Jaczo von Gützkow (* 1244; † nach 16. Mai 1303) war ein Graf von Gützkow.
Forschungsgeschichte Graf Jaczo II. von Gützkow wird in der Forschung des 20. Jahrhunderts als Sohn von Graf Johann I. von Gützkow gesehen.Adolf Hofmeister: Die Grafen von Gützkow und das pommersche Herzogshaus. 1938Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Band III, Teil I, Verlag Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1984, Tafel 7A (nach einem Manuskript von Edward Rymar) Noch im 19. Jahrhundert sah man ihn als Sohn von Jaczo I. von Gützkow und Dobroslawa von Pommern.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 1, Abt. 2, 1877, S. 535 (Register)
Während Theodor Pyl und auch Adolf Hofmeister davon ausgehen, dass es neben Jaczo II. († nach 1295) noch die nachfolgenden gleichnamigen Grafen Jaczo III. (1280–1303 urkundlich genannt) und Jaczo IV. gegeben hat,Adolf Hofmeister: Eine frühe Stamm-mutter der Putbus aus dänischem Königblut. 1937 lehnt Johannes Hoffmann den Jaczo IV. ab.Johannes Hoffmann: Studien zur Geschichte der Grafen von Gützkow. Dissertation, Universität Greifswald 1946 Rodgero Prümers zählt bereits zuvor im Pommerschen Urkundenbuch ebenfalls ausschließlich bis Jaczo III., wobei er hier wohl vor allem auf die Urkunden von 1283,Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 2, Abt. 2, 1885, Nr. 1263 1295Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1729/1730 und 1299Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 2, 1891, Nr. 1901 abzielt, wo dieser als Jacob genannt wird. Roderich Schmidt nennt dann keinen Grafen Jaczo III. mehr und auch bei Detlev Schwennicke wird nur noch von einem Jaczo II. ausgegangen.
Die Notwendigkeit einer Trennung in Jaczo II. und III. ergäbe sich ausschließlich, wenn für Jaczo II. mehrere Söhne anzunehmen sind, wie Pyl und Hoffmann das teilweise getan haben, da als erwiesen gilt, das Bernhard von Gützkow keinen Bruder hatte. Hoffmann räumt jedoch einschränkend ein: Hinzu kommt die Tatsache, dass in einer Urkunde von 1295 zwei Jaczo genannt wurden, wobei aber undeutlich bleibt, ob es sich jeweils um denselben, also letztlich doch nur um einen Jaczo II. (1262–1303 urkundlich genannt) handelt.
Urkundliches Auftreten Für das Jahr 1249 ist aus einer fehlerhaften Abschrift von 1416Die Unechtheit wurde zuerst festgestellt von Rodgero Prümers in Baltische Studien 32 (1882) S. 83. Ausführlich wird sie nachgewiesen von Dietrich Kausche: Geschichte des Hauses Putbus und seines Besitzes im Mittelalter. (1937) S. 12 ff. und 70 ff., wo auch die Frage des echten Kerns erörtert wird. Vergleiche ergänzend dazu Hofmeister in Pommersche Jahrbücher 31, S. 89, Anmerkung 31. bzw. 1421Transsumpt im Reichsarchiv Kopenhagen die Verlobung des demnach fünfjährigen Jaczo II. und der demnach zweijährigen Cecislawa von Putbus (* 1247; † nach 1295), Tochter des Stoislaw II. von Vilmnitz und der Greta von Pedebuz.Robert Klempin (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 1, Abt. 1, 1868, S. 382, Nr. 489 Die Hochzeit soll 1262 vollzogen worden sein, was Jaczo II. die terra Streu auf RügenDie Herrschaft Streu lag etwa zwischen Bergen, Binz und Zirkow. als Lehen der Fürsten von Rügen zutrug.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 2, Abt. 1, 1881, Nr. 1710
Am 6. Dezember 1280 trat Graf Jaczo II. von Gützkow erstmals in durch Herzog Bogislaw IV. ausgestellten Urkunde als Zeuge auf. Der Herzog bezeichnete ihn bei diesem Anlass als seinen Vetter (Jakeze domicelli de Gutzekowe, consanguinei nostri).Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 2, Abt. 2, 1885, Nr. 1183 Am 4. Juni 1283 bestätigt Herzog Bogislaw IV. Anlässlich der Bestätigung der in der Gründungsurkunde der Stadt Greifenhagen verliehenen Besitzungen und Gerechtsame durch Herzog Bogislaw IV. am 4. Juni 1283 wurde Jaczo II. (nobilis domicelli Jacobi de Gutzekowe) erneut unter den Zeugen aufgeführt. Als Herzog Bogislaw IV. der Stadt Greifenhagen am 5. Juni 1283 die Marktgerechtigkeit von Woltin, Neumark und Fiddichow, sowie unbeschränkten freien Holzhieb zum Bauen überließ, wurde nobilis vir Jakezo comes de Gutzekowe erneut unter den Urkundenzeugen genannt.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 2, Abt. 2, 1885, Nr. 1264
Bei der vertraglichen Einigung zwischen den Herzögen von Pommern, den Markgrafen von Brandenburg und den Fürsten von Rügen am 13. August 1284 wurden unter den Vasallen die Herren Verenbertus comes de Gutzekow, Adam de Gutzekow und Jacce de Gutzekow aufgeführt.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 2, Abt. 2, 1885, Nr. 1312 Während Verenbert als Sohn des Grafen Konrad von Gützkow angesehen wurde, ist Adam den Burgmannen von Wieck vor Gützkow zuzuordnen. Bei letzterer Familie ist der Name Jacce sonst unbekannt, da auch der Zusatz comes oder wenigstens domicelli o. ä. fehlt, ist eine eindeutige Zuordnung oder Gleichsetzung mit Jaczo II. schwierig.
Als Herzog Bogislaw IV. in Anklam mit Zustimmung seiner Brüder, den Herzögen Barnim II. und Otto I. am 3. April 1286 dem Kloster Ivenack das Dorf Klokow schenkte, trat Jaczo II. als nobiles vir dominus Jakezo comes de Guczekowe erneut als Urkundenzeuge auf.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 2, Abt. 2, 1885, Nr. 1370 Auch am 4. September 1286, als dieselben Herzöge in Ueckermünde dem Kloster Broda die freie Fischerei mit einem großen Netz im Haff schenkten, war Jaczo unter den Urkundenzeugen.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 2, Abt. 2, 1885, Nr. 1391 Das Kloster Reinfeld erhielt vom Herzog am 15. August 1287 das Dorf Teusin in der Vogtei Demmin, erneut war nobilis vir dominus Jakezo comes de Guthzecowe Urkundenzeuge.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1435
Im Jahre 1288 überwies Graf Jatzkowen Anteile aus dem Dorf Weitenhagen an das Kloster Eldena.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1484 dominus Jakzo comes in Guthzecowe war ebenfalls Urkundenzeuge für Herzog Bogislaw IV., als dieser am 29. Juni 1289 dem Kloster Reinfeld Verschreibungen aus den Dörfern Bollenthin und Reudin (Roidin) auftrugRodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1510 und noch ein weiteres Mal für die Herzöge Bogislaw IV., Barnim II. und Otto I., als diese am 25. Oktober 1289 dem Kloster Stolpe 22 Hufen im Dorf Relzow und das ganze Dorf Donyn nebst der Vogtei und Gerichtsbarkeit in allen Besitzungen übertrugen. Hier zeugte Jaczo erneut gemeinsam mit Ritter Adam von Gützkow, aus der gleichnamigen Ministerialenfamilie.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1517
Bei der Schenkung des Dorfes Kleeth an das Kloster Reinfeld durch Herzog Bogislaw IV. am 7. April 1290 traten die Grafen Jaczo II. (Jakzo comes de Gutzecowe) und Johann II. von Gützkow (Johannes domicellus de Guthzecowe) in Treptow als Urkundenzeugen auf.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1527
Im Jahre 1290 verzichteten die Grafen zu Gützkow zugunsten des Klosters Grobe auf ihre Gerechtigkeit am Lieper Winkel.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1562 Im Jahr darauf, am 4. Juli 1291 trat Jacso comes de Gützko erneut als 1. Urkundenzeuge für Herzog Bogislaw IV. auf, als dieser der Stadt Stargard die Heide um Priemhausen übertrug. Zu diesem Anlass bezeichnet ihn der Herzog als cognatus noster, also als seinen Vetter.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1588
1294 trat Graf Jaczo II. von Gützkow zweimal als herzoglicher Urkundenzeuge auf. Zuerst als dominus Jaxzo comes de Gutszecow am 24. April, als sich die Herzöge Barnim II. und Otto I. in Anklam gegenüber der Stadt Stettin verpflichteten, an der Oder, dem Haff und der Swine keine Befestigungen anzulegen.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1676 Dann, am 22. August in Stargard, als beide Herzöge der Stadt Anklam den Gebrauch des Stralsunder Scheffels bestätigten. Zu diesem Anlass wurde Jaczo erneut als Vetter (nostri dilecti consagwinei) tituliert.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1695
Jackzo dominus in Gutsecow und seine Gemahlin Cezislaua domina in Gutsecow verkauften am 24. Januar 1295 in Greifswald dem Kloster Eldena für 1100 Mark Pfennige den nördlichen Teil von Mönchgut aus ihrer Herrschaft Streu auf Rügen.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1709 Noch am selben Tag bestätigten Fürst Wizlaw II. von Rügen sowie seine Söhne Wizlaw III. und Sambor in Greifswald den Verkauf.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1710 Wenige Tage später, am 2. Februar, bestätigten die Herzöge Barnim II. und Otto I. in Kolbatz dem dortigen Kloster alle Rechte und Besitzungen und nahmen das Kloster unter ihren Schutz. Unter den Urkundenzeugen werden dominus Jacobus et dominus Johannes, comites de Gutzekow genannt.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 1, 1888, Nr. 1712 Schließlich war nobilis vir dominus Jaczo comes de Gutzekow erster Vertreter der Verhandlungskommission und Zeuge der herzoglichen Landesteilung in die Herzogtümer Pommern-Stettin und Pommern-Wolgast am 1. Juli. Hierbei trat er in der zweiten Urkunde gemeinsam mit Graf Johann von Gützkow (nobiles viri Jaczo et Johannes, comites de Guzekowe) als einziger Zeuge auf.
In einer in Greifenberg ausgestellten Urkunde vom 18. Juni 1297, Angelegenheiten den Ritters Johann von Heydebreck betreffend, wurden erneut comes Jakch de Gutsecowe an erster Stelle und comes Johannes de Gutsecowe an siebenter Stelle unter den Urkundenzeugen genannt.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 2, 1891, Nr. 1807
Am 13. April 1298 verzichteten Jaczko et Johannes, domini Guzkowenses nach Vermittlung durch Abt Heinrich zu Eldena und Ritters Heinrich von Behr zugunsten des Klosters Usedom auf ihre Besitzungen im Lieper Winkel. Es wurde dabei einerseits auf eine frühere Verhandlung in Schlatkow vom 6. September 1297 und andererseits auf Bischof Conrad III. von Cammin verwiesen, der den Gützkower Grafen die Ländereien im Lieper Winkel zugewiesen hatte.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 2, 1891, Nr. 1837 Wizlaw II. und seine Söhne Wizlaw III. und Sambor erneuerten am 23. April 1298 die Belehnung mit Streu für contulimus nobili viro domino Yakzen comiti de Gutzekowe, et suis heredibus.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 2, 1891, Nr. 1843 Noch einmal, am 25. Dezember 1298 trat dominus Jacze comes de Gutzekow als Urkundenzeuge für Herzog Bogislaw IV. auf, als dieser dem Nonnenkloster die Bede des Dorfes Cunow übertrug.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 2, 1891, Nr. 1871
Herzog Bogislaw IV. von Pommern-Wolgast übertrug am 21. Juli 1299 in Cammin dem Kloster Buckow Anteile am Dorf Bulgrin. Urkundenzeuge war Jacop comes de Gutsekowe. Am 2. August selben Jahres verlieh der Herzog der Stadt Belgard das Lübische Recht. Jaczo trat als erster Zeuge vor den Geistlichen auf und wurde bei dieser Gelegenheit erneut als herzoglicher Vetter (nobilis vir dominus Jatzo comes de Gutzkow, consanguineus noster dilectus) tituliert.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 2, 1891, Nr. 1902 Am 14. August 1299 schenkte Herzog Bogislaw IV. dem Kloster Wollin, in welches gerade seine Tochter Jutta, die nachmalige Äbtissin im Kloster Krummin, eingetreten war, das Dorf Cunow. dominus Jaczo comes de Gutzecowe trat erneut als Urkundenzeuge auf.Rodgero Prümers (Hrsg.): Pommersches Urkundenbuch, Bd. 3, Abt. 2, 1891, Nr. 1904