mini|250px|Dreifaltigkeitskirche in Osternburg von Westen mini|250px|Wappen des Stifters über dem Südportal Die evangelisch-lutherische Dreifaltigkeitskirche ist nach der Lambertikirche die zweitälteste Kirche der Stadt Oldenburg und die älteste Kirche im Stadtteil Osternburg.
Geschichte Die Kirche wurde 1614 bis 1616 errichtetDoris Böker (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 31. Stadt Oldenburg (Oldenburg). Braunschweig 1993, S. 228 (Link zum Digitalisat) und durch Graf Anton Günther gestiftet. Das Kirchengebäude ist einschiffig in Ziegelstein errichtet. Die Kirche trägt als äußeren Schmuck über dem Eingang an der Südseite eine Sandsteintafel mit dem Wappen des Stifters. 1734 wurde die Kirche um eine Fensterachse und den Turm nach Westen erweitert. In das Mauerwerk der Westseite des Turms unter dem Schallfenster eingelassen ist eine vierzeilige Steinplatte mit dem Text „Gott sey uns gnädig und segne uns. Ps. 67. Anno 1734“.Psalm 67 auf Die-Bibel.de, Abruf am 1. Oktober 2021
1927 erhielt der Turm ein neues Kupferdach. Darüber befindet sich ein verziertes Doppelkreuz mit dem Kürzel X V I A („Christus lebt in Ewigkeit“) sowie eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1927.
Ausstattung
Im Kircheninneren fallen die bunte barocke Balkendecke (1634), eine geschnitzte und bemalte Empore (1636), die Altarwand, eine Sandsteinkanzel mit Wappen des Grafenpaars (1616) und ein sandsteinerner Taufstein mit Messingbecken (1667) auf. Die Malereien an Decke, Emporen und den Altar führte ab 1634 ausweislich seiner Signatur der Oldenburger Maler und Schreibmeister Johannes Kirchring (der Jüngere) aus, dem auch die Figuren am Epitaph Balthasar Dugend von 1645 zugeschrieben werden.
Orgel Eine erste Orgel der Dreifaltigkeitskirche wird 1714 erwähnt. Seitdem ist die Orgel mehrfach ersetzt und erweitert worden. Die heutige Orgel ist 1956 in der Orgelbauwerkstatt von Alfred Führer entstanden. Die Orgel besteht aus 27 Registern. Die Orgelempore ist über eine Außentreppe zugänglich.
Disposition:
I Hauptwerk Prinzipal 8′ Rohrflöte 8′ Oktav 4′ Kleingedackt 4′ Quinte ′ Prinzipal 2′ Terz ′ Mixtur IV–VI Dulcian 16′ II Oberwerk Gedackt 8′ Quintade 8′ Oktav 4′ Rohrflöte 4′ Flachflöte 2′ Terzian 2′ Oktav 1′ Scharff IV Trompete 8′ Krummhorn 8′ Pedal Subbass 16′ Oktavbass 8′ Gedacktbass 8′ Choralbass 4′ Nachthorn 2′ Rauschpfeife III Fagott 16′ Trompete 8′
Glocken In der Glockenstube hängen zwei Glocken. Die größere Glocke, nach der lateinischen Inschrift Trinitatisglocke genannt, wurde im August 1650 von den lothringischen Glockengießern Claudius Voillo und Gottfried Baulard gegossen. Die Glocke hat einen Durchmesser von 95 cmA. Rauchheld, Glockenkunde Oldenburgs, in Oldenburger Jahrbuch 29 (1925). und wiegt ca. 520 kg. Die kleinere Glocke hing seit 1474 in Kieslingswalde in Schlesien. Sie sollte im Zweiten Weltkrieg für Rüstungszwecke eingeschmolzen werden, blieb aber verschont und kam 1951 nach Osternburg. Die Glocke hat einen Durchmesser von 82 cm und wiegt 330 kg.
Fenster In Richtung Süden zeigen drei Buntglasfenster mit biblischen Abbildungen, welche von der Glasmalereianstalt Ferdinand Müller gefertigt wurden.
Taufstein Der Taufstein von 1616 wird Ludwig Münstermann zugeschrieben. Der Messingaufsatz ist nach der Inschrift eine Stiftung des Hinrich von der Helle aus dem Jahr 1667.Bericht der Ludwig-Münstermann-Gesellschaft, Abruf am 21. September 2025 Reinhard Karrenbrock verweist im Dehio auf die wohl ähnlich gestalteten Taufsteine in Tossens und Eckwarden.Reinhard Karrenbrock: Ev. Dreifaltigkeitskirche. in: Georg Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bremen. Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0, S. 1031
Pfarrer Über die Pfarrer der Dreifaltigkeitskirche existieren ausführliche Aufzeichnungen. Sie reichen über die ganze Zeit des Bestehens der Kirche von Beginn an. Ihre Namen sind auch unterhalb der Kanzel mit Namen und Wirkungsjahren von 1616 bis 1978 wiedergegeben.
Kirchhof Die Kirche ist umgeben von dem Alten Osternburger Friedhof, auf dem anfangs auch das Pfarrhaus und die Schule standen. Einige Grabstelen haben sich über die Jahrhunderte erhalten. Ein Grabkeller auf der Südseite der Kirche wird auf 1710 datiert.Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band 3, Seite 192. An der Nordwestecke ist ein Soldatenfriedhof abgeteilt.
Siehe auch Liste der Kirchen in der Landeskirche Oldenburg
Literatur Doris Böker (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 31. Stadt Oldenburg (Oldenburg). Braunschweig 1993, S. 228f. (Link zum Digitalisat)
Reinhard Karrenbrock: Ev. Dreifaltigkeitskirche. in: Georg Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bremen. Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0, S. 1030f. (Dehio.de)
Weblinks
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Osternburg Kugelpanorama des Inneren der Kirche Dreifaltigkeitskirche im Denkmalatlas Niedersachsen
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Oldenburg (Oldb) Oldenburg Oldenburg (Oldenburg) Oldenburg (Oldenburg) Kategorie:Baudenkmal in Oldenburg (Oldb) Kategorie:Erbaut 1616