mini|Die am 29. Juni 1540 wegen angeblicher Weidevergiftung verbrannten Abdeckergehilfen Prista Frühbottin, ihr Sohn Dictus, Caspar Schiele und Clemen Ziesigk in Wittenberg 1540, Holzstich von Lucas Cranach dem Jüngeren Die Liste von Todesopfern der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung in Europa und Nordamerika bezieht sich auf die Hexenverfolgungen während der frühen Neuzeit in Europa und den britisch-amerikanischen Kolonien, die durch Vorstellungen geprägt waren, wie sie im Hexenhammer dargelegt sind.Wolfgang Behringer: Heinrich Kramers „Hexenhammer“: Text und Kontext. In: Andreas Schmauder (Hrsg.): Frühe Hexenverfolgung in Ravensburg und am Bodensee. Konstanz 2001, ISBN 3-89669-812-5, S. 83–124, Zitat S. 83: „Der »Malleus Maleficarum« - der »Hexen Hammer« - war das zentrale Buch in der Geschichte der europäischen Hexenverfolgung.“ (uni-saarland.de [PDF; 14,1 MB]). Sie schließt Opfer ein, die wegen vermeintlicher Hexerei hingerichtet wurden, sowie solche, die durch die Verfolgung durch die Obrigkeit ums Leben kamen. Auch frühere Beispiele werden aufgenommen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert wurden durch die Hexenverfolgung zahlreiche Menschen als vermeintliche Hexen hingerichtet. Es gab sowohl organisierte Hexenverfolgungen als auch einzelne Anklagen. Im 17. Jahrhundert stieg die Zahl der Hexenprozesse an.Brian P. Levack: The Witch-Hunt in Early Modern Europe. 3. Auflage. Pearson Education, Harlow 2006, ISBN 0-582-41901-8, S. 205, doi:10.2307/j.ctv11hph70 (). Die häufigsten Methoden, Hexen hinzurichten, waren Hängen, Ertränken und Verbrennen.Richard A. Stack: Dead wrong: Violence, Vengeance, and the Victims of Capital Punishment. Praeger (Imprint of Greenwood Publishing), Westport, Conn. 2006, ISBN 0-275-99221-7, S. 20 (). Die Liste ist geographisch unterteilt nach Europa und Nordamerika.
Mit Kimpa Vita († 1706) wurde auch eine Kongolesin Opfer der von Europa ausgehenden Hexenverfolgung der frühen Neuzeit. Die Hexenverfolgung in Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien wird im Artikel Moderne Hexenverfolgung dargestellt.
Europa mini|hochkant|Großgliederung Europas nach Vorschlag des StAGN
Insgesamt wurden in Europa im Zuge der Hexenverfolgung geschätzt 40.000 bis 60.000 Personen wegen Hexerei hingerichtet.Gerd Schwerhoff: Vom Alltagsverdacht zur Massenverfolgung. Neuere deutsche Forschungen zum frühneuzeitlichen Hexenwesen. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Band 46 (1995), S. 359–380, hier S. 362 f. und 365. Frauen stellten etwa drei Viertel der Opfer in Mitteleuropa. In Nordeuropa waren Männer stärker betroffen. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Konfessionszugehörigkeit und Hexenverfolgung liegt nicht vor. In Europa war die besonders qualvolle Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen häufig.
In der folgenden Liste wurde Europa unterteilt nach Nordische Länder, Westeuropa, Mitteleuropa (mit Südosteuropa und Osteuropa) und Südeuropa. Dabei wurde weitgehend der Großgliederung Europas nach dem Vorschlag des Ständigen Ausschuss für geographische Namen gefolgt. Ausnahme sind die Nordischen Länder, da diese im Gegensatz zu Nordeuropa auch Grönland beinhalten.
Westeuropa Zu Westeuropa zählen das heutige Frankreich, die Niederlande, Belgien, Irland und das Vereinigte Königreich. In Großbritannien fanden unter anderen die Hexenprozesse von Pendle und die Hexenprozesse von North Berwick statt.