mini|Das Gotteshaus von außen mini|Die Kirche vom Südwesten aus gesehen Die Maria-Himmelfahrt-Kirche (auch Marienkirche und Juradom genannt) ist die römisch-katholische Pfarrkirche in der Stadt Treuchtlingen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Das Bauwerk mit der postalischen Adresse Bahnhofstraße 52 ist unter der Denkmalnummer D-5-77-173-1 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.Katholische Stadtpfarrkirche Sankt Maria, Gottfried Heinrich von Pappenheim, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (PDF, abgerufen am 21. Mai 2022). Das Bauwerk steht nördlich der Treuchtlinger Innenstadt unweit des Bahnhofs und der Senefelder-Schule auf einer Höhe von 413 Metern über NHN.Topographische Karten, Bayerisches Vermessungsamt (BayernAtlas). Abgerufen am 21. Mai 2022.

Baugeschichte Nachdem die barocke Lambertuskapelle in dem wachsenden Bahnknotenpunkt Treuchtlingen für die auf 1000 angewachsene Zahl der Katholiken zu klein geworden war, zeigte sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg die Notwendigkeit zum Bau einer neuen katholischen Pfarrkirche.

Krieg und Inflation zehrten jedoch die Ersparnisse der Pfarrei auf. Für die geplante Erweiterung der benachbarten Gleisanlagen kaufte die Reichsbahn das Grundstück, auf dem sich eine Vierzehn-Nothelfer-Kapelle befand. Dafür bekam die Pfarrei 65.000 Reichsmark und erwarb die sogenannte „Eselswiese“ – ein sumpfiges Grundstück, auf dem die Marienkirche gebaut werden sollte.

Die Erstellung von Kirche und dem angebauten Pfarrhaus erfolgte nach den Plänen des Architekten Georg Buchner, Professor für Baukunst aus München. Die Kirche ruht aufgrund der sumpfigen Konsistenz des Grundstückes auf einem Rost vom Eichenpfählen.

Die Erdarbeiten begannen im Mai 1933, die Konsekration erfolgte am 11. November 1934 durch den Bischof von Eichstätt Konrad Graf von Preysing.

Baubeschreibung und Ausstattung Das äußere Erscheinungsbild mit den wuchtigen Mauern und schmalen hohen Fenstern erinnert an eine „Trutzburg“. Die Kirche entstand unter ausschließlicher Verwendung einheimischen Materials, insbesondere des Juramarmors. Dies zeigt sich außen am Bruchsteinmauerwerk, welches keine Spitzen und Ecken zulässt, am wuchtigen Westturm sowie an der stumpfwinkligen Bedachung. Die Kirche war ursprünglich mit einer fast einen Meter dicken Lage aus Solnhofener Schieferplatten bedeckt. Bei einer Neueindeckung 1980 zeigte sich, dass eine Verwendung des originalen Materials nicht mehr möglich war und man entschied sich für grau eingefärbte Dachplatten.

Die wuchtige Westfront mit dem beherrschenden Turm ist durch ein riesiges Holzkreuz signiert. Das originale Kreuz von 1934 wurde Anfang der 1990er Jahre abgenommen und durch ein neues ersetzt. Das alte Kreuz war gespickt mit Bombensplittern vom großen Bombenangriff des 23. Februar 1945, bei dem der Treuchtlinger Bahnhof als Primärziel und weite Teile der Stadt in Schutt und Asche gelegt wurden.

Über den Seiteneingängen zur Kirche befinden sich zwei Reliefs, die die Geburt Christi und Mariä Verkündigung darstellen. Die steile Ostwand über dem Altar schmückt eine Kreuzigungsgruppe in Sgraffitoplastik, die von Prof. Gruber aus München gestaltet wurde.Beschreibung der Kirche auf der Homepage der Pfarrei Treuchtlingen

mini|Das Innere der Kirche Der Innenraum der Marienkirche ist ein einschiffiger Hallenbau von 40 Metern Länge, 17,5 Metern Breite und ca. 22 Metern Höhe. Im Osten schließt sich der einschiffige Chor mit drei Fensterachsen an. Aufgrund der beachtlichen Größe und Akustik wird die Kirche auch „Juradom“ genannt.

Auch im Innenraum wurde überwiegend Treuchtlinger Marmor und Holz verwendet. Der große Hochaltar, auf dem der Tabernakel steht, besteht aus einer einzigen massiven Marmorplatte von mehr als 2500 Kilogramm Gewicht.

Aus der abgetragenen Vierzehn-Nothelfer-Kapelle dürften die fünf spätgotischen Figuren aus dem linken Seitenaltar stammen. Sie werden Hans Pildschnitzer, dem Meister des Eichstätter Domaltares (um 1510), zugeschrieben. Es handelt sich um die Heiligen Sebastian, Martin, Willibald, sowie Christophorus. Unter den Heiligen befindet sich aus dem Hauptaltar der Vierzehn-Nothelfer-Kapelle die Predella, eine Tafelmalerei mit den Vierzehn Nothelfern. Diese wurde im Jahre 1614 von Gottfried Heinrich von Pappenheim gestiftet.

Die Orgel mit 31 Registern auf zwei Manualen und Pedal der Firma Orgelbau Kreienbrink aus Osnabrück wurde am 24. November 1968 eingeweiht. Der Weiheorganist war Franz Lehrndorfer, der verstorbene langjährige Organist des Münchner Liebfrauendomes. Eine Besonderheit dieses Instrumentes liegt in der Intonation auf offenem Fuß bei niedrigem Winddruck (der sog. Kernspaltenintonation). 2009 wurde das Instrument von der Orgelwerkstatt Orgelbau Hahnenkamm – Dieter Hausmann restauriert. Orgel Databank: Treuchtlingen, Katholische Pfarrkirche Sankt Marien

Im Turm der Kirche hängt heute ein fünfstimmiges Glockengeläut, das nach und nach zustande kam. Während des Zweiten Weltkriegs mussten vier von fünf vorhandenen Bronzeglocken für Rüstungszwecke abgegeben werden. Nach Kriegsende sollte es wieder ein komplettes Geläut geben, aber aus Kostengründen konnten 1951 nur zwei Glocken von der Glockengießerei Gebhard beschafft werden. Die vorhandene übrig gebliebene Glocke passte aber nicht zu den neuen Glocken und wurde daher umgegossen. Warum es dann aber zwei Michaelsglocken gab, in unterschiedlicher Tonhöhe aber mit gleichem Namen und gleicher Inschrift, ist unklar. Bis 2015 bestand dieses Dreiergeläut, wurde aber zunehmend als zu klein für diese große Kirche empfunden. 2012 wurde man auf eine große Gussstahlglocke des Bochumer Vereins aufmerksam, die bei einem Glockenwechsel im nahen Arberg frei wurde. Und 2013 konnte man eine weitere Bronzeglocke von der Glockengießerei Bachert erwerben, die ursprünglich für eine evangelische Kirche produziert wurde. Damit war das gewünschte Glockenensemble komplett.Treuchtlingen, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt - Glocken auf youtube.com Glocke Name Gussjahr Gießer Gewicht ≈ Schlagton 1 Marienglocke 1922 Bochumer Verein 1900 kg c′ 2 Glaube 1958 Glockengießerei Bachert, Kochendorf 1592 kg es′ 3 Matthias- und Antoniusglocke 1951 Glockengießerei Gebhard, Kempten 820 kg f′ 4 Michaelsglocke 1951 Glockengießerei Gebhard, Kempten 600 kg g′ 5 Michaelsglocke 1951 Glockengießerei Gebhard, Kempten 350 kg b′

Literatur

Weblinks

Lage der Kirche im

Einzelnachweise

Marien Kategorie:Kirchengebäude in Treuchtlingen Kategorie:Pfarrkirche des Bistums Eichstätt Kategorie:Erbaut in den 1930er Jahren Kategorie:Mariä-Himmelfahrt-Kirche Kategorie:Kirchengebäude in Europa