Bruckneudorf (; auch Bruckneudorf-KaisersteinbruchSiehe die Website der Gemeinde (abgerufen am 26. August 2024): das Titelbanner der Website trägt die Aufschrift „Großgemeinde Bruckneudorf-Kaisersteinbruch“, im Impressum wird die Gemeinde jedoch nur „Gemeinde Bruckneudorf“ genannt.) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Burgenland, die geographisch und historisch den über die Landesgrenze hinausgewachsenen Teil der niederösterreichischen Stadt Bruck an der Leitha darstellt.
Geografie Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Bruckneudorf () samt Feriensiedlung Bruckneudorf und Fohlenhof Kaisersteinbruch () Königshof ()
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bruckneudorf und Kaisersteinbruch.
Nachbargemeinden
Klima
Geschichte In der römischen Antike lag das Areal des heutigen Bruckneudorf an einem der wichtigsten Fernverkehrswege Europas, der Bernsteinstraße, die dort die Leitha überquerte. Im 1. und 2. Jahrhundert existierte in der Flur Pfaffengraben beim heutigen Autobahnknoten Bruckneudorf eine einheimische Siedlung. Im Randbereich dieses Dorfes waren vermutlich auch einige römische Soldaten stationiert, die dort eine Nachschubbasis für die Truppen an der nördlich gelegenen Donaugrenze unterhielten. In direkter Nachbarschaft dazu entstand im 2. Jahrhundert eine Straßenstation (mansio), die die einheimische Siedlung überdauerte und bis in die Spätantike Bestand hatte. Zu dieser Zeit existierte im Bereich Pfaffengraben nur noch ein kleines Gehöft. Ein weiterer Bauernhof, der seit dem 1./2. Jahrhundert in einiger Entfernung in der südlich anschließenden Flur Heidwiesen lag, machte in der Spätantike dagegen eine gewaltige Entwicklung durch und wurde zu einem der größten Landsitze des heutigen Österreich. Diese sogenannte Kaiservilla Bruckneudorf ist vor allem wegen ihrer reichen Mosaikausstattung bemerkenswert.Stefan Groh, Helga Sedlmayer: Villa – Wagen – Wirtschaftswunder. Römisches Bruckneudorf (= archäologie aktuell. Band 8). Ferdinand Berger & Söhne, Horn 2022, ISBN 978-3-99137-021-5.
Außer diesen Fundorten östlich des heutigen Ortes befand sich noch auf dem Truppenübungsplatz westlich von Bruckneudorf, beim „Öden Kloster“, die römische Villa von Königshof-Ödes Kloster. Ein awarisches Gräberfeld aus dem Frühmittelalter wurde 2002 bis 2004 bei bauvorgreifenden Ausgrabungen entdeckt, die durch den Ausbau der Nordost Autobahn notwendig geworden waren.Franz Sauer: Fundstelle Bruckneudorf. Das awarische Gräberfeld. Die archäologischen Grabungen auf der Trasse der A6. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2013, ISBN 978-3-7030-0840-5.
Das heutige Bruckneudorf entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als Vorstadt von Bruck an der Leitha auf damals ungarischem Gebiet. Die Stadt stellte auch die Geldmittel zur Gründung zur Verfügung. Auf dem heutigen Ortsgebiet wurden 1846 der Bahnhof und 1867 ein Militärlager errichtet. Der ursprüngliche ungarische Name Bruck Ujfalu wurde 1900 in Királyhida geändert. In Gegensatz zu anderen unmittelbar an der Grenze liegenden Gemeinden im ehemaligen Deutsch-Westungarn hatte Bruckneudorf einen vergleichsweise sehr hohen ungarischen Bevölkerungsanteil, der aber hauptsächlich aus Zoll- und Bahnbeamten sowie Soldaten bestand (1910: 54,3 %). Nach Angliederung des Burgenlandes an Österreich nach Ende des Ersten Weltkriegs bzw. dem Rückzug großer Teile der oben genannten Berufsgruppen nach Ungarn änderte sich auch die ethnisch-sprachliche Situation. Die letzten Volkszählungsergebnisse (2001, 1991) weisen einen Anteil von jeweils 1,7 % ungarischsprachiger Bevölkerung aus (Wohnbevölkerung mit österreichischer Staatsbürgerschaft); für Kaisersteinbruch 6,1 % bzw. 4 %.
Im Jahr 1971 wurden Bruckneudorf und Kaisersteinbruch (mit dem dazu gehörigen Königshof) im Rahmen des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes zu einer Gemeinde vereinigt.
Eine aus den 1930er Jahren dokumentierte Freiwillige Feuerwehr Kaisersteinbruch wurde 1968 neu gegründet. Erst 2017 wurde die Freiwillige Feuerwehr Bruckneudorf gegründet.
Historische Landkarten
Bevölkerungsentwicklung
2025 wurde der Bevölkerungshöchststand mit 3108 Menschen erreicht.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kaiservilla Bruckneudorf König-Franz-Joseph-Denkmal Schloss Königshof Katholische Pfarrkirche Kaisersteinbruch Hll. Rochus und Sebastian Steinmetzmuseum Kaisersteinbruch Bunkeranlage Ungerberg Die ehemalige k.k. Militär-Konservenfabrik – heute ein Supermarkt – steht unter Denkmalschutz. Zu ihrer Anlage gehört auch ein Lagergebäude und eine ehemalige Erbsenschälerei (beide Gebäude ebenfalls unter Schutz), letztere wurde in den frühen 2020ern umgebaut und die Volksschule sowie ein Kulturzentrum dort untergebracht.
Dazu kommen noch etliche Marterl und sonstige Flurdenkmäler zum Beispiel das Bäckerkreuz auf dem Truppenübungsplatz.
Wirtschaft und Infrastruktur Überregionale Bedeutung hat der Truppenübungsplatz Bruckneudorf (TÜPL BN) des Bundesheeres.
Verkehr Bahn: Der Bahnhof Bruck an der Leitha ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Ostbahn. Er ist von großer Bedeutung auch für Bruckneudorf.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 23 Mitglieder.
Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: SPÖ 17, FPÖ 2, ÖVP 2. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: SPÖ 18, ÖVP 4, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: SPÖ 17, ÖVP 5, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: SPÖ 14, FPÖ 5, ÖVP 4. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: SPÖ 16, FPÖ 4, ÖVP 2, GRÜNE 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: SPÖ 19, FPÖ 3, ÖVP 1.
Bürgermeister mini|hochkant=0.7|Bürgermeister Gerhard Dreiszker (2017)
von bis BürgermeisterGemeinde Bruckneudorf: Gemeinderat (abgerufen am 28. November 2017) 1898 1918 Joszef Schöberl 1919 1922 Karl Schöberl 1922 1934 Heinrich Sachs 1934 1938 Johann Tyl 1938 1939 Hans Oskar 1950 Karl Mliner 1950 1951 Hans Sachs 1951 1959 Franz Pschill 1959 1965 Rudolf Vihanek 1965 1983 Johann Margl 1983 1985 Ferdinand Bauer 1985 1987 Ernestine Schötz 1987 2007 Franz Schmitzhofer (SPÖ) 2007 2012 Gerlinde Weiss (SPÖ) seit 2012 Gerhard Dreiszker
Wappen 100px Bruckneudorf wurde das Wappen am 22. Oktober 1994 verliehen Blasonierung: „In rotem Schild eine goldene, gefugte und mit fünf Zinnen versehene Brücke, überhöht von einer goldenen Blätterkrone.“ Bedeutung: Die Brücke symbolisiert einerseits den Wortteil „Bruck“ (= Brücke) und andererseits weist sie auf die Verbindungsrolle der Gemeinde am uralten Grenzfluss Leitha hin. Die Blätterkrone ergibt sich durch verschiedene Überlegungen, die in der Geschichte des Ortsgebietes liegen. Sie weist auf die Bezeichnungen Chunigesprunne (Königsbrunn), Königshof, Kaisersteinbruch, Königshufen und Königsdenkmal hin. Nicht zuletzt hieß der Ort zwischen 1898 und 1921 „Kiralyhida“ (= Königsbrücke). Die Wahl der Farben (rot/gold) dokumentieren die Zugehörigkeit zum Burgenland.Gemeinde Bruckneudorf: Wappen (abgerufen am 28. November 2010)
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde Raymundus Regondi (1652–1715), Abt des Stiftes Altenburg 1681–1715 Mario Jaksch (* 1981), Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Ferenc Gyurcsek (1942–2023), akad. Bildhauer und Restaurator Klaus Wedenig (* 1963), akad. Bildhauer und Restaurator
Literatur Petra Weiß, Walpurga Antl: Bruck-Ujfalu – Királyhida, Bruckneudorf, eine wechselvolle Geschichte an der Leithagrenze. Gemeinde Bruckneudorf, 2011. Franz Schmitzhofer, Christian Zenger: Die Königsbüste in Bruckneudorf. Gemeinde Bruckneudorf, 2020.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Neusiedl am See Kategorie:Archäologischer Fundplatz im Burgenland Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa