Hemelingen (Plattdeutsch ) ist ein Stadt- und Ortsteil von Bremen und gehört zum Bremer Stadtbezirk Ost.
Geografie und Ortsteile Hemelingen liegt ca. 6 km östlich vom Zentrum von Bremen am rechten Ufer der Weser. Die benachbarten Stadtteile sind im Norden die Vahr, im Süden Obervieland, im Westen die Östliche Vorstadt, im Osten Osterholz sowie im Südosten die niedersächsische Stadt Achim.
Sebaldsbrück mini|hochkant|Karte des Holter Feldes und der Sebalds Brüke
Fläche: 5,16 km², 10.031 Einwohner (1.944 Einwohner je km²)
Sebaldsbrück (Plattdeutsch ) – im 17. Jahrhundert Segelsbrügge – gehört seit 1921 zur Stadt Bremen. Der Ortsteil wird heute durch das Mercedes-Benz-Werk Bremen dominiert, das fast ein Drittel der 509 ha Fläche einnimmt und seine Ostgrenze bildet. Weitere in Sebaldsbrück ansässige Firmen sind Atlas Elektronik und Coffein Companie. Bis 2014 war in Sebaldsbrück die Wurstwarenfabrik Könecke ansässig.
Der Bahnhof Bremen-Sebaldsbrück von 1846/47 befindet sich an der Bahnstrecke Wunstorf–Bremen.
Das Eisenbahn-Ausbesserungswerk Bremen-SebaldsbrückWerner Busch und Wolfgang Petzold: Die Arbeit in den Eisenbahnwerkstätten. Zur Geschichte des Ausbesserungswerks Bremen-Sebaldsbrück. In: Ausstellungskatalog Zug der Zeit - Zeit der Züge, Nürnberg 1985, S. 305–323. besteht seit 1914 mit dem städtebaulich markanten Wasserturm Sebaldsbrück. Der Betriebshof Sebaldsbrück der Bremer Straßenbahn wurde 1926 gebaut.
Die Parsevalstraße im Westen Sebaldsbrücks ist ein Standort verschiedener Schulen. Heute befinden sich hier das Schulzentrum Sebaldsbrück für die Sekundarstufe I und eine Grundschule. Bis 1987 gab es hier das Gymnasium an der Parsevalstraße.
Im Norden befindet sich die Galopprennbahn Bremen, auch Galopprennbahn in der Vahr genannt, die trotz ihres Namens zum Ortsteil Sebaldsbrück gehört.
Die Anschlussstelle Sebaldsbrück an Autobahn A 27 befindet sich in Osterholz. Diese Benennung sollte Verwechslungen mit der Stadt Osterholz-Scharmbeck vermeiden.
Der Schlosspark Sebaldsbrück ist ein Erholungs- und Freizeitziel. Er wird seit um 1850 so genannt, als Senator Adami im Bereich des mittelalterlichen Sattelhofes ein Herrenhaus erbaute. Das Schlossparkbad besteht seit 1956 als Freibad und seit 1979 zusätzlich als Hallenbad.
Östlich davon wurde 1975 das Schulzentrum Im Holter Feld eröffnet, das ein Oberstufen-Gymnasium sowie die berufliche Bildung der Fachrichtung Maschinenbau vereinte. 2001 wurde die Schule geschlossen und abgerissen, um Platz für die Erweiterung der Mercedes-Benz-Werke zu schaffen.
Siehe auch Sebaldsbrücker Heerstraße
Hastedt
mini|hochkant|Weserwehr, dahinter das Kraftwerk Hastedt
Fläche: 2,82 km², 10.791 Einwohner (3.827 Einwohner je km²)
Hastedt (Plattdeutsch ebenfalls ), 1226 als Herstede zuerst urkundlich erwähnt, gehört seit 1803 zur Landgemeinde Bremen und wurde 1902 in die Stadt Bremen eingemeindet. Als 1939 das damals preußische Hemelingen als Stadtteil zu Bremen kam, wurde Hastedt ein Ortsteil von Bremen-Hemelingen. Der Straßenname Bei den drei Pfählen erinnert noch heute an die frühere Grenze zwischen Bremen und Hastedt. Diese verlief in Höhe der heutigen Stader Straße. Die Hastedter Heerstraße ist in Bremen die Straße mit der sechsthöchsten Hausnummer (Nr. 447) und die Hauptstraße des Ortsteiles. Sie wurde 1812 ausgebaut und hieß bis 1915 Hastedter Chaussee.
Seit 1939 gehört das Gebiet zwischen Stader Straße und Georg-Bitter-Straße nicht mehr zu Hastedt, sondern zum Stadtteil Östliche Vorstadt. Auch die Hastedter Feldmark, eine früher von den Hastedter Bauern bewirtschaftete Fläche, gehört nicht mehr zu Hastedt, sondern entspricht ungefähr der heutigen Gartenstadt Vahr.
Das Kraftwerk Bremen-Hastedt wurde 1907 erbaut. Zur Industrie in Hastedt gehörten in der Vergangenheit die Lloyd Dynamowerke (bis heute), Borgward, die Goliath-Werke, Hansa-Lloyd, Hansa Waggonbau (baute z. B. früher die Bremer Straßenbahnen), der Flugzeugbauer Focke-Wulf und die Hanseatische Silberwarenfabrik. Das Weserwehr in Hastedt wurde 1911 angelegt, um die Flussfahrt mit größeren Schiffen zu ermöglichen und eine weitere Senkung des Niedrigwasserstandes oberhalb Bremens und des Grundwasserstandes zu verhindern. Nach der Überschwemmungskatastrophe von 1981 wurde das Weserwehr bis 1993 neu gebaut und das alte Weserwehr abgerissen. 2011 ging neben dem neuen Wehr das Weserkraftwerk Bremen in Betrieb.
Die Auferstehungskirche Hastedt entstand 1958/59 nach Plänen von Carsten Schröck. Der Hastedter Turn- und Sportverein (HTSV) verfügt seit 1972 über die vereinseigene Sporthalle am Jacobsberg.
Hemelingen mini|hochkant|Fabrikgebäude von Wilkens und Söhne mini|hochkant|Figurengruppe Szenario am Marktplatz mini|hochkant|Wohnhaus Wilkens, jetzt Bürgerhaus Hemelingen
Fläche: 9,24 km², 11.549 Einwohner (1.250 Einwohner je km²)
Hemelingen (Plattdeutsch ) ist der größte Ortsteil im Stadtteil. Er gehört seit 1939 zur Stadtgemeinde Bremen.
Hier befinden sich die Firmen Mondelēz International (früher Kraft Jacobs Suchard), Rheinmetall Electronics, Wilkens und Söhne (Bremer Silberwarenfabrik, Fabrikverkauf).
Der Ortsteil verfügt über vier Schulen: Grundschule an der Brinkmannstraße mit ihrer Dependance an der Glockenstraße, Grundschule am Osterhop sowie Wilhelm-Olbers-Oberschule (ehemals das Schulzentrum an der Drebberstraße). Die Sportvereinigung Hemelingen von 1858 bietet ein umfangreiches Sportangebot und war in der Saison 25/26 erstmals in ihrer Geschichte Teilnehmer im DFB-Pokal.
Seit 1990er Jahren hat der Ortsteil leerstehende Gewerbeflächen. Seit den 2000er Jahren, mit Beginn des Projektes Hemelingen-Sanierung, wird versucht, den Ortsteil durch Maßnahmen im Gewerbe-, Handel- und Wohnungsbereich aufzuwerten.
An der Ecke Hemelinger Bahnhofsstraße/Diedrich-Wilkens-Straße steht aus dem Areal Wilkens & Söhne die ehemalige Villa Wilkens des Gründers der Silberwarenfabrik; das Gebäude beherbergt gegenwärtig eine Weiterbildungseinrichtung (IBS). In dem Wohnhaus Wilkens von 1870 auf demselben Anwesen ist seit 1984 das Bürgerhaus Hemelingen untergebracht.
Arbergen
Fläche: 6,09 km², 6.087 Einwohner (1.000 Einwohner je km²)
Arbergen (Plattdeutsch ) wurde erstmals 1230 erwähnt. Es gehört seit 1939 zur Stadtgemeinde Bremen. Der Ortsteil liegt auf mehreren Dünen. Auf der höchsten Düne mit ca. 8 Meter über NN steht die Kirche.
Arbergen liegt zwischen zwei Bahnlinien, der Bremer Umgehungsbahn der Bahnstrecke Osnabrück–Hamburg im Süden und der Bahnstrecke Hannover–Bremen im Norden. Die Autobahn A 1 Hamburg–Köln führt im Süden vorbei. An diese Verkehrssysteme gibt es von Arbergen aus keine direkten Anschlüsse.
Die Bevölkerung, die überwiegend der gesellschaftlichen Mittelschicht zugeordnet wird, profitiert von den Arbeitsplätzen des in der Nähe liegenden Mercedes-Benz Werkes Bremen.
Es gibt die Grundschule Arbergen in der Heisiusstraße. Weiterführende Schulen befinden sich in den Nachbarortsteilen. Es gibt zudem vier Kindertagesstätten. Das Sozialzentrum Bremen-Arbergen befindet sich an der Hermann-Osterloh-Straße.
Sehenswürdigkeiten sind die Arberger Mühle von 1803 und die ev. Kirche St.-Johannis (Turm 11. Jh., Kirchenschiff von 1719). Arbergen hat ein großes Naherholungsgebiet, die Arberger Marsch, auf deren Gebiet ein Industriegebiet geplant ist.
Am Fuß der Kirchendüne befindet sich das Gasthaus Arberger Hof, welches vor allem in den 1960er Jahren, zu Zeiten des Beat-Clubs, einen Namen als Konzerthaus innehatte. Viele bekannte Musikerinnen und Musik, u. a. die Bee Gees, traten dort auf. Auch heute finden hier regelmäßig Konzerte statt. Die ehemalige Hengststation und ältester Gastronomiebetrieb befindet sich neben der Mühle und der Kirche und gilt als ein Wahrzeichen Arbergens.
Berühmtester Arbergener ist der Astronom Heinrich Olbers, der am 11. Oktober 1758 hier als Sohn des Pastors Johann Georg Olbers geboren wurde.
Mahndorf
Fläche: 6,40 km², 5.832 Einwohner (911 Einwohner je km²)
Mahndorf (Plattdeutsch ) wurde 1339 als Mandorpe das erste Mal erwähnt. Zahlreiche frühgeschichtliche Funde belegen eine frühe Besiedlung im 4. Jahrhundert n. Chr. auf den bis zu 20 Meter hohen Dünen und dem Geestgebiet (siehe Hauptartikel Mahndorfer Gräberfeld). Seit 1939 gehört Mahndorf neben Arbergen und Hemelingen durch Gebietstausch zur Stadt Bremen.
Mahndorf liegt im Osten von Bremen und Hemelingen direkt westlich von der Autobahn A 1 mit der Ausfahrt Uphusen/HB-Mahndorf. Der Bahnhof Bremen-Mahndorf befindet sich an der Bahnstrecke Wunstorf–Bremen, und ist, wie alle Bahnhöfe und Haltepunkte am Streckenabschnitt zwischen Bremen Hauptbahnhof und dem Bahnhof Verden (Aller), seit 2011 an die Regio-S-Bahn angebunden. Hier halten sämtliche Regionalexpress-Züge, während Regionalbahnen bis zum Fahrplanwechsel Dezember 2016 ohne Halt durchfuhren. Seit dem Fahrplanwechsel 2016 hält die Linie RB37 ebenfalls in Bremen-Mahndorf.
Es gibt die ev. Kirchengemeinde Mahndorf mit der Kirche Sankt Nikolai von 1965 und das Bürgerhaus Mahndorf von 1979.
Der Mahndorfer See mit seinem Badestrand und dem Campingplatz sowie die Wege nach Uphusen und zur Weser sind beliebte Freizeitziele.
Geschichte Namen In Hemelingen soll im Mittelalter die Familie Hemelo – später Hemelingen bzw. Hemelyngh – ihren Sitz gehabt haben. Sie hatte im Rat des Ortes eine wichtige Rolle inne. Eine andere Deutungsversion vermutet, dass zuerst Hemel, der niederdeutsche Begriff für ein vom Wasser umspültes Land, Grundlage für den Ortsnamen war. Der Name wandelte sich 1238 zu Hemelinge, 1332 zu Hemelinghe und 1382 zu Hemelingh.
Arbergen wurde 1230 als Arberge, 1246 als Arbergen und 1319 als Arberghen erwähnt. Hastedt könnte ursprünglich ein Familienname gewesen sein. Es hieß 1226 Herstede. Mahndorf hieß 1330 oder 1339 Mandorpe, 1441 Manenthorpe und 1482 Manendorf. Sebaldsbrück wurde erst 1847 gegründet, im 17. Jahrhundert gab es dort jedoch schon eine Brücke, die Segelsbrügge, über die Kleine Wümme. Der Namensteil „Sebald“ bezieht sich nicht auf den Heiligen Sebaldus von NürnbergEberhard Tiling: Versuch eines bremisch-niedersächsischen Wörterbuches. Band 4. Verlag Förster, 1770. S. 728 (online)., sondern die Bedeutung des Namens ist ungeklärt. Stackkamp hieß 1204 Stockampe und war ein Gut und ein kleines Dorf. Der Name bedeutet ein von Staken – also Latten – eingezäunter Kamp (Land, Flur).
Vorgeschichte Schon aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. sind Siedlungsspuren in Hemelingen und Mahndorf durch Grabungsfunde von 1983 und 1997 nachweisbar. Je nach der Höhe des Wasserstandes sollen die Siedlungen zeitweise dabei recht große Gebiete umfasst haben.
Mahndorf lag mit einer Düne teilweise deutlich höher bis auf 20,80 m über NN. Ein frühgeschichtlicher Friedhof, der vom 3. bis 9. Jahrhundert belegt wurde, ist durch Grabungen von 1936 bis 1939 und um 1962 bis 1963 erkundet. Auch die gefundenen Reste von Grubenhäusern in Mahndorf weisen auf eine Besiedlung durch die germanischen Chauken bzw. Sachsen – von 200 v. Chr. bis 900 n. Chr. hin.
Mittelalter bis 1800 Die erste Erwähnung von Hastedt war 1226, von Arbergen 1230, von Hemelingen 1238 und von Mahndorf 1330 oder 1339.
Die Dörfer gehörten zur Vogtei Langwedel vom Erzstift Bremen. Seit dem 15. Jahrhundert gehörten sie zum Goh und später Landkreis Achim bzw. seit 1932 Landkreis Verden.
1547, bei der Belagerung Bremens (siehe Schlacht bei Drakenburg) im Schmalkaldischen Krieg, wurde Hastedt völlig zerstört.
Die Dörfer Hastedt, Arbergen, Hemelingen und Mahndorf kamen nach dem Dreißigjährigen Krieg zum schwedisch regierten Herzogtum Bremen und 1719 zum Kurfürstentum Hannover.
In Arbergen gab es wahrscheinlich schon Ende des 12. Jahrhunderts ein eigenes Kirchspiel mit der romanischen Kirche St. Johannis. Hastedt und Hemelingen (bis 1890) gehörten zum Kirchspiel.