Im Folgenden werden die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Freital aufgelistet. Es werden im ersten Teil die Ergebnisse der Freitaler Stadtratswahlen ab 1990 angegeben. Im zweiten Teil stehen die Ortschaftsratswahlergebnisse ab 1994. Ortschaftsräte wurden in Wurgwitz ab 1994, in Kleinnaundorf und Pesterwitz ab 1999 und in Weißig ab 2004 gewählt. Der dritte Teil dieser Übersicht enthält die Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen seit 2001.

Abkürzungen AfD: Alternative für Deutschland BfF: Bürger für Freital BfPw: Bündnis für Pesterwitz BIPw: Bürgerinitiative Pesterwitz BIW: Bürgerinitiative Wurgwitz CDU: Christlich Demokratische Union Deutschlands DIE LINKE: Die Linke bis 2004 PDS: Partei des Demokratischen Sozialismus DSU: Deutsche Soziale Union FORUM: Neues Forum FDP/F.D.P.: Freie Demokratische Partei FS: Freie Sachsen FWF: Freie Wähler Freital GRÜNE: Bündnis 90/Die Grünen KM: Konservative Mitte NPD: Nationaldemokratische Partei Deutschlands ORW: Wählervereinigung Ortschaftsrat Weißig ProW: Pro Weißig REP: Die Republikaner SPD: Sozialdemokratische Partei Deutschlands WV: Wählervereinigungen

Stadtratswahlen Von 1990 bis 2014 ist die CDU stets als stärkste Kraft aus den Wahlen hervorgegangen, verlor aber zwischen 2004 und 2019 etwa 30 Prozentpunkte an Stimmanteil, sodass 2019 erstmals die AfD vorn lag. Hinter der CDU rangierte 1990, 1999 und 2004 die PDS (heutige Linkspartei), 1994 war die SPD zweitstärkste Fraktion im Stadtrat. Bei den Wahlen 2009 und 2014 erreichen die „Bürger für Freital“ die zweitbesten Ergebnisse bei den Wahlen. Die Wahlbeteiligung sank zwischen 1990 und 2009 kontinuierlich von 71,8 % auf 48,8 %, stabilisierte sich 2014 auf 49,1 % und stieg 2019 wieder auf über 60 % an.

1990

Wahlberechtigte Wahlbeteiligung Ungültige Stimmzettel Ergebnisse der Parteien CDU PDS SPD DSU FORUM F.D.P Sonstige 31.476 71,8 % 5,3 % 46,7 % 14,4 % 12,6 % 9,3 % 5,7 % 4,4 % 6,9 %

Die erste Stadtratswahl nach der Wende fand am 6. Mai 1990 statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 71,8 % gewann die CDU mit 46,7 %, gefolgt von der PDS mit 14,4 % und der SPD mit 12,6 %. Die DSU erreichte 9,3 % der gültigen Stimmen, das Neue Forum 5,7 % und die F.D.P erreichte 4,4 %. 6,9 % der Stimmen gingen an sonstige Vereinigungen.

1994

Wahlberechtigte Wahlbeteiligung Ungültige Stimmzettel Ergebnisse der Parteien CDU SPD PDS GRÜNE FORUM BI F.D.P DSU 30.122 66,7 % 5,3 % 39,9 % 27,3 % 16,2 % 4,3 % 3,9 % 3,3 % 2,6 % 2,5 %

Die Gemeinderatswahlen fanden sachsenweit am 12. Juni 1994 statt, so auch in Freital. Die CDU ging mit 39,9 % der gültig abgegebenen Stimmen erneut als stärkste Kraft im Stadtrat hervor, büßte jedoch 6,8 Prozentpunkte im Vergleich zu 1990 ein. Die SPD konnte ihr Wahlergebnis von 1990 um 14,7 Prozentpunkte auf 27,3 % steigern und wurde zweitstärkste Partei. Auf dem dritten Platz befand sich die PDS, die sich um 1,8 Prozentpunkte auf 16,2 % steigerte. Die erstmals angetretenen Grünen erreichten 4,3 % der Stimmen. Die Bürgerinitiative Wurgwitz kam auf 3,3 %. Einbußen im Vergleich zu 1990 mussten F.D.P., DSU und das Neue Forum hinnehmen.

Zur Wahl waren etwa 1300 Personen weniger berechtigt als 1990. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,7 % und damit 5,1 Prozentpunkte niedriger als vor vier Jahren. Die Quote an ungültigen Stimmzetteln blieb mit 5,3 % unverändert.

1999

Wahlberechtigte Wahlbeteiligung Ungültige Stimmzettel Ergebnisse der Parteien CDU PDS SPD WV REP GRÜNE F.D.P 32.241 50,8 % 3,9 % 45,1 % 18,3 % 16,4 % 11,4 % 4,2 % 2,3 % 2,3 %

Bei der Stadtratswahl am 13. Juni 1999 wurde die CDU zum dritten Mal seit 1990 stärkste Kraft, im Vergleich zur letzten Wahl mit deutlicher Mehrheit. Sie erreichte 45,1 % der gültigen Stimmen. Dahinter rangierten die PDS wieder als zweitstärkste Kraft (18,3 %) und die SPD (16,4 %), die sich um 10,9 Prozentpunkte verschlechterte. Hinter die SPD kamen die Wählervereinigungen Bürger für Freital und Bürgerinitiative Wurgwitz, vor den erstmals angetretenen Republikanern (4,2 %). F.D.P und Grüne verschlechterten ihr Ergebnis der letzten Wahl und kamen jeweils auf 2,3 % der gültigen Stimmen.

Durch die Eingemeindung von Pesterwitz waren etwa 2000 Personen mehr wahlberechtigt als 1994. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,8 % und damit deutlich unter den Werten der letzten Wahlen. Die prozentuale Anzahl der ungültigen Stimmzettel ging leicht zurück.

2004

Wahlberechtigte Wahlbeteiligung Ungültige Stimmzettel Ergebnisse der Parteien CDU PDS SPD BfF REP GRÜNE FDP 32.400 48,8 % 3,1 % 53,8 % 14,0 % 11,6 % 8,1 % 6,7 % 3,3 % 2,4 %

Die Stadtratswahl 2004 fand in Sachsen wieder am 13. Juni statt. Die CDU erneut steigern, sie vereinte über die Hälfte der abgegebenen Stimmen auf sich und erreichte so 53,8 %. PDS und SPD, die auf dem zweiten und dritten Platz landeten, verloren beide rund 5 Prozentpunkte und erreichten somit 14 % bzw. 11,6 % der Stimmen. Auch die Bürger für Freital fuhren Verluste ein, sie kamen auf 8,1 %. Dahinter platzierten sich die Republikaner (6,7 %), die Grünen (3,3 %) und die FDP (2,4 %).

Es waren etwa gleich viele Menschen stimmberechtigt wie 1999. Trotzdem sank die Wahlbeteiligung erneut, auf 48,8 %. Die Quote der ungültigen Stimmen sank wieder leicht.

2009

Wahlberechtigte Wahlbeteiligung Ungültige Stimmzettel Ergebnisse der Parteien CDU BfF Linke SPD FDP NPD GRÜNE 32.883 45,6 % 2,9 % 42,0 % 16,0 % 13,4 % 10,3 % 8,5 % 5,6 % 4,2 %

Die Stadtratswahl am 7. Juni 2009 brachte der Freitaler CDU einen Stimmverlust von rund 12 Prozentpunkten ein. Trotzdem wurde sie wieder stärkste Kraft, vor den „Bürgern für Freital“, die auf 16 % der Stimmen kamen. Dahinter Linkspartei (vormals PDS) und SPD mit geringen Verlusten zu 2004. Die FDP konnte ihr Ergebnis um etwa 6 Prozentpunkte steigern und kam auf 8,5 % der gültigen Stimmen. Dahinter lagen die erstmals angetretene NPD mit 5,6 % und die Grünen mit 4,2 %.

Von den 32.883 Wahlberechtigten nahmen 45,6 % an der Stadtratswahl teil, das sind noch einmal 2 Prozentpunkte weniger als 2004. Die prozentuale Anzahl der ungültigen Stimmzettel ging weiter zurück und lag 2009 nur noch bei 2,9 %.

2014

Wahlberechtigte Wahlbeteiligung Ungültige Stimmzettel Ergebnisse der Parteien CDU BfF Linke SPD AfD GRÜNE FDP NPD 32.846 49,1 % 2,2 % 31,9 % 22,9 % 12,4 % 10,9 % 9,6 % 4,3 % 4,0 % 4,0 %

Am 25. Mai 2014 fanden in Freital die sechsten Kommunalwahlen nach 1990 statt. Die CDU musste erneut einen starken Wählerrückgang von etwa 10 %p (2009: −12 %p) verkraften, wurde aber mit 31,9 % der abgegebenen Stimmen immer noch stärkste Kraft im neuen Stadtrat. Die Bürger für Freital konnten sich um weitere acht Prozentpunkte steigern und kamen auf 22,9 %. Die Linkspartei verlor einen Prozentpunkt, die SPD gewann leicht hinzu. Beide Parteien bekamen über zehn Prozent der Stimmen. Die erstmals angetretene AfD konnte 9,6 % erreichen. Sie ist durch die Bildung einer eigenen Fraktion durch vier ehemalige CDU-Mitglieder aber bereits vor der Wahl im Stadtrat vertreten gewesen. Die Grünen erreichten in etwa ihr Ergebnis von 2009, die FDP erreichte nur noch die Hälfte des damaligen Ergebnisses und erzielte zusammen mit der NPD einen Anteil von vier Prozent an den gültigen Stimmen.

Die Wahlbeteiligung war mit 49,1 % so hoch wie seit 1999 nicht mehr. Es waren wieder rund 32.800 Menschen stimmberechtigt. Mit 2,2 % war der Anteil der ungültigen Stimmen so tief wie noch nie seit 1990.

2019

Wahlberechtigte Wahlbeteiligung Ungültige Stimmzettel Ergebnisse der Parteien AfD CDU FWF BfF Linke SPD GRÜNE FDP NPD 32.507 61,2 % 1,7 % 25,9 % 23,3 % 13,2 % 9,0 % 8,3 % 7,5 % 6,3 % 5,6 % 0,7 % Bei den am 26. Mai 2019 durchgeführten Wahlen zum Stadtrat wurde die CDU erstmals seit 1990 nicht stärkste Kraft. Sie wurde von der AfD abgelöst, die bei ihrer zweiten Teilnahme an Freitaler Stadtratswahlen 25,9 % der Stimmen und damit eine Steigerung um 16,3 %p erreichte, während die CDU 8,6 %p verlor und mit 23,3 % ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt seit 1990 einfuhr. Auf den dritten Platz kamen mit 13,3 % die Freien Wähler Freital, die sich in der vorherigen Wahlperiode von den Bürgern für Freital abgespaltet hatten. Mit dem Ergebnis der Bürger für Freital (9 %) kommen beide Wählervereinigungen gemeinsam etwa auf den Wert von 2014. Verluste mussten außerdem Linke, SPD und NPD hinnehmen, Grüne und FDP konnten ihren Stimmanteil steigern.

Mit einer Wahlbeteiligung von 61,2 % wurde die Marke der Wahl von 2014 deutlich übertroffen, es handelt sich um die höchste Wahlbeteiligung seit 1994. Etwa 32.500 Menschen waren wahlberechtigt.

2024

Wahlberechtigte Wahlbeteiligung Ungültige Stimmzettel Ergebnisse der Parteien AfD KM BfF CDU SPD GRÜNE LINKE FDP FS 31.725 66,6 % 1,7 % 26,2 % 23,4 % 17,6 % 14,5 % 5,1 % 4,1 % 4,0 % 2,7 % 2,4 % Bei der Stadtratswahl am 9. Juni 2024 waren 31.725 Freitaler wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,6 %, damit erneut höher als bei der vorherigen Wahl und so hoch wie in den vorangegangenen 30 Jahren nicht mehr.

Die AfD blieb wie 2019 stärkste Kraft mit nahezu unverändertem Ergebnis von 26,2 % der gültigen Stimmen. Auf dem zweiten Platz landete die Konservative Mitte, ein Zusammenschluss ehemaliger Stadträte von CDU, Freien Wählern und AfD, der 2022 auch Oberbürgermeister Rumberg zur Wahl aufgestellt hatte. Die Konservative Mitte erreichte 23,4 % der Stimmen. Deutlich verbessert zur letzten Wahl zeigte sich das Wählerbündnis Bürger für Freital, das gemeinsam mit den Freien Wählern angetreten war und 17,6 % erreichte. Die CDU verlor deutlich und erreichte nach dem zweiten Platz 2019 mit 14,5 % nur noch Platz vier. Zwischen vier und fünf Prozent bewegten sich mit verhältnismäßig großen Verlusten die Linken, SPD und die Grünen. Auch die FDP büßte deutlich ein und erlangte nur noch 2,7 % der Stimmen. Die erstmals angetretene rechtsextreme Kleinpartei Freie Sachsen kam auf 2,4 % der Stimmen.

Ortschaftsratswahlen Kleinnaundorf Die ersten Ortschaftsratswahlen in Kleinnaundorf fanden am 13. Juni 1999 statt. Die Freien Bürger Kleinnaundorf erreichten bei der Wahl 61,8 % der Stimmen und damit 5 Mandate im Ortschaftsrat. Die ebenfalls angetretene CDU erhielt 38,2 % und kam damit auf 3 Mandate. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,4 %.

Die zweite Kleinnaundorfer Ortschaftsratswahl am 13. Juni 2004 brachte für die Freien Bürger Kleinnaundorf alle 8 Sitze, da sie 99,9 % der Stimmen erreichten. Ein ebenfalls angetretener Eigenbewerber erhielt nur eine Stimme und damit 0,1 % der Gesamtstimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,7 %.

Am 7. Juni 2009 wurde der dritte Kleinnaundorfer Ortschaftsrat gewählt. Nach der Wahl hatten die Freien Bürger Kleinnaundorf wieder alle 8 Sitze inne. Sie erreichten 89,7 % der Stimmen und setzten sich damit gegen die FDP (10,3 %) durch. Die Wahlbeteiligung stieg auf 53,9 %.

Der vierte Kleinnaundorfer Ortschaftsrat wurde in der Wahl am 25. Mai 2014 ermittelt. Erneut gingen alle Sitze an die Freien Bürger Kleinnaundorf, die 90,4 % der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnten. Ebenfalls angetreten war die SPD. Sie kam auf 9,6 %, was nicht für einen Sitz im Ortschaftsrat reichte. Es gingen 60,2 % der Kleinnaundorfer wählen, ein erneuter Anstieg im Vergleich zu 2009.

Bei der Wahl zum Kleinnaundorfer Ortschaftsrat am 26. Mai 2019 erhielten die Freien Bürger Kleinnaundorf erneut fast alle abgegebenen Stimmen und alle Sitze im Ortschaftsrat. Es traten weitere fünf Eigenbewerber an, die allesamt weniger als fünf Stimmen bekamen und zusammen ein Prozent der Stimmen erreichten. Die Wahlbeteiligung war mit 73,6 % so hoch wie noch nie.

Am 9. Juni 2024 wurde der Kleinnaundorfer Ortschaftsrat erneut gewählt. Die Freien Bürger Kleinnaundorf vereinten auch bei dieser Wahl mit knapp 75 % die meisten Stimmen auf sich, die erstmals mit eigenen Kandidaten angetretene AfD erreichte 15,6 % und die FDP 9,6 %. Damit gehen sechs Sitze an die FBK und je einer an AfD und FDP. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 80,3 % einen neuen Rekordwert.