Der Bahnhof Bad Honnef (Rhein) ist eine Haltestelle an der rechten Rheinstrecke in Bad Honnef, einer Stadt im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis in Deutschland.

Er wurde am 11. Juli 1870 im Zuge der Verlängerung der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke von Neuwied bis Oberkassel als Bahnhof unter dem Namen Honnef (Rhein)Reichsbahnzentralamt: Amtliches Bahnhofsverzeichnis 1944 der Deutschen Reichsbahn, der Böhmisch-Mährischen Bahnen, der Privatbahnen sowie der Kleinbahnen mit Güterverkehr und der Ostbahn, Berlin 1944, S. 342 eröffnet. Bei Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks auf der rechten Rheinstrecke wurde der Bahnhof im August 2014 in einen Haltepunkt mit Ausweichanschlussstelle umgewandelt. 2026 wurde der bisherige Bahnhofsstandort aufgegeben, der 400 m in Richtung Norden verlegt werden soll.

Lage Der bisherige Bahnhof liegt am westlichen Rand von Bad Honnef zwischen der Lohfelder Straße (Kreisstraße 28) im Westen sowie der August-Lepper-Straße und der parallelen Bundesstraße 42 im Osten, nahe dem Rhein-Altarm vor der Insel Grafenwerth.

Südlich grenzen Gewerbeflächen an, nördlich das als Anschlussstelle der B 42 dienende Brückenbauwerk Honnefer Kreuz, das die Haltestelle für Fahrgäste erschloss. An und unterhalb der Brücke befindet sich ein Park-and-Ride-Parkplatz.

Der Bahnhof besaß nur einen durch eine Unterführung mit Treppen vom Empfangsgebäude an der August-Lepper-Straße erreichbaren Mittelbahnsteig. Das frühere Empfangsgebäude (August-Lepper-Straße 6früher Lohfelder Straße 6, bis 1963 Bahnhofstraße 54 (→ Liste der Straßen in Bad Honnef)) ist zweigeschossig, mit eingeschossigem Trakt zur ehemaligen Unterführung.

Geschichte Das ursprüngliche Empfangsgebäude war wie einige der benachbarten Stationen in klassizistischen Formen gehalten, der Eingang von einer breiten Freitreppe eingefasst. Es gab einen überdachten Haus- und einen Außenbahnsteig mit ebenerdiger Gleisquerung.Umgestaltung des Honnefer Reichsbahnhofs?, Honnefer Volkszeitung, 16. Oktober 1936 In Honnef war auch von Beginn an eine Bahnmeisterei beheimatet, deren Bezirk anfänglich nach Süden bis Erpel reichte.Adressbuch der Stadt Honnef a. Rh. für 1928/1929, Verlag Karl Werber, Honnef 1928, S. IX. (wiki.genealogy.net) 1891 wurde der Bahnhof zur eindeutigeren Unterscheidung vom Bahnhof Hennef (Sieg) in „Honnef (Rhein)“ umbenannt.Kölnische Zeitung, 9. Januar 1891, Abend-Ausgabe, S. 4 (zeitpunkt.nrw) Während ihrer Besuche in Honnef zwischen 1892 und 1906 wurden die schwedische Königin Sophie und ihr Gatte Oskar am Bahnhof empfangen.Karl Günter Werber: Archivbilder Bad Honnef. Sutton Verlag, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-718-6, S. 12.Honnefer Volkszeitung, 26. Mai 1902, S. 2 (zeitpunkt.nrw) Zu diesem Zweck war eigens ein Fürstenzimmer eingerichtet worden.Martin Maus (Hrsg.): Bad Honnef's königliche Zeiten: zur Erinnerung an die Kuraufenthalte der Königin Sophie von Schweden und Norwegen 1892–1906 in Bad Honnef und anderer königlicher Hoheiten. Bad Honnef 1986. 1901 wurde ein Stellwerksgebäude am Bahnhof errichtet.Honnefer Volkszeitung, 18. Februar 1901, S. 1 (zeitpunkt.nrw) Gegenüber dem Bahnhof wurde 1902 ein Bahnhofshotel (1959 abgebrochen) erbaut.Ein altes Hotel sinkt zu Boden, Honnefer Volkszeitung, 27. Mai 1959 1922 wurde die Bahnsteigsperre in einen neu geschaffenen Durchgang verlegt und an ihrem bisherigen Standort der Gepäckaufbewahrungsraum vergrößert.Honnefer Volkszeitung, 11. August 1922, S. 4 (zeitpunkt.nrw) 1925 erhielt der Bahnhof eine elektrische Beleuchtung.Honnefer Volkszeitung, 17. März 1925, S. 2 (zeitpunkt.nrw) Ebenfalls ab 1925 verpachtete die Bahn hier auch eine Bahnhofsbuchhandlung.Honnefer Volkszeitung, 12. Februar 1925, S. 2 (zeitpunkt.nrw) In den Sommern 1926 und 1927 war der Bahnhof Honnef Endpunkt einer sonntäglichen Zugverbindung von Ahrweiler über die Ludendorff-Brücke, die auf der Hinfahrt in Unkel begann.Honnefer Volkszeitung, 14. Juli 1926, S. 2 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 14. Mai 1927, S. 5 (zeitpunkt.nrw) 1927 wurde das bisherige nahe der Steinstraße gelegene Stellwerk in das dafür umgebaute Bahnhofsgebäude verlegt.Honnefer Volkszeitung, 20. September 1927, S. 3 (zeitpunkt.nrw)General-Anzeiger für Bonn und Umgegend, 21. September 1927, S. 5 (zeitpunkt.nrw) 1937 entstand der Mittelbahnsteig mitsamt Bahnsteigunterführung und südlichem Anbau an das EmpfangsgebäudeDie Umbauarbeiten am Honnefer Bahnhof, General-Anzeiger, 28. September 1937Honnefs schönerer Bahnhof, General-Anzeiger, 15. Oktober 1937, wobei auch eine Verlegung des bergseitigen Gleises erforderlich war.Der Honnefer Reichsbahnhof im neuen Stadium, Honnefer Volkszeitung, 13. Oktober 1937Honnefer Volkszeitung, 19. November 1937, S. 5 (zeitpunkt.nrw) Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt der Bahnhof erhebliche Beschädigungen durch Artilleriebeschuss und verlor auch seine Bahnsteigüberdachung.Honnefer Volkszeitung, 14. Januar 1950, S. 5 (zeitpunkt.nrw)Bahnhofsvorsteher Alexius tritt in den Ruhestand, Honnefer Volkszeitung, 28. Juni 1952

mini|hochkant|Ehemaliges Stellwerk an der August-Lepper-Straße 1952 wurde der Bahnhof innen und außen renoviertHonnefer Volkszeitung, 4. April 1952, S. 3 (zeitpunkt.nrw) und zudem wieder eine 80 Meter lange Bahnsteigüberdachung errichtet.Endlich Bahnsteigdach, Honnefer Volkszeitung, 19. September 1952Bahnsteigüberdachung fertig, Honnefer Volkszeitung, 24. November 1952 1953 folgten mit der Installation von Lautsprechern, der Anbringung von Zugzielanzeigern und der Inbetriebnahme einer Fahrkartendruckmaschine weitere Neuerungen.Honnefer Volkszeitung, 14. Januar 1953, S. 3 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 24. Februar 1953, S. 5 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 16. Juli 1953, S. 5 (zeitpunkt.nrw) Im selben Jahr kam es zur Auflösung der Bahnmeisterei Honnef, deren Bezirk zuletzt nach Norden bis Oberkassel reichte.Honnefer Volkszeitung, 10. Oktober 1953, S. 2 (zeitpunkt.nrw) Für die zahlreichen in den Sommermonaten in Honnef eintreffenden Sonderzüge war in den nachfolgenden Jahren ein provisorischer Bahnsteig an der Südseite des Bahnhofs hergerichtet.Honnefer Volkszeitung, 2. Februar 1957, S. 7 (zeitpunkt.nrw) 1957 wurde das Stellwerk in ein eigenes Gebäude südlich des Bahnhofs am damaligen Bahnübergang in Höhe der Lepper-Werke verlegt.Züge werden „per Drucktaste“ dirigiert, Honnefer Volkszeitung, 16. Februar 1957Drucktasten dirigieren Eisenbahnzüge, Honnefer Volkszeitung, 9. Oktober 1957 Im Zusammenhang mit dem Neubau der nahegelegenen Bundesstraße 42 und der zugehörigen Anschlussstelle Honnefer Kreuz wurde 1960 der Bahnhofsvorplatz höher gelegt, sodass die bisherige Freitreppe am Eingang wegfiel und der südliche Anbau der damaligen Bahnsteigsperre auf ein höheres Niveau gebracht werden musste.Aussichtsreiche Verhandlungen über Bahnhofsneubau, Honnefer Volkszeitung, 3. August 1960 Im Sommer 1960 wurden am Bahnhof für die Elektrifizierung der Bahnstrecke (1960–62) Leitungsmasten aufgestellt.Erster Spatenstich zur Elektrifizierung der rechtsrheinischen Bahnstrecke, Honnefer Volkszeitung, 27. April 1960, S. 3Honnefer Volkszeitung, 1. Juli 1960, S. 3 (zeitpunkt.nrw) Von Herbst 1963 bis Ende 1965 wurde das Empfangsgebäude nach Plänen des Hochbaudezernats der Bundesbahndirektion Köln umfassend umgebaut und modernisiert, wobei es seinen klassizistischen Stil verlor.Bahnhof wird endlich umgebaut, Honnefer Volkszeitung, 2. Dezember 1963Bahnhofsneugestaltung kostet 440000 Mark, Honnefer Volkszeitung, 14. Januar 1964Karl Günter Werber: Archivbilder Bad Honnef. Sutton Verlag, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-718-6, S. 82, 99. Dabei erfuhr auch die Bahnhofsgaststätte eine Umgestaltung und Vergrößerung, zudem entstand nördlich ein langgestrecktes Nebengebäude mit Abstellräumen.„Neuer“ Bahnhof für 700000 Mark, Honnefer Volkszeitung, 6. November 1965 Da Honnef bereits 1960 den amtlichen Beinamen Bad erhalten hatte, wurde der Bahnhof mit dem Fahrplanwechsel zum 27. September 1964 in Bad Honnef (Rhein) umbenannt.Richtkranz über Bahnhofs-Umbau, Honnefer Volkszeitung, 22. Februar 1964Honnefer Volkszeitung, 17. Juli 1964, S. 5 (zeitpunkt.nrw) Ihm war seither auch der Bahnhof Rhöndorf organisatorisch unterstellt.Honnefer Volkszeitung, 9. August 1955, S. 5 (zeitpunkt.nrw) 1972 erhielt er im Zuge der Olympischen Spiele in München ein neues Farbkleid in einem Orangeton.Honnefer Volkszeitung, 11. August 1972, S. 3 (zeitpunkt.nrw) Der Honnefer Güterbahnhof, der sich auf der Westseite der Bahnstrecke an der damaligen Eisenbahnstraße (heute Lohfelder Straße) befand, wurde mit der Stückgutabfertigung zum Jahresende 1975 geschlossen und später abgerissen.Honnefer Volkszeitung, 2. November 1973, S. 3 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 19. Dezember 1975, S. 9 (zeitpunkt.nrw)Martin Maus: Honnefer Erinnerungen: Feste – Ereignisse – Besonderheiten von 1898–1986. Bad Honnef 1993, Abb. 95. ()

1999 schloss die Deutsche Bahn den Fahrkartenschalter, dessen Betrieb zunächst von einer Agentur weitergeführt und später komplett aufgegeben wurde.Harald Flux: Die Fahrkartenausgabe Bad Honnef (Rhein). In: Köln-Bonner Verkehrsmagazin, , Nr. 2/2021 (Heft 63), S. 74/75.Besserer Service durch Privatisierung, General-Anzeiger, 11. September 1999, S. 6 Um 2000 frequentierten täglich 1500 Fahrgäste den Bahnhof.Arbeiter möbeln den Bahnhof Bad Honnef auf, General-Anzeiger, 25. April 2001 Seit einigen Jahren dient das Bahnhofsgebäude, das nicht mehr über eine Bahnhofsgaststätte verfügt, als Zentrale eines Personenbeförderungsunternehmens. 2011 verkaufte die Deutsche Bahn es an das Unternehmen.Langfristig Abriss des Bahnhofs geplant, Kölnische Rundschau, 15. September 2011 Der Bahnhofsvorplatz wurde 2011/12 in zwei Bauabschnitten unter Beseitigung des bisherigen Kopfsteinpflasters ausgebaut und dabei mit einer barrierefreien Bushaltestelle ausgestattet.Bahnhofsvorplatz in Bad Honnef wird umgebaut, General-Anzeiger, 12. März 2011Bahnhofsvorplatz soll nächste Woche fertig sein, General-Anzeiger, 14. August 2012

Anfang der 2010er-Jahre wurden Anstrengungen unternommen, den Bahnhof aufzuwerten und ein Kiosk mit Fahrkartenverkauf für den Regionalverkehr und Postannahmestelle eröffnet.Stillstand am Bad Honnefer Bahnhof - Stadt und Bahn AG uneins, General-Anzeiger, 9. Januar 2013 2023 wurde die Vorplanung für die Verlegung des Bahnhofsstandorts um etwa 500 Meter in Richtung Norden an die Endhaltestelle der Stadtbahn (Siebengebirgsbahn) abgeschlossen.Alter Bahnhof Mitte weicht neuer Haltestelle nahe der Linie 66, Bonner Rundschau, 29. August 2016https://gremien.go-rheinland.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZRpFCswFqJ5-ZTHt6o9PAmz4j2QlPYOFVJmlS-o1nb__/Mitteilungsvorlagen_NVR_-HA-_ZV-_VA-_go.Rheinland-14-2023.pdf Dort sollen zwei Außenbahnsteige entstehen, die über eine Brücke verbunden werden. Die Umsetzung ist für das 2. Halbjahr 2026 vorgesehen, wenn im Rahmen der Generalsanierung die Strecke für fünf Monate gesperrt wird. Bereits kurz nach Beginn der Sperrung im Juli 2026 wurde der alte Bahnsteig abgebrochen und die frühere Unterführung verfüllt. Der Honnefer Bahnhof war zuvor einer der letzten an der Strecke mit einem noch in Nutzung befindlichen, aufgrund des Zugangs zu der Unterführung auch teilweise für den Fahrbetrieb noch notwendigen Empfangsgebäude.Korridorsanierung in Nordrhein-Westfalen – Rechter Rhein – Bad Honnef, Deutsche Bahn

Bedienung Im Fahrplan 2022/2023 wurde der Bahnhof von den Linien RE 8 und RB 27 bedient:

Linie Verlauf Takt

Weblinks

Deutsche Bahn AG:

NRWbahnarchiv von André Joost: [kln/KHBD.htm Beschreibung der Betriebsstelle KHBD] [bf/8000713.htm Beschreibung der Personenzugangsstelle Bad Honnef (Rhein)]

weitere Belege: Foto des Bahnhofs vor dem Umbau (Ende der 1950er Jahre)

Einzelnachweise und Anmerkungen

Bad Honnef Bad Honnef Kategorie:Verkehrsbauwerk in Bad Honnef Kategorie:Gemarkung Honnef Kategorie:Rechte Rheinstrecke