Dirk Denninger (* 24. September 1928 in Bonn, 16. Oktober 2009; † 3. März 2002 ebendaDirk Denninger prägte das Stadtbild. In: General-Anzeiger. 6. März 2002, Stadtausgabe Bonn, S. 6) war ein deutscher Architekt. Er prägte mit zahlreichen Büro- und Verwaltungsgebäuden insbesondere das Stadtbild seiner Heimatstadt Bonn.
Leben und Wirken Dirk Denninger war der Sohn des in Bonn selbständigen Architekten Wilhelm Denninger (1899–1973). Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er ein Studium der Architektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, wo er insbesondere Student Egon Eiermanns war.Sonja Schöttler: Die Bad Godesberger Stadthalle. In: Godesberger Heimatblätter. Heft 42. Bonn 2004, , S. 150–182. Nach einer Tätigkeit für die Bundesbaudirektion trat er 1956 in das Architekturbüro seines Vaters ein. Gemeinsam zeichneten Wilhelm und Dirk Denninger für die Projektierung mehrerer Großbauten verantwortlich, darunter der Stadthalle in Bad Godesberg (heute unter Denkmalschutz) und des Bundesministeriums für Gesundheitswesen. mini|Bauschild Bürogebäude Denninger in der Walter-Flex-Straße (heute: Genscherallee) Mitte der 1980er-Jahre Anfang der 1970er Jahre war Dirk Denninger mit Ernst August Jann assoziiert. In dieser Partnerschaft nahm er unter anderem an den Wettbewerben für den Bundesrat in Bonn (1974)Memento vom Original in Archive.Org.: sowie mit einem Stadtlandschaftskonzept für das Wallraf-Richartz-Museum in Köln im Jahr 1976 teil (in: „Der Architektenring Bonn“ mit Wilfried Pilhatsch, Ernst A. Jann, Till von Hasselbach, 2. Preis)Memento vom Original in Archive.Org.: und plante – zum Teil auch zugleich als Bauherr mit Jann auftretend – zahlreiche Bürogebäude für Interessenverbände und Lobbyorganisationen an der als Verbindungsachse zwischen Bonn und Bad Godesberg fungierenden Bundesstraße 9.Am Ende, Der Spiegel, 13. August 1973, was „als Mörteln längs der Diplomatenrennbahn“ kritisiert wurde.Aha! Dies ist die Hauptstadt. Der dreißigjährige Krieg um Bonner Stadtplanung und die Regierungsbauten, Der Spiegel, 28. November 1977 Das Architekturbüro befand sich in einem Bürogebäude an der Walter-Flex-Straße (heute: Genscherallee) im Bundesviertel. Denninger ließ es Mitte der 1980er-Jahre zugunsten des Neubaus des Kunstmuseums Bonn abreißen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite nach eigenem Entwurf ein neues Haus erbauen. Das Büro wurde von Dirks Sohn Malte in Gemeinschaft mit dessen Frau Margit Ventulett-Denninger weitergeführt.
Werk (ausgenommen die in Zusammenarbeit mit Wilhelm Denninger entstandenen Bauten) Bauten in Bonn
Bauzeit Ortsteil Adresse Bild Objekt Maßnahme Anmerkungen 1954–1956 Gronau Welckerstraße 11 100pxweitere Bilder Presse- und Informationsamt der Bundesregierung Neubau (Gesamtleitung: Bundesbaudirektion) 1966 Mehlem Im Hag 24 100pxweitere Bilder Einfamilienhaus Neubau ehemalige Residenz des Botschafters von IndonesienNoch 13 Ex-Botschaften in Bad Godesberg stehen leer, General-Anzeiger, 3. Oktober 2012; 2019/20 abgebrochenum 1970Luftaufnahmen auf stadtplan.bonn.de von 1967 und 1972 Plittersdorf Kennedyallee 74 100px Bürogebäude (später Botschaft von Brasilien) NeubauNeue Räume am alten Platz für Diplomaten aus Australien. In: General-Anzeiger. 6. August 1987, Stadtausgabe Bonn, S. 9. heute Postbank 1970–1972 Bonn-Zentrum Berliner Freiheit 36/ Sandkaule 100pxweitere Bilder Büro- und Geschäftshaus („Volksfürsorgehaus“) Neubau (mit Ernst Jann; Bauherr: Volksfürsorge Versicherungsgruppe) 2016 abgebrochenAbriss steht nichts mehr im Wege, General-Anzeiger, 19. März 2015Bagger „frisst“ sich in 70er-Jahre-Bau, General-Anzeiger, 2. Juli 2016Der Stahlbetonklotz ist fast weg, General-Anzeiger, 29. Oktober 2016 1973 Bonn-Zentrum Markt 7 100px Wohn- und Geschäftshaus Neubau (mit Ernst Jann) 1974/1975Adreßbuch der Bundeshauptstadt Bonn, J. F. Carthaus, Bonn: 1974 und 1975 Gronau Adalbert-Stifter-Straße 4/ Friedrich-Ebert-Allee Zentrale der Firma Bonnfinanz Neubau 2003 abgebrochenAbrissbagger schaffen Platz für Neubauten, Kölner Stadt-Anzeiger, 5. September 2003 1975 Friesdorf Godesberger Allee 133–137 100pxweitere Bilder Bürogebäude (Botschaft von Iran) Neubau heute Leerstand im Eigentum von Iran 1975–1976 Bonn-Zentrum Bertha-von-Suttner-Platz 100px Büro- und Geschäftshaus („Lufthansa-Haus“) NeubauHonnefer Volkszeitung, 16. März 1976, S. 4 (zeitpunkt.nrw) 1977–1979/1980 Tannenbusch Hirschberger Straße 3/ Agnetendorfer Straße 100pxweitere Bilder Schulzentrum Tannenbusch (Haupt-, Real- und Abendrealschule) Neubau (mit Ernst Jann) heute „Freiherr-vom-Stein-Realschule“ und „Tannenbusch-Gymnasium“um 1985 Gronau Genscherallee 2 100px Atelier- und Wohnhaus Dirk Denninger Neubau um 1985 Friesdorf Godesberger Allee 77–79 100pxweitere Bilder Botschaft von Kuwait Neubau heute Außenstelle der Botschaft von Katarum 1985 Dottendorf In der Raste 18–26 Lager- und Ausstellungshallen Umbau zu BürogebäudenGabriele Zabel-Zottmann: Skulpturen und Objekte im öffentlichen Raum der Bundeshauptstadt Bonn – Aufgestellt von 1970 bis 1991. Dissertation, Bonn 2012, Teil 2, S. 8. (online PDF; 5,8 MB) 1988–1989 Plittersdorf Godesberger Allee 90/ Kennedyallee 100px Bürogebäude UmbauTristes Gebäude soll modernes Bürohaus werden. In: General-Anzeiger. 13. Januar 1989, Stadtausgabe Bonn, S. 9 seit 2004 „Hochkreuz Augenklinik“ 1988–1989 Friesdorf Godesberger Allee 105–107 100pxweitere Bilder Botschaft von Australien Neubau 2000/2001 Umbau durch Malte Denninger 1992–1993 Gronau Friedrich-Ebert-Allee 63 100px Büro- und Geschäftshaus Neubau (Bauherr: Sparkasse)Grüne Schneise zwischen Haus der Geschichte und Parlament. Sparkasse bezieht im Frühjahr 1993 ihr neues Domizil. In: General-Anzeiger. 15. Juli 1992, Stadtausgabe Bonn, S. 7. 1994–1996 Gronau Adalbert-Stifter-Straße 100pxweitere Bilder Büro- und Geschäftshaus („Adalbert-Stifter-Haus“) NeubauKleiner Familienbetrieb. Neues Bürohaus entsteht am Rande des Johanniterviertels. In: General-Anzeiger. 18. August 1994, Stadtausgabe Bonn, S. 7.
Außerhalb von Bonn 1963: Wachtberg, Ortsteil Niederbachem, Rodderberg, Haus Dirk Denninger (unter Einbeziehung und Umbau des ehem. Hotels „Zum alten Vulkan“) 1994–1997: Dresden, Güntzplatz 5, Stadtsparkasse (ehemaliges Stadthaus), Rekonstruktion/Neubau (u. a. mit Malte Denninger)Gilbert Lupfer, Bernhard Sterra, Martin Wörner (Hrsg.): Architekturführer Dresden: Architectural guide to Dresden. Dietrich Reimer, 1997, ISBN 978-3-496-01179-8, S. 57.
Rezeption
Literatur Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände, J.P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 2, S. 814 (Architektenverzeichnis). Josef Niesen: Bonner Personenlexikon. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. Bouvier, Bonn 2011, ISBN 978-3-416-03352-7, S. 109. Ursel und Jürgen Zänker (Bearb.) mit Beiträgen von Edith Ennen, Dietrich Höroldt, Gerd Nieke, Günter Schubert: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. (=Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums in Bonn. Nr. 21) Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969.
Weblinks
Dirk Denninger auf nrw-architekturdatenbank.tu-dortmund.de. Abgerufen am 18. März 2014.
Einzelnachweise Hermann Hill (Hrsg.): Staatskultur im Wandel: Beiträge der 69. Staatswissenschaftlichen Fortbildungstagung vom 14. bis 16. März 2001 an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. In: Schriftenreihe der Hochschule Speyer, Band 150, Duncker & Humblot, 2002, , S. 53. Ingeborg Flagge: Architektur in Bonn nach 1945: Bauten in der Bundeshauptstadt und ihrer Umgebung. Verlag Ludwig Röhrscheid, Bonn 1984, ISBN 3-7928-0479-4. Ursel und Jürgen Zänker (Bearb.) Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. Josef Niesen: Bonner Personenlexikon. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. Bouvier, Bonn 2011, ISBN 978-3-416-03352-7.
Kategorie:Architekt (Bonn) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2002 Kategorie:Mann