Der Spiegel ist eine deutsche Nachrichtenwebsite. Sie wurde am 25. Oktober 1994 vom Nachrichtenmagazin Der Spiegel als redaktionell unabhängiges Web-Angebot mit dem Namen Spiegel Online (kurz SPON) gegründet und am 8. Januar 2020 in Der Spiegel umbenannt, nachdem am 1. September 2019 die Redaktion mit der des Nachrichtenmagazins zusammengelegt worden war. Betrieben wird sie von einer Tochtergesellschaft des Spiegel-Verlags, weshalb sie rechtlich und wirtschaftlich weiterhin vom Nachrichtenmagazin getrennt ist. Sie gehörte 2020 zu den fünf reichweitenstärksten Nachrichtenportalen in Deutschland.Reichweitenzahlen von Online-Portalen für Q4/2020. IVW, April 2020.IVW: Anzahl der Visits (Online + Mobile + CTV) der Nachrichtenportale in Deutschland im April 2020. de.statista.com, April 2020.

Wirtschaftliche Grundlagen Betreibergesellschaft des Nachrichtenportals ist die Der Spiegel GmbH & Co. KG, die bis August 2018 als Spiegel Online GmbH firmierte und bis August 2019 als Spiegel Online GmbH & Co. KG.Impressum. In: spiegel.de.Radikaler Umbau beim Spiegel: SpOn rückt gesellschaftsrechtlich an Print-Spiegel heran meedia.de, 13. August 2018.„Der Spiegel“ und sein „Projekt Orange“: neue Struktur, neuer Markenauftritt, neues Redaktionssystem meedia.de, 27. August 2019. An der Der Spiegel GmbH & Co. KG ist die Spiegel-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG mit 99,99 Prozent beteiligt und die Spiegel Beteiligungsmanagement GmbH mit 0,01 Prozent.Zahlen und Daten über die Spiegel-Gruppe. In: spiegelgruppe.de.

Spiegel Online machte 2006 bei einem Umsatz von 15 Millionen Euro zwei Millionen Euro Gewinn.Sandra Golz: „SPIEGEL ONLINE ist das Maß aller Dinge“ In: medienMITTWEIDA. 10. Mai 2007. Für das Jahr 2011 belief sich der Werbeumsatz laut Zeit Online auf ungefähr 30 Millionen Euro bei einem Ertrag von über 10 Prozent. Horizont rechnete für 2013 mit einem zweistelligen Erlös- und Ergebniszuwachs und mit einem Umsatz von über 35 Millionen Euro.Verlegerische Entscheidung. In: Horizont. 5. Dezember 2013, S. 6. 2016 kamen über 80 Prozent der Einnahmen aus Werbung und 20 Prozent aus dem Verkauf von Inhalten.Thorsten Dörting, Matthias Streitz, Jörn Sucher: So finanziert sich Spiegel Online. In: Spiegel Online. 16. August 2017.

Reichweite Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) frequentierten im Januar 2017 monatlich etwa 19 Millionen Nutzer das Online-Nachrichtenportal Spiegel Online. Damit erzielte die Seite damals im deutschsprachigen Raum hinter Bild.de und Focus Online unter den Online-Nachrichtenportalen die drittgrößte Reichweite. Im Dezember 2019 lag Spiegel Online noch auf Platz 2 der reichweitenstärksten Nachrichtenportale in Deutschland. Meedia, 9. Januar 2020. Nach den IVW-Zahlen für April 2020 liegt Der Spiegel auf dem fünften Platz nach Bild.de, t-online.de, n-tv.de und Focus Online.

Entwicklung der BesucherzahlenLaut IVW, jeweils im Januar (Details auf ivw.eu).

Datei:UniqueVisits SPIEGELonline.png

Die Besucherzahlen des Nachrichtenportals Der Spiegel sind nach IVW-Zählung bis 2015 sehr stark angestiegen, seitdem verlangsamt sich das Wachstum. Im Januar wurden für Der Spiegel Mio. Besuche der Internetseite gezählt, bei denen im Mittel Seiten abgerufen wurden.

Redaktion Bis zur Fusion der Redaktionen von Nachrichtenmagazin und Nachrichtenportal am 1. September 2019 bestand die Redaktion von Spiegel Online nach eigenen Angaben aus 160 Redakteuren. Neben dem Stammsitz in Hamburg gab es ein Hauptstadtbüro in Berlin mit 16 Redakteuren. Auslandskorrespondenten waren an den Standorten Brüssel, Moskau, New York, Sydney, Washington und Wien vertreten. Darüber hinaus schrieben auch Redakteure des gedruckten Spiegels für das Online-Angebot und Online-Redakteure für die Print-Ausgabe. Die Redaktion nutzte die Nachrichtenagenturen AFP, AP, Dow Jones, dpa, Reuters und sid.Spiegel Online spiegelgruppe.de (Archivversion vom 23. Oktober 2019).

Erster Chefredakteur von Spiegel Online war von 1997 bis November 2000 Hans-Dieter Degler, zuvor Leiter des Kulturressorts des Spiegel und Chef des monatlichen Magazins Kulturspiegel. Ab dem 1. Dezember 2000 war Mathias Müller von Blumencron Chefredakteur von Spiegel Online, der am 5. Februar 2008 zusammen mit Georg Mascolo Chefredakteur des Spiegels wurde.Der „Spiegel“ feuert Chefredakteur Aust welt.de, 5. Februar 2008. Ab dem 27. Mai 2008 führten Wolfgang Büchner und Rüdiger Ditz die Redaktion von Spiegel Online gemeinsam, bis Büchner am 1. Juli 2009 zur dpa wechselte und Ditz alleiniger Chefredakteur wurde.Wolfgang Büchner und Rüdiger Ditz sind Spiegel-Online-Chefs horizont.net, 27. Mai 2008.Rüdiger Ditz leitet Spiegel Online alleine horizont.net, 5. Juni 2009. Am 21. Februar 2011 übernahm Müller von Blumencron die Leitung aller digitalen Spiegel-Angebote einschließlich Spiegel Online und Mascolo die Verantwortung für das gedruckte Nachrichtenmagazin.Einsam an der Spitze faz.net, 21. Februar 2011. Am 9. April 2013 wurden Mascolo und Müller von Blumencron „wegen unterschiedlicher Auffassungen zur strategischen Ausrichtung mit sofortiger Wirkung abberufen und beurlaubt“.Kurzer Prozess mit der „Spiegel“-Spitze sueddeutsche.de, 9. April 2013. Vom 1. September 2013 bis zum 31. Dezember 2014 war Wolfgang Büchner Chefredakteur des Spiegels und von Spiegel Online.Was will der neue „Spiegel“-Chef Wolfgang Büchner? tagesspiegel.de, 26. August 2013.„Spiegel“ trennt sich von Chefredakteur Wolfgang Büchner tagesspiegel.de, 4. Dezember 2014. Am 13. Januar 2015 wurde Florian Harms Chefredakteur von Spiegel Online und Klaus Brinkbäumer Chefredakteur des Spiegels und Herausgeber von Spiegel Online.Klaus Brinkbäumer ist neuer Chefredakteur des Spiegel, Florian Harms ist neuer Chefredakteur von Spiegel Online spiegel.de, 13. Januar 2015. Am 6. Dezember 2016 wurde Harms durch Barbara Hans ersetzt.Barbara Hans wird neue Chefredakteurin von Spiegel Online spiegel.de, 6. Dezember 2016.

2011 wurden tägliche Kolumnen eingeführt. Sie schrieben Sibylle Berg (Januar 2011 bis Januar 2023), Sascha Lobo (seit Januar 2011), Jan Fleischhauer (Januar 2011 bis Juni 2019), Jakob Augstein (Januar 2011 bis Oktober 2018), Georg Diez (Januar 2011 bis September 2018), Steffi Kammerer (Januar 2011 bis Mai 2011), Wolfgang Münchau (November 2011 bis Januar 2016), Silke Burmester (Dezember 2011 bis März 2014), Margarete Stokowski (seit Oktober 2015), Thomas Fricke (seit April 2016), Christian Stöcker (seit September 2016), Ferda Ataman (April 2018 bis Februar 2020), Thomas Fischer (seit August 2018), Stefan Kuzmany (November 2018 bis Februar 2020), Samira El Ouassil (seit Februar 2020), Nikolaus Blome (seit Mai 2020), Franziska Augstein (seit Januar 2021) und Bettina Gaus (April bis kurz vor ihrem Tod im Oktober 2021).

Geschichte mini|250px|Logo bis Januar 2020

Das Nachrichtenportal ging am 25. Oktober 1994 unter dem Namen Spiegel Online online. Damit war Der Spiegel das weltweit erste Nachrichtenmagazin im Internet. Einen Tag später folgte das Time-Magazin. Allerdings wurde die Internetadresse www.spiegel.de erst ein Jahr später genutzt. Zuvor war Spiegel Online unter http://hamburg.bda.de:800/bda/nat/spiegel/ oder unter http://muenchen.bda.de/bda/nat/spiegel/ zu erreichen. Das Startangebot hatte mit den späteren Versionen wenig gemein. Anfangs wurde die Website mit ausgewählten Artikeln aus dem gedruckten Spiegel bestückt. 1995 erschienen dann in der Rubrik „Scanner“ erstmals speziell für das Internetangebot verfasste Artikel. Aktuelle Berichterstattung gab es seit 1996, als das Design der Website erneut überarbeitet wurde.Aussehen von Spiegel Online 1996. In: spiegel.de, Spiegel Online, 27. Juni 1996, abgerufen am 9. August 2019.

Die Trojan-Room-Kaffeemaschine, das erste per Webcam überwachte Objekt der Welt, wurde 2001 durch Spiegel Online ersteigert und im Redaktionsbüro wieder in Betrieb genommen.Der Kaffee ist fertig: Das Comeback der Trojan Room Coffee Cam. In: Spiegel Online. 24. Dezember 2001. 2006 wurde sie dem Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.Dauerausstellung des Heinz Nixdorf MuseumsForums: Die Welt im Netz – Die Geschichte des Internets. Literatur.

Seit Oktober 2004 bot Spiegel Online den Spiegel auch als kostenpflichtige elektronische Zeitung an. Im selben Monat startete eine Rubrik mit englischsprachigen Artikeln. Seit Frühjahr 2006 besteht ein Video-on-Demand-Angebot. Ab Oktober 2006 gab es eine eigenständige Satire-Redaktion, ehemals unter Leitung von Martin Sonneborn, die auf Spiegel Online die Rubrik „Spam“ füllte. Die Satire-Rubrik wurde im August 2016 eingestellt.

Im Oktober 2007 wurde das Zeitgeschichte-Portal einestages gestartet, das ab März 2014 als reguläres Ressort von Spiegel Online fortgeführt wurde und im Januar 2020 zugunsten eines neuen Geschichtsressorts eingestellt wurde. Von April 2008 bis Dezember 2017 wurde im Rahmen einer Kooperation mit dem Kicker das Videoangebot kicker.tv auf Spiegel Online ausgestrahlt.Kicker Online kooperiert mit Spiegel-Gruppe horizont.net, 1. Februar 2008.„Kicker“ und Spiegel TV trennen sich: Agentur MediaTTor soll Video-Produktion pushen turi2.de, 9. Januar 2018.

Von April 2010 bis Februar 2012 bestand eine Kooperation mit Legal Tribune Online, bei der Inhalte von beiden Seiten gegenseitig eingebunden wurden und Spiegel QC die Werbevermarktung von Legal Tribune Online übernahm.Legal Tribune Online ist neuer Kooperationspartner von Spiegel Online. In: spiegelgruppe.de, 26. April 2010. In: business-on.de, 27. Februar 2012. Ab Januar 2011 kooperierte Spiegel Online mit dem Medienunternehmen Vice und strahlte deren Videoreportagen aus.Spiegel Online präsentiert exklusiv Video Content von Vice TV. In: spiegelgruppe.de, 25. Januar 2011.

Am 4. Juni 2013 wurde die Website umgestaltet. In der Hauptspalte wurden nun die wichtigsten Nachrichten aus der aktuellen Printausgabe aufgeführt und das kostenpflichtige E-Paper verlinkt.Spiegel Online relauncht Homepage – und räumt Print mehr Platz ein horizont.net, 5. Juni 2013. Ab dem 27. Juni 2016 wurden unter der Marke Spiegel Plus einzelne Artikel des Spiegels und von Spiegel Online auf Spiegel Online zum Kauf angebotenSpiegel-Verlag startet Bezahlangebote auf „Spiegel Online“. In: sueddeutsche.de, Süddeutsche Zeitung, 27. Juni 2016. und am 16. Mai 2017 startete die von Spiegel und Spiegel Online gemeinsam herausgegebene digitale Abendzeitung Spiegel Daily.„Spiegel“ startet neues Bezahlangebot „Daily“. In: sueddeutsche.de, Süddeutsche Zeitung, 15. Mai 2017. Zum 28. Mai 2018 wurden Spiegel Plus, Spiegel Daily und die digitale Ausgabe des Spiegels zu Spiegel+ zusammengelegt.Zusammenrücken auf dem Dickschiff. In: sueddeutsche.de, Süddeutsche Zeitung, 28. Mai 2018. Die Marke Spiegel Daily wurde anschließend für einen täglichen Newsletter benutzt, der im Januar 2020 in Die Lage am Abend umbenannt wurde.Willkommen beim neuen SPIEGEL+. In: spiegel.de, Spiegel Online, 28. Mai 2018.

Am 8. Januar 2020 wurden die Website und die Apps umbenannt und umgestaltet. Seitdem treten das gedruckte Nachrichtenmagazin und das Online-Nachrichtenportal beide unter dem Namen Der Spiegel und in einheitlicher Gestaltung auf, nachdem die Redaktionen bereits am 1. September 2019 in einer Gemeinschaftsredaktion vereint wurden.

Archiv Ab 2002 waren Abrufe von Archiv-Beiträgen durch eine Paywall zunächst kostenpflichtig. 2007 wurden Artikel der letzten zwei Jahre kostenlos abrufbar. Am 13. Februar 2008 wurden alle seit 1947 erschienenen Artikel des gedruckten Spiegel im gemeinsam mit der Bertelsmann-Tochter Wissen Media Group (Wissen Media Verlag und damals wissen.de) gegründeten Portal Spiegel Wissen kostenlos verfügbar. Spiegel Online, 13. Februar 2008. Auch Inhalte der Bertelsmann-Lexika und -Wörterbücher und Artikel der deutschsprachigen Wikipedia waren darüber abrufbar.Alle relevanten Informationen mit einem Klick. Spiegel Online, 17. Dezember 2007.