Papier gezeichnet. Ein Teil der Zeichnungen befindet sich im Besitz der Künstlerin, 20 Zeichnungen hat sie 2004 an die Galerie Stihl Waiblingen als Dauerleihgabe vergeben. Die Einzelblätter können wie in der Abbildung zu einer Bilderwand mit 15 bis 20 Blättern kombiniert werden.
Installationen Bild Beschreibung 100x100px Filtration (Ist Flaschen noch zu trauen?), 1986/1987, Holz mit Leinwand überzogen, Öl auf Leinwand, Plastikschläuche, Wandobjekt: 180 × 154 cm, Gesamtbreite ca. 300 cm, signiert auf der Rückseite, Besitz Ursula Laquay-Ihm. – Die Installation besteht aus einem großen Wasser-Objekt an der Wand und mit Wasser und Text gefüllten Flaschen auf dem Boden auf einem Podest. 100x100px Künstliche Baumaufzucht, 1990, vierteilig, Holzplatten in Form geschnitten, mit Leinwand überzogen und bemalt, 110–195 × 300 cm, signiert auf der Rückseite, Besitz Ursula Laquay-Ihm. – Großes Wasser-Objekt an der Wand, auf dem Boden auf einem Podest mit Wasser und Text gefüllte Flaschen. 100x100px Der Seidenlaubenvogel, 1991, Holz, Kunststoff, Ölfarbe, Wand: ca. 250 × 300 cm, signiert auf der Rückseite, Besitz Ursula Laquay-Ihm. – Drei Vogelobjekte an der Wand, auf dem Boden eine kleine blaue Kunststoffschale mit blauen Fundstücken, dazu ein Pult im Raum stehend mit aufgeschlagenem Bildband. 100x100px Geschlossene Gesellschaft (Männer und Frauen, zwei Generationen), 1992, Plexiglas, Holz, Papier, Spiegel, medizinische Utensilien, Ölfarbe, 80/50 × 280 × 200 cm, signiert jeweils an einem Kopf, Besitz Ursula Laquay-Ihm. 100x100px dto. 100x100px dto. 100x100px Architekturmodelle am künstlichen Wasserfall, 1994, Wasserfall: von Hand gefärbte Stoffbahnen gerafft und miteinander vernäht, Infusionsschläuche, 250 × 250 cm, Architekturmodelle: Holz mit blauer Farbe bearbeitet, Höhe max. 30 cm, signiert am Metallrost, Besitz Ursula Laquay-Ihm. Bild Beschreibung 100x100px dto., Architekturmodell 1. 100x100px dto., Architekturmodell 2. 100x100px dto., Architekturmodell 3. 100x100px dto., Architekturmodell 4. 100x100px dto., Architekturmodell 5. 100x100px Sieben Autisten, 2007, Installation in der Ausstellung: Zum Thema „Auf den Kopf zu“, Galerie in der Zehntscheuer, Möglingen, 2007. 100x100px dto. 100x100px Variation Wasserfall mit Schalt-Objekt, 2008, Stoff, Kunststoff, Holz, Metall, Ölfarbe, ca. 300 × 400 cm, signiert auf dem Schalt-Objekt, Besitz Ursula Laquay-Ihm.
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