mini|Ballebäuschenpfanne (auch Bombösjespann oder Backform für BollebäuskesMechthild Scholten-Nees, Werner Jüttner: Niederrheinische Bauerntöpferei 17.–19. Jahrhundert. Landschaftsverband Rheinland, Werken und Wohnen Band 7, Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland, Düsseldorf 1971, Abb. 413.) aus dem 19. Jahrhundert Ballebäuschen (auch Bollebäuskes, Bollenbäuschen, Ballebäutzes, BomböschenBerthold Heizmann: Von Apfelkraut bis Zimtschnecke. Das Lexikon der rheinischen Küche. Greven Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-7743-0477-2, S. 33. u. w.) sind runde, etwa pfirsichgroße Siedegebäckstücke, die in Öl oder Schmalz gebacken werden. Sie sind Teil der Rheinischen Küche.Peter Honnen: Kappes, Knies & Klüngel. Regionales Wörterbuch des Rheinlands. 7. erweiterte und überarbeitete Auflage. Greven Verlag 2012.
Bezeichnung Es gibt weitere Bezeichnungen, die von Landschaft zu Landschaft und von Ort zu Ort verschieden sein können. Die nachfolgende Aufzählung beschränkt sich auf die in der Literatur nachgewiesenen Abwandlungen: Ballbäuschen ist die hochdeutsche Bezeichnung für das in Rheinischer Dokumenta geschriebene Wort Bommböösjen.Maria Louise Denst: Bergisches Mundart-Wörterbuch für Kürten, Olpe und Umgebung. Hrsg. Bergischer Geschichtsverein Rhein-Berg e. V., Bergisch Gladbach 1999, ISBN 3-932326-29-6, S. I–VII und S. 35. Auch für Dabringhausen und Wipperfürth wird diese Bezeichnung erwähnt.Hedwig Ody: Koch-, Back-, Einmachbuch nebst einem Anhang über Kochtheorie. Wipperfürth 1927. Bollenbäuske heißt es in Kleve, Mettmann, Neviges und Elberfeld.Rheinisches Wörterbuch, Band 1, Spalte 858. Bollebäuskes sagt man in Duisburg.Ut old Düsbergs Tid, 1934, Georg Böllert Verlag Duisburg Bollenbeische sagt man in Koblenz. Bomböschen ist gebräuchlich in weiten Teilen des Rheinisch-Bergischen Kreises und Umgebung.Uschi Schumacher, Rainer Michel: Omas Bergische Backstube mit Bergischer Kaffeetafel. Verlag Gronenberg, Gummersbach 1981, ISBN 3-88265-096-6, S. 62.Reinhild Kronhof: Bergisches Koch-Lexikon von A bis Z. Remscheid 1985, ISBN 3-89118-010-1, S. 46. Speziell wird der Begriff für Lindlar erwähnt. Bommböösjen verwendet man in Kürten. Bonebösche steht für Mülheim Rh. und Immekeppel.
Der Stamm boll, bull oder ball bedeutet so viel wie „hohl“, „rund“, „aufgedunsen“ und ist im gesamten Rheinland gebräuchlich, auch in anderen Zusammenhängen.
Zubereitung mini|Unterschiedlich bemalte Ballebäuschenpfannen mini|Der Pfannenboden ist vom Ruß des Feuers bzw. der Glut geschwärzt. Dazwischen sieht man den für den Herstellungsort Frechen typischen weißen Scherben. Es gibt verschiedene Rezepte und Zutaten für die Zubereitung dieses Gebäcks, gemeinsam ist aber die Zubereitung. Ein zähflüssiger Teig (z. B. Hefeteig, Brandteig, Rührteig) wird löffelweise in Fett gebacken. Für die Zubereitung kann eine spezielle Pfanne verwendet werden. Diese hat Vertiefungen in Größe des fertigen Gebäcks. Nach dem Garen werden die Bällchen dann in Zimt-Zucker gewälzt und möglichst warm gegessen.
In Rees sind die Ballebäutzkes aus süßem Hefeteig mit Rosinen. In Xanten isst man sie vorzugsweise an Neujahr, in Wesel zu Silvester. In Dabringhausen wird dieses Gebäck an Karfreitag und Neujahr verzehrt. Mancherorts wird dazu traditionell Grog gereicht.
Weblinks Bullebäusken (PDF; 141 kB), abgerufen am 6. April 2013 Bergische Küche: Bollebauskes, abgerufen am 6. April 2013
Einzelnachweise
Kategorie:Siedegebäck Kategorie:Essen und Trinken (Ostern) Kategorie:Neujahrsbrauchtum Kategorie:Bergisches Land Kategorie:Rheinische Küche