Wilhelm Denninger (* 14. Mai 1899 in Lüttringhausen; † 21. Juli 1973Paul Metzger: Bonner Chronik 1972–1974. In: Bonner Heimat- und Geschichtsverein, Stadtarchiv Bonn (Hrsg.): Bonner Geschichtsblätter: Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, , Band 27, Bonn 1975, S. 229–268 (hier: S. 250).Honnefer Volkszeitung, 25. Juli 1973, S. 5 (zeitpunkt.nrw)) war ein deutscher Architekt. Die in seinem Büro projektierten Verwaltungsgebäude zählen zu den prägenden Bauten der jungen Bundeshauptstadt Bonn. In dem von ihm im Jahr 1938 entworfenen Landhaus Kiefernweg 12 im Bonner Ortsteil Venusberg lebten nach 1949 mehrere Spitzenpolitiker, zuletzt von 1967 bis 1974 auch der Bundeskanzler Willy Brandt.
Leben Im Anschluss an das Studium an der Kunstakademie Düsseldorf war Wilhelm Denninger zunächst Mitarbeiter im Büro von Peter Klotz, bevor er sich im Jahr 1929 als selbständiger Architekt in seiner Wahlheimat Bonn niederließ. Ansässig war er seinerzeit (Stand: 1934) in der Argelanderstraße 138 (Poppelsdorf). Nach dem Zweiten Weltkrieg führte er das Büro mit seinem Sohn Dirk Denninger (1928–2002). Gemeinsam zeichneten Wilhelm und Dirk Denninger für die Projektierung mehrerer Großbauten verantwortlich, darunter der Stadthalle in Bad Godesberg und des Bundesministeriums für Gesundheitswesen. Zu seinen Schülern und Mitarbeitern gehörte der später in Bonn selbständige Architekt Ernst van Dorp.Bonn und das Rheinland. Beiträge zur Geschichte und Kultur einer Region. Festschrift zum 65. Geburtstag von Dietrich Höroldt. Bouvier, Bonn 1992, S. 608. Abgerufen am 26. April 2013. Denninger war Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA).
Das Büro wird heute in dritter Generation von Dirks Sohn Malte in Gemeinschaft mit dessen Frau Margit Ventuelett-Denninger weitergeführt.
Werk Bauten in Bonn
Bauzeit Ortsteil Adresse Bild Objekt Maßnahme Anmerkungen 1931/1932 Gronau Friedrich-Wilhelm-Straße 2 100px Wohnhaus Neubau Denkmalschutz 1933 Gronau Adenauerallee 168 / Simrockstraße 1 Reihenwohnhaus (erbaut 1897) Umbau 1934 Gronau Raiffeisenstraße 3 100pxweitere Bilder Villa „Heckmann“ (erbaut 1896/97) Umbau in ein Mehrfamilienhaus Denkmalschutz 1936 Gronau Kaiser-Friedrich-Straße 18 100pxweitere Bilder Villa (erbaut 1899/1900) Umbau in ein Mehrfamilienhaus (Bauherr: Heinrich Prieger, Fabrikdirektor) heute Bundeskartellamt 1936 Gronau Zitelmannstraße 16 100px Wohnhaus Neubau bis 2001 Kanzlei der Botschaft von Monaco 1936 Gronau Zitelmannstraße 18 Wohnhaus Neubau 1936 Gronau Zitelmannstraße 20 Wohnhaus Neubau 1937 Gronau Görresstraße 42 Wohnhaus Neubau zuletzt durch Verwaltung des Deutschen Bundestages genutzt; 2005 abgebrochen 1938–1939 Venusberg Kiefernweg 12 100pxweitere Bilder Landhaus Blömer (später „Brandt-Villa“) Neubau Denkmalschutz; 2011–2012 Umbauund Aufteilung in zwei Wohnhäuser 1939 Gronau Zitelmannstraße 10 Wohnhaus Neubau 1950er Muffendorf Muffendorfer Hauptstraße 57–89 100pxweitere Bilder Kommende Muffendorf Umbau für das Königreich Belgien als Residenz der Botschaft Denkmalschutz 1950 Plittersdorf Alemannenstraße 1–5, Teutonenstraße 81–83, Godesberger Allee 72–74, Gotenstraße 153–155 Wohngebäude Neubau 1950–1952 Venusberg Bundessiedlung „Venusberg I“ Neubau (Bauherr: Bundesbaudirektion) erste Trabantensiedlung in Bonn 1951/1952 Gronau Tempelstraße 19 100px Wohnhaus Neubau 1955–1961 Kanzlei der japanischen Botschaft, 1961 Anbau (Architekt: Karl Band) 1952 Gronau Adenauerallee 216 / Bundeskanzlerplatz 100pxweitere Bilder „SAS-Pavillon“ Neubau (Bauherr: Stadt Bonn) Denkmalschutz 1952 Venusberg Sertürnerstraße 1–17, Johannes-Müller-Straße 1–17/2–16, Sigmund-Freud-Straße 22–32, Gustav-von-Veit-Straße 2–14 Bundessiedlung „Venusberg III“ Neubau 1953 Venusberg Gustav-von-Veit-Straße 1–23, Sigmund-Freud-Straße 34–40, Garréstraße 1–35/2–22, Kiefernweg 19–39 Bundessiedlung „Venusberg IV“ Neubau 1953–1954 Gronau Heussallee 5 100pxweitere Bilder „Schulze-Delitzsch-Haus“ Neubau ehemaliger Sitz des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken 1954 Muffendorf An der Kommende 16–22 Bundeseigenheime Neubau 1954/1955 Muffendorf Deutschherrenstraße 86 Wohngebäude Neubau Denkmalschutz 1955–1956 Bonn-Zentrum Markt 13–21 / Marktbrücke 1–3 / Remigiusplatz 6 100pxweitere Bilder Kaufhaus Blömer22 Meter hoher Kaufhaus-Neubau am Markt, 7. Oktober 1955Blömer – das Modehaus im Herzen von Bonn, General-Anzeiger, 1986. Neubau erhalten 1955–1958 Alt-Godesberg Koblenzer Straße 80ehemals Ludwigstraße 100pxweitere Bilder Stadthalle Bad Godesberg abgerufen am 25. April 2013.Sonja Schöttler: Die Bad Godesberger Stadthalle. In: Godesberger Heimatblätter. Heft 42. Bonn 2004, , S. 150–182. Neubau (Bauherr: Stadt Bad Godesberg) Denkmalschutz 1956 Bonn-Zentrum Bertha-von-Suttner-Platz 1–7 100pxweitere Bilder Kino „Universum“ (heute „Woki“)Tuya Roth: Hans Schafgans. Fotografien Bonner Architektur der fünfziger und sechziger Jahre, Dissertation, Bonn 2007, . S. 69, 157.Bonn – WOKI, allekinos.com Neubau 1959 Gronau Winston-Churchill-Straße 1/1a Bürohaus Neubau (Bauherr: Wilhelm Denninger) 1962–1963 Kessenich Franz-Lohe-Straße 1–71a Autohaus Opel an der Reuterbrücke Neubau im März 2015 abgebrochenZwei neue Großbaustellen, General-Anzeiger, 18. März 2015 1962–1963 Poppelsdorf Trierer Straße 70–72 Bürohaus Neubau (Bauherr: Melbtal GmbH) 1962–1968 Pennenfeld Deutschherrenstraße 87–93 drei Gebäudekomplexe für das Bundesministerium für Gesundheitswesen, den „Bundesminister für zivilen Bevölkerungsschutz“ und das „Kommando für Territoriale Verteidigung“ Neubau (Bauherr: Provinzial-Feuerversicherungs-Anstalt, Düsseldorf) 2014/15 abgebrochenDie Soka Bau verspricht "Perspektiven für 80 Jahre", General-Anzeiger, 25. März 2014Ein Bürokomplex verschwindet, General-Anzeiger, 20. Januar 2015 1964 ff. Beuel-Mitte Sankt Augustiner Straße 86 / Platanenweg 29, 37 und andere 6 Bürohäuser, davon 4 Hochhäuser als „Mietshäuser für Bundesbehörden und andere öffentliche Dienststellen“ Neubau (Bauherr: Zahnärztekammer u. a.) 1964–1965 Hochkreuz Kennedyallee 91–103 100pxweitere Bilder Bürogebäude für Inter Nationes Neubau heute Deutscher Akademischer Austauschdienst 1964–1965 Hochkreuz Kennedyallee 105–107 100px Miet-Bürohaus für das Bundesministerium für Familie und Jugend Neubau heute Deutscher Akademischer Austauschdienst 1967 Mehlem Rüdigerstraße 50 100pxweitere Bilder Mehrfamilienhaus Neubau (Bauherr: Rodderberg-Immobilien) 1968 Plittersdorf Hochkreuzallee 1 100pxweitere Bilder Bürogebäude für die Deutsche Beamten-Versicherung Neubau (Bauherr: H. Süsselbeck, Bad Godesberg) 2014 Umbau zum Ärztehaus 1968–1969 Bonn-Zentrum Bertha-von-Suttner-Platz 25 / Sandkaule 100pxweitere Bilder Büro- und Geschäftshaus „IOS-Haus“ Neubau (Bauherr: Wilhelm Denninger u. a.) 1968–1969 Schweinheim Am Stadtwald 66/68a/68b 100px drei Wohnhäuser am Stadtwald Neubau (Bauherr: H. Süsselbeck, Bad Godesberg) 1968–1969 Hochkreuz Stephan-Lochner-Straße 1 Bürogebäude für den „Bundesbeauftragten für den Steinkohlenbergbau und die Steinkohlenbergbaugebiete“ Neubau (Bauherr: Zahnärztekammer) 1968–1970 Plittersdorf Kennedyallee 64–70 / Ahrstraße 20 100pxweitere Bilder Verwaltungsgebäude für die Deutsche Siedlungs- und Landesrentenbank Neubau (Gartenarchitekt: Heinrich Raderschall)Edgar Haupt (Hrsg.): 5x11. Vom Architektonischen in der Landschaft. RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Pellens Verlag, Bonn 2006, ISBN 3-9810534-2-7, S. 88. Verlängerung zur Ahrstraße in späterem Bauabschnitt; heute Postbank
Nicht ausgeführte Entwürfe 1947: Gronau, Wörthstraße 5 (später Tempelstraße), Kronprinzenvilla, Zeichnung zur Wiederherstellung; 1952/53 abgebrochenOlga Sonntag: Villen am Bonner Rheinufer: 1819–1914. Die Villen des malerischen Stils in Bonn-Bad Godesberg und der zweiten Bebauungsphase in Bonn, Bouvier Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-416-02618-7, Band 2, Katalog (1), S. 345, 351. (zugleich Dissertation Universität Bonn, 1994). 1954: Bonn, Wettbewerbsentwurf für den Neubau der Beethovenhalle (4. Preis)Sonja Schöttler: Die Bad Godesberger Stadthalle. In: Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V., , Heft 42 (2004), Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, Bad Godesberg 2005, S. 150–182 (hier: S. 155). 1956: Bad Godesberg, Stadtpark (Gartenstraße 6heute Teilstück der Koblenzer Straße (→ )), Neugestaltung der Reitanlage (u. a. Anbau eines Pferdestalls); 1957 abgebrochenFriedhelm Schulz: Die „Interalliierte Reitschule“ in der Gartenstraße 6 – Von der Beschlagnahme des Grundstücks durch die alliierte Besatzung 1950 bis zum Abriss der Gebäude 1957. In: Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V., , Heft 46 (2008), Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, Bad Godesberg 2009, S. 118–139 (hier: S. 130/131, 137). 1960: Hallenbad, 1. Preis im Wettbewerb abgerufen am 25. April 2013.
Außerhalb 1949–1950: Bad Honnef, Rheinpromenade 5, Stationsgebäude des Endbahnhofs der SiebengebirgsbahnDer Endbahnhof Honnef der Siebengebirgsbahn eröffnet, Honnefer Volkszeitung, 6. April 1950 1951: Köln, Stadtteil Riehl, Am Botanischen Garten 1, Mehrfamilienhaus 1952: Bad Honnef, Stadtteil Rhöndorf, Stationsgebäude der Siebengebirgsbahn (abgerissen)Bauliches Kunstwerk in Rhöndorf, Honnefer Volkszeitung, 25. August 1952 1954: New Delhi, Wettbewerb um den ersten Neubau einer bundesdeutschen Vertretung (4. Preis, unter Nichtvergabe eines ersten Preises; Ausführung nach dem Entwurf von Johannes Krahn)Olaf Asendorf, Wolfgang Voigt, Wilfried Wang (Hrsg.): Botschaften. 50 Jahre Auslandsbauten der Bundesrepublik Deutschland. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn 2000, ISBN 3-8030-0600-7 (dt., Hardcover) bzw. ISBN 3-8030-0602-3 (dt., softcover), S. 86. 1954–1955: Köln, Stadtteil Marienburg, Am Südpark 8, Einfamilienhaus für die Braunkohlen- und Brikettwerke Roddergrube AG (Dirk Denninger) 1957: Köln, Stadtteil Marienburg, Leyboldstraße 14, Mehrfamilienhaus für die Braunkohlen- und Brikettwerke Roddergrube AG (Wilhelm Denninger); 1979 abgebrochen 1957–1958: Köln, Stadtteil Marienburg, Bayenthalgürtel 8, Erweiterungsbau an die Fachschule für Augenoptiker des Zentralverbandes der Augenoptiker 1958: Neuss, Stadthalle, 3. Preis im Wettbewerb abgerufen am 25. April 2013. 1958: Coesfeld, Verwaltungsgebäude abgerufen am 25. April 2013. 1960–1961: Köln, Stadtteil Marienburg, Gustav-Heinemann-Ufer 90, Hauptverwaltung der Patria-Versicherungs AG (Patria-Haus) 1960–1962: Köln, Stadtteil Marienburg, Bayenthalgürtel 16, Verwaltungsgebäude
1963–1964: Köln, Stadtteil Marienburg, Bayenthalgürtel 6, Fachschule für Augenoptiker des Zentralverbandes der Augenoptiker 1968–1979: Niederkassel, Stadtteil Lülsdorf, Siedlung »Am Wolfspfädchen« (Bauherrin: Maria Dölger)
Literatur Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände, J.P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 2, S. 814 (Architektenverzeichnis). Josef Niesen: Bonner Personenlexikon. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. Bouvier, Bonn 2011, ISBN 978-3-416-03352-7, S. 109. Ursel und Jürgen Zänker (Bearb.) mit Beiträgen von Edith Ennen, Dietrich Höroldt, Gerd Nieke, Günter Schubert: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. (=Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums in Bonn. Nr. 21) Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969.
Weblinks
Wilhelm Denninger auf nrw-architekturdatenbank.tu-dortmund.de. Abgerufen am 25. April 2013.
Anmerkungen
Einzelnachweise Ursel und Jürgen Zänker (Bearb.) Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme.