Spinosad ist ein Insektizid, das aus dem Bakterium Saccharopolyspora spinosa der Familie der Pseudonocardiaceae gewonnen wird und aus Spinosyn A und D besteht. Die Spinosyne sind Makrolide aus vier anellierten Ringen, einem Aminozucker (D-Forosamin) und einem neutralen Zucker (Tri-Ο-methyl-L-rhamnose). Es existieren etwa 200 synthetische und 20 natürliche verschiedene Spinosyne (zum Beispiel Spinetoram).
Zusammensetzung Spinosad ist eine Mischung aus den Spinosynen A und D in einem Verhältnis von ungefähr 95:5 bis 50:50. Spinosad Name Spinosyn A Spinosyn D Strukturformel 250px 281px CAS-Nummer PubChem Summenformel C41H65NO10 C42H67NO10 Molare Masse 732 g·mol−1 746 g·mol−1 Aggregatzustand fest Schmelzpunkt 84–99,5 °C 161,5–170 °C Löslichkeit praktisch unlöslich in Wasser (0,0894 g·l−1 bei 20 °C) 168 g·l−1 in Aceton praktisch unlöslich in Wasser (0,00495 g·l−1 bei 20 °C) 10,1 g·l−1 in Aceton Das Handelsprodukt ist ein Feststoff mit leicht erdigem Geruch, hat eine relative Dichte von 0,512 (bei 20 °C) und zersetzt sich bei 173 °C.
Verwendung
Pflanzenschutz Spinosad wirkt als Kontaktgift sowie auch als Fraßgift und wird im Pflanzenschutz gegen Thripse, Fruchtschalenwickler, Miniermotten und andere Raupenarten eingesetzt. Es eignet sich auch zur Bekämpfung der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) und weiterer Fruchtfliegen, wie beispielsweise der Olivenfruchtfliege (Bactrocera oleae).
Der Wirkstoff Spinosad wurde in der Europäischen Union mit Wirkung zum 1. Februar 2007 für Anwendungen als Insektizid in Pflanzenschutzmitteln zugelassen.. Der Einsatz im Ökologischen Landbau nach EU Bio-Siegel und Bayerischem Bio-Siegel ist zulässig,. nicht jedoch nach den Richtlinien von Biokreis, Bioland, Demeter Deutschland und Demeter Schweiz. Spinosad-Präparate werden häufig zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers gespritzt, gelten in dieser Form jedoch als bienengefährlich (Bienengefährdungsstufe B1).FiBL:
In vielen Staaten der EU, unter anderem in Deutschland und Österreich, sowie in der Schweiz sind Pflanzenschutzmittel-Produkte mit dem Wirkstoff Spinosad zugelassen (Conserve, Success, SpinTor).
Haus Es findet Verwendung als Wirkstoff von insektizidhaltigen Ködergels, z. B. gegen Ameisen und Fluginsekten im Haus.
Medizin und Tiermedizin In der Veterinärmedizin wird Spinosad gegen Ektoparasiten wie Flöhe und Läuse eingesetzt.
Die amerikanische FDA hat Spinosad 2011 zur Behandlung von Kopfläusen bei Kindern ab vier Jahren zugelassen.Spinosad: Ökogarten-Gift gegen Haarläuse. In: Deutsches Ärzteblatt, 19. Januar 2011.
Abgabe im Handel Mit dem Inkrafttreten der Paragraphen 10–13 der Biozidrechts-Durchführungsverordnung (ChemBiozidDV) zum 1. Januar 2025 sind Mittel mit Spinosad nicht mehr in Selbstbedienung erhältlich, sondern erst nach einem Aufklärungsgespräch durch eine sachkundige Person.Arndt Joachim Nagel: Ab 01.01.2025: Abgabebeschränkungen beim Biozid-Handel! auf it-recht-kanzlei.de vom 6. September 2024, abgerufen am 14. März 2025.Neue Vorgaben der Biozidrechts-Durchführungsverordnung ab Januar 2025 auf gefahrstoff.com vom 23. September 2024, abgerufen am 14. März 2025.
Einzelnachweise
Kategorie:Stoffgemisch Kategorie:Makrolid Kategorie:Dimethylamin Kategorie:2-Alkoxyoxan Kategorie:Methoxyverbindung Kategorie:Keton Kategorie:Cyclohexen Kategorie:Cyclopentan Kategorie:Cyclopenten Kategorie:Pflanzenschutzmittel (Wirkstoff) Kategorie:Insektizid Kategorie:Ektoparasitikum