Das vom 25. bis 27. Mai 1997 ausgetragene 81. Indianapolis 500-Rennen war das zweite Indy 500 unter der Regie der Indy Racing League (IRL). Es wurde, wie schon das Rennen 1990, vom Niederländer Arie Luyendyk gewonnen. Es war das fünfte Rennen der Indy Racing League Saison 1996/97.
Bericht Das Rennen war aufgrund diverser durch die Trennung von der Indy Car World Series und der IRL bedingten Problemen als Tiefpunkt der Geschichte. Die IRL hatte eine neue Regel eingeführt, wonach die 25 bestplatzierten Teams der vorherigen IRL-Saison automatisch für das Rennen qualifiziert waren, sofern sie eine noch zu definierende Mindestgeschwindigkeit erreichten. Damit wären lediglich acht Plätze für die meist sehr zahlreichen Gaststarter übrig geblieben – zudem die IRL ohnehin kein festes Starterfeld hatte. Zwei Teams verzichteten auf dieses Startrecht, jedoch blieb das Problem, dass diverse Autos schneller waren als diese sicher qualifizierten Autos – dabei warb man doch mit den schnellsten 33 Autos. Nach der eigentlichen Qualifikation waren nun Lyn St. James und Johnny Unser nicht qualifiziert, obgleich sie bei weitem nicht die langsamsten Fahrer im Feld waren.web.archive.org: Indianapolis 500 Starting Grid - 1997, abgerufen am 7. September 2023 (englisch) Also definierte man die Regel kurzfristig um, so dass nun die schnellsten 33 und die 25 IRL-Stammteams qualifiziert waren. Zum ersten Mal seit 1979 (damals wegen ähnlichen Schwierigkeiten) und zum zweiten Mal seit 1933 waren nun mehr als 33 Autos für das Rennen qualifiziert.
Diese 35 Fahrer vereinten auf sich eine durchschnittliche Erfahrung von gerade einmal zwei Indy-500-Starts; ein Wert, der nach Abzug der vier erfahrensten Starter (Arie Luyendyk und Roberto Guerrero hatten zuvor je zwölf; Scott Goodyear und Eddie Cheever je sechs Starts) auf kaum mehr als ein Rennen sank. Keiner der 11 Rookies hatte sich vorher in irgendeiner bedeutenden Serie einen Namen gemacht; insbesondere kam kein einziger Fahrer aus der konkurrierenden CART-Serie.
Nach den Regeln sorgte das Wetter für die nächsten Probleme. Am Rennsonntag konnte wegen Regens nicht gefahren werden (auf einem Oval ist der Einsatz von Regenreifen aus Sicherheitsgründen nicht möglich) und am Montag kam man auch nur bis zur Runde 15, bis es wiederum regnete. Bereits vor dem Rennstart in den Aufwärmrunden hatte sich die komplette fünfte Startreihe durch einen Unfall eliminiert, darunter Kenny Bräck, der das Rennen zwei Jahre später gewinnen sollte. Zwei weitere Fahren gaben vor dem Start mit technischen Problemen auf und bei Claude Bourbonnais, der 1997 seinen einzigen Indy-500-Start hatte, war nach 10 Runden der Motor geplatzt. Somit war das Feld für den Neustart bereits auf 29 Autos geschrumpft.
Zunächst hatte man diesen für den folgenden Samstag erwartet, da unter der Woche kaum Zuschauer kommen würden. Eine ähnliche Regelung gab es bereits 1986, als ebenfalls der Sonntag und der Montag verregnet war. Doch man entschied sich für einen Start am Dienstag, an dem das Rennen nun tatsächlich stattfinden konnte, wobei es letzten Endes bis zur Runde 28 dauerte, bis man tatsächlich mehr als eine Runde am Stück Gas geben konnte, davor gab es zwei Aufwärmrunden und zwei längere Gelbphasen.
Für völlige Verwirrung sorgte dann das Rennende. Eingangs der 199. Runde kollidierte Tony Stewart leicht mit der Außenmauer und verbog sich dabei die Aufhängung. Das Rennen wurde (wie in einem solchen Falle üblich) neutralisiert, was normalerweise das Rennende bedeutet hätte. Doch für die 200. und letzte Runde wurde das Rennen ohne jede Vorwarnung wieder freigegeben. Auch die Streckentechnik war offensichtlich überfordert, denn es dauerte fast die halbe Runde, bis auch die Warnlampen rund um die Strecke erloschen waren. Folglich behielt Arie Luyendyk die erst vor wenigen Runden erlangte Führung und gewann so sein zweites Indy 500.web.archive.org: Race Results for the 1997 Indianapolis 500, abgerufen am 7. September 2023 (englisch)
Klassifikationen Endergebnis Pos. Nr. Fahrer Team Chassis Motor R. Runden Zeit/Rückstand Startplatz Führungsrunden Punkte 15 Arie Luyendyk (W) Treadway Racing G-Force Oldsmobile 200 3:25:43,388 h 1 61 37 26 Scott Goodyear Treadway Racing G-Force Oldsmobile 200 0,570 s 5 2 33 352 Jeff Ward (R) Team Cheever G-Force Oldsmobile 200 4,081 s 7 49 32 491 Buddy Lazier (W) Hemelgarn Racing Dallara Oldsmobile 200 10,330 s 10 7 31 52 Tony Stewart Team Menard G-Force Oldsmobile 200 28,613 s 2 64 31 614 Davey Hamilton A. J. Foyt Enterprises G-Force Oldsmobile 199 1 Rd. 8 29 711 Billy Boat (R) A. J. Foyt Enterprises Dallara Oldsmobile 199 1 Rd. 22 1 28 83 Robbie Buhl Team Menard G-Force Oldsmobile 199 1 Rd. 4 16 27 930 Robbie Groff (R) McCormack Motorsports G-Force Oldsmobile 197 3 Rd. 21 26 1033 Fermín Vélez Team Scandia Dallara Oldsmobile 195 5 Rd. 29 25 1112 Buzz Calkins Bradley Motorsports G-Force Oldsmobile 188 Getriebe 16 24 1210 Mike Groff Byrd-Cunningham Racing G-Force Infiniti 188 12 Rd. 18 23 1390 Lyn St. James Hemelgarn Racing Dallara Infiniti 186 Unfall 34 22 1444 Steve Kinser (R) Sinden Racing Services Dallara Oldsmobile 185 Unfall 20 21 1554 Dennis Vitolo Beck Motorsports Dallara Infiniti 173 27 Rd. 28 20 1622 Marco Greco Team Scandia Dallara Oldsmobile 166 Gearbox 27 19 178 Vincenzo Sospiri (R) Team Scandia Dallara Oldsmobile 163 37 Rd. 3 18 189 Johnny Unser Hemelgarn Racing Dallara Infiniti 158 Öldruck 35 17 19 18 Tyce Carlson (R) PDM Racing Dallara Oldsmobile 156 Unfall 26 16 20 40 Jack Miller (R) Arizona Motorsports Dallara Infiniti 131 Unfall 17 15 211 Paul Durant A. J. Foyt Enterprises G-Force Oldsmobile 111 Unfall 33 14 22 50 Billy Roe (R) EuroInternational Dallara Oldsmobile 110 Unfall 24 13 2351 Eddie Cheever Team Cheever G-Force Oldsmobile 84 Steuerkette 11 12 24 7 Eliseo Salazar Team Scandia Dallara Oldsmobile 70 Unfall 9 11 25 97 Greg Ray (R) Knapp Motorsports Dallara Oldsmobile 48 Kühlung 30 10 26 27 Jim Guthrie Blueprint Racing Dallara Oldsmobile 43 Motor 6 9 27 21 Roberto Guerrero Pagan Racing Dallara Infiniti 25 Lenkung 19 8 28 28 Mark Dismore Kelley Racing – PDM Dallara Oldsmobile 24 Unfall 25 7 2942 Robby Gordon Team SABCO G-Force Oldsmobile 19 Motor 12 6 30 72 Claude Bourbonnais (R) Blueprint Racing Dallara Oldsmobile 9 Motor 32 5 31 77 Stéphan Grégoire Chastain Motorsports G-Force Oldsmobile 0 Unfall 13 4 32 17 Affonso Giaffone (R) Chitwood Motorsports Dallara Oldsmobile 0 Unfall 14 3 33 4 Kenny Bräck (R) Galles Racing G-Force Oldsmobile 0 Unfall 15 2 34 16 Sam Schmidt (R) Blueprint Racing Dallara Oldsmobile 0 Motor 23 1 35 34 Alessandro Zampedri Team Scandia Dallara Oldsmobile 0 Ölleck 31 1 (R) Rookie / (W) früherer Gewinner Goodyear Reifen Firestone Reifen / 12 Gelbphasen für insgesamt 56 Rd.
Führungsrunden FahrerTeamAnzahl Tony Stewart Team Menard 64 Arie Luyendyk Treadway Racing 61 Jeff Ward Team Cheever 49 Robbie Buhl Team Menard 16 Buddy Lazier Hemelgarn Racing 7 Scott Goodyear Treadway Racing 2 Billy Boat A. J. Foyt Enterprises 1
Weblinks
Rennergebnis auf motorsportmagazine.com
Einzelnachweise
#1997 Kategorie:Motorsportveranstaltung 1997