mini|Vorderster Zug des CSD Berlins 2025
Der Berliner Christopher Street Day (auch: CSD Berlin, Berlin Pride) ist eine in Berlin jährlich durchgeführte Demonstration für die Rechte von Lesben und Schwulen sowie bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen und allgemein von queeren Personen.
Der CSD Berlin ist einer der größten Straßenumzüge in Berlin und nach dem Kölner CSD Umzug der zweitgrößte in Deutschland.
Seit 2013 hat der CSD Berlin wieder eine feste Route. Diese startet am Kurfürstendamm / Ecke Joachimsthaler Straße. Von dort führt die rund 5,5 km lange Paradestrecke über den Breitscheidplatz und den Wittenbergplatz zum Nollendorfplatz, wo sie links in Richtung Lützowplatz abknickt. Daran anschließend geht es weiter über die Klingelhöferstraße und die Hofjägerallee vorbei an der Siegessäule und über die Straße des 17. Juni zum Brandenburger Tor, wo die Abschlusskundgebung stattfindet.
Seit 2021 veränderte sich die Route abermals: Leipziger Straße, Potsdamer Platz, Potsdamer Straße, Bülowstraße, Nollendorfplatz, Kleiststraße, An der Urania, Schillstraße, Lützowplatz, Klingelhöferstraße, Hofjägerallee, Großer Stern, Straße des 17. Juni und Brandenburger Tor.
Geschichte Nach dem Aufstand im Stonewall Inn in der Nacht zum 28. Juni 1969 fanden in zahlreichen Städten weltweit erste Demonstrationen statt. In Deutschland fanden am 30. Juni 1979 parallel in Bremen und West-Berlin die ersten CSDs statt. Unter dem Motto „Mach dein Schwulsein öffentlich!“ und „Lesben erhebt euch und die Welt erlebt euch!“ nahmen 400 Personen in Berlin teil. Parallel hierzu marschierte von 1998 bis 2016 der Transgeniale CSD. Um das Ereignis herum findet in der Pride Week auch das Lesbisch-schwule Stadtfest und die Gay Night at the Zoo im Zoologischen Garten statt (zuletzt 2020).
Im Juni 2010 distanzierte sich die US-amerikanische Philosophin Judith Butler von den Organisatoren der CSD-Parade in Berlin, indem sie öffentlich die Annahme des Zivilcouragepreises verweigerte. In ihrer Rede beklagte Butler die Kommerzialisierung der CSD-Parade, aber auch die Ignoranz gegenüber Rassismus und doppelter Diskriminierung von homosexuellen und transgeschlechtlichen Migranten.
Beim islamistisch motivierten Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day wurde am 25. Juli 2026 am Rande des CSD, auf Höhe der Lennéstraße und des Ahornsteigs im Berliner Tiergarten, ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei kam eine Person ums Leben. Der Fahrer flüchtete zu Fuß und wurde am folgenden Tag von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei erschossen. Der CSD wurde vorzeitig abgebrochen.
Konkrete Forderungen und Ziele (2026) Reform des Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz Reform des Abstammungsrechts zugunsten lesbischer Ehepaare im Bürgerlichen Gesetzbuch; rechtliche Zuordnung von Kindern ab Geburt zu beiden verheirateten Frauen Zulassung der altruistischen (!) Leihmutterschaft durch Änderung des Emmbryonenschutzgesetzes Legalisierung sexueller freiwilliger Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen in 66 Staaten in Nord-/Ostafrika, Naher Osten und Zentralasien Abhalten der World Pride 2032 in Berlin und Finanzierung queerer Großveranstaltungen Schutz queerer Räume und Unterstützung durch Land und Bund für queere Projekte Mehr Sicherheit für queere Menschen, insbesondere durch stärkere Regulation digitaler Plattformen und den Aufbau eigener Sicherheits- und Unterstützungsstrukturen durch die Gemeinschaft Berücksichtigung von queeren Lebensrealitäten an Schulen und im Unterricht sowie verlässliche Förderung externer Bildungs-, Präventions- und Beratungsangebote Ausbau von psychosozialen Beratungsangeboten, niedrigschwelliger Gesundheitsangebote und der Bekämpfung von AIDS Sicherstellung des Zugangs zu geschlechtsangleichenden und affirmativen Behandlungen und Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkasse
Mottos und Teilnehmerzahlen In den Anfangsjahren war der Berliner CSD eine relativ kleine Veranstaltung. Von 400 Teilnehmern im Jahr 1979 wuchs die Zahl in den 1980er Jahren langsam auf 5000 Personen (1989) an. Erst ab Mitte der 1990er Jahre gab sich der Berliner CSD jährlich ein Leitmotto. Mittlerweile ist der CSD eine der größten regelmäßigen Veranstaltungen in Berlin mit mehreren hunderttausend Besuchern und Demonstranten.
2025 veranstaltete der Verein zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Winter-CSD aufgrund der vorgezogenen Bundestagswahlen. Unter dem Motto: „Es ist 5 vor 12 – Wähl Liebe, solange du noch kannst“ gingen am 15. Februar 2025 bei kalten Temperaturen knapp 15.000 Menschen auf die Straße um gegen einen drohenden Rechtsruck in der Regierung zu protestieren.
Die Teilnehmerzahlen und Mottos ab 1990:
Jahr Teilnehmer Wagen Motto 1990 15.000 ? 1991 10.000 ? 1992 25.000 ? 1993 30.000 ? Vielfalt und Schwesterlichkeit, Solidarität über alle Grenzen 1994 35.000 ? We are family! 1995 40.000 ? 1996 50.000 60(Kein dezidiertes Motto, lief nur unter „CSD ’96“) 1997 120.000 ? Andersrum muss gerechnet werden 1998 300.000 ? Für eine andere Politik – wir fordern gleiche Rechte 1999 350.000 78 Dreißig Jahre Stonewall 2000 500.000 81 Unsere Vielfalt zieht an 2001 500.000 89 Berlin stellt sich qu(e)er gegen rechts 2002 550.000 89 Wir machen Berlin anders! Weltoffen, tolerant queer! 2003 600.000 59 Akzeptanz statt Toleranz 2004 450.000 71 Homokulturell – Multisexuell – Heterogen! 2005 400.000 58 Unser Europa gestalten wir! 2006 450.000 52 Verschiedenheit und Recht und Freiheit 2007 450.000 66 Vielfalt sucht Arbeit 2008 500.000 48 Hass du was dagegen? 2009 550.000 51 Stück für Stück ins Homo-Glück – Alle Rechte für alle! 2010 600.000 52 Normal ist anders! 2011 700.000 52 Fairplay für Vielfalt! 2012 700.000 46 Wissen schafft Akzeptanz 2013 750.000 50 Schluss mit Sonntagsreden! Demonstrieren! Wählen! Verändern! 2014 500.000 29 LGBTI-Rechte sind Menschenrechte 2015 750.000 55 Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich. 2016 500.000 51 Anders. Leben! 2017 400.000 58 Mehr von uns – jede Stimme gegen Rechts 2018 Hunderttausende 59Mein Körper, meine Identität, mein Leben! 2019 1.000.000 83Stonewall 50 – Every riot starts with your voice 2021 65.000 N/ASave our Community – save our pride 2022 350.000–600.000 96United in Love! Gegen Hass, Krieg und Diskriminierung 2023 350.000–600.000 N/ABe their voice – and ours! für mehr Empathie und Solidarität! 2024 250.000 75Nur gemeinsam stark – für Demokratie und Vielfalt2025Hunderttausende / bis zu 500.00081Nie wieder still!2026 Hunderttausende über 82Haltung ist hot!
Siehe auch Liste von Gay-Pride-Veranstaltungen
Weblinks
Offizielle Website des Berliner CSD
Einzelnachweise
Kategorie:Pride-Parade Kategorie:LGBT-Veranstaltung in Deutschland Christopher Street Day Kategorie:Homosexualität (Berlin) Kategorie:Erstveranstaltung 1979