Ferdinand Khittl (* 20. Januar 1924 in Franzensbad, Tschechoslowakei; † 28. Februar 1976 in München) war ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor. Am 28. Februar 1962 verlas er im Auftrag der Gruppe DOC 59 das Oberhausener Manifest.
Leben mini|Oberhausener Manifest,28. Februar 1962
Khittl wurde 1924 in Františkovy Lázně (Franzensbad) geboren, das seit 1938 zum Deutschen Reich gehörte. Während des Zweiten Weltkriegs geriet er als Matrose der deutschen Kriegsmarine in Gefangenschaft der Alliierten. Nach seiner Entlassung lebte er in der Bundesrepublik Deutschland und hielt sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs über Wasser, unter anderem als Maurer, Bäcker und Hühnerzüchter.Hans Scheugl: Die Parallelstraße edition-filmmuseum.com, abgerufen am 5. April 2013
1951 erhielt er eine Stelle als Vertreter eines kleinen Kinoverleihs. Drei Jahre später arbeitete er als Regievolontär an der experimentellen Kunstdokumentation Die ewige Kunde mit. Für Luis Trenker war er zudem als Filmeditor tätig.
Anschließend realisierte er eine Reihe von Kurz- und Dokumentarfilmen, meist im Auftrag der Gesellschaft für bildende Filme.Olaf Möller: oberhausener-manifest.com, abgerufen am 5. April 2013
Am 9. April 1959 gründete er in München gemeinsam mit Haro Senft, Enno Patalas, Hans Posegga und anderen die Gruppe DOC 59. Ziel des Vereins war es, das deutsche Kino zu erneuern und den jungen Film in der Öffentlichkeit zu propagieren. Dies führte zu der Ausarbeitung des Oberhausener Manifests, das 1962 von Khittl verlesen wurde und eine radikale Trendwende in der deutschen Filmlandschaft einläutete. oberhausener-manifest.com, abgerufen am 5. April 2013
1962 legte er mit Die Parallelstraße seinen ersten und einzigen Langspielfilm vor. Eingebettet in eine Rahmenhandlung finden hier dokumentarische Aufnahmen Verwendung, die Khittl gemeinsam mit seinem Kameramann Ronald Martini auf zwei Weltreisen in den Jahren 1959 und 1960 in Asien, Afrika und Südamerika gemacht hatte.50 Jahre Oberhausener Manifest arsenal-berlin.de, Mai 2012, abgerufen am 29. April 2013 Obwohl der Film auf den Festivals von Cannes und San Sebastián viel Beachtung erfuhr, blieb Khittl die Anerkennung in Deutschland größtenteils verwehrt.
Ferdinand Khittl starb am 28. Februar 1976 im Alter von 52 Jahren in München. 1982 wurde er bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises als Unterzeichner des Oberhausener Manifests posthum mit dem Ehrenpreis „für herausragende Verdienste um den deutschen Film“ geehrt.
Filmografie 1954: Die ewige Kunde (Kurzfilm) – Co-Regie 1954: Kavaliere im Eis (Kurzfilm) – Schnitt 1955: Benehmen ist Glückssache – Schnitt 1956: Auf geht’s (Kurzfilm) – Regie 1957: Werkstatt für Europa - Feuer an der Ruhr – Regie, Drehbuch 1957: Ungarn in Flammen – Regie 1958: Großmarkthalle (Kurzfilm) – Regie 1958: Ein neuer Weg zur Rettung eingeschlossener Bergleute (Kurzfilm) – Regie 1959: Eine Stadt feiert Geburtstag (Kurzfilm) – Regie, Drehbuch 1960: Das magische Band (Kurzfilm) – Regie, Drehbuch 1962: Ein Werk von hundert Jahren – Co-Regie, Drehbuch 1962: Die Parallelstraße – Regie 1965: Der heiße Frieden (Kurzfilm) – Regie, Drehbuch 1969: Abenteuer Farbe (Kurzfilm) – Regie, Drehbuch
Auszeichnungen Deutscher Filmpreis 1956: Filmband in Silber in der Kategorie „Bester Kurzfilm in Farbe“ (Auf geht’s) 1959: Filmband in Silber in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ (Eine Stadt feiert Geburtstag) 1960: Filmband in Silber in der Kategorie „Bester Kulturkurzfilm“ (Das magische Band) 1982: Ehrenpreis für die Unterzeichner des Oberhausener Manifests (posthum)
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmeditor Kategorie:Deutscher Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 1976 Kategorie:Mann