Alphonse „Al“ Bundy ist als Familienvater und Schuhverkäufer eine fiktive Figur aus der US-Sitcom Eine schrecklich nette Familie.
Die Figur wurde von dem US-amerikanischen Schauspieler Ed O’Neill gespielt. Ihre enorme Popularität lässt sich durch den großen Erfolg der Serie Anfang der 1990er Jahre auch außerhalb der Vereinigten Staaten und der Darstellung O’Neills als einfachen Angestellten aus der unteren Mittelschicht erklären.
Bis auf eine Szene in der Episode Die Reise in die Vergangenheit, in der ihn die Grundschul-Bibliothekarin Alphonse Bundy nennt, wird er in der deutschen Synchronisation von allen nur kurz Al genannt (anders im englischen Original, zum Beispiel spricht ihn Peg in der Folge Stepford Peg mit seinem vollen Namen „Albert“ an, um die Ernsthaftigkeit der Situation zu unterstreichen). Er ist eher schlampig und ständig schlecht gelaunt. Des Weiteren wird er nicht müde, die Wendungen in seinem Leben zu bedauern, die ihn seit dem Ende der High School begleitet haben, als er wegen der Heirat nicht auf dem College Football spielen konnte.
Biographie Al Bundy, wohnhaft in Chicago und geboren am 7. November 1948 (in der Folge Mit Stewardessen spaßt man nicht wird allerdings erwähnt, dass er am 23. eines nicht näher erwähnten Monats geboren wurde), war ein äußerst erfolgreicher High-School-Footballer, der ein Stipendium von einem College erhielt. Als er auf einer Party auf Peggy Wanker traf und sie schwängerte, sah er sich gezwungen, seinen Ferienjob als Schuhverkäufer zu seinem Hauptberuf zu machen und seine Sportlerkarriere aufzugeben.
In seiner Zeit bei den fiktiven Polk High Panthers erzielte er in dem entscheidenden Stadtmeisterschaftsspiel von 1966 gegen die ebenfalls fiktive Andrew Johnson High School vier Touchdowns in einem Spiel – darunter auch den entscheidenden kurz vor Schluss, als er sich gegen seinen Rivalen „Ersatzreifen“ Dixon durchsetzen konnte. Dixon wurde in der Folge Der Nachtwächter von Bubba Smith gespielt.
Mit dieser Geschichte nahmen die Drehbuchschreiber eine leicht veränderte Episode aus O’Neills Jugend in die Serie auf. In seiner Jugend bekam er ein Angebot der Pittsburgh Steelers, allerdings hinderte ihn eine Verletzung und keine Frau an einer Profikarriere.
Familie Al Bundy lebt mit seiner Familie in einem Randbezirk von Chicago und ist mit der faulen, rothaarigen Margaret „Peggy“ Wanker verheiratet. Irrtümlicherweise fragte er sie, seine Frau zu werden, nachdem er sich zuvor betrunken hatte.
Zusammen mit seiner Frau hat er zwei Kinder, Sohn Budrick Franklin, genannt Bud, von Al nach einem Bier benannt, und Tochter Kelly, von ihm aufgrund ihrer geringen Intelligenz oft nur „Dumpfbacke“ genannt. Dies trifft aber nur auf die synchronisierte Fassung zu. Im Original nennt er sie eher liebevoll „pumpkin“ (etwa „Mäuschen“, „Schatz“, wörtlich „Kürbis“).
Die Schwiegermutter von Al ist in der Serie nie zu sehen, es gibt aber mehrere Anspielungen auf ihr Übergewicht und ihre Alkoholkrankheit.
Obgleich jede Möglichkeit genutzt wird, Frau und Kinder zu beleidigen oder zu schikanieren, besteht doch ein eindeutig liebevolles Verhältnis zu seiner Familie. Beispielsweise ist er – vor allem in früheren Staffeln der Serie – ständig besorgt um Kellys schulische Leistungen und ihre auf der Kippe stehende Versetzung. Des Weiteren achtet er darauf, mit welchen männlichen Partnern sie verkehrt. Nicht selten lässt er in seinen Augen zweifelhafte Personen gegen Wände oder die Haustür laufen. In Vater-Sohn-Gesprächen warnt er Bud davor, nicht dieselben Fehler wie er zu machen, und auch Peg bekommt – soweit für ihn machbar – ihre Wünsche erfüllt, seien es Sex, Geld oder materielle Dinge. Des Weiteren hat er im Kofferraum seines Autos ein Bild seiner Familie.
Job und Finanzen Al Bundy ist Schuhverkäufer im Schuhgeschäft Gary’s Shoes and Accessories for Today’s Woman im Einkaufszentrum New Market Mall in Chicago. Al hasst seinen Beruf und verliert ihn auch mehrere Male aufgrund verschiedener Umstände, jedoch ist seine Abwesenheit stets nur von kurzer Dauer und er landet am Ende der Folgen wieder im Schuhladen.
In der Serie gibt es viele Anspielungen darauf, dass er nur ein sehr geringes Gehalt bezieht. Jedoch wohnen die Bundys in einem vergleichsweise vorzeigbaren Haus, was für einen Geringverdiener nur durch exzessives Schulden machen zu bezahlen wäre. In einer Folge wird ihm bei einem vorzeitigen Rentengang eine Prämie in Aussicht gestellt – 12.000 US-Dollar, die er auch annimmt. Diese wird allerdings von seiner Familie in weniger als einer Stunde ausgegeben, so dass er wieder arbeiten gehen muss.
Bemerkenswert sind auch die vielen Rechnungen, die durch die exzessiven Einkaufstouren seiner Frau und die Telefonate seiner Kinder (Hotline für Rockmusik und Pussynotruf) und durch andere Unglücke verursacht wurden. Allerdings fällt es Al Bundy leicht, pünktlich die Hypothek für das Haus zu bezahlen.
Er ist stolzer Besitzer eines Dodge Dart Sport (tatsächlich ist dies aber ein 1972er Plymouth Duster, der als Dodge dargestellt wird). In einer Episode erwähnt Bud, dass der Dodge aus Teilen anderer alter und kaputter Fahrzeuge dieser Marke gebaut wurde. Trotzdem kommt er immer wieder mit diesem Fahrzeug an, obwohl er zeitweise in anderen Autos fährt oder sein Auto vor dem Schrottplatz durch ein Ersatzteil aus Kuba gerettet wird. Das Auto ist ihm gegenüber einer alten Freundin genauso peinlich wie der Job (was ist aus dir geworden, nach dem Ferienjob im Schuhgeschäft und dem schrottreifen Dodge? // Lass uns das Thema wechseln.).
Verhältnis zur Nachbarschaft Al Bundy ist in seiner Nachbarschaft relativ unbeliebt. Als das Gerücht umgeht, er sei gestorben, veranstalten die Nachbarn ein Fest mit dem Song Ding Dong, the shoe man’s dead; als Al aber wieder auftaucht, nennen sie es einen grausamen, grausamen Scherz (Folge Goldrausch Teil 2).
Gerade in früheren Staffeln der Serie wird Al beim Nachhausekommen von seinen Nachbarn ob seiner beruflichen und familiären Situation beleidigt und aufgezogen. Allerdings prallen diese Sprüche an ihm ab und er scheut sich nicht, bissige Kommentare und Antworten zu geben.
Sein Lieblingsopfer ist allerdings die direkte Nachbarin Marcy Rhoades/D’Arcy. Wegen ihrer sehr schlanken Beine, vor allem aber wegen ihrer sehr schwach ausgeprägten Brust wird sie von Al oft „Huhn“ genannt.
Persönlichkeit Al hat eine an Hass grenzende Abneigung gegen übergewichtige Frauen und lässt keine passende Situation ungenutzt, seine Abscheu durch Beleidigungen auszudrücken. Besonders häufig werden die Kundinnen in seinem Laden Opfer der Sprüche.
Sein Lebensinhalt ist die Welt des Sports. So hat er im Laufe der Jahre ein enormes Wissen über nahezu jede mehr oder weniger bekannte Sportart angesammelt. Als die Gameshow Touchdown Trivia Kandidaten für ihre Sendung sucht, kann er ohne jegliche Mühe die Konkurrenten in der Probeshow ausschalten und sich für die „echte“ Show qualifizieren. Jedoch untersagen die Produzenten ihm, daran teilzunehmen, da seine Persönlichkeitswerte „irgendwo zwischen dem Bundestrainer und einem kräftigen Schluck lauwarmen Wasser“ liegen.
Besonders interessiert ist er am Verfolgen von Baseball- und Football-Spielen sowie von Wettbewerben wie „Bikini-Mädchen, die im Öl ringen“ vom heimischen Sofa aus. Allerdings hat er auch Talente als aktiver Sportler, zum Beispiel als Bowler. Er ist oft mit seinen Freunden auf der Bowlingbahn, wo er an Turnieren teilnimmt (die er dann auch meistens gewinnt) oder einfach nur aus Spaß spielt. In der Hinsicht ist er sehr überzeugt von sich, da er schon „Strike“ sagt, bevor die Bowlingkugel die Pins überhaupt erreicht hat. Letztendlich wird es dann auch zu 99 % ein Strike. Wenn nicht, bemerkt er es auch schon vorher und bricht seinen „Strike“-Ruf ab. Zu gewinnen und somit seine Ehre aufrechtzuerhalten, ist ihm wesentlich wichtiger als hohe Geldsummen oder das Wohlbefinden seiner Frau, was er auch oft sagt oder zeigt. Als in der nationalen Baseballliga aufgrund eines Lockouts keine Spiele stattfanden, gründete er kurzerhand zusammen mit einigen Freunden eine eigene Liga: die „Nationale Nacktbarliga“. Wider Erwarten – vor allem Peg macht sich über diese Pläne lustig – wird die Liga ein großer Erfolg. Allerdings können sich Spieler und Besitzer der Teams wie in der echten Liga nicht auf eine Prämie einigen, und so findet das entscheidende Meisterschaftsspiel, für das sich Al und seine Freunde qualifiziert hatten, nicht statt, und sein erlangter Ruhm wird schnell vergänglich.
Al Bundy ist passionierter Griller, liebt Bier und ist leidenschaftlicher Sammler seines Lieblings-„Tittenmagazins“ Big’uns. Seine Lieblingsserie war bis zu ihrer Absetzung wegen zu viel Gewalt die fiktive Sendung Psycho Dad, sein Lieblingsfilm ist Hondo.
In der Serie wird Al Bundy als Patriot dargestellt. Bei einem Besuch in England nutzt er jede Gelegenheit, um mit seiner US-Staatsbürgerschaft zu protzen. Auch ist er ein großer Fan von John Wayne und ein stolzer Anhänger von Dwight D. Eisenhower. Des Weiteren lästert er gerne über die Franzosen.
NO MA’AM mini|Logo von NO MA’AM
NO MA’AM ist die von Al Bundy und seinen Freunden ins Leben gerufene Organisation zur Bekämpfung der Machtergreifung von Frauen in der Gesellschaft. Die Abkürzung steht für National Organisation of Men Against Amazonian Masterhood ( Nationale Organisation der Männer gegen die Amazonen-Machtausübung). Sie wurde spontan gegründet, als Jerry Springer sich in seiner Talkshow als männlicher Feminist geoutet hatte.
In seiner Funktion als Präsident der Organisation wird sein großes Rednertalent deutlich. So spricht er als Vertreter der Gruppe unter anderem vor dem US-Senat in Washington, D.C., um gegen die Absetzung seiner Lieblingsserie Psycho Dad zu protestieren.
Als die Regierung die Biersteuer anheben wollte, startete Al den Versuch, NO MA’AM als kirchliche Vereinigung darzustellen und somit der Steuererhöhung zu entkommen. Der Versuch scheiterte jedoch.
Verhältnis zu den anderen Figuren Margaret „Peggy“ Bundy Seine Ehefrau (gespielt von Katey Sagal) gilt für ihn als der Grund für all sein Unglück, welches ihm seit der High-School widerfahren ist. Sie selbst weist aber jede Schuld von sich. Beide beleidigen sich gerne gegenseitig. So betitelt Al sie gerne als „große rote Maschine“ oder als „Couchmonster“, Peg kontert diese Sprüche allerdings schnell und bezeichnet Al als „Sultan des Schweißes“ und in einem Cartoon als „Mann mit der leeren Hose“. Während vor allem in früheren Staffeln der Sitcom beide Partner noch bereitwillig den Beischlaf vollziehen, wird in späteren Episoden eine Abneigung gegen diese ehelichen Pflichten deutlich. In der Sitcom gibt es verschiedene Anspielungen auf eine Sexsucht von Peggy sowie Als schwach ausgeprägte Manneskraft.
Trotz dieser Beleidigungen und anderer offenkundiger, nicht nur verbaler Geringschätzungen besteht zwischen beiden doch ein unterbewusstes inniges Verhältnis. Dies wird besonders in der Dreifachfolge Scheiden tut weh aus der 11. Staffel deutlich, als sich die beiden kurzzeitig trennen.
Kelly Bundy Seine geistig minderbemittelte Tochter Kelly (Christina Applegate) bezeichnet er in der deutschen Synchronisation oft nur barsch als „Dumpfbacke“ (im Original jedoch als pumpkin, wörtlich Kürbis, was sinnbildlich übersetzt eher „Mäuschen“ bedeutet). Ihre Verehrer, meist sittenlose, heruntergekommene Rocker oder Punks, werden aus Angst vor Kellys sittlicher Verwahrlosung meistens von Al verprügelt und er lässt sie gegen diverse Wände und Türrahmen laufen. Ausnahmen bilden lediglich Partner, die finanziell gut gestellt sind und demnach Al ein besseres Leben ermöglichen könnten. In einer Rückblende ist Kelly ein kleines schlaues Mädchen, welches erst durch einen von Al verursachten Autounfall, wo sie sich den Kopf stößt, zum dummen Blondchen wird.