Hypoptopoma ist eine Gattung in der Familie der Harnischwelse (Loricariidae) von der bisher 15 Arten beschrieben wurden. Der wissenschaftliche Name setzt sich aus dem griechischen hypo = „unter“, optoma = „sehen“ und poma = „Deckel/Kiemendeckel“ zusammen. Die deutsche Bezeichnung lautet Riesen-Ohrgitterharnischwelse. Je nach Art werden Gesamtlängen zwischen 3,5 und 10,5 cm erreicht.

Merkmale Hypoptopoma unterscheidet sich u. a. durch eine lateral verbreiterte Nackenplatte von anderen Gattungen der Harnischwelse. Nur Hypoptopoma und die Gattung Oxyropsis (etwa Oxyropsis carinata, früher Hypoptopoma carinatumAxel Zarske: Hypoptopoma carinatum und Oxyropsis carinata. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, S. 507 und 734.) haben zudem im Vergleich zu anderen Harnischwelsen einen stark abgeflachten Kopf mit ventrolateral positionierten, hervorstehenden und somit von der Körperunterseite aus sichtbaren Augen.

Verbreitung und Lebensraum Hypoptopoma sind weit verbreitet im Amazonasbecken, darüber hinaus kommen sie auch im Orinokobecken, dem Guayanaschild und südlich bis zum Rio de la Plata Becken vor. Sie leben in Fließgewässern (häufig in Weisswasserflüssen) mit schlammigen bis sandigen Böden und geringer Vegetation. Dort haften sie mit ihrem Saugmaul an Wurzeln, Ästen, Stängeln und Blättern der im Wasser stehenden oder ins Wasser ragenden Ufervegetation.

Ernährung Hypoptopoma ernähren sich von pflanzlichem und tierischen Aufwuchs, den sie mit ihrem Saugmaul abweiden.

Fortpflanzung Über das Balzverhalten liegen keine zuverlässigen Informationen vor. Hypoptopoma-Paare laichen auf glatten festen Oberflächen eine geringe Zahl etwa 1 mm großer hellgrüner Eier, die in Reihen abgelegt werden, Aus den vom Männchen aktiv bewachten Eiern schlüpfen nach circa drei Tagen etwa 3 mm große Larven, die über einen hellgrünen Dottersack verfügen. Die Larven kleben zunächst weiter an der Schlupfstelle, die sie nach weiteren 24 Stunden durch zappelnde Schwimmbewegungen verlassen. Mit dem Freischwimmen endet die Brutpflege.

Systematik Hypoptopoma baileyi Aquino & Schaefer, 2010 Hypoptopoma bianale Aquino & Schaefer, 2010 Hypoptopoma brevirostratum Aquino & Schaefer, 2010 Hypoptopoma elongatum Aquino & Schaefer, 2010 Hypoptopoma guianense Boesemann, 1974 Hypoptopoma gulare Cope, 1878 Hypoptopoma incognitum Aquino & Schaefer, 2010 Hypoptopoma inexspectatum (Holmberg, 1893) Hypoptopoma machadoi Aquino & Schaefer, 2010 Hypoptopoma muzuspi Aquino & Schaefer, 2010 Hypoptopoma psilogaster Fowler, 1915 Hypoptopoma spectabile (Eigenmann, 1914) Hypoptopoma steindachneri Boulenger, 1895 Hypoptopoma sternoptychum (Schaefer, 1996) Hypoptopoma thoracatum Günther, 1868

Literatur Adriana E. Aquino, Scott Allen Schaefer: Systematics of the Genus Hypoptopoma Günther, 1868 (Siluriformes, Loricariidae). Ausgabe 336, American Museum of Natural History, 2010. Hans-Georg Evers, Ingo Seidel: Catfish Atlas: Volume 1. Mergus Verlag, 2005, ISBN 978-3-88244-064-5. Wendenburg, H. (1997): Trommelfell-Welse. Auf der Suche nach Otocinclus im Departement Ucavali, Peru. das Aquarium (11): 22–26.

Weblinks

Anmerkungen

Kategorie:Harnischwelse Kategorie:Loricariidae