mini|300px|Kirche Rossow Rossow ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald im Osten Mecklenburg-Vorpommerns (Deutschland). Die Gemeinde gehört zum Amt Löcknitz-Penkun mit Sitz in der Nachbargemeinde Löcknitz.

Geografie Die Gemeinde liegt am Westrand des Randowbruches zwischen der Stadt Pasewalk und Löcknitz. Die polnische Grenze im Osten ist 16 Kilometer entfernt. Nördlich von Rossow beginnt das ausgedehnte Flachlandgebiet der Ueckermünder Heide, südlich zieht sich ein Endmoränenbogen am Randowtal entlang.

Umgeben wird Rossow von den Nachbargemeinden Zerrenthin im Norden, Rothenklempenow im Nordosten, Löcknitz im Osten, Bergholz im Süden, Fahrenwalde sowie Polzow im Westen.

Gemeindegliederung

Ortsteile Rossow Wetzenow Wohnplätze Rossow Bahnhof Eingemeindungen Wetzenow wurde 1965 als Ortsteil nach Rossow eingemeindet.

Geschichte Name und Frühe Geschichte Der Ortsname Rossow leitet sich wahrscheinlich von der slawischen Bezeichnung für „Feuchtigkeit“ oder „Tau“ her ab. So war Rossow dann auch schon vor der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung bereits durch Slawen, die bereits im 7. und 8. Jahrhundert in der Gegend siedelten, bewohnt.Amtliches Bekanntmachungsblatt des Amtes Löcknitz-Penkun, Jhrg. 9, Nr. 04, 8. April 2014, S. 12–14. (PDF; 7,66 MB)

Die Schreibweise des Ortsnamens Rossow blieb über die Jahrhunderte relativ konstant, wenn man die spärlich vorhandenen Urkunden und Namenseintragungen in Karten vergleicht: 1314 Rossow 1316 Rossow 1476 rossow 1524 Rossow 1618 Roscow 1655 Roßow 1792 Rossow 1796 Rossow 1992 Rossow 2014 Rossow Mittelalter Rossow wurde erstmals indirekt in einer Urkunde am 10. November 1314 offiziell erwähnt. In dieser traten als Zeugen eines in Pasewalk abgeschlossenen Kaufvertrages die beiden adligen Grundherren „Huve de Rossow“ und „Iohannes de Rossow“ auf. Sowohl in Pommern gab es ein aber bereits vor 1648 ausgestorbenes Adelsgeschlecht mit Namen „Rossau“ als auch im Rheinland mit Namen „Rossaw“. Bereits 1316 wechselte Rossow dann zusammen mit dem Ort Battin bei Brüssow den Besitzer und wurde vom Grundherren an das Bistum Cammin verkauft, welches beide Dörfer als Güter der Burg Löcknitz angliederte, welche ebenfalls ein Tafelgut des Bischofs von Cammin war. Damit teilt Rossow in den nächsten Jahrhunderten nun das weitere Schicksal von Burg und Ort Löcknitz und lag nun ebenfalls in einer exponierten Lage an der Grenze zwischen Pommern und Brandenburg und war zwischen beiden Territorialstaaten ständig umkämpft. Die alten Adelsgeschlechter derer von Eickstedt, von Buch und von der Huffe hatten umfangreiche Ländereien in und um Rossow, wobei letztere Adelsfamilie 1314 in Rossow ihren Ritterstammsitz nahm und eine Mühle sowie einen Krug errichten ließ.

Nach dem Tod von Herzog Otto III. von Pommern-Stettin und dem Ausbruch des Stettiner Erbfolgestreites kam es wiedereinmal zum Krieg zwischen Pommern und Brandenburg. In dessen Folge wurde Rossow 1468 vom Kurfürstentum Brandenburg erobert. Vom Kurfürsten von Brandenburg wurde daraufhin 1471 der brandenburgische Adlige Hans von Buch aus der Uckermark als neuer Burghauptmann der Burg Löcknitz und Amtmann des Amtes Löcknitz eingesetzt, der damit auch für Rossow zuständig war. Nachfolger Hans von Buchs waren in kurzen Abständen Gottfried von Hohenlohe und ab 1472 Werner von der Schulenburg. Bei einem Gegenangriff Herzog Bogislaw X., des Großen von Pommern auf die Uckermark 1477 konnte in dessen Folge im April 1478 auch nochmals kurzzeitig Rossow von Pommern zurückerobert werden. Nach dem daraufhin 1479 erfolgten Einfall eines brandenburgischen Heeres unter Kurfürst Albrecht III. Achilles von Brandenburg in Pommern und durch Vermittlung von Werner von der Schulenburg konnte aber noch im selben Jahr der Vertrag von Prenzlau ausgehandelt werden, in dem Brandenburg unter anderem auch das Dorf Rossow nach 1472 erneut und diesmal endgültig von Pommern bestätigt bekam und dieses danach nun zur Mark Brandenburg in der Uckermark gehörte und Teil der Burg und des Amtes Löcknitz war. Nachdem Kurfürst Albrecht III. Achilles von Brandenburg ebenfalls noch 1479 Werner von der Schulenburg als Belohnung für dessen Vermittlung des Friedensvertrages mit der erblichen Hauptmannschaft über die Burg Löcknitz belehnt und ihn als Amtmann des Amtes Löcknitz eingesetzt hatte, erweiterte dieser seinen Besitz in den nächsten Jahren erheblich und erwarb am 8. Dezember 1492 unter anderem auch das damals etwa 56 Hufen große Dorf Rossow.

Neuere Zeit Nach 1570 verwalteten dann die von Eickstedts das ehemalige von Huffesche Rittergut und Dorf Rossow von ihrem Stammsitz in Rothenklempenow aus. Zu diesem Zeitpunkt waren die Rechte der Bauern und Kossäten in Rossow bereits seit 1543 nach und nach immer weiter eingeschränkt und teilweise abgeschafft worden. Vom so genannten „Bierkrieg“ zwischen Pasewalk und Prenzlau, in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, der durch uneinheitliche Eichmaße und die Erhebung einer Akzise in Form einer Biersteuer durch den brandenburgischen Kurfürsten ausgelöst worden war, war auch Rossow betroffen. Denn dessen Dorfschulze (Bürgermeister) war auch Krüger, also Gastwirt, und besaß bis dahin das alleinige Krugrecht. 1564 wurde deshalb für Rossow festgelegt, dass nicht nur der Krüger, sondern auch der Schöffe des Ortes einen Kerbstock zur Nachmessung des Eichmaßes erhielt.

Während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 wurden Brandenburg und die Uckermark mehrfach von den verschiedenen Kriegsparteien wechselseitig besetzt, geplündert und verwüstet, wovon auch Rossow nicht verschont blieb. So lagerten 1633 schwedische Söldnertruppen im Ort, die Rossow, welches eines der reicheren Dörfer im Amt Löcknitz war, plünderten und zudem Kriegskontributionen verlangten. Nach dem Ende des Krieges und dem Friedensschluss 1648 änderten sich die Verhältnisse jedoch kaum. Die Kontributionen, die jetzt der brandenburgische Kurfürst erhob, blieben erhalten, und auch die Wirtschaft kam nur langsam wieder in Gang. Nachdem 1653 die Mühle in Rossow wieder in Betrieb gegangen war und einige neue Schäfereien im Dorf eröffnet hatten, wandten sich 1657 insgesamt 19 Schäfer aus der Uckermark und dem Stolpirischen Kreis, so auch aus Rossow, an die Ritterschaft und die Stände des Kurfürstentums Brandenburg, um Kontributionsfreiheit für 200 Schafe und eine Verminderung der Frondienste zu erreichen, was jedoch abgelehnt wurde. Daraufhin kam es im April 1660 in Rossow zu ersten Auseinandersetzungen zwischen den Bauern und Schäfern des Dorfes und den vom Kurfürsten entsandten Visitationskommissionen zur Begutachtung der Viehbestände zur Steuerfestsetzung. Erst durch die Androhung von Gewalt und Gefängnisstrafen, bei der sich insbesondere der kurfürstliche Verwalter der hoch verschuldeten schulenburgischen Besitzungen Vollrath von Maltzahn besonders negativ hervortat, konnte die Lage vorerst wieder beruhigt werden. Jedoch schon 1683 bis 1685 traten die Dörfer des Gutes Löcknitz, darunter auch Rossow, in den Fronstreik, woraufhin jedoch lediglich der kurfürstliche Verwalter seines Amtes enthoben wurde, sich ansonsten aber nichts änderte. 1687 klagten die Bauern deshalb erneut wegen der schlechten Bedingungen.

Schon nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte sich Brandenburg-Preußen über Jahrzehnte nur äußerst langsam und nur teilweise von den Verwüstungen und Zerstörungen durch die Kriegseinwirkungen erholt. Kurfürst Friedrich Wilhelm setzte deshalb seine schon 1648 bis 1650 begonnene Peuplierungspolitik fort und erließ 1685 das Edikt von Potsdam, mit dem er Glaubensflüchtlinge nicht nur aus der Schweiz, der Pfalz, Wallonien und den Niederlanden, sondern auch den in Frankreich verfolgten protestantischen Christen, den Hugenotten (Réfugiés), freie und sichere Niederlassung in Brandenburg-Preußen anbot und diesen weitreichende Rechte und Privilegien gewährte. Von den 50.000 Hugenotten, die ins Heilige Römische Reich geflohen waren, siedelten sich etwa 20.000 Hugenotten mit ihren vielfältigen, hochqualifizierten Fähigkeiten und Berufen in Brandenburg-Preußen an. Speziell in die Uckermark kamen davon etwa 2.000 Hugenotten, die den Tabakanbau und die Seidenraupenzucht mitbrachten. Diese wurden dort in 42 Ortschaften vorwiegend als Ackerbauern und Tabakpflanzer angesiedelt, um die Wirtschaft und das verwüstete Land wieder aufzubauen, so u. a. auch im Amt Löcknitz. Dort entstanden bis 1697 dann wiederum durch die Ansiedlung von ca. 100 Hugenottenfamilien in zehn Amtsdörfern, u. a. in Battin und Bagemühl (heute beides Ortsteile von Brüssow) sowie in Fahrenwalde, Bergholz, Rossow und Zerrenthin französisch-reformierte Kirchengemeinden dieser Kolonisten. Die in Rossow, angesiedelten Hugenotten konnten sich dann auch bereits bis 1690 mit dem Tabakanbau eine relativ gute wirtschaftliche Grundlage schaffen, erhielten jedoch erst 1699, nach Intervention des Französischen Oberkonsistoriums in Berlin beim Kurfürsten, die Erlaubnis die lutherische Kirche in Rossow für ihre Gottesdienste mitbenutzen und ihren eigenen Schulunterricht abhalten zu dürfen. Die unterschiedliche religiöse Auslegung und der wirtschaftliche Erfolg bargen aber auch Konfliktstoff im Dorf, so dass einige Hugenotten nach 1720 Rossow schon wieder verließen und sich im nahen Pasewalk neu ansiedelten. Rossow gehörte nach wie vor als Dorf zum Amt Löcknitz als Teil der Uckermark zur Mark Brandenburg im Kurfürstentum Brandenburg-Preußen sowie als Vorwerk zur Burg Löcknitz, wobei diese jedoch bereits 1685 vom Kurfürsten von einem privaten Gut in eine eigene kurfürstliche Domäne umgewandelt worden war.Amtliches Bekanntmachungsblatt des Amtes Löcknitz-Penkun, Jhrg. 9, Nr. 05, 20. Mai 2014, S. 19–20. (PDF; 6,46 MB)

Während des Großen Nordischen Krieges von 1700 bis 1721 durchzogen besonders von 1711 bis 1715 sowie während des Pommernfeldzuges 1715/16 russische, preußische und sächsische Truppen im Kampf gegen Schweden und zur Eroberung von Schwedisch-Pommern die Uckermark und das Gebiet in und um Rossow. Dadurch und durch den Ausbruch der Pest in Prenzlau 1710 wurde das Gebiet und dessen Einwohner von neuen verwüstet und von Zerstörungen heimgesucht. So wurde nicht nur die Durchgangsstraße von Pasewalk über Rossow nach Stettin gesperrt, sondern das Dorf hatte auch unter Requirierungen sowie insbesondere 1718 unter Anwerbungen und Zwangspressungen von Einwohnern zu Soldaten durch die durchziehenden Truppen zu leiden. Bis ins Jahr 1746 hatte sich die Situation in Rossow jedoch schon wieder deutlich verbessert, so dass ein preußischer Kammerrat, der sich auf einer Visitationsreise befand und einen Zwischenstopp in Rossow machte, vermerkte, die Wiesen und Hütungen, der Tabak- und Kartoffelanbau sowie die Viehzucht hätten in Rossow einen guten Stand. Bei einer erneuten Visitation Rossows 1749 erwirtschaftete das Dorf schon die besten Kartoffelerträge im gesamten Amt Löcknitz.

Auch während des Siebenjährigen Krieges von 1756 bis 1763 wurde Rossow nicht von Kriegshandlungen verschont und musste schwere materielle und wirtschaftliche Schäden durch die durchziehenden und sich bekämpfenden preußischen und schwedischen Truppenkontingente verkraften. Im heutigen Rossower Ortsteil Wetzenow fand so Anfang Oktober 1760 ein Gefecht zwischen preußischen und schwedischen Truppen statt. Die Schäden des Krieges waren auch noch 1764 sowohl in Rossow als auch in Wetzenow deutlich sichtbar. Die Lebensverhältnisse der Einwohner waren in diesen Zeiten ebenfalls äußerst schlecht. So ist für Rossow bekannt, dass sich 1769 zwei Familien eine Stube und eine Kammer teilen mussten. Nachdem das Vorwerk und Dorf Rossow Teil der kurfürstlichen Domäne Löcknitz gewesen war, wurde es zunächst verpachtet und später dann als eigener Erbpachtbesitz vergeben. Ab 1774 war Rossow so zunächst im Besitz des Geheimen Rats von Berg, ab 1803 gehörte es einem Isaac Barth und 1816 einem Herrn Sitlar, 1836 ging es an die Witwe Bettac über und gehörte 1840 dem Gutsbesitzer Kersten.