Der 96. Giro d’Italia fand vom 4. bis 26. Mai 2013 statt. Die Rundfahrt startete in Neapel und endete nach 21 Etappen nicht wie üblich in Mailand, sondern in Brescia. Im Gegensatz zu den vergangenen Austragungen wurden die erste und letzte Etappe nicht als Einzelzeitfahren, sondern als normale Etappe ausgetragen. Aufgrund von Schneefall und niedrigen Temperaturen in den Alpen musste die 19. Etappe abgesagt werden. Bei drei Hochgebirgsetappen wurde der Streckenverlauf kurzfristig geändert. Dadurch verkürzte sich die Gesamtlänge von 3455 auf 3333 Kilometer.

Teilnehmende Teams und Fahrer

Startberechtigt waren die 19 ProTeams. Zusätzlich vergab der Veranstalter RCS Sport Wild Cards an vier Professional Continental Teams. Durch eine Ausnahmegenehmigung des Weltverbands UCI durfte die Obergrenze von 200 Fahrern bei Straßenrennen überschritten werden.Giro d’Italia 2013 mit 23 Teams und 207 Startern radsport-news.com vom 9. April 2013 Jedes Team ging mit neun Fahrern an den Start. Unter den 207 Fahrern befanden sich fünf Deutsche und zwei Schweizer.

Favoriten

Die Favoriten um den Gesamtsieg waren der Gewinner des Vorjahres Ryder Hesjedal, der letztjährige Sieger der Tour de France Bradley Wiggins und der diesjährige Gewinner von Tirreno–Adriatico Vincenzo Nibali. Zum erweiterten Favoritenkreis zählten Olympiasieger Samuel Sánchez, der Gewinner der Tour de France von 2011 Cadel Evans, Giro-Sieger 2011 Michele Scarponi, sowie der Niederländer Robert Gesink und der Italiener Domenico Pozzovivo.

Carlos Betancur, Fabio Aru, Paolo Locatelli, Wilco Kelderman, Darwin Atapuma und Rafał Majka waren die aussichtsreichsten Fahrer im Kampf um das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers.

Für die Siege in den Massensprints auf den Flachetappen kam im Vorfeld vor allem der 10-fache Etappensieger Mark Cavendish infrage. Die größten Konkurrenten des Briten waren der Australier Matthew Goss, der Italiener Elia Viviani sowie der Deutsche John Degenkolb. Weitere Favoriten sind Nacer Bouhanni, Roberto Ferrari, Giacomo Nizzolo und Daniele Bennati. radsport-seite.de aufgerufen am 6. Mai 2013

Etappen Ursprüngliche Planung Nach dem Start auf einem Rundkurs in Neapel findet auf Ischia ein Teamzeitfahren statt. Im weiteren Verlauf führt die Strecke die Fahrer am Tyrrhenischen Meer entlang bis nach Serra San Bruno, wo am Ende der vierten Etappe der südlichste Punkt der Rundfahrt erreicht wird. Weiter geht es an der Küste des Golf von Tarent und der Adria auf flachen Abschnitten Richtung Norden bis in die Provinz Pesaro und Urbino, wo ein Einzelzeitfahren mit flachem Profil ausgetragen wird. Der neunte Abschnitt führt durch die Toskana nach Florenz, wo in diesem Jahr die Straßen-Weltmeisterschaften stattfinden werden. In der zweiten Woche werden die Alpen erreicht. Bergankünfte gibt es am Montasch, am Monte Jafferau und am Col du Galibier. Nach dem zweiten Ruhetag geht der Giro auf der 18. Etappe mit dem Bergzeitfahren nach Polsa in die entscheidende Phase. Die darauffolgende Bergetappe führt über das Stilfser Joch, das Dach des diesjährigen Giros, ins Martelltal in Südtirol. Die letzte Bergetappe mit fünf Pässen durch die Dolomiten endet an den Drei Zinnen. Nach 21 Etappen endet der Giro nach einem flachen Abschnitt in Brescia.

Kurzfristige Änderungen Aufgrund von Schneefall in den Alpen wurde der Verlauf von drei Hochgebirgsetappen kurzfristig geändert. Die 19. Etappe musste komplett abgesagt werden. 14. Etappe: Sestriere (Bergwertung der 2. Kategorie) auf einer Höhe von 2035 Meter wurde umfahren. Dadurch wurde die Etappe um 14 Kilometer verlängert.14. Giro-Etappe ohne Anstieg nach Sestriere radsport-news.com vom 18. Mai 2013 15. Etappe: Das Ziel der Etappe wurde von der Passhöhe des Col du Galibier (Valloire) auf 2645 Meter an das Denkmal für Marco Pantani (Les Granges du Galibier) auf 2301 Meter verlegt, wodurch die Etappe um 4,2 Kilometer kürzer wurde.Giro: Wintereinbruch sorgt für Streckenverkürzung radsport-news.com vom 19. Mai 2013 19. Etappe: Ursprünglich sollte die Etappe mit drei schweren Bergwertungen über Ponte di Legno (1. Kat) und das Stilfser Joch (CC) ins Martelltal auf 2059 Metern (1. Kat) führen. Am Abend vor der Etappe wurde eine um 21 Kilometer verlängerte Streckenführung mit Anstiegen über den Tonalepass (2. Kat.) und das Hofmahdjoch (1. Kat) ins Martelltal angekündigt.19. Giro-Etappe ohne Gavia und Stelvio radsport-news.com vom 23. Mai 2013 Doch am Morgen vor der Etappe musste der komplette Tagesabschnitt abgesagt werden.Giro d’Italia: Weather sees stage 19 cancelled cyclingnews.com.com vom 24. Mai 2013 20. Etappe: Von den fünf geplanten Anstiegen wurden die ersten drei aus dem Programm genommen. Die um 7 Kilometer verlängerte Etappe führte wie geplant über den Passo Tre Croci (2. Kat) und endete an den Drei Zinnen (CC) auf 2304 Metern.Schneefall sorgt für Wegfall weiterer Dolomiten-Pässe radsport-news.com vom 24. Mai 2013

Etappenübersicht Etappe Datum Strecke Typ km Etappensieger 20px|link=Maglia Rosa Maglia Rosa 1. Sa, 4. Mai Neapel – Neapel Flachetappe 130 Mark Cavendish Mark Cavendish 2. So, 5. Mai Ischia – Forio MZF link=Mannschaftszeitfahren 17,4 Salvatore Puccio 3. Mo, 6. Mai Sorrent – Marina di Ascea Bergetappe 222 Luca Paolini Luca Paolini 4. Di, 7. Mai Policastro Bussentino – Serra San Bruno Bergetappe 246 Enrico Battaglin 5. Mi, 8. Mai Cosenza – Matera Flachetappe 203 John Degenkolb 6. Do, 9. Mai Mola di Bari – Margherita di Savoia Flachetappe 169 Mark Cavendish 7. Fr, 10. Mai San Salvo – Pescara Bergetappe 177 Adam Hansen Beñat Intxausti 8. Sa, 11. Mai Gabicce Mare – Saltara EZF Einzelzeitfahren|link=Einzelzeitfahren 54,8 Alex Dowsett Vincenzo Nibali 9. So, 12. Mai Sansepolcro – Florenz Bergetappe 170 Maxim Belkow R Mo, 13. Mai 1. Ruhetag Ruhetag 10. Di, 14. Mai Cordenons – Altopiano del Montasio Hochgebirgsetappe 167 Rigoberto Urán 11. Mi, 15. Mai Tarvis (Raibl) – Vajont (Erto e Casso) Bergetappe 182 Ramūnas Navardauskas 12. Do, 16. Mai Longarone – Treviso Flachetappe 134 Mark Cavendish 13. Fr, 17. Mai Busseto – Cherasco Flachetappe 254 Mark Cavendish 14. Sa, 18. Mai Cervere – Bardonecchia (Jafferau) Hochgebirgsetappe 182 15. So, 19. Mai Cesana Torinese – Les Granges du Galibier (Monumento Pantani) Hochgebirgsetappe 145 Giovanni Visconti R Mo, 20. Mai 2. Ruhetag Ruhetag 16. Di, 21. Mai Valloire – Ivrea Bergetappe 238 Beñat Intxausti 17. Mi, 22. Mai Caravaggio – Vicenza Flache tappe 214 Giovanni Visconti 18. Do 23. Mai Mori – Polsa BZF link=Bergzeitfahren 20,6 Vincenzo Nibali 19. Fr, 24. Mai Ponte di Legno – Martelltal Hochgebirgsetappe 160 Etappe abgesagt 20. Sa, 25. Mai Schlanders – Drei Zinnen Hochgebirgsetappe 210 Vincenzo Nibali 21. So, 26. Mai Riese Pio X – Brescia Flachetappe 197 Mark Cavendish

Rennverlauf Erste Woche mini|Mark Cavendish in Neapel + Ergebnis nach der ersten Woche (9. Etappe) 20px|link=Maglia Rosa 34:19:31 h 2. + 0:29 min 3. + 1:15 min 4. + 1:24 min 5. + 2:11 min 6. + 2:43 min 7. + 2:44 min 8. + 2:45 min 9. + 2:49 min 10. + 3:02 min 20px|link=Maglia Rossa 61 P. 2. 58 P. 3. 52 P. 20px|link=Bergwertung (Giro d’Italia) (BAR) 38 P. 2. 23 P. 3. Giovanni Visconti 16 P. 20px|link=Maglia Bianca 34:22:57 h 2. + 0:43 min 3. + 2:11 min Die erste Etappe in Neapel konnte der Brite Mark Cavendish für sich entscheiden. Hinter ihm folgten der Italiener Elia Viviani und der französische Meister Nacer Bouhanni. Auf dem Rundkurs mit vier größeren Schleifen zu je 16,4 Kilometer mit 2 Bergwertungen der 4. Kategorie, folgten acht kleinere Schleifen über je acht Kilometer direkt an der Strandpromenade von Neapel. Zunächst konnten sich sieben Fahrer vom Feld absetzen, aber als letzter der Ausreißer wurde Cameron Wurf kurz vor dem Ende der drittletzten Runde eingeholt. Der Sturz eines Begleitmotorrades ungefähr einen Kilometer vor dem Ziel verhinderte einen Massensprint. Zehn Fahrer konnten sich absetzen und den Sieg unter sich ausmachen. Den Sprint des Hauptfeldes gewann John Degenkolb, der als Elfter das Feld mit 18 Sekunden Rückstand ins Ziel führte. Da der Sturz innerhalb der Drei-Kilometer-Zone stattfand, wurden die beiden Gruppen zeitgleich gewertet. Durch seinen Sieg sicherte sich Mark Cavendish das sowohl das rosa als auch die rote Trikot. Das erste blaue Trikot eroberte Giovanni Visconti.Brite gewinnt Auftakt des 96. Giro d’Italia radsport-news.com vom 4. Mai 2013 + Ergebnis des Teamzeitfahrens (2. Etappe) 20px|Tagessieger 22:05 min 2. + 9 s 3. + 14 s 4. + 19 s 5. + 22 s 6. + 22 s 7. + 25 s 8. + 28 s 9. + 28 s 10. + 35 s Am zweiten Tag des Giros fand das Mannschaftszeitfahren auf Ischia statt. Auf einer Strecke von insgesamt 17,4 km führte der Kurs nach einer Schleife durchs Landesinnere entlang der Küste Richtung Westen. Nach einem erneuten Abstecher ins hüglige Hinterland der Insel erreichten die Fahrer das Ziel in Forio. Erst zum zweiten Mal seit 1959 fand eine Etappe des Giros auf Ischia statt.Sekundenkampf auf der Vulkan-Insel radsport-news.com vom 5. Mai 2013 Das favorisierte Sky-Team konnte mit einem Vorsprung von neun Sekunden vor Movistar diesen Abschnitt für sich entscheiden. Dritter wurde Astana mit Vincenzo Nibali. Dahinter folgten das Team Katusha, danach mit 22 Sekunden Rückstand zeitgleich, die italienischen Teams Vini Fantini-Selle Italia um Mauro Santambrogio und Lampre-Merida mit dem Sieger des Giro d’Italia 2011 Michele Scarponi. Die Vorjahres-Sieger von Garmin Sharp mit Titelverteidiger Ryder Hesjedal landeten auf einem enttäuschenden 7. Rang mit 25 Sekunden Rückstand. Einen Rückschlag gab es für Euskaltel Euskadi um Samuel Sánchez. Bei der Zwischenzeit noch aussichtsreich auf dem achten Rang (+ 13 s), verloren sie in der Abfahrt zum Ziel ihren fünften Fahrer und wurden mit 61 Sekunden Vorletzte. Die Maglia Rosa eroberte der 23-jährige Italiener Salvatore Puccio, da er der erste der Sky-Fahrer war, der die Zierlinie überquerte.Wiggins und Sky setzen erstes Ausrufezeichen radsport-news.com vom 5. Mai 2013

Luca Paolini gewann die dritte Etappe und eroberte die Maglia Rosa sowie die Maglia Rossa. Er gehörte zu Beginn des Rennens zu einer siebenköpfigen Ausreißergruppe, von der er sich sieben Kilometer vor dem Ziel absetzen konnte. Cadel Evans führte die Gruppe mit den Favoriten als Zweiter vor Ryder Hesjedal ins Ziel. Michele Scarponi verlor durch einen Sturz auf nassem Asphalt in der letzten Abfahrt 44 Sekunden auf Gruppe mit den Favoriten. Nach einem Tag in rosa musste Salvatore Puccio das Trikot des Führenden wieder abgeben, da er am letzten Anstieg nicht mehr mithalten konnte.Paolini nach Ausreißercoup im Rosa Trikot radsport-news.com vom 6. Mai 2013

Den vierten Abschnitt konnte der Italiener Enrico Battaglin (BAR) im Sprint der 36 Fahrer umfassenden Spitzengruppe für sich entscheiden. Bradley Wiggins stürzte kurz vor dem Ziel und verlor 17 Sekunden.

Die fünfte Etappe gewann John Degenkolb. 800 Meter vor dem Ziel kam auf nasser Fahrbahn Degenkolbs Anfahrer zu Fall und riss mehrere Fahrer mit sich mit, wobei eine Lücke entstand. 250 Meter vor dem Ziel konnte er den vorausfahrenden Marco Canola (BAR) überholen. Zweiter wurde Ángel Vicioso vor Paul Martens.Degenkolb siegt, Martens Dritter radsport-news.com vom 7. Mai 2013

Im Massensprint der sechste Etappe konnte sich Mark Cavendish vor Elia Viviani und Matthew Goss durchsetzen. Cavendish holte sich das rote Trikot von Paolini zurück.

Den siebten Tagesabschnitt gewann der Australier Adam Hansen. Hansen gehörte einer sechsköpfigen Spitzengruppe an, die sich nach 30 Kilometern vom Hauptfeld absetzte. In den letzten Steigungen der Etappe konnte er seinen letzten Begleiter, den Italiener Emanuele Sella abschütteln und erreichte das Ziel 67 Sekunden vor dem Feld. Bradley Wiggins stürzte 7 Kilometer vor dem Ende der Etappe und verlor 1:24 Minuten auf die übrigen Favoriten. Luca Paolini kam Zeitgleich mit Wiggins ins Ziel und verlor das rosa Trikot an Beñat Intxausti.Hansen macht sich verfrühtes Geburtstagsgeschenk radsport-news.com vom 10. Mai 2013