Friedrich Demmer (* 1785 in Berlin Pfarre St. Josef ob der Laimgrube, Tom. 5, fol. 234, und Tom. 8, fol. 28; † 15. April 1838 in Mariahilf in WienPfarre Mariahilf, Tom. V, S. 225) war ein österreichischer Opernsänger (Tenor), Schauspieler und Regisseur und der möglicherweise erste Florestan in Beethovens Oper Fidelio.Kutsch/Riemens: Großes Sängerlexikon. K.G. Saur, elektronische Ausgabe der dritten, erweiterten Auflage, Digitale Bibliothek, Band 33, S. 5643. Im Grove wird in dieser Rolle allerdings Joseph (Friedrich Christian) Demmer genannt.
Leben Friedrich Demmer war ein Sohn von Carl Demmer, der ab 1804 am Theater an der Wien tätig war. Bereits 1807/08 gehörte auch ein „Hr. Demmer, Sohn“ – höchstwahrscheinlich Friedrich Demmer – zum Ensemble des Theaters an der Wien.Almanach fürs Theater 1809, hrsg. von August Wilhelm Iffland, Berlin 1809, S. 197 Am 16. Mai 1814 debütierte „Hr. Fr. Demmer“ als Anton in August Wilhelm Ifflands Schauspiel Die Jäger im k. k. Hoftheater.Wiener Hof-Theater-Taschenbuch auf das Jahr 1815, hrsg. von Ignaz Franz Castelli, Jg. 12, Wien 1814, S. 59
Im Wiener Künstlerverzeichnis von Franz Heinrich Böckh wird er 1821 wie folgt verzeichnet: „Demmer Fridrich [!], Sänger im k. k. privil. Theater an der Wien. Im Theater-Gebäude daselbst Nr. 26.“Franz Heinrich Böckh, Wiens lebende Schriftsteller, Künstler und Dilettanten im Kunstfache, Wien 1821, S. 366 Im August 1822, bei der administrativen Zusammenlegung des Theaters an der Wien mit dem Kärntnertor-Theater durch Graf Ferdinand Pálffy von Erdőd, bildete Friedrich Demmer mit Ignaz von Seyfried das Musikkomitee beider Theater.Der Sammler, Jg. 14, Nr. 103 vom 27. August 1822, S. 412
Im Dezember 1824 erschien von dem Schauspieler Carl Friedrich Müller ein Musikalisches Angebinde zum neuen Jahre, „seinem geschätzten Freunde Herrn Friedrich Demmer, Regisseur des k. k. priv. Theaters an der Wien zugeeignet“, das auch ein Werk von Ludwig van Beethoven enthält: den Walzer Es-Dur WoO 84, entstanden am 21. November 1824.
Demmer war an dem Theater auch in späteren Jahren als Regisseur tätig.Alvensleben (1837), S. 88f. Vom September 1829 bis 1834 wirkte er als Sänger und dann bis zu seinem Tod als Ober-Regisseur des k. k. Hofoperntheaters am Kärntnertor.
Am 15. April 1838 verstarb „Hr. Friedrich Demmer, Regisseur im k. k. Hoftheater nächst dem Kärntnerthor, alt 52 Jahr, zu Mariahülf Nr. 74, an der Lungensucht“.Wiener Zeitung, Nr. 89 vom 18. April 1838, S. 566 In einem kurzen Nachruf schrieb Ignaz Franz Castelli: „Hr. Demmer war ein tüchtiger Schauspieler, ein wackerer Musiker und Capellmeister, ein musterhafter Regisseur und – ein braver Mann.“Allgemeiner musikalischer Anzeiger, hrsg. von Ignaz Franz Castelli, Jg. 10, Nr. 19 vom 10. Mai 1838, S. 76
Ferdinand von Seyfried bezeichnete ihn rückblickend als „Universalgenie“.Seyfried (1864), S. 142
Literatur
Ludwig von Alvensleben: Biographisches Taschenbuch deutscher Bühnen-Künstler und Künstlerinnen, Jg. 2, Leipzig 1837, Artikel „Wilhelm Vogel“, S. 88f. und 95 (Digitalisat) Ferdinand von Seyfried: Rückschau in das Theaterleben Wiens seit den letzten fünfzig Jahren, Wien 1864, S. 142–145 (Digitalisat)
Einzelnachweise
Kategorie:Opernsänger Kategorie:Tenor Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Musiker (Wien) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Geboren 1785 Kategorie:Gestorben 1838 Kategorie:Mann