Die Atlantische Hurrikansaison 2013 begann offiziell am 1. Juni und endete am 30. November. Während dieser Periode bilden sich üblicherweise die meisten Hurrikane, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen existieren, wie etwa ein warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung, um die Bildung von tropischen Wirbelstürmen zu ermöglichen. Die Saison 2013 war die erste seit der Saison 1994, in der sich kein Major-Hurrikan bildete. Der erste Sturm der Saison, Andrea, bildete sich am 5. Juni und der letzte Sturm der Saison, ein unbenannter subtropischer Sturm, löste sich am 7. Dezember auf. Im Laufe der Hurrikansaison bildeten sich nur zwei Hurrikane, Humberto und Ingrid, so wenige wie seit der Hurrikansaison 1982 nicht mehr.

Stürme im Pazifischen Ozean sind im Artikel Pazifische Hurrikansaison 2013 gelistet.

Saisonprognosen + Voraussagen der Wirbelsturmaktivitäten für die Saison 2013 Quelle Datum Stürme Anzahl derHurrikane Kat. 3+! CSU Durchschnitt (1950–2000) 9,6 5,9 2,3 NOAA Durchschnitt (1981–2010) 12,1 6,4 2,7 Rekordwerte (hoch) 28 15 8 Rekordwerte (niedrig) 4 2 0 TSR 5. Dezember 2012 15 8 3 TSR 5. April 2013 15 8 3 WSI 8. April 2013 16 9 5 CSU 10. April 2013 18 9 4 NCSU 15. April 2013 13–17 7–10 3–6 UKMO 15. Mai 2013 14 9 N/A NOAA 23. Mai 2013 13–20 7–11 3–6 FSU 31. Mai 2013 12–17 5–10 N/A CSU 3. Juni 2013 18 9 4 TSR 4. Juni 2013 16 8 4 TSR 5. Juli 2013 15 7 3 CSU 2. August 2013 18 8 3 NOAA 8. August 2013 13–19 6–9 3–5 Tatsächliche Aktivität 13 2 0 Voraussagen über die Aktivität der kommenden Hurrikansaison werden jedes Jahr durch die Hurrikanexperten Philip J. Klotzbach und William M. Gray und ihren Mitarbeitern an der Colorado State University und separat durch die Meteorologen der NOAA sowie vom Konsortium Tropical Storm Risk erstellt.

Klotzbachs Team definierte die durchschnittliche Anzahl von Stürmen pro Saison im Durchschnitt (1950–2000) auf 9,6 tropische Stürme, 5,9 Hurrikane und 2,3 schwere Hurrikane (also solche, die auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala zumindest in die Kategorie 3 eingestuft werden). Eine normale Saison, wie sie durch die NOAA festgelegt wurde, besteht aus 9–12 benannten Stürmen, von denen 5–7 Hurrikanstärke erreichen und 1–3 schwere Hurrikane werden.

Prognosen vor Beginn der Saison Am 5. Dezember 2012 gab Tropical Storm Risk (TSR), ein öffentliches Konsortium aus Experten für Versicherungen, Risikomanagement und saisonale Klimavorhersagen am University College London, eine mittelfristige Vorhersage aus, die für 2013 eine überdurchschnittliche Hurrikansaison annimmt. In dem Bericht stellte TSR fest, dass die tropische Zyklonaktivität etwa 30 % über dem Durchschnitt der Jahre 1950–2012 liegen könnte, wobei 15,4 (± 4,3) tropische Stürme, 7,7 (± 2,9) Hurrikane und 3,4 (± 1,6) schwere Hurrikane und ein kumulierter ACE-Index von 134 erwartet wurden.

Am 8. April 2013 gab Weather Services International (WSI) eine Vorhersage heraus, die von einer überdurchschnittlichen Hurrikansaison 2013 mit 16 tropischen Stürmen, 9 Hurrikans und 5 schweren Hurrikans ausgeht.

Am 15. Mai 2013 veröffentlichte Met Office eine Vorhersage, die von einer etwas überdurchschnittlichen Hurrikansaison 2013 ausgeht. Demnach werde die Zahl der benannten Stürme bei 14 liegen und die Zahl der Hurrikane bei 9.

Acht Tage nach Met Office, am 23. Mai 2013, veröffentlichte auch die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) eine Vorhersage für die Hurrikansaison 2013. Demnach werde es 13–20 benannte Stürme geben, von denen 7–11 Hurrikane würden und von denen wiederum 3–6 schwere Hurrikane würden.

Stürme Tropischer Sturm Andrea

Sturmverlauf Der erste tropische Sturm der Saison 2013 im atlantischen Becken bildete sich am 5. Juni gegen 18 Uhr Ortszeit im östlichen Golf von Mexiko, nordwestlich der kubanischen Hauptstadt Havanna und nordöstlich der Halbinsel Yucatán auf Position und bewegte sich in nördliche Richtung.Tropical Storm Andrea Discussion Number 1, National Hurricane Center vom 5. Juni 2013.

Am 6. Juni kurz vor 18 Uhr EDT erreichte das Zentrum des Sturms in der Region Big Bend (), 110 km westlich der Stadt Gainesville, mit Windgeschwindigkeiten von rund 100 km/h das Festland des US-Bundesstaates Florida.Tropical Storm Andrea Tropical Cyclone Update, National Hurricane Center vom 6. Juni 2013 Von dort bewegte sich der Sturm weiter in nordöstlicher Richtung, wobei er sich über Land leicht abschwächte.Tropical Storm Andrea Public Advisory Number 6, National Hurricane Center vom 6. Juni 2013 Am Abend des 7. Juni wurde Andrea als „posttropisch“ deklariert. Das Sturmzentrum befand sich zu dieser Zeit weiterhin über Land in der Nähe von Raleigh im Bundesstaat North Carolina. Die Windgeschwindigkeiten betrugen hier noch 75 km/h. Die Beobachtung durch das National Hurricane Center und die regelmäßige Herausgabe von Hinweisen wurde jedoch fortgesetzt.Post-Tropical Cyclone Andrea Public Advisory Number 9, National Hurricane Center vom 7. Juni 2013

NHC's Sturmarchiv zu Tropensturm Andrea (Englisch) NHC's Grafikenarchiv zu Tropensturm Andrea (Englisch) NHC's Tropical Cyclone Report on Tropical Storm Andrea (Englisch; PDF; 575 kB)

Auswirkungen Schon im Vorfeld hatte das Tiefdruckgebiet, welches sich später zum tropischen Sturm entwickelte, in West-Kuba für starke Niederschläge gesorgt. In der Provinz Pinar del Río, einem berühmten Tabakanbaugebiet, kam es zu Überschwemmungen.Miami Herald: 2200 Menschen mussten evakuiert werden. 14 Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. Der Río Cuyaguateje erreichte Rekordpegelwerte von 9,70 m. Teilweise fielen bis zu 516 mm Regen und verursachte Schäden an Gebäuden und in der Landwirtschaft.Diario de Yucatán vom 6. Juni 2013:

Tropischer Sturm Barry

Sturmverlauf Am Abend des 15. Juni begann das National Hurricane Center (NHC) mit der Beobachtung eines großen Gebiets von Schauern und Gewittern über der südwestlichen Karibik.Graphical Tropical Weather Outlook for the North Atlantic June 15, 2013 0800 PM EDT, National Hurricane Center vom 15. Juni 2013 Dieses konnte sich am folgenden Tag gut organisieren, sodass es am 17. Juni zum tropischen Tiefdruckgebiet Zwei etwa 95 km östlich von Monkey River Town, Belize aktualisiert wurde.Tropical Depression Two Public Advisory Number 1, National Hurricane Center vom 17. Juni 2013 Später am selben Tag ging das System über Belize an LandTropical Depression Two Public Advisory Number 3, National Hurricane Center vom 17. Juni 2013 und befand sich früh am 18. Juni über dem nördlichen Guatemala.Tropical Depression Two Public Advisory Number 4, National Hurricane Center vom 18. Juni 2013 Als das Tiefdruckgebiet früh am nächsten Tag wieder das Land verließ und über die Bucht von Campeche zog,Tropical Depression Two Public Advisory Number 7A, National Hurricane Center vom 19. Juni 2013 konnte es sich intensivieren und wurde am Abend vom National Hurricane Center (NHC) zu einem tropischen Sturm heraufgestuft, der den Namen Barry erhielt.Tropical Storm Barry Tropical Cyclone Update, National Hurricane Center vom 19. Juni 2013 Um 0900 UTC am 20. Juni erreichte der Sturm seinen Höhepunkt mit Windgeschwindigkeiten von 75 km/h und einem Luftdruck von 1003 hPa,Tropical Storm Barry Public Advisory Number 12, National Hurricane Center vom 20. Juni 2013 bevor er nur ein paar Stunden später nördlich von Veracruz, Mexiko an Land ging.Tropical Storm Barry Public Advisory Number 13, National Hurricane Center vom 20. Juni 2013 Nach dem Landgang schwächte sich Barry rasch in ein tropisches Tiefdruckgebiet abTropical Depression Barry Public Advisory Number 14, National Hurricane Center vom 20. Juni 2013 und degenerierte am späten Abend etwa 95 km ostnordöstlich von Mexiko-Stadt zu einem Resttief.Post-Tropical Cyclone Barry Public Advisory Number 15, National Hurricane Center vom 20. Juni 2013

NHC's Sturmarchiv zu Tropensturm Barry (Englisch) NHC's Grafikenarchiv zu Tropensturm Barry (Englisch) NHC's Tropical Cyclone Report on Tropical Storm Barry (Englisch; PDF; 382 kB)

Auswirkungen Schwere Regenfälle sorgten in Honduras für Überflutungen, die 60 Häuser zerstörten und mehr als 300 Personen betrafen. In El Salvador wurden zwei Menschen durch ein Unwetter verletzt und eine Person wegen Überschwemmungen als vermisst gemeldet. Durch Überflutungen in Veracruz wurden mindestens 2 Menschen getötet.

Tropischer Sturm Chantal

Sturmverlauf Am 5. Juli begann das National Hurricane Center (NHC) mit der Beobachtung eines Gebiets von Schauern und Gewittern verbunden mit einer tropischen Welle 550 Meilen südwestlich von Kap Verde.Graphical Tropical Weather Outlook for the North Atlantic July 5, 2013 0800 PM EDT, National Hurricane Center vom 5. Juli 2013 Das System konnte sich rasch organisieren und erhielt am 7. Juli eine hohe Wahrscheinlichkeit, sich in ein tropisches Tiefdruckgebiet zu entwickeln.Graphical Tropical Weather Outlook for the North Atlantic July 7, 2013 0200 PM EDT, National Hurricane Center vom 7. Juli 2013 Früh am 8. Juli aktualisierte das National Hurricane Center die Störung zu einem tropischen Sturm und nannte diesen Chantal.Tropical Storm Chantal Public Advisory Number 1, National Hurricane Center vom 7. Juli 2013 Zu diesem Zeitpunkt bewegte sich der Sturm mit einer Zuggeschwindigkeit von 43 km/h rapide auf die Kleinen Antillen zu.Tropical Storm Chantal Public Advisory Number 2, National Hurricane Center vom 8. Juli 2013 Am folgenden Tag zog Chantal mit Windgeschwindigkeiten von 95 km/h direkt nördlich an Barbados und St. Lucia vorbeiTropical Storm Chantal Public Advisory Number 6A, National Hurricane Center vom 9. Juli 2013 und erreichte das Karibische Meer, nachdem sie auch an Martinique vorbeigezogen war.Tropical Storm Chantal Public Advisory Number 7, National Hurricane Center vom 9. Juli 2013 Südlich von Hispaniola nahmen jedoch die Höhenwinde immer mehr zu und das System schwächte sich ab.Tropical Storm Chantal Public Advisory Number 8, National Hurricane Center vom 9. Juli 2013Tropical Storm Chantal Public Advisory Number 10, National Hurricane Center vom 10. Juli 2013 Spät am 10. Juli degenerierte es schließlich 370 km ostsüdöstlich von Kingston, Jamaika zu einer tropischen Welle.Remnants of Chantal Public Advisory Number 12, National Hurricane Center vom 10. Juli 2013

NHC's Sturmarchiv zu Tropensturm Chantal (Englisch) NHC's Grafikenarchiv zu Tropensturm Chantal (Englisch) NHC's Tropical Cyclone Report on Tropical Storm Chantal (Englisch; PDF; 1,3 MB)

Auswirkungen Die Reste von Chantal sorgten in Hispaniola für starke Regenfälle und anschließende Überflutungen, bei denen eine Person in der Dominikanischen Republik ums Leben gekommen ist.

Tropischer Sturm Dorian

Sturmverlauf