Das Ministerium für Diaspora ist ein Ministerium in Israel, das 2013 gebildet wurde. Vorangegangen waren das Ministerium für Information, das 1969 aufgelöst und von 1974 bis 1975 wieder bestand, sowie das Ministerium für Soziale Angelegenheiten und Angelegenheiten der Diaspora (von 1999 bis 2001 und von 2003 bis 2006), das von 2007 bis 2009 als Ministerium für Diaspora, Gesellschaft und den Kampf gegen Antisemitismus und von 2009 bis 2013 als Ministerium für Diplomatie und Diaspora. Seit 2013 trägt es seinen derzeitigen Namen. Der derzeitige Minister ist seit Dezember 2022 Amichai Chikli; zuvor war es ab Juni 2021 Nachman Shai.Knesset.gov.il:

Liste der Minister MinisterParteiAmtsantrittAmtsendeRegierungMinisterium für InformationJisrael GaliliHaMa’arach; Avoda5. Juni 196717. März 196913. RegierungVon 1969 bis 1974 existierte kein entsprechendes Ministerium.Schimon PeresHaMa'arach10. März 19743. Juni 197416. RegierungAharon JarivHaMa'arach3. Juni 19744. Februar 197517. RegierungMinisterium 1975 abgeschafftMinisterium für Soziale Angelegenheiten und Angelegenheiten der DiasporaMichael MelchiorJisrael Achat5. August 19997. März 200128. RegierungNatan ScharanskiLikud3. März 20034. Mai 200630. RegierungMinisterium 2006 abgeschafftMinisterium für Diaspora, Gesellschaft und den Kampf gegen AntisemitismusJitzchak HerzogAwoda21. März 200731. März 200931. RegierungMinisterium für Diplomatie und DiasporaJuli-Joel EdelsteinLikud31. März 200918. März 201332. RegierungMinisterium für DiasporaNaftali BennettHaBajit haJehudi, HaJamin HeChadasch18. März 20134. Juni 201933.+34. RegierungTzipi HotovelyLikud21. Januar 202017. Mai 202034. RegierungOmer YankelevichChosen LeJisra’el17. Mai 202013. Juni 202135. RegierungNachman ShaiAvoda13. Juni 202129. Dezember 202236. RegierungAmichai ChikliLikud29. Dezember 2022amtierend37. Regierung

Stellvertretender Minister Nur einmal während seiner Geschichte, vom 20. Juni bis zum 23. November 2005, hatte das Ministerium bisher einen stellvertretenden Minister: Michael Melchior (Meimad-Partei).

Antisemitismus-Konferenz Im März 2025 veranstaltete das Ministerium eine »Internationale Konferenz zur Bekämpfung des Antisemitismus«. Präsident Isaak Herzog und Premierminister Benjamin Netanjahu nahmen an der Konferenz teil. Zu der Konferenz wurden auch Vertreter rechter und rechtsextremer Parteien aus Europa als Redner eingeladen, darunter Jordan Bardella des Rassemblement National in Frankreich, Hermann Tertsch von Vox in Spanien, Charlie Weimers von den Schwedendemokraten, Marion Maréchal, die Enkeltochter von Jean-Marie Le Pen, des Gründers des Front national, und Kinga Gál von Fidesz in Ungarn, aber auch Bernard-Henri Lévy, Ephraim Mirvis,French far-right leader to visit Jerusalem for confab on fighting antisemitism The Times of Isael, 13. März 2025; Liza Rozovsky, Judy Maltz, Rachel Fink: Israel Invites Europe’s Far Right to Conference ‘Combating Antisemitism’. In: Haaretz, 13. März 2025. Jonathan Greenblatt, der Vorsitzende der Anti-Defamation League, der argentinische Präsident Javier Milei und Milorad Dodik, Präsident der Republika Srpska.Rachel Fink, Liza Rozovsky, Judy Maltz: Germany’s Antisemitism Czar Cancels Participation in Israel’s ‘Combating Antisemitism’ Conference Due to European Far-right Invitees. In: Haaretz, 14. März 2025.

Als die Beteiligung der Rechtsradikalen bekannt wurde, sagte der deutsche Antisemitismusbeauftragte Felix Klein seine Teilnahme ab. Volker Beck, Javier Milei und Jonathan Greenblatt sagten zwischenzeitlich ebenfalls ihre Teilnahme ab.

Schimon Stein und Moshe Zimmermann schrieben in Haaretz über die Einladung von Rechtsextremen zu der Konferenz: »Sag mir, wer deine Freunde sind, und ich sag dir, wer du bist«, und dass dieses Bündnis zwischen der israelischen Regierung und europäischen Rechtsextremen ein Ergebnis der rassistischen Vorstellung von einem gemeinsamen Feind sei – Muslime, Araber und Immigranten. Die Konferenz sei das natürliche Ergebnis eines jahrelangen gegenseitigen Werbens zwischen der israelischen und der weltweiten extremen Rechten.

Minister Amichai Chikli verteidigte die Einladungen und erklärte, dass der »radikale Islam die wahre Gefahr für das Judentum in Europa« sei, und nicht die Rechte. Er sagte, dass die europäischen Rechtsextremen Israel »am meisten unterstützen«.

Propaganda für Siedlungen

Im Mai 2025 kündigte das Diaspora-Ministerium eine neue weltweite Propaganda-Initiative (siehe Hasbara) für die Rechtfertigung der israelischen Siedlungen in den besetzten bzw. annektierten Gebieten (Westjordanland, Jordantal und Golanhöhen) an.Linda Dayan: Israel Launches PR Initiative to Boost Global ‘Legitimization’ of West Bank Settlements. In: Haaretz, 7. Mai 2025.

Wikipedia Das Ministerium hat eine Organisation namens National Vision unterstützt, die versucht, die englischsprachige Wikipedia so zu beeinflussen, dass sie die Narrative der israelischen Regierung wiedergibt.

Einzelnachweise

Diaspora Kategorie:Behördengründung 2013