Arkadi Petrowitsch Gaidar (, eigentlich Arkadi Petrowitsch Golikow, ; *  in Lgow, Gouvernement Kursk, Russisches Kaiserreich; † 26. Oktober 1941 bei Lepljawo, Oblast Kiew, Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik) war ein sowjetischer Jugendschriftsteller. mini|Arkadi Gaidar auf einer sowjetischen Briefmarke

Leben

Arkadi Gaidar wuchs in Arsamas auf. Seine Eltern waren an den revolutionären Ereignissen von 1905 beteiligt.

Gaidar war ab 1918 zunächst der jüngste Kommandeur einer Kompanie der politischen Spezialeinheit ChON – von den Bolschewiki zur Bekämpfung der „Konterrevolution“ gegründet – im russischen Bürgerkrieg und mit 16 Jahren der jüngste Kommandeur eines Regiments. 1924 schied er wegen einer Erkrankung aus der Armee aus.

Als Korrespondent der Komsomolskaja Prawda wurde Gaidar nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion an die Front geschickt. Nachdem sein Truppenteil von Deutschen eingekreist wurde, schloss er sich einer Partisaneneinheit an und wurde MG-Schütze. Er starb im Gefecht mit deutschen Truppen bei Lepljawo (heute Ljaplawa, Rajon Kaniw, Oblast Tscherkassy, Ukraine).

Sein berühmtestes Werk Timur und sein Trupp (1940) beschreibt eine Jugendgruppe, die den allein zurückgebliebenen Frauen und Familien von Frontsoldaten in einem russischen Dorf in Alltagsdingen hilft. Das Buch um den Helden Timur (der Name seines 1926 geborenen Sohnes) war Vorbild für die „Timur-Bewegung“, bei der diese Hilfsbereitschaft im Alltag umgesetzt werden sollte – laut Lexikon der Weltliteratur „eine große patriotische Aktivität … ‚Gaidarsche Traditionen‘ wurden richtungweisend für die Entwicklung einer sozialistischen Kinder- und Jugendliteratur.“Lexikon der Weltliteratur. Fremdsprachige Schriftsteller und anonyme Werke von den Anfängen bis zur Gegenwart. Herausgegeben von Professor Dr. Gerhard Steiner unter Mitarbeit zahlreicher Fachwissenschaftler. Volksverlag Weimar 1963, Seite 234. Das Buch war in den späteren sozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas weit verbreitet.

Sein Enkel Jegor Gaidar war 1992 russischer Ministerpräsident. Der Asteroid (1835) Gajdariya ist nach Arkadi Gaidar benannt.

Werke

1926: Der rote Reiter (РВС) 1930: Die Schule des Lebens/Die Feuertaufe (Школа мужества) 1931: Unterstand Nr. 4 (четвертый блиндаж) 1932: Ferne Länder (Дальние страны) 1935: Das Kriegsgeheimnis (Военная тайна) 1938: Das Schicksal des Trommlers (Судьба барабанщика) 1939: Tschuk und Gek (Чук и Гек) (siehe auch Chuk Island) 1940: Timur und sein Trupp (Тимур и его команда)

Sammelbände mit Erzählungen Der Mann mit dem Stern (dt. 1968) Die Zeit des Trommlers (dt. 1968) Die Spur der Kühnen (dt. 1969)

Verfilmungen

1937: Дума про казака Голоту – Regie: Igor Sawtschenko 1940: Timur und sein Trupp (Тимур и его команда) – Regie: Alexander Rasumny 1953: Чук и Гек – Regie: Iwan Lukinski 1954: Feuertaufe (Школа мужества) – Regie: Wladimir Bassow & Mstislaw Kortschagin 1955: Das Schicksal des Trommlers (Судьба барабанщика) – Regie: Wiktor Eisymont 1955: Rauch im Walde (Дым в лесу) – Regie: Jewgeni Karelow & Juri Tschuljukin 1958: Der Schatz unter der Palme (На графских развалинах) – Regie: Wladimir Skuibin 1958: Военная тайна – Regie: Metschislawa Majewskaja 1958: Сказка о Мальчише-Кибальчише – Zeichentrickfilm – Regie: Alexandra Sneschko-Blozkaja 1960: Пусть светит! – TV – Regie: Jewgeni Karelow 1964: Der Kompaß (Дальние страны) – Regie: Marija Fjodorowa 1964: Сказка о Мальчише-Кибальчише – Regie: Jewgeni Scherstobitow 1965: Голубая чашка – TV – Regie: Wladimir Chramow & Maja Markowa 1971: Bumbarasch (Бумбараш) – TV – Regie: Nikolai Raschejew & Abram Narodizki 1976: Судьба барабанщика – Regie: Alexander Igischew 1976: Die Budjonnymütze (Будёновка) – Regie: Igor Wosnessenski 1977: Тимур и его команда – Regie: Alexander Blank & Sergei Linkow 1977: Der Mann mit dem roten Stern (Р.В.С.) – Regie: Alexei Moros & Juli Slupski 1978: Das Ende des Kaisers der Taiga (Конец императора тайги) – Regie: Wladimir Saruchanow; Darsteller: Iwan Krasko (Iwan Solowjow), Andrej Rostozki (Arkadi Gaidar)

Weblinks

Arkadi Petrowitsch Gaidar: Russische Kindheit – 1917 (1935) Jens Mühling: Psychopath und Literat. In: Tagesspiegel vom 29. August 2010

Einzelnachweise

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