Die 43. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 24. und 25. Februar 1996 vor 7000 Zuschauern in der Karlsruher Europahalle ausgetragen. Zum dritten Mal trat die Stadt Karlsruhe als Ausrichter auf.

Erfolgreichste Teilnehmerin mit drei Titeln war die Sprinterin Melanie Paschke vom TV Wattenscheid, Sie wurde deutsche Hallenmeisterin über 60 Meter, 200 Meter und mit der 4-mal-200-Meter-Staffel.

Wettbewerbe Gelaufen wurde wie immer seit 1980 auf einer 200 Meter langen Rundbahn. Die Sprint- und Hürdensprintstrecke für Frauen und Männer war nach immer wieder unterschiedlichen Distanzen zwischen 50 und 60 Metern – 1959 waren es sogar 70 Meter – von 1980 an standardisiert auf die Länge von 60 Metern.

Der Wettbewerbskatalog wies gegenüber den drei Vorjahren keine Änderungen auf. Ausgemustert blieben weiterhin zwei Disziplinen, die 1975 einmalig Teil des Hallenmeisterschaftsprogramm gewesen waren. Dabei handelte es sich um den Siebenkampf der Männer und den Fünfkampf der Frauen. Nach einer langjährigen Unterbrechung sollten allerdings auch diese beiden Mehrkämpfe bei den Hallenmeisterschaften 2003 wieder mit aufgenommen werden.

Ausgelagert wurde wieder die 3-mal-1000-Meter-Staffel der Männer. Sie wurde am 18. Februar 1996 im Rahmen der Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Dortmund ausgetragen.

Das Ungleichgewicht im Angebot für Frauen und Männer umfasste nach Aufnahme des Stabhoch- und Dreisprungs auch für die Frauen bei Hallenveranstaltungen im Jahr 1993 weiterhin zwei Wettbewerbe. Die 4-mal-400- und 3-mal-1000-Meter-Staffel blieben auch weiterhin alleine den Männern vorbehalten. Daran änderte sich bis einschließlich 2011 nichts. 2012 wurde dann die 4-mal-400-Meter-Staffel auch aus dem Männerprogramm gestrichen. Als 2015 die 3-mal-800-Meter-Staffel für die Frauen mit ins Angebot kam, war die Zahl der Wettbewerbe für Frauen und Männer identisch. Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.

Die Deutschen Hallenmeisterschaften wurden wie schon seit vielen Jahren üblich auf zwei Tage verteilt durchgeführt. Auch für dieses Jahr waren wie für die letzten Jahre keine Angaben ausfindig zu machen, welche Finals am ersten und welche am zweiten Tag stattfanden.

Rekorde Es wurden zwei deutsche Hallenrekorde (DHR) aufgestellt: 5000-Meter-Gehen: 18:37,70 min – Axel Noack (OSC Berlin) Dreisprung: 14,15 m – Petra Lobinger (LG Bayer Leverkusen)

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: DHR Deutscher Hallenrekord

Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.

Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Marc Blume(TV Wattenscheid) 6,56 s Michael Huke(TV Wattenscheid) 6,61 s Jörg Deerberg(TuS Eintracht Minden) 6,66 s200 m Marc Blume(TV Wattenscheid) 21,07 s Holger Blume(TV Wattenscheid) 21,15 s Andreas Ruth(LC Rehlingen) 21,29 s400 m Julian Voelkel(LG Bayer Leverkusen) 46,43 s Alexander Müller(LAC Halensee Berlin) 46,94 s Kai Karsten(LG Braunschweig) 47,11 s800 m Nico Motchebon(LAC Quelle Fürth/München) 1:48,35 min Imran Sillah(ART Düsseldorf) 1:48,56 min Joachim Dehmel(LAC Quelle Fürth/München) 1:48,57 min1500 m Rüdiger Stenzel(TV Wattenscheid) 3:46,44 min Mirko Döring(ASV Köln) 3:47,35 min Michael Gottschalk(OSC Berlin) 3:47,42 min3000 m Uwe Pflügner(ESC Erfurt) 7:59,80 min Torsten Herwig(OSC Berlin) 8:01,44 min Jirka Arndt(LG Potsdam LSH) 8:03,85 min60 m Hürden Falk Balzer(TuS Jena) 7,53 s Sven Göhler(LG Potsdam Luftschiffhafen) 7,62 s Claude Edorh(ASV Köln) 7,69 s4 × 200 m 1:25:46 min 1:25,78 min 1:28,47 min4 × 400 m 3:10,41 min 3:12,02 min 3:15,25 min3 × 1000 m 7:10,81 min 7:11,85 min 7:11,91 min5000 m Gehen Axel Noack(OSC Berlin) 18:37,70 min DHR Nischan Daimer(OSC München) 19:19:23 min Mike Trautmann(LGV Gleina) 19:31,89 minHochsprung Ralf Sonn(TSG Weinheim) 2,26 m Christian Rhoden(LG Bayer Leverkusen) 2,26 m Anton Riepl(LAC Quelle Fürth/München) 2,23 mStabhochsprung Tim Lobinger(LG Bayer Leverkusen) 5,75 m Andrei Tivontschik(LAZ Zweibrücken) 5,70 m Michael Stolle(LG Bayer Leverkusen) 5,60 mWeitsprung Konstantin Krause(TSV Erfurt) 7,93 m Dietmar Haaf(SV Salamander Kornwestheim) 7,89 m Frank Loeven(LG Frankfurt) 7,78 mDreisprung Charles Friedek(LG Bayer Leverkusen) 16,44 m André Ernst(TV Wattenscheid) 16,31 m Karsten Richter(SC Empor Rostock) 16,11 mKugelstoßen Oliver-Sven Buder(TV Wattenscheid) 20,23 m Dirk Urban(LG Wedel-Pinneberg) 19,70 m Michael Mertens(LG Göttingen) 18,99 m

Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Melanie Paschke(TV Wattenscheid) 7,09 s Bettina Zipp(TV Wattenscheid) 7,37 s Esther Möller(LBV Phönix Lübeck) 7,39 s200 m Melanie Paschke(TV Wattenscheid) 22,90 s Birgit Rockmeier(LAG Mittlere Isar) 23,44 s Shanta Ghosh(LG DJK Erbach/SG St. Ingbert) 24,06 s400 m Grit Breuer(LT 85 Hannover) 51,52 s Anja Rücker(TuS Jena) 52,24 s Anja Knippel(Erfurter LAC) 53,07 s800 m Ivonne Teichmann(SC Magdeburg) 2:05,94 min Marlies Hartlieb(OSC Berlin) 2:05,97 min Katrin Bröger(LG Braunschweig) 2:06,48 min1500 m Sylvia Kühnemund(SV Halle) 4:17,94 min Steffi Kallensee(Eintracht Frankfurt) 4:24,77 min Christiane Soeder(ASV Köln) 4:24,98 min3000 m Monika Schäfer(LAC Quelle Fürth/München) 9:15,63 min Melanie Kraus(ASV Köln) 9:20,64 min Christine Stief(LAC Quelle Fürth/München) 9:22,97 min60 m Hürden Heike Tillack(MTG Mannheim) 7,99 s Birgit Wolf(VfL Sindelfingen) 8,00 s Caren Jung(MTG Mannheim) 8,06 s4 × 200 m 1:33,64 min 1:35,29 min 1:35,96 min3000 m Gehen Beate Gummelt(LAC Halensee Berlin) 11:53,03 min Simone Thust(LAC Halensee Berlin) 12:45,66 min Sandy Leddin(TSV Erfurt) 12:46,00 minHochsprung Alina Astafei(USC Mainz) 1,93 m Manuela Aigner(Kieler TB) 1,83 m Helen Sanzenbacher(ABC Ludwigshafen) 1,83 mStabhochsprung Christine Adams(SuS 09 Dinslaken) 4,05 m Daniela Köpernick(LG Potsdam Luftschiffhafen) 4,00 m Nastja Ryjikh(LAZ Zweibrücken) 4,00 mWeitsprung Claudia Gerhardt(LAZ Rhede) 6,63 m Michaela Frank(LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) 6,34 m Stephanie Hort(SV Saar 05 Saarbrücken) 6,30 mDreisprung Petra Lobinger(LG Bayer Leverkusen) 14,15 m DHR Helga Radtke(LAC Quelle Fürth/München) 13,70 m Nicole Herschmann(OSC Berlin) 13,53 sKugelstoßen Astrid Kumbernuss(SC Neubrandenburg) 20,25 m Kathrin Neimke(SC Magdeburg) 19,66 m Stephanie Storp(VfL Wolfsburg) 19,13 m

Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Leichtathletik Fördergesellschaft mbH (Hrsg.), DLV-Jahrbuch 1996/97, Darmstadt 1996, S. 279–281

Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik, sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de

#1996 Kategorie:Leichtathletikveranstaltung 1996 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Karlsruhe Kategorie:Europahalle Karlsruhe Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Dortmund