Der Sis Verlag war ein Verlag, der ab 1915 in Zeitz Heimatbücher und völkische Literatur veröffentlichte.

Geschichte Der Verlag wurde im März 1915 von Reinhold Jubelt dem Jüngeren in Zeitz gegründet. Reinhold Jubelt d. J. wurde als erster Sohn des gleichnamigen Vaters Reinhold Jubelt d. Ä. und Mutter Agnes, geborene Herrmann, am 25. Mai 1890 in Zeitz geboren. Schon früh wurde Reinhold von seinem Vater auf die spätere Übernahme der im Jahre 1889 gegründeten Firma Reinhold Jubelt vorbereitet. Er erlernte im elterlichen Betrieb das Buch- und Kunstdruckhandwerk sowie den Zeitungsdruck. In Berlin, Leipzig und Naumburg studierte er das „Reklamewesen“, heute würde man Marketing dazu sagen. 1911 trat Reinhold Jubelt d. J. mit 21 Jahren ins väterliche Unternehmen ein und entwickelte sehr bald eigene Aktivitäten. Zunächst modernisierte er gemeinsam mit seinem Vater den Maschinenpark und optimierte interne Abläufe.

Auf der Welle des vaterländischen Gedankens gründete er mitten im Ersten Weltkrieg 1915 den Sis Verlag. Als junger Mann entdeckte er seine Leidenschaft für die Heimat, eine Begeisterung für das „Germanentum“ und Interesse an der Abstammung der Deutschen. So wählte er als Firmennamen „Sis“ als altgermanischen Namen für „Zeitz“. Als Firmenlogo wählte er die Siegrune ϟ, die ein Zeichen der völkischen Bewegung war und später auch von der SS für ihr Logo verwendet wurde.

Im Sis Verlag erschienen zunächst überwiegend heimatbezogene Bücher und Romane, aber auch völkische Literatur. Nach dem plötzlichen Tod von Reinhold Jubelt d. J. am 26. Dezember 1926 und der zunehmenden Übernahme der „germanischen und völkischen Themen“ durch die aufkommenden Nationalsozialisten, konzentrierte sein Vater die Druckerzeugnisse wieder auf regionale und heimatbezogene Themen.

Veröffentlichte Bücher oder Autoren (Auswahl) Heimatliteratur Albert Daßler: Daß mersch Lachen nich verlernen. Gemiedliche Reimereien. 1926 Albert Daßler: Zeitz in Wort un Bild. 1927 Albert Daßler: Ach Zeitz, wie biste so scheen! 1927 Albert Daßler: Allerhand. Gemiedliche Reimereien. 1929 Kurt Fröhlich: Zeitz zur Zeit Luthers. Eine Beschreibung. 1917 Kurt Fröhlich: Schloßtürmers Eidam. 2 Teile. 1927 Kurt Fröhlich: Glaubenswende, Kulturgeschichtlicher Roman aus der Vergangenheit der Stadt Zeitz. 1927 Conrad Haumann: Wandrer heraus. Ein Buch fröhlicher Wanderfahrten durch Sachsen, Thüringen, Franken. 1923 Karl Munke, Reinhold Jubelt: Rund um Zeitz. 12 Wanderungen in die Umgegend von Zeitz. 1920 Walther Schulze: Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Zeitz. Ein Beitrag zur mitteldeutschen Wirtschaftsgeschichte. 1927 Ernst Voigt: Geographische Heimatkunde von Zeitz und seiner Umgebung. (= Zeitzer Heimatbuch; Band 1). 1925 Gustav Adolf Küppers

Völkische Literatur Hugo Bach: Erkenne dich selbst. Eine Skizze. 1921 Adolf Bartels: Deutsch sein ist alles. Eine Laienpredigt. 1918 Adolf Bartels: Deutschvölkische Gedichte. 1918 Adolf Bartels: Was nun? Gedanken über Deutschlands nächste Zukunft. 1919 Adolf Bartels: Der deutsche Verfall. 3. Auflage 1919 (1. Auflage bei Burger, Leipzig 1913)mit dem Burger-Verlag bestand regelmäßiger Austausch von Produkten, auch von weiteren Titeln Karl Grube: Germania irredenta. Unsere Brüder im Fremdjoch. 1920 2., erw. Auflage: Brüder im Fremdjoch. Germania Irredenta-Klänge. 1927 Heinrich Nabert († 1890): Das deutsche Volk, sein Sprachgebiet in Europa und seine Sprache. 3. Aufl., 1921 (erschienen im „Sis-Verlag“) Ludwig Wilser: Herkunft und Volkstum der Deutschen. 1916 Ludwig Wilser: Das Hakenkreuz nach Ursprung, Vorkommen und Bedeutung. 1917einflussreiche Broschüre, die später auch in anderen Verlagen aufgelegt wurde Max Robert Gerstenhauer Ernst Daube Ludwig Fahrenkrog Fritz Helmke: Rassenfragen des Weltkrieges. 1916 N. N.: Die Schaffung des Deutschen Volksbundes. Ein Aufruf, zu dessen weitester Verbreitung jeder Blutsdeutsche beitragen muss. Zwei Aufl., 1916 Deutsche Minne. Zeitschrift. Hg. Schutzbund für das Deutsche Weib, 1916–1920 Willibald Hentschel Treumund Wälse: Das neue Boden-Recht. Von Bodenbesitz, Bodenreform, Bodenrente. Die Grundlage germanischer Wiedergeburt. Im Anhang: Aufruf zum „Deutschen Volksbund“. 1916 Karl Konrad: Kann uns die Edda Religionsbuch werden? 1919 Walter HagallKunstname, Edda-Anhänger, siehe Rudolf John Gorsleben: Im Lichte deutschen Glaubens. 1919 Guido von List: Buddhismus, Christentum und Armanismus, in: Deutsche Gedanken. Buch 1. 1920, S. 17–35 Heinrich H. Chr. Meyer: Der Kulturgehalt der Edda. ebd. S. 36–48

Quellen Stadtarchiv der Stadt Zeitz

Notizen

Kategorie:Verlag (Sachsen-Anhalt) Kategorie:Organisation (Zeitz) Kategorie:Völkische Bewegung Kategorie:Unternehmen (Burgenlandkreis) Kategorie:Unternehmensgründung 1915