miniatur|Rathaus am Marktplatz in Zierenberg miniatur|hochkant|Schreckenbergturm (AT) miniatur|Blick vom Bärenbergturm zum Hohen Dörnberg; hinten der Kaufunger Wald miniatur|hochkant|Herkules im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe miniatur|Silbersee: Tagebaurestsee nahe Dörnberg im Hohen Habichtswald miniatur|Schauenburger Burgberg mit rechts liegendem Wald am Kleinen Schönberg miniatur|hochkant|Burgruine Falkenstein bei Bad Emstal und Niedenstein miniatur|hochkant|Weidelsburg – Ost-Palas miniatur|Ortskern von Naumburg miniatur|Schloss Waldeck oberhalb Waldeck miniatur|Blick vom Uhrenkopf-Aussichtspunkt u. a. zur Staumauer des Edersees miniatur|hochkant|Hohes Gras: Berggaststätte und Aussichtsturm miniatur|Fernmeldeturm Habichtswald auf dem Essigberg im Hohen Habichtswald miniatur|Martinstein: Basaltfelsen im Schauenburger Ortsteil Martinhagen miniatur|Niedensteiner Kopf: Hessenturm (AT) miniatur|Bahnhof Naumburg an derBahnstrecke Kassel–Naumburg
Der Habichtswaldsteig (Auf den Schwingen des Habichts) mit seinen Wegzeichen Habicht (Leitweg) und H1 bis H8 (Extratouren) ist ein nordhessischer Streckenwanderweg im Landkreis Kassel, in Waldgebieten der kreisfreien Stadt Kassel, im Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Der Premiumwanderweg verläuft von Zierenberg durch das Habichtswälder Bergland, die Ostwaldecker Randsenken, den Waldecker Wald und den Kellerwald nach Hemfurth-Edersee am Edersee. Benannt ist der 2011 eröffnete Steig nach dem Habichtswälder Bergland, das meist nur Habichtswald genannt wird. Der Leitweg (85,0 km) mit vier Hauptetappen und die Extratouren (115,5 km) mit acht Nebenetappen sind zusammen 200,5 km lang.
Geschichte und Wissenswertes Erarbeitet wurde der Habichtswaldsteig von der AG Habichtswaldsteig (elf Kommunen entlang des Steigs). Seine Eröffnung fand am 18. September 2011 statt.
Der Steig führt insbesondere durch die Naturparks Habichtswald und Kellerwald-Edersee, durch Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete, viele Bach- und Flusstäler, über Berge und Erhebungen und durch Wald, Feld und Flur. Im Rahmen von Leitweg und Extratouren verbindet er diese elf Städte und Gemeinden: Breuna, Zierenberg, Habichtswald, Kassel, Schauenburg, Niedenstein, Bad Emstal, Naumburg, Wolfhagen, Waldeck und Edertal. Der Steig passiert viele erdgeschichtliche und prähistorische Zeugnisse und Formationen. Als kulturhistorischer Wanderweg verläuft er durch eine Kulturlandschaft mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten sowie durch die märchenhafte GrimmHeimat NordHessen. Viele Wegstellen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, zumal am oder nahe dem Steig zahlreiche Haltestellen des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) liegen.
Vielerorts bieten sich Rund- und Weitblicke im Habichtswälder Bergland und unter anderem zum Eggegebirge, Weserbergland, Reinhardswald, Harz, Kaufunger Wald, zur Söhre, zum Hohen Meißner, Thüringer Wald, Knüll, zu den Langenbergen, zum Kellerwald, Waldecker Land und Rothaargebirge. Anhand vieler Schautafeln entlang des Steigs kann man sich über interessante Dinge der jeweiligen Regionen informieren.
Wegzeichen mini|Wegzeichen bei Zierenberg Das Wegzeichen des Habichtswaldsteigs besteht aus einem weißen, doppelrandigen Kreis mit mittig darin angeordnetem, weißem Habicht-Symbol auf dunkelpurpurnem Grund. Jene der Extratouren zeigen auf gleichem Hintergrund den Buchstaben H mit dahinter stehenden Nummern 1 bis 8.
Verlauf Leitweg Der Leitweg des Habichtswaldsteigs verläuft mit vier Hauptetappen als Streckenweg so:
Leitweg, Etappe 1 (Zierenberg → Firnsbachtal; 23 km): Der Leitweg beginnt im Naturpark Habichtswald in Zierenberg auf dem Marktplatz und führt von dort, nach Überqueren der durch die Ortschaft fließenden Warme, nordostwärts über das Basaltgeröllfeld Blaue Steine steil aufwärts zum Aussichtsturm Schreckenbergturm (ca. ), der auf dem Großen Schreckenberg steht. Anschließend verläuft er über die Hochlagen des Bergs, um danach in Richtung Südosten den Zierenberger Tunnel der Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar zu überqueren und dann, gemeinsam mit dem Alpenpfad, den Kleinen Dörnberg () westlich zu umrunden. Dabei passiert der Steig im Naturschutzgebiet Dörnberg den kahlen Basaltfelsen Wichtelkirche, der einer Kirche ähnelt; dort befand sich einst die Burg Blumenstein. Hiernach verläuft er nordwärts zum Gelände des einstigen Jugendhof Dörnberg, in dem sich von 2009 bis 2023 das Naturparkzentrum Habichtswald befand. Dann führt er, das Fluggelände Dörnberg (Segelflugplatz Dörnberg) und erstmals den Märchenlandweg kreuzend, vorbei an den Basaltfelsen Helfensteine () und an der ehemaligen Immelburg steil hinauf auf den Hohen Dörnberg (), auf dem ein großer Ringwall liegt. Im Bereich der Wichtelkirche und des Abstiegs vom Hohen Dörnberg verläuft der Steig teilweise gemeinsam mit dem Eco Pfad Archäologie Dörnberg.
Hiernach führt der Steig auf der steilen Dörnberg-Südflanke hinab in den Naturraum Dörnbergpass, in dessen Tal er, nach südwestlichem Passieren des Hohlesteins (), östlich des Habichtswalder Ortsteils Dörnberg den Lubach-Zufluss Kressenborn (ca. ) überquert. Nach anschließendem Kreuzen der Bundesstraße 251 verläuft er, teils zusammen mit dem Kassel-Steig und dabei die Burgruine Igelsburg () passierend, im Hohen Habichtswald hinauf zum Silbersee (ca. ), einem aus Basaltabbau hervorgegangenen Tagebaurestsee. Danach führt der Steig, einiges nach westlichem Umrunden eines noch in Betrieb befindlichen Basaltsteinbruchs und direkt nach Überqueren der Ahna, zusammen mit Kassel-Steig, Märchenlandweg und Studentenpfad hinauf zum Herkules (ca. ), der im Gebiet von Kassel als Wahrzeichen der Stadt auf dem Ostkamm des Hohen Habichtswaldes im Bergpark Wilhelmshöhe steht. Dort kreuzt der Herkulesweg. Anschließend verläuft er, das Besucherzentrum Herkules passierend, südwärts durch Neuholland hinab in das Druseltal. Jenseits davon führt der Steig, das Kriegerehrenmal Habichtspiel () nördlich und den Ziegenkopf () südlich passierend und dazwischen den Märchenlandweg erneut kreuzend, zur Waldgaststätte Herbsthäuschen (ca. ), die im Tal des Firnsbachs steht. In dem schluchtartigen Tal verläuft er abwärts zur Schauenburger Ortslage Firnsbachtal, wo die Etappe endet.
Leitweg, Etappe 2 (Firnsbachtal → Bad Emstal; 18 km): Von der Ortslage Firnsbachtal führt der Steig westwärts zur Bundesautobahn 44 und nach deren Unterquerung – gemeinsam mit dem Kassel-Steig – in der Hoofer Pforte durch den Schauenburger Ortsteil Hoof, wo er die Bahnstrecke Kassel–Naumburg, auf der unter anderem der Hessencourrier fährt, erst unterquert und danach kreuzt (Bahnübergang). Im Dorf, wo Baunapfad und Herkulesweg kreuzen, überquert er erst die Hintere und dann die Vordere Bauna (Bauna-Quellbäche). Ebenfalls zusammen mit dem Kassel-Steig verläuft der Steig steil aufwärts auf den Schauenburger Burgberg (), auf dem die Reste der Ruine Schauenburg liegen. Von dort führen beide Steige steil abwärts zum Bahnhof Hoof, wo sie erneut die Bahnstrecke Kassel–Naumburg (Bahnübergang) und kurz darauf den Herkulesweg und Märchenlandweg kreuzen.
Nach anschließendem Überqueren der Landesstraße 3215 (ehemalige Bundesstraße 520) und kurz darauf befindlichem Verlassen des Kassel-Steigs verläuft der Steig erst westwärts in den Nordwestausläufern der Langenberge (max. ) unmittelbar südlich vorbei am Schauenburger Ortsteil Breitenbach. Danach passiert er das Naturschutzgebiet Langenberger Hute bei Breitenbach (mit Wandererparkplatz) und das einstige Forsthaus bei Elmshagen. Nach Passieren der ehemaligen Steinbrüche (mit Wandererparkplatz) führt der Steig mit dem Herkulesweg östlich des Eder-Zuflusses Ems in den Hinterhabichtswälder Kuppen in Richtung Südwesten über die Berge Falkenstein (; mit der Burgruine Falkenstein) und Altenburg (; mit der Altenburg). Danach verläuft er zusammen mit dem Herkulesweg und zudem ein Stück mit dem Ederseeweg westnordwestwärts über die Süd- und Südwestflanke der Altenburg und dann, wieder alleine angelegt, nach Überqueren der Ems, erneutem Kreuzen des Märchenlandwegs und Unterqueren der Bahnstrecke Kassel–Naumburg vorbei an Bad Emstal. Nördlich der Ortschaft und damit südlich des Erzebergs () endet die Etappe nahe dem am Lauseküppel () gelegenen Wandererparkplatz Erzeberg.
Leitweg, Etappe 3 (Bad Emstal → Naumburg; 22,5 km): Aus der Bad Emstaler Gegend verläuft der Steig, nach Verlassen der Hinterhabichtswälder Kuppen und Kreuzen der Bundesstraße 450, direkt nördlich der Elberberger Höhen westwärts entlang des Elbe-Zuflusses Spolebach, wobei er die Bahnstrecke Kassel–Naumburg erst kreuzt und dann überquert. Hiernach führt er in Richtung Nordwesten zur zwischen Naumburg im Süden und dessen Stadtteil Altenstädt im Nordosten stehenden Altenstädter Warte (), wo der Volkmarser Weg kreuzt. Etwas nach Überqueren des Eder-Zuflusses Elbe verläuft er mit Bonifatiuspfad, Märchenlandweg und Studentenpfad bergauf zur Weidelsburg auf dem Weidelsberg (). Anschließend führt er im Waldecker Wald zumindest abschnittsweise zusammen mit vorgenannten Wegen erst süd- und dann ostwärts zur und in die Naumburger Kernstadt, wo zum Beispiel Ederseeweg, Herkulesweg und Volkmarser Weg kreuzen und die Etappe endet.
Leitweg, Etappe 4 (Naumburg → Edersee / Hemfurth-Edersee; 21,5 km): Von Naumburg, wo der Steig ein Stück entlang der Elbe führt, verläuft er in Richtung Südwesten durch den Waldecker Wald und gelangt jenseits von dessen Hauptkamm, auf dem er den Naturpark Habichtswald verlässt, in das Tal des Eder-Zuflusses Böhner Bach (dort auch Kißbach genannt), den er etwas nördlich von Böhne überquert. Etwas nach anschließendem Überqueren des Sengelsbergs (ca. ) verläuft der Steig, den Herkulesweg kreuzend, hinab in das Tal des Eder-Zuflusses Netze, den er direkt vor Kreuzen der Bundesstraße 485 überquert. An der Straße tritt er in den Naturpark Kellerwald-Edersee ein.
Anschließend führt der Steig, nach Unterqueren des Ederseebahn-Radwegs, aufwärts in das oberhalb des Edersees gelegene Waldeck (Stadtteil der gleichnamigen Stadt), wo etwas oberhalb der Ortschaft und abseits des Steigs das Schloss Waldeck steht. Fortan verläuft er teils zusammen mit Kellerwaldsteig, Studentenpfad und Urwaldsteig Edersee östlich oberhalb des Edersees nach Süden über die Kanzel () zum Uhrenkopf (ca. ). Von einem dortigen Aussichtspunkt () mit Blick auf die Staumauer des Edersees führt der Steig hinab zur und dann über die Mauer, wonach die Etappe und damit der Leitweg auf dem am Aquapark gelegenen Dorfplatz in der Ortschaft Edersee des Edertaler Ortsteils Hemfurth-Edersee endet.
Extratouren Die acht Extratouren des Habichtswaldsteigs verlaufen als Rundweg-Etappen mit Ausnahme von Ost- und Südabschnitten vom H1 ausschließlich im Naturpark Habichtswald:
Extratour, H1 (bei Breuna; „Um den Berg der Fee“; 10 km): Dieser Rundweg beginnt und endet bei Oberlistingen am ostsüdöstlich des Dorfs liegenden Parkplatz nahe der Grillhütte Oberlistingen und ist die einzige Extratour, die nicht vom Leitweg abzweigt oder auf diesen trifft. Er verläuft um und durch das am Igelsbett () befindliche Waldgebiet, das zwischen dem Ruhrbach mit Niederlistingen im Norden, der Warme mit Obermeiser im Osten, dem Zierenberger Gut Sieberhausen im Süden und dem Malsburger Wald, zu dem das Igelsbett gehört, im Südwesten liegt; westlich vom Igelsbett verläuft er teils zusammen mit dem Märchenlandweg. Etwa in Richtung Südosten besteht über den Fulda-Diemel-Weg vorbei an der Burgruine Schartenberg eine Verbindung (Zuweg) zum Leitweg am Schreckenbergturm.
Extratour, H2 (bei Zierenberg; „In geheimnisvoller Bergwelt“; 16,5 km):