Die Liste der deutschen Kalischächte beinhaltet alle 297 Schächte des Kalibergbaues in Deutschland. Davon wurden 48 nicht fertiggestellt. Die Schächte befinden sich in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Thüringen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. Die 23 Schächte im bis 1918 deutschen Elsässer Kalirevier sind nicht aufgeführt.
Die meisten Schächte wurden im Zeitraum von den Gründerjahren bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges abgeteuft. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es, auch durch das nunmehr gebrochene deutsche Kalimonopol, eine Überproduktionskrise, die einen Konzentrationsprozess zur Folge hatte. Daher wurde im Oktober 1921 die Stilllegungsverordnung erlassen,Verordnung betreffend Abänderung der Vorschriften zur Durchführung des Gesetzes über die Regelung der Kaliwirtschaft vom 18. Juli 1919, (Reichs-Gesetzbl. S. 663). Vom 22. Oktober 1921. (Volltext bei Wikisource, S. 1312f) in der eine Frist für die Abgabe einer freiwilligen Stillegungerklärung bis zum 1. April 1924 gesetzt wurde. Viele kleinere Kaliwerke wurden aufgrund dessen im Jahr 1924 stillgelegt. Zum Teil wurden sie von den Muttergesellschaften als Reservewerke vorgehalten.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden etliche dieser Reservewerke im Zuge der Aufrüstung als Munitionslager bzw. Munitionsanstalt genutzt. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde in Reserve-, aber auch in aktiven Bergwerken untertägige Rüstungsproduktion eingerichtet. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges wurden die Bergwerke auch zur bombensicheren Unterbringung von Wertgegenständen und Kulturgut genutzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der Konzentrationsprozess in den beiden deutschen Staaten weiter fort. Größere, leistungsfähige Kaliwerke mit guten Lagerstättenvorräten wurden ausgebaut, wobei auch in geringem Umfang neue Schächte abgeteuft wurden und kleinere Werke ohne langfristige Perspektive wurden geschlossen. In der DDR wurde in den 1960er-Jahren mit dem Kaliwerk Zielitz das einzige neue deutsche Kaliwerk nach dem Zweiten Weltkrieg aufgeschlossen. Die Konzentration führte in der Bundesrepublik zum westdeutschen Monopolisten Kali und Salz (K+S), in der DDR wurden alle Kali- und Steinsalzbetriebe im Kombinat Kali zusammengeschlossen.
Infolge der deutschen Wiedervereinigung übernahm K+S von der Treuhandanstalt die besten Kaliwerke des ehemaligen Kombinats Kali, die anderen wurden geschlossen oder dienen anderen Zwecken, wie z. B. als Untertagedeponie. Auch einige wenige westdeutsche Kaliwerke wurden geschlossen.
Ende 2018 stellte das letzte Kaliwerk des Nordhannoverschen Kalibezirkes, das Kaliwerk Sigmundshall, die Förderung wegen Erschöpfung der Lagerstätte ein.
Derzeit sind 3 Kaliwerke aktiv: das Kaliwerk Neuhof-Ellers (Hessen), das Verbundbergwerk Werra (Hessen/Thüringen) und das Kaliwerk Zielitz (Sachsen-Anhalt).
Tabelle der Schachtanlagen