Die Liste von Lokomotiven und Triebwagen der Schwedischen Staatsbahnen gibt einen Überblick über die von den Schwedischen Staatsbahnen während ihrer Existenz von 1856 bis 2000 eingesetzten Triebfahrzeuge sowie deren Bezeichnungssystem.

Im Laufe des Bestehens von SJ wurden immer wieder Privatbahnen verstaatlicht und Lokomotiven in das Nummernsystem aufgenommen. Aufgrund der vom Schwedischen Reichstag 1939 beschlossenen Allgemeinen Eisenbahnverstaatlichung in Schweden kamen ab 1940 zahlreiche Lokomotivbauarten mit oft nur wenigen Exemplaren von Privatbahnen zur Staatsbahn, so dass eine Vollständigkeit der Liste nicht gegeben ist.

Bezeichnung und Nummerierung der Lokomotiven Bezeichnungssystem (Litterasystemet) mini|200px|Als Beispiel: Schild der F 1200

Wie bei vielen anderen Bahnen wurden die ersten beschafften Lokomotiven mit einem Namen bezeichnet. Damit wurde jede einzelne Lokomotive als „eigene“ Baureihe geführt. Seit 1876 verwendeten die schwedischen Staatsbahnen für Lokomotiven gleicher Bauart (im deutschen Sprachgebrauch auch als „Baureihe“ bezeichnet) eine aus einem Großbuchstaben () gebildete Bezeichnung. Jeder Großbuchstabe entsprach dabei einer bestimmten Lokomotivbauart. Durch Umbau oder Neulieferung entstandene Unterbauarten wurden sukzessive und immer detaillierter mit nachgestellten Kleinbuchstaben und dann auch Ziffern gekennzeichnet. So wurden aus den 1B-Lokomotiven der Littera B zunächst Bb und dann auch Ba (für Lokomotiven mit neuem oder originalem Kessel), und schließlich Ba1, Ba2, Bb1 und Bb2, um die Rauchrohrvarianten der Kessel zu unterscheiden.

In der zweiten Hälfte der 1890er-Jahre wurden die Buchstaben des schwedischen Alphabets von A bis Ä benutzt. Um neu gebaute Lokomotiven wieder mit einfachen Großbuchstaben in das System einfügen zu können, wurden 1898 mehrere nur als Einzelstücke oder in geringer Stückzahl vorhandene Typen umbenannt, so wurden z. B. aus der N, Q, R, T, Å und Ä die Qn, Qa, Qr, Qt, Qå und Qä. Die durch Ausmusterung und die Umbenennungen freigewordenen Buchstaben wurden erneut benutzt.

Für die ab 1914 eingestellten Elektrolokomotiven wurde das System in gleicher Weise verwendet, beginnend mit den bei Dampflokomotiven nicht mehr vorkommenden Buchstaben P, Q und O. Der gleiche Großbuchstabe wurde von nun an nur entweder für eine Dampf- oder eine Elektrolokomotivbaureihe genutzt und die Unterbauarten durch nachgestellte Kleinbuchstaben differenziert (Oa, Ob, Oc usw.). Mit zunehmender Ausmusterung der Dampflokomotiven wurden immer mehr Littera für E-Loks frei. Bei Dampflokomotiven kam es erneut zur Verfeinerung des Systems, so gab es z. B. in der auf die preuß. G 8.1 zurückzuführenden Lokomotivfamilie eine Ga, Ga2, Ga3, Ga4, Gb und Gb2.

Von Privatbahnen übernommene Lokomotiven erhielten eigene, vom Namen der übernommenen Bahn abgeleitete mehrbuchstabige Bezeichnungen, z. B. stammten HSa bis HSd von der Härnösand-Sollefteå Järnväg, MVa bis MVg von der Mora-Vänern Järnväg, ÖCBa und ÖCBb von der Östra Centralbana.

Durch die Vielzahl der infolge der ab 1940 vollzogenen Allgemeinen Eisenbahnverstaatlichung in den Bestand der SJ kommenden Privatbahn-Dampflokomotivbauarten war dieses System aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht mehr beizubehalten. Daher erhielten alle Dampflokomotiven ab 1942 neue Bezeichnungen, die nurmehr aus einem Großbuchstaben und einer Zahl bestanden, z. B. A, A2, A3 und so fort bis A8. Für Elektrolokomotiven wurde das bisherige System mit der Kombination aus Großbuchstabe, Kleinbuchstabe und ggf. Ziffer beibehalten. Für die nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellten Diesellokomotiven kamen die Buchstaben T, V und Ä in Kombination mit einer Zahl in Verwendung (T44, V5, Ä1 etc.).

Schmalspurlokomotiven sind mit p ( = sehr schmal) für 891 mm und mit t ( = 1067) für 1067 mm Spurweite gekennzeichnet.

Durch die Neuvergabe frei gewordener Bezeichnungen und die zahlreichen Umbenennungen ist das Litterasystemet über die gesamte Existenzdauer der SJ hin sehr unübersichtlich. In Teilen der Fachliteratur und auch in diesem Artikel werden daher zur Unterscheidung verschiedener Bauarten gleicher Bezeichnung den Bezeichnungen in Klammern gesetzte römische Zahlen nachgestellt. So ist die B (I) (erste Besetzung – schwed.: första) eine 1B-Gemischtzuglokomotive von 1856, die B (II) (zweite Besetzung – schwed.: andra) eine 2'C-Personenzuglokomotive von 1909. Nach den in der Wikipedia verwendeten Unterscheidungskriterien wird bei gleichem Lemma teilweise die Jahreszahl der Erstbeschaffung der Littera nachgestellt, zum Beispiel SJ D (1874) und SJ D (1925). Diese in Klammern nachgesetzten Unterscheidungshilfen sind jedoch nicht Bestandteil der offiziellen Lokomotivbezeichnung.

Details siehe:

Nummerierung und Namen Im Gegensatz zum Bezeichnungssystem ist die Nummerierung der SJ-Lokomotiven einfach: Die schwedischen Staatsbahnen verwendeten ein strikt sequentielles Nummernsystem, d. h. die Lokomotiven wurden in der Reihenfolge ihrer Bestellung oder Übernahme aufsteigend nummeriert. Für jede der drei Lokomotivhauptbauarten – Dampf-, Elektro- und Diesellokomotiven – wurde ein eigener, bei 1 beginnender Nummernkreis verwendet. Für Schmalspurdampflokomotiven begann dieser Nummernkreis mit der Ziffer 3 für die Spurweite von 891 mm und mit der Ziffer 4 für die Spurweite von 1067 mm. Zweitverwendungen von Nummern ausgemusterter oder verkaufter Lokomotiven kamen bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht vor. Die jeweilige Lokomotive behielt ihre Nummer zeit ihres „Lebens“, auch bei Umbau oder Verkauf an und anschließender Wiederübernahme von einer Privatbahn. Neue Nummern wurden nur bei einem Totalumbau vergeben, der den Charakter der Lokomotive vollständig veränderte, so z. B. bei der Trennung der B'B'-Fairlie-Loks der Baureihe T (I) in je zwei B1-Tenderloks der Baureihe T (II).

Namen erhielten die Staatsbahn-Dampflokomotiven von der B 1 WESTERGÖTLAND von 1856 bis zur Cb 342 VERDANDI des Baujahrs 1886, danach wurde die Namensvergabe eingestellt. Als Lokomotivnamen wurden die Namen schwedischer Städte und Landschaften, landestypische männliche und weibliche Vornamen sowie Begriffe aus der nordischen Mythologie verwendet.

Erläuterung zur folgenden Liste Spalte „ausgem. bis“ bedeutet die Außerdienststellung der Lokomotiven bei den Staatsbahnen – vorher an Privatbetriebe verkaufte Exemplare wurden vielfach länger eingesetzt.

Dampflokomotiven Dampflokomotiven bis 1898