Hans Hutter (* 18. Juni 1914 in Rebdorf bei Eichstätt; † 17. März 1997) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Kommunalpolitiker (CSU).
Werdegang Als Sohn des Oberverwalters des Arbeitshauses Rebdorf besuchte Hans Hutter das Humanistische Gymnasium in Eichstätt, wo er 1933 das Abitur ablegte.Jahresbericht des humanistischen Gymnasiums Eichstätt 1932/33, S. 12 1934 bis 1936 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität MünchenAmtliches Verzeichnis der Studierenden der Universität zu München, 1934/35, S. 115, 1935/36, S. 19 und an der Universität Würzburg. Nach dem juristischen Staatsexamen wirkte er als Gerichtsreferendar in Eichstätt und in München. An der Universität München wurde er 1938 Wissenschaftlicher Assistent. Seine Promotion zum Dr. iur. erfolgte 1939 an der Universität Würzburg. 1941 bis 1945 leistete er den Kriegsdienst ab und geriet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1949 entlassen wurde. Schieweck-Mauk, Der CV-Ortszirkel Eichstätt, S. 87 Ab Februar 1950 war er Rechtsrat der Stadt Eichstätt;Dr. Hans Hutter wurde zum Rchtsrat gewählt, Eichstätter Volkszeitung, 17. Januar 1950 es erfolgte ein Beitritt zur CSU.
Viermal wiedergewählt, war er von 1951 bis 1976 Oberbürgermeister der Stadt Eichstätt. Während seiner Amtszeit verlor Eichstätt seine Kreisfreiheit, wurde aber 1972 Sitz des neuen, vergrößerten Landkreises Eichstätt. 1973 wurde die von ihm vorangetriebene Städtepartnerschaft mit Vestenanova vereinbart.
1959 bis 1975 war er Präsident des Familienbundes der deutschen Katholiken und 1978 bis 1986 Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Eichstätt. 1962 bis 1968 fungierte er als Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.
1960 bis 1976 war er zudem Mitglied des Bayerischen Rundkunkrates. Ab 1976 nahm er einen Lehrauftrag für Familien-, Jugend- und Sozialrecht an der damaligen Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt bzw. der nachfolgenden Kirchlichen Universität Eichstätt wahr. Schieweck-Mauk, Humanistische Bildung, S. 161
Er war Gründungsmitglied und Vorsitzender der Abendländischen Akademie.Axel Schild: Zwischen Abendland und Amerika: Studien zur westdeutschen Ideenlandschaft der 50er Jahre. Oldenbourg Verlag 1999, ISBN 3-486-56344-0, S. 23 1979 bis 1997 hatte er den Vorsitz der Vereinigung der Freunde des Willibald-Gymnasiums Eichstätt inne.
Verheiratet war er mit Gertraud Hutter.
Seit 1934 war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Langobardia München (seit 1975 in Bayreuth) im CV.Cartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen (Hrsg.): Gesamtverzeichnis des CV 1995. Die Verbindungen des CV mit ihren Ehrenmitgliedern, Alten Herren und Studierenden des CV. München 1995, V - S. 290.
Ehrungen 1970: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik DeutschlandBekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 22, Nr. 234, 16. Dezember 1970 Kommunale Verdienstmedaille 1977: Bayerischer Verdienstorden 1979: Ehrenbürger der Stadt Eichstätt 1998: Benennung der Dr.-Hans-Hutter-Straße im Eichstätter Ortsteil Seidelkreuz-OstAm Seidelkreuz-Ost: Dr. Hans-Hutter-Straße. Stadt ehrt langjährigen Oberbürgermeister. In: Eichstätter Kurier, 20. Juli 1998.
Veröffentlichungen Eichstätt im 19. und 20. Jahrhundert. In: Das Bayernland 58 (1956), Seite 270 bis 273 Bürgermeister Otto Betz / Otto Betz als Landrat. In: Weihnachtsschrift 1994 der Vereinigung der Freunde des Willibald-Gymnasiums, Eichstätt 1994, Seite 11 bis 20 Zusammen mit Kerschensteiner, Franz: Dietfurt an der Altmühl. En Porträt der Großgemeinde zur Jahrtausendwende, 1. Aufl., Horb am Neckar:Geiger, 2000
Literatur Willy Albrecht: Bayerische Bibliographie 1968-70. Band 6 von Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte, C. H. Beck 1977, ISBN 3-406-10606-4, S. 317 Fritz Fischer: Tradition contra Demokratie. Zum 80. Geburtstag von Dr. Hans Hutter. In: Jahresschrift 1993 der Vereinigung der Freunde des Willibald-Gymnasiums, Eichstätt 1993, Seite 6 bis 7 Sebastian Herrmann: Oberbürgermeister Dr. Hans Hutter. In: Eichstätts Bürgermeister im 20. Jahrhundert, Eichstätt: Weihnachtsschrift 1994 der Vereinigung der Freunde des Willibald-Gymnasiums, Eichstätt 1993, Seite 31 bis 34 Daniel Herbe: Hermann Weinkauff der erste Präsident des Bundesgerichtshofs. Band 55, Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts, Mohr Siebeck 2007, ISBN 3-161-49461-X, S. 97 Hutter, Hans. In: Siegfried Schieweck-Mauk: Humanistische Bildung in Eichstätt. Eichstätt 2013, Seite 161–162 Hutter, Hans. In: Siegfried Schieweck-Mauk: Der CV-Ortszirkel Eichstätt - ein historischer Überblick. Eichstätt 2022, Seite 87
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Bürgermeister (Eichstätt) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Korporierter im CV Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1997 Kategorie:Mann