Petkus [] ist ein Ortsteil der Stadt Baruth/Mark im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg, Deutschland.

Geographie Petkus liegt rund 50 Kilometer von der Südgrenze der Stadt Berlin und rund zwölf Kilometer südwestlich von Baruth entfernt, direkt am Golmberg, der höchsten Erhebung des Niederen Flämings. Zum Ort zählt der Wohnplatz Lochow. Nachbarorte von Petkus sind (im Uhrzeigersinn, von Westen beginnend) Charlottenfelde (Gemeindeteil von Petkus), Ließen und Merzdorf (ebenfalls Ortsteile von Baruth) sowie Damsdorf (Gemeindeteil von Steinreich) und Wahlsdorf (Ortsteil der Stadt Dahme/Mark). Südwestlich von Baruth/Mark lag im Mittelalter die Siedlung Kaltenhausen, die vollständig in Petkus aufging. Die höchste Erhebung ist der westlich gelegene,  m hohe Butterberg, gefolgt vom südlich gelegenen,  m hohen Kaukenberg. Petkus liegt an der in Ost-West-Richtung verlaufenden Bundesstraße 115 zwischen Baruth und Jüterbog.

Geschichte 13. bis 16. Jahrhundert Das Dorf Petkus wurde erstmals 1229 als Teodericus de Petecose erwähnt und gehörte zu dieser Zeit zum Erzbistum Magdeburg. Über die Ortsbezeichnungen petekocz (1376 und 1387), Beitkus (1422), Betko (1529) und Petkes (1532) hält sich seit 1821 endgültig der Name Petkus, im Volksmund noch bis vor kurzem Pekkes genannt. Vermutlich handelte es sich um eine slawische Siedlung, die vom Bistum als Lehen vor 1376 an die Familie Schlieben ging. Der Ringwall hatte einen Durchmesser von 50 bis 60 Metern und war von einem Graben umgeben, um den sich ein weiterer Wall legte. Dieser war von einem äußeren Graben umgeben, dessen Durchmesser in Ost-West-Richtung rund 110 Meter, in Nord-Süd-Richtung rund 105 Meter betrug. In historischen Dokumenten wurde diese Fläche als Schantzen Stücken bzw. alte Burg, Türkenschanze bezeichnet.

Über die Familie von Schlieben kam das unregelmäßige Platzdorf im Jahr 1326 in den Besitz des Sachsenkönigs Rudolf I. und war damit eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Wittenberg. Aus dem Jahr 1474 ist ein Verzeichnis Der Mannschaft des Landes Sachsen Einkommen überliefert, das alle Einwohner der Standesherrschaft aufführte. Petkus war darin 28 Hufen groß und die Einkünfte aus dem Dorf wurden auf mehrere Mitglied der Familie von Schlieben aufgeteilt: Balthasar von Schlieben erhielt vom Richter 15 Groschen (gr) für ein Lehnpferd. Ein Einwohner gab 14 Scheffel Korn, ein weiterer 24 Scheffel Korn und 18 Scheffel Hafer. Ein Einwohner zahlte 7 Scheffel Korn und 4 Scheffel Hafer; hinzu kamen Dienste von einem Kossäten. Offe und Jorgen von Schlieben erhielten vom Richter 30 gr für ein Lehnpferd sowie 14 Scheffel Korn und 8 Scheffel Hafer von einem Einwohner. Ein anderer Einwohner zahlte 4 Scheffel Korn, ein weiterer 22 Scheffel Korn und 6 Scheffel Hafer. Ein Einwohner zahlte 28 Scheffel Korn und 12 Scheffel Hafer; ein Einwohner 7 Scheffel Korn und 18 Scheffel Hafer. Ein weiterer Anteil gehörte Magnus und Balthasar von Schlieben. Für diesen Anteil erhielten sie vom Richter 45 gr für ein Lehnpferd sowie von zwei Einwohnern je 26 Scheffel Korn und 12 Scheffel Hafer. Drei Einwohner gaben jeder 28 Scheffel Korn und 12 Scheffel Hafer. Ein Hof war nicht besetzt und mit Abgaben von 28 Scheffel Korn und 12 Scheffel Hafer belegt. Die drei Kossäten gaben jeder ein Huhn und drei Eier.

Unter Moritz von Sachsen gelangte Petkus nach dem Schmalkaldischen Krieg zum Kurkreis, dem späteren Wittenbergischen Kreis. Im Jahr 1529 kam es zu einer Visitation, bei der in Petkus 17 Hufner und 7 Gärtner (Kossäten) festgestellt wurden. Der Pfarrer erhielt zu dieser Zeit 24 Scheffel Korn, 4 Scheffel Hafer sowie „30. Garbe“, die etwa 20 Scheffel Korn ausmachte. Hinzu kamen 20 Scheffel Hafer, des Fleischzehnt und 4 Fuder Wiesenwachs. Er besaß drei Hufen Acker, einen Garten und das Recht, Holz zu schlagen. Der Küster erhielt 2 Malter Korn und 46 Brote. Die Akten vermerkten weiterhin, dass „des Küsters Haus“ erbaut werden soll.

Deutlich detaillierte Angaben standen in der Türkensteuerveranlagung für alle Orte von 1542, in der die Abgaben aus der Reichstürkenhilfe aufgeführt wurden. Dort wurden erstmals spezifizierte Angaben über Haus, Hof, Garten und Hufenbesitz sowie den Viehbesatz niedergelegt. Der Witwe von Schlieben waren dabei fünf Steuerpflichtige zugewiesen. Sie erhielt von einer Person 40 Rheinische Gulden (fl), zweimal 30 fl, einmal 18 fl und einmal 6 fl. Die Brüder von Schlieben erhielten die Abgaben von vier Steuerpflichtigen. Der erste von ihnen besaß ein Haus mit Hof, zwei Kühe, zwölf Schafe und zahlte 14 fl. Eine weitere Person mit Haus und Hof besaß zwei Hufen, vier Zugpferde, vier Kühe, zwölf Schafe, zwei jährige Kälber und zahlte 44 fl. Eine dritte Person mit Haus und Garten hielt drei Kühe, 18 Schafe und zahlte 20 fl. Der Müller mit Haus, Hof und Windmühle besaß zwei Zugochsen, zwei Kühe, neun Schafe, ein Schwein und zahlte 58 fl. Aus dem Anteil des Veit von Schlieben ergaben sich Einkünfte von weiteren vier Steuerpflichtigen. Der erste besa ein Haus mit Hof und drei Hufen, vier Zugpferde, vier Kühe, vier jährige Kälber, 18 Schafe, vier halbjährige Schweine und zahlte 80 fl. Eine weitere Person mit Haus, Hof und drei Hufen besaß zwei Kühe, zwei jährige Kälber, sechs Schafe, zwei jährige Schweine und zahlte 49 fl. Eine andere Person mit Haus, Hof und ebenfalls drei Hufen besaß vier Zugpferde, zwei Kühe, zwei jährige Kälber, zwölf Schafe, sechs halbjährige Schweine und zahlte 63 fl. Die letzte Person besaß ein Haus mit Hof, zwei Kühe, neun Schafe und zahlte 19 fl.

Im Jahr 1541 kam es zu einem Großbrand, bei dem alle Gebäude im Dorf zerstört wurden. Ein Register aus dem Jahr 1551 zählte 17 Veranlagte auf, von denen 13 Güter besaßen. Sie gaben einmal 13 Schock, einmal 13 Schock, einmal 11 Schock, einmal 11 Schock (der Schulze), zweimal 10 Schock, einmal 10 Schock, dreimal 9 Schock, einmal 6 Schock, einmal 4 Schock sowie einmal 4 Schock. Vier der Bewohner besaßen Höfe, für die sie einmal 6 Schock, einmal 6 Schock, einmal 4 Schock und einmal 3 Schock bezahlten. Eine erneute Visitation im Jahr 1555 ergab 17 Hufner und 7 Gärtner. Der Pfarrer erhielt neben dem des Fleischzehnt die 30. Mandel „allerlei Getreide“ zu, Zehnten, dazu 21 Scheffel Korn. Zwei der drei Hufen wurden von ihm selbst bewirtschaftet, während er die dritte Hufe zurückkaufen musste – und demnach offenbar zuvor für 4 Scheffel Korn und 4 Scheffel Hafer verpfändet worden war. Der Küster erhielt nach wie vor 2 Malter Korn und 46 Brote.

Bei einer erneuten Visitation im Jahr 1575 blieb die Anzahl der Hufner und Kossäten unverändert. Der Pfarrer erhielt 21 Scheffel Korn, 4 Scheffel Hafer und die 30. Mandel sowie den des Fleischzehnt. Eine Hufe war verpachtet; zwei bewirtschaftete er selbst. Im Garten konnte er 4 Fuder Heu ernten. Der Küster erhielt 2 Malter Korn, nur noch 24 Brote aus Petkus, aber 6 Scheffel Korn und 5 Brote aus Ließen, 14 Scheffel Korn und 8 Brote aus Wahlsdorf sowie zu Ostern ein Paar Eier aus jedem Haus. Ab 1587 gelangte Petkus in den Pfandbesitz der Familie von Hake, die es 1675 übernahmen.

17. und 18. Jahrhundert Den Dreißigjährigen Krieg überlebten lediglich zwei Hufner, drei Kossäten und vier Kleinhäusler. Sieben Hufnerhöfe lagen wüst, ebenso fünf Kossätenhöfe und zwei Kleinhäusler.

Im Jahr 1708 gab es in Petkus einen Eineinhalbhufner, der 18 Scheffel Aussaat ausbrachte. Ein weiterer Eineinhalbhufner brachte 14 Scheffel aus, einer sieben Scheffel. Vier Eineinhalbhufnerhöfe mit je 14 Scheffel Aussaat waren im Besitz der Obrigkeit, von denen drei Höfe wohl bereits in der Zeit derer von Schlieben in das Vorwerk verlegt wurden. Die vier Kossäten kamen auf je 3 Scheffel Aussaat; ein weiterer Kossät auf 3 Scheffel. Es gab weiterhin drei besetzte sowie zwei wüste Häuslerstellen. Auf einer der wüsten Stellen lebte der Winzer der Herrschaft; die Wiesen wurden von den Herren zu Solms „de facto an sich gezogen“. Aus dem Jahr 1715 wurde lediglich von 25 Häusern „ohne das adelige Haus“ berichtet. Drei Jahre später lebten in Petkus fünf Hufner, fünf Kossäten und 4 Häusler auf 15 Hufen Dort brachten sie 72 Scheffel 10 Metzen Aussaat aus. Im Jahr 1750 waren es vier Hufner, drei Halbhufner, sechs Gärtner oder Kossäten sowie sechs Häusler. Vier Bauernhöfe, zwei Kossätenhöfe und drei Häuslerstellen waren nach wie vor nicht besetzt. In den Jahren 1754 und 1764 wurde die Größe des Dorfes mit 15 Hufen angegeben. Im Jahr 1777 gab es nach wie vor vier Hufner, drei Halbhufner und mittlerweile sechs Kossäten sowie acht Häusler. Fünf Höfe waren unbesetzt; daneben gab es im Dort neben der Pfarre eine Schäferei, eine Schule, ein gemeinschaftlich genutztes Hirtenhaus sowie sieben als „herrschaftlich“ bezeichnete Gebäude des Ritterguts derer von Hake. Der letzte Eigentümer aus diesem Adelsgeschlecht, dem Petkus gehörte, Carl Gottfried von Hake musste es im Jahr 1782 an den preußischen Major Friedrich Leopold von Thümen verkaufen.

19. Jahrhundert