Civilization ist eine Reihe von Globalstrategie-Computerspielen des Entwicklers Sid Meier und seiner Unternehmen MicroProse und Firaxis Games. Von den einzelnen Versionen des Spiels wurden zusammen weltweit über 33 Millionen Exemplare verkauft. Civilization gilt damit als eine der erfolgreichsten Spieleserien.

Der erste Teil erschien 1991. 1996 veröffentlichte MicroProse den Nachfolger Civilization II, ein weiterer Teil entstand 2001 mit Civilization III bei Sid Meiers neuem Unternehmen Firaxis Games. Als Herausgeber war Infogrames bis zu seiner Auflösung 2003 zuständig. Von 2003 bis 2005 lagen die Rechte an der Serie bei Atari SA, seitdem bei 2K Games. Civilization IV erschien 2005, 2010 wurde Civilization V vorgestellt. Im Oktober 2014 erschien Civilization: Beyond Earth und am 11. Februar 2025 Civilization VII als bislang letzter Ableger der Serie.

Neben den direkten Nachfolgern hat Civilization viele weitere Spiele stark beeinflusst, etwa den ebenfalls von Sid Meier entwickelten Science-Fiction-Ableger Sid Meier’s Alpha Centauri, die von MicroProse veröffentlichte Civ2-Variante Civilization – Test of Time sowie den Ableger Sid Meier’s Colonization über die Kolonisierung Amerikas. 1999 erschien bei Activision, das die Namensrechte von MicroProse erworben hatte, Civilization: Call to Power. Der Nachfolger Call to Power II wurde von Activision ein Jahr später ohne die entsprechende Lizenz und somit ohne den Zusatz Civilization veröffentlicht.

Spiele Übersicht + Jahr TitelEntwickler 1991 CivilizationMicroProse 1996 Civilization IIMicroProse 2001 Civilization IIIFiraxis Games 2005 Civilization IVFiraxis Games 2008 Civilization RevolutionFiraxis Games 2010 Civilization VFiraxis Games 2014 Civilization Beyond EarthFiraxis Games 2016 Civilization VIFiraxis Games 2025 Civilization VIIFiraxis Games

Civilization mini|Civilization-Logo

Civilization ist ein 1991 von MicroProse unter Leitung des in der Branche als legendär geltenden Sid Meier entwickeltes Globalstrategiespiel und ist eines der bisher bekanntesten und erfolgreichsten Spiele. Der Spieler hat die Aufgabe, ein Volk aus der Jungsteinzeit durch die Geschichte der Menschheit bis zur Gegenwart und Besiedlung eines neuen Planeten zu führen. Civilization gilt als wichtigstes Spiel im Globalstrategie-Genre.

Der Spieler kontrolliert sein Volk von einem Weltkarten-Hauptbildschirm aus, von dem er Zugriff auf diverse Menüs hat. Hier kann er wissenschaftliche Forschungen betreiben, Städte ausbauen, Diplomatie mit anderen Völkern betreiben und viele andere Einflussmaßnahmen ausüben. Ziel ist, das eigene Imperium größer, mächtiger, fortschrittlicher und reicher zu machen als die Konkurrenz.

Viele Spielmechanismen, etwa die Darstellung der als Spielfeld dienenden Landkarte und das Bewegungssystem der Einheiten, übernahm Civilization in nahezu identischer Form von dem älteren Spiel Empire, das deshalb als direktes Vorbild anzusehen ist. Eine weitere Inspirationsquelle ist trotz großer spielerischer Differenzen vermutlich das gleichnamige Brettspiel. Mit dessen Herstellern gab es einen Rechtsstreit über die Namensgleichheit, der jedoch ohne Folgen blieb, da MicroProse die Namensrechte letztlich einfach kaufte.

Revolutionär war Civilization, weil es gegenüber dem Taktikspiel Empire um ein Wirtschaftssystem sowie zivilisatorischen und technologischen Fortschritt erweitert wurde. Der Fortschritt ermöglichte es dem Spieler, quantitatives Wachstum (eine höhere Zahl von Einheiten) durch qualitatives Wachstum (eine gleich bleibende Zahl von besseren Einheiten) zu ersetzen, so dass die Komplexität von Civilization einen zügigeren Spielfluss gewährleistete. Darüber hinaus setzte Civilization strategische Spielziele, die die Anzahl erfolgversprechender Spielstrategien vervielfachten.

Civilization erschien 1991 erstmals für MS-DOS, 1992 folgten Versionen für Commodore Amiga 500/600 und Atari ST, 1993 für Apple Macintosh und Windows 3.x und 1994 für Amiga 1200/4000 und Nintendos Super-NES. 1995 erschien zusätzlich eine Mehrspielervariante namens Civnet.

Civilization II

1996 erschien der Nachfolger des ersten Teils, Sid Meier’s Civilization II. Entwickelt wurde dieser von Brian Reynolds, der bereits zuvor maßgeblich an Colonization mitgewirkt hatte, sowie Douglas Caspian-Kaufman und Jeffery L. Briggs. Von Sid Meier stammt dagegen nur die Originalidee, an der Entwicklung des Nachfolgers war er jedoch nicht weiter beteiligt.

Wichtigste Neuerungen waren neben einer zeitgemäßeren Präsentation – verbesserte Grafik, mehr Musik, Videos – und einer stark verbesserten Bedienoberfläche diverse Detailänderungen am Spielprinzip. Diese umfassten etwa einen Ausbau des Kampfsystems um Trefferpunkte und Feuerstärke der Einheiten, erweiterte Diplomatie-Optionen, viele neue Einheiten, Technologien und Gebäude sowie kleinere Änderungen in fast allen anderen Bereichen. Civ 2 ist der einzige Teil der Reihe, in dem Schauspieler die Berater für die Bereiche Militär, Wissenschaft, Handel, Außenbeziehungen und soziales Wohlbefinden mimen und dem Spieler in spielzeitgemäßer Kleidung teilweise recht amüsant präsentierte Tipps geben.

Aufgrund dieser Anpassungen, ohne das klassische Spielprinzip zu beschädigen, gilt Civilization 2 bis heute bei vielen Fans der Serie als deren bester Teil. Unter erfahrenen Spielern wird jedoch eine Schwäche im Wirtschaftssystem kritisiert, deren schematische Ausnutzung einen leichten Sieg sogar auf der höchsten Schwierigkeitsstufe ermöglicht. Eine Produktionskonzentration auf Karawanen ermöglicht dabei eine Aushebelung der normalerweise zu wahrenden Balance zwischen Geldeinkommen, Forschung, Gebäudebau und Zufriedenheit, sodass der Spieler alle Bereiche zugleich in die Höhe treiben kann. Als problematisch erwies sich auch das Regierungssystem Fundamentalismus, in dem es überhaupt keine unzufriedenen Bürger gibt und das dadurch eine rein militärische Lösung begünstigt.

Die erste Erweiterung Conflicts in Civilization fügte eine Vielzahl historischer Szenarios der Originalentwickler sowie eine Szenario-Skriptsprache hinzu.

Einen riesigen Fortschritt bedeutete die zweite Erweiterung Fantastic Worlds, die es erstmals ermöglichte, das komplette Spiel umzubauen, bis hin zu Einheiten, Fortschritten und ganzen Spielmechaniken. So wurden sogar Weltraum- und Fantasyszenarios möglich, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen.

Außerdem erschien für das Originalspiel eine Mehrspielererweiterung, als Ersatz für das nicht eingehaltene Versprechen, Civilization II von Beginn an mit einem Mehrspielermodus auszustatten.

Als letzte Variante erschien noch eine runderneuerte Version namens Test of Time (in Anspielung auf den Untertitel des ersten Teils) mit technischen Erweiterungen der Skriptmöglichkeiten zur Szenarioerstellung und Spielen auf mehreren Ebenen.

Danach gab es Civilization II noch in Form von diversen Bundle-Paketen (Gold Edition einschließlich Mehrspielermodus und den beiden Erweiterungen Conflicts in Civilization und Fantastic Worlds) Ultimate Edition (Civilization II und die Erweiterungen Conflicts in Civilization Scenarios, Fantastic Worlds), Collector’s Edition.

Civilization III

Civilization III erschien 2001 bei Firaxis Games. Wie beim Vorgänger fungierte Sid Meier nur als Namenspatron und einflussreicher Berater. Chefentwickler war diesmal Jeff Briggs, der zuvor bereits bei Civilization II kreativ mitgewirkt hatte, sowie Soren Johnson, der im vierten Teil der Reihe die Regie übernahm. Gegenüber dem direkten Vorgänger Civilization II gibt es eine Vielzahl von Neuerungen und Veränderungen. Neben dem obligatorischen Grafik- und Technikupdate wurde diesmal einiges an den grundlegenden Spielmechanismen geändert.

Ein neues Konzept sind Ländergrenzen, die starken Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen und sich nach der kulturellen Entwicklung der Städte richten, was dieser eine zusätzliche Bedeutung gibt. Dazu kommt ein erweitertes Wirtschaftssystem mit sogenannten strategischen Ressourcen, die nur selten zu finden sind und als Grundlage für den Bau starker Einheiten und wichtiger Stadterweiterungen unentbehrlich sind; Expansion und/oder Handel werden so deutlich wichtiger. Auch die militärische Option wurde durch ein erweitertes Erfahrungssystem und ein Armeekonzept ausgebaut. Spione und Diplomaten, deren geschickter Einsatz in Civilization II das Spielgeschehen wesentlich beeinflussen konnte, sind ebenso wie Handelskarawanen zwischen einzelnen Städten keine einzeln erschaffbaren Einheiten mehr. Handel ist nun eine Angelegenheit zwischen den einzelnen Zivilisationen und von deren jeweiligen Ressourcen abhängig, Diplomatie und Spionage werden über separate Screens durchgeführt, einzelne Maßnahmen setzen beispielsweise den Bau einer Botschaft in der Hauptstadt einer fremden Zivilisation voraus.

Militärische Einheiten werden nicht mehr von ihren Städten unterhalten, sondern aus der Staatskasse bezahlt. Erfolgreiche Einheiten können einen Kommandanten hervorbringen, der eine ganze Armee, nämlich bis zu drei Einheiten gleichzeitig, führen kann. Der Einsatz eines Kommandanten ist auch die einzige Möglichkeit, um den Bau eines Weltwunders zu beschleunigen. Städte können nun ohne Vorwarnung und unter Verlust der in ihnen stationierten Einheiten von sich aus zu einer anderen Zivilisation überlaufen. Dies ist besonders bei Kriegen und wiederum bei kultureller Überlegenheit des Gegners häufig der Fall, wodurch eine militärische Auseinandersetzung erheblich erschwert wird.

Zu Civilization III erschienen zwei Erweiterungen. Die 2002 veröffentlichte Erweiterung Play the World (PTW) umfasst die in der Originalversion fehlende Mehrspieler-Funktionalität, neue Spielmodi wie beispielsweise Königsmord und eine Capture-the-Flag-Variante sowie neue Völker, Weltwunder, Bauoptionen und diplomatische Erweiterungen. Kritiker und Spieler waren von der Erweiterung jedoch überwiegend enttäuscht, da das Kernstück der Erweiterung – die Mehrspielerfunktion – zahlreiche Programmfehler aufwies, welche erst durch nachfolgende Patches teilweise behoben wurden.

Die 2003 erschienene Erweiterung Conquests (C3C) ergänzt das Spiel um zwei neue Zivilisationseigenschaften, weitere Völker, neue Terrains, Einheiten, Weltwunder, Tourismus und weitere Inhalte, sowie vor allem um neun Szenarien, die das Nachspielen einzelner Zeitabschnitte der Geschichte ermöglichen und jeweils über eigene Einheiten, Technologiebäume, Spielregeln etc. verfügen. Conquests enthält ferner alle Kerninhalte der ersten Erweiterung.

In den folgenden Jahren wurden zudem mehrere Bundles veröffentlicht, darunter Civilization III Gold (Grundspiel mit erster Erweiterung) und Civilization III Complete (englischsprachige Version) bzw. Civilization III Deluxe (deutschsprachige Version), die jeweils das Basisspiel und beide Erweiterungen enthalten.

„Civ 3“ war bei Kritikern und Käufern ein großer Erfolg, ein Teil der klassischen Fangemeinde verübelte den Entwicklern dennoch einige Zugeständnisse an Gelegenheitsspieler, Ungereimtheiten im Spielablauf (unter anderem die unberechenbaren Computerspieler) und vor allem die Nichtübernahme vieler Neuerungen aus dem innovativen Sid Meier’s Alpha Centauri (echtes Terraforming, flexibleres politisches System, Ökologie usw.). Aufgrund des Erfolges von Civilization III wurde aus dem Computerspiel von Glenn Drover ein Civilization-Brettspiel entwickelt, das 2002 erschien.

Sid Meier’s Civilization IV