Der Rißbach, im Oberlauf Enger-Grund-Bach, ist ein rund 30 km langer Wildfluss in Tirol und dann Oberbayern, der das Rißtal durchfließt und bei Vorderriß von rechts in die Isar mündet.
Name Das Gewässer wird 1434 als Rüss erstmals schriftlich erwähnt. Der Name steht wohl in Zusammenhang mit dem indogermanischen Verb *reus „wühlen, graben“.
Geographie Verlauf Der Rißbach entsteht in Tirol im Karwendel durch den Zusammenfluss mehrerer Quellbäche beim Almdorf Eng der Gemeinde Vomp im Enger Grund des Naturparks Hinterriß-Eng. Er fließt zunächst etwa nordnordostwärts durch den Großen Ahornboden und wendet sich dann auf lange westnordwestlichen Lauf, auf dem er von links seine langen Zuflüsse Laliderer Bach und Johannesbach aufnimmt.
Bei Hinterriß knicken Tal und Fluss dauerhaft nach Nordnordwesten ab. Nach etwas über der Hälfte des dort beginnenden Unterlaufs wechselt der Rißbach am Zufluss des von Südwesten kommenden Fermersbachs über die Staatsgrenze auf bayerisches Gebiet. Dort mündet er dann bei Vorderriß von rechts etwa sechs Kilometer oberhalb des Sylvensteinspeichers in die Isar.
Zuflüsse Vom Zusammenfluss der Oberläufe bis zur Mündung. Auswahl.
Enger-Grund-Bach, linker Hauptstrang-Oberlauf von Südwesten bis nahe Eng (Bach vom Eiskarln), mittlerer Oberlauf von Süden Binsbach, rechter Oberlauf von Osten Gumpenbach, von links nach Eng; mit langen Versickerungsstrecken Hasentalbach, von rechts bei der Hagelhütte am Linksbogen des Flusses Laliderer Bach, von links Falkenkarbach, von links gegenüber der Garberlalm Johannesbach, von links gegenüber der Fuggerangeralm Torbach, von links bei Hinterriß am Rechtsknick des Flusses Rontalbach, von links bei Hinterriß Schleifmühlbach, von rechts nach Brandau Seitenbach, von links Leckbach, von rechts Fermersbach, von links auf der Grenze von Tirol zu Bayern → (Abgang des Rißbachstollens), nach links nahe der Oswaldhütte Fischbachl, von links Stuhlbach, von rechts Fischbach, von links
Flussnatur Da der Niederschlag im Winter zumeist als Schnee fällt, führt der Rißbach während der Schneeschmelze im Frühling und Frühsommer besonders viel Wasser. Das Bachbett des Unterlaufs ist rund 300 Meter breit. Abgelagerte Sedimente bilden hier großflächige Sand- und Schotterbänke, die sich dynamisch verändern.
Im September 2014 wurden umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen beendet, welche im Rahmen eines zweijährigen Projekts die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands des Rißbachs zum Ziel hatten.
Der Rißbach ist eines der beliebtesten Wildwasser Bayerns für Wildwassersportler. Die Erstbefahrung gelang im Juni 1932 Kurt Sigritz im Faltboot und unter Auslassung der Klamm.Im "Hadernkahn" ist man dem Wasser näher, faz.net
Wassernutzung Um die verfügbare Wassermenge für das Walchenseekraftwerk zu erhöhen, wird das Wasser des Rißbachs seit 1951 gleich nach dem Übertritt des Flusses nach Bayern durch den rund sieben Kilometer langen Rißbachstollen dem Kraftwerk Niedernach zugeführt und dann in den Walchensee geleitet.
Weblinks
Detaillierte Flussbeschreibung
Einzelnachweise
Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Kategorie:Karwendel Kategorie:Grenzfluss