Die 39. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 8. und 9. Februar 1992 vor 8000 Zuschauern in der Europahalle von Karlsruhe ausgetragen. Die Stadt Karlsruhe trat zum zweiten Mal als Gastgeber dieser Veranstaltung auf.
Doping Überschattet wurden die Meisterschaften von der Dopingaffäre um Katrin Krabbe und Grit Breuer, die ihr Startrecht hier per einstweiliger Verfügung erwirkten. Noch im Jahr 1992 wurden beide Athletinnen aufgrund des Einsatzes der verbotenen Substanz Clenbuterol bis 1995 für weitere Wettbewerbe gesperrt und konnten so unter anderem nicht an den Olympischen Spielen 1992 teilnehmen. Nach mehreren Prozessen wurde Katrin Krabbe 2001 eine Entschädigung in Höhe von 1,2 Millionen D-Mark für entgangene Start- und Siegprämien sowie Sponsorengelder zugesprochen.Der Fall Katrin Krabbe. In: Der Spiegel vom 27. Juni 2001, spiegel.de, abgerufen am 22. März 2026 An Wettkämpfen nahm sie nicht mehr teil. Grit Breuer ging zunächst ebenfalls juristisch gegen die Sperre vor, akzeptierte jedoch später das Urteil und kehrte 1995 wieder in den aktiven Leistungssport zurück.Grit Breuers ehrgeiziger Neustart. In: Die Welt vom 2. August 1995, welt.de, abgerufen am 22. März 2026
Wettbewerbe Gelaufen wurde wie immer seit 1980 auf einer zweihundert Meter langen Rundbahn. Die Sprint- und Hürdensprintstrecke für Frauen und Männer war nach immer wieder unterschiedlichen Distanzen zwischen fünfzig und sechzig Metern – 1959 waren es sogar siebzig Meter – von 1980 an standardisiert auf die Länge von sechzig Metern.
Der Wettbewerbskatalog wies gegenüber den beiden Vorjahren keine Änderungen auf. Ausgemustert blieben weiterhin zwei Disziplinen, die 1975 einmalig Teil des Hallenmeisterschaftsprogramm gewesen waren. Dabei handelte es sich um den Siebenkampf der Männer und den Fünfkampf der Frauen. Nach einer langjährigen Unterbrechung sollten allerdings auch diese beiden Mehrkämpfe zukünftig wieder mit aufgenommen werden.
Das Ungleichgewicht im Angebot für Frauen und Männer über die verschiedenen Bereiche blieb auch nach der Aufnahme der beiden Gehwettbewerbe weiter bestehen. In der Kategorie Lauf fehlten bei den Frauen mit der 4-mal-400-Meter-Staffel und der 3-mal-1000-Meter-Staffel zwei Wettbewerbe. Bei den Sprüngen wurden wie bei Freiluftveranstaltungen die Wettbewerbe Stabhoch- und Dreisprung erst ab 1993 – also bei Deutschen Hallenmeisterschaften im kommenden Jahr – in das allgemeine Wettbewerbsprogramm für Frauen aufgenommen und waren somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer im Angebot. Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.
Die Deutschen Hallenmeisterschaften wurden wie schon seit vielen Jahren üblich auf zwei Tage verteilt durchgeführt. Für dieses Jahr waren wie für die beiden Vorjahre allerdings keine Angaben ausfindig zu machen, welche Finals am ersten und welche am zweiten Tag stattfanden.
Rekorde Es wurde ein neuer Hallenweltrekord (HWR) aufgestellt:Hochsprung: 2,07 m – Heike Henkel (LG Bayer Leverkusen)Heike Henkel, nwx.new-work.se, abgerufen am 22. März 2026
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Abkürzungen: HWR Hallenweltrekord
Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.
Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Steffen GörmerSV Halle 6,63 s Sven MatthesSV Preußen Berlin 6,67 s Dirk MorawietzLC Paderborn 6,73 s200 m Alexander LackSC Neubrandenburg 20,98 s Michael HukeTV Wattenscheid 01 21,00 s Stefan SchützLG Sieg 21,38 s400 m Rico LiederLG Chemnitz 46,74 s Klaus WeigeldtASV Köln 47,18 s Ralph PfersichLG VfB/Kickers Stuttgart 47,38 s800 m Mark EpliniusSCC Berlin 1:47,05 min Peter BraunMTV Ingolstadt 1:48,11 min Mike KemsiesSCC Berlin 1:48,39 min1500 m Dieter BaumannLG Bayer Leverkusen 3:37,83 min Jörg SchneiderSCC Berlin 3:42,99 min Jens-Peter HeroldLC Rehlingen 3:45,11 min3000 m Dieter BaumannLG Bayer Leverkusen 7:51,77 min Steffen BrandTV Wattenscheid 01 7:55,05 min Stéphane FrankeSV Salamander Kornwestheim 8:00,71 min60 m Hürden Florian SchwarthoffTV Heppenheim 7,58 s Mike FennerSCC Berlin 7,66 s Sven GöhlerOSC Potsdam 7,72 s4 × 200 m 1:25,48 min 1:26,24 1:28,91 min4 × 400 m 3:08,39 min 3:08,71 min 3:09,31 min3 × 1000 m 7:08,89 min 7:09,33 min 7:10,75 min5000 m Gehen Ronald WeigelLAC Halensee Berlin 18:57,00 min Axel NoackThüringer SV Erfurt 19:09,20 min Robert IhlyLG Offenburg 19:31,92 minHochsprung Ralf SonnTSG Weinheim 2,35 m Wolf-Hendrik BeyerLG Bayer Leverkusen 2,31 m Carlo ThränhardtLG Bayer Leverkusen 2,25 mStabhochsprung Martin AmannLG VfB/Kickers Stuttgart 5,45 m Kai AtzbacherLG Frankfurt 5,35 m Stefan DieblerTuS Jena 5,35 mWeitsprung Dietmar HaafSV Salamander Kornwestheim 8,05 m Konstantin KrauseTV Wattenscheid 01 7,97 m Volker GödickeSCC Berlin 7,95 mDreisprung André ErnstSV Halle 16,50 m Karsten StephanSCC Berlin 16,12 m Hrvoje VerziTV Wattenscheid 01 16,06 mKugelstoßen Oliver-Sven BuderTV Wattenscheid 01 19,59 m Claus-Dieter FöhrenbachUSC Heidelberg 18,60 m Oliver DückTSV 1860 München 18,56 m
Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Katrin KrabbeSC Neubrandenburg 7,11 s Andrea PhilippSchweriner SC 7,23 s Ulrike SarvariVfL Sindelfingen 7,35 s200 m Grit BreuerSC Neubrandenburg 22,71 s Silke-Beate KnollLG Olympia Dortmund 23,25 s Anja BöhmeLG Bayer Leverkusen 23,41 s400 m Uta RohländerSV Halle 52,59 s Annett HesselbarthSV Halle 52,73 s Linda KisabakaLG Bayer Leverkusen 52,95 s800 m Christine Wachtel SC Empor Rostock 2:02,42 min Sigrun GrauSC Neubrandenburg 2:02,96 min Gabriele LeschEintracht Frankfurt 2:03,50 min1500 m Ellen KießlingDresdner SC 4:13,21 min Ingrid HeringTK Hannover 4:16,77 min Anette HülsLG Bayer Leverkusen 4:17,75 min3000 m Rita MarquardTSV 1860 München 8:56,20 min Christina MaiLG Olympia Dortmund 8:57,40 min Claudia DreherLG Olympia Dortmund 9:05,64 min60 m Hürden Gabi RothMTG Mannheim 8,15 s Petra HassingerLAC Halensee Berlin 8,19 s Silke NahlerHamburger SV 8,25 s4 × 200 m 1:33,62 min 1:35,00 min 1:35,54 min3000 m Gehen Beate GummeltLAC Halensee Berlin 12:11,54 min Kathrin BornSCC Berlin 12:34,72 min Andrea BrückmannLAZ Lahn-Aar-Diez 12:38,72 minHochsprung Heike HenkelLG Bayer Leverkusen 2,07 m HWR Marion GoldkampLG Bayer Leverkusen 1,91 m Birgit KählerLAV Bayer Uerdingen/Dormagen 1,89 mWeitsprung Heike DrechslerTuS Jena 7,03 m Susen TiedtkeSCC Berlin 6,53 m Claudia GerhardtVfL Gladbeck 6,49 mKugelstoßen Astrid KumbernussSC Neubrandenburg 18,77 m Grit HammerLAC Quelle Fürth 18,33 m Heike HopferSC Berlin 17,83 m
Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Leichtathletik Fördergesellschaft mbH (Hrsg.), DLV-Jahrbuch 1992/93, S. 341 – 343, Darmstadt 1992
Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de
Einzelnachweise
#1992 Kategorie:Leichtathletikveranstaltung 1992 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Karlsruhe Kategorie:Europahalle Karlsruhe