mini|Verwaltungsgebäude der Bayerischen Landeszahnärztekammer seit 1. Januar 2018 in der Flößergasse 1 Die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) ist mit rund 17.500 Zahnärztinnen und Zahnärzten die größte zahnärztliche Berufsvertretung auf Länderebene in Deutschland.Website der Bundeszahnärztekammer - Mitgliederstatistik, abgerufen am 8. April 2022 Das Bayerische Heilberufe-KammergesetzHeilberufe-Kammergesetz, abgerufen am 8. April 2022 (HKaG) bildet die Rechtsgrundlage für diese Selbstverwaltungskörperschaft. Zuständige Aufsichtsbehörde ist das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Aufgaben und Organe Die Aufgaben der BLZK nehmen ehrenamtlich tätige Zahnärzte und die Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle wahr. Organe der Kammer sind die Vollversammlung und der Vorstand. Die Vollversammlung wählt unter anderem einen Präsidenten und einen Vizepräsidenten sowie aus ihrer Mitte vier Delegierte zu Mitgliedern des Vorstands. Darüber hinaus besteht der Vorstand aus den ersten Vorsitzenden der Zahnärztlichen Bezirksverbände sowie einem von den medizinischen Fakultäten der Landesuniversitäten zu entsendenden Hochschullehrer der Zahnheilkunde. Kliniken für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde gibt es in Bayern an der LMU München,Website der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der LMU München, abgerufen am 8. April 2022 der TU München,Website der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der TU München am Klinikum rechts der Isar, abgerufen am 8. April 2022 der Universität Regensburg,, abgerufen am 8. April 2022 der Universität ErlangenWebsite der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Erlangen, abgerufen am 8. April 2022 und der Universität Würzburg.Website der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Würzburg, abgerufen am 8. April 2022 Die Vollversammlung ist vom Vorstand zu einer ordentlichen Sitzung mindestens einmal jährlich einzuberufen. Grundsätzlich sind die Sitzungen der Vollversammlung öffentlich. Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte der Bayerischen Landeszahnärztekammer unter dem Vorsitz des Präsidenten (bei Verhinderung des Vizepräsidenten). Der Präsident handelt und vertritt die Kammer gerichtlich und außergerichtlich.Satzung der BLZK (PDF; 76 kB), abgerufen am 8. April 2022 Nach Art. 2 Abs. 1 iVm Art. 46 Abs. 1 HKaG hat die Berufsvertretung die Aufgabe, im Rahmen der Gesetze die beruflichen Belange der Zahnärzte wahrzunehmen, die Erfüllung der Berufspflichten zu überwachen, die Fortbildung zu fördern, soziale Einrichtungen für Zahnärzte und deren Angehörige zu schaffen sowie in der öffentlichen Gesundheitspflege mitzuwirken. Sie führt die Berufsaufsicht und ist zuständig für die Weiterbildung der Zahnärzte.

Zahnärztliche Bezirksverbände Die Kammer besteht aus 70 Delegierten der Zahnärztlichen Bezirksverbände (ZBV) und denjenigen Vorstandsmitgliedern, die nicht aus der Mitte der Delegierten gewählt wurden.Artikel 44 HKaG, abgerufen am 8. April 2022 In Bayern gibt es acht ZBV, die eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts sind. Die Zahnärztlichen Bezirksverbände stehen unter der Rechtsaufsicht der Bayerischen Landeszahnärztekammer und der jeweils zuständigen Bezirksregierung. Mitglieder der ZBV sind alle zur Berufsausübung berechtigten Zahnärzte, die in Bayern zahnärztlich tätig sind oder – ohne zahnärztlich tätig zu sein – in Bayern ihre Hauptwohnung haben.Artikel 43 HKaG, abgerufen am 8. April 2022 Seit das Heilberufe-Kammergesetz zum 1. August 2013 novelliert wurde, kann jeder Zahnarzt in Bayern nur noch Mitglied in einem Zahnärztlichen Bezirksverband sein (sogenannte Monomitgliedschaft), statt wie bisher je nach Tätigkeitsorten in mehreren (sogenannte Mehrfachmitgliedschaft).Artikel 4 Absatz 6 Satz 6 HKaG, abgerufen am 8. April 2022

Landesgeschäftsstelle der BLZK Die Verwaltungsgeschäfte der BLZK nimmt die Landesgeschäftsstelle in München wahr. Diese wird von einem Hauptgeschäftsführer bzw. Geschäftsführern geleitet, die beratend an den Sitzungen der Vollversammlung und des Vorstands teilnehmen.§ 31 Satzung der BLZK (PDF; 76 kB), abgerufen am 8. April 2022

Zu Beginn trugen die Leiter der Verwaltung die Bezeichnung „Landessekretär“ und übten zeitweise auch die Funktion eines Geschäftsführers der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayern (KZVB) aus. Die Chronik der BLZK von Otto Rouenhoff nennt Anton Schaeffer (* 1887) als ersten Landessekretär von 1939 bis 1956. Ihm folgte von 1954 bis 1978 als Direktor der Zahnarzt Paul Guter (* 1914 † 1995), diesem (wiederum als Landessekretär und zugleich Hauptgeschäftsführer der KZVB) von 1955 bis 1982 der Zahnarzt Heinrich Reisinger (* 1917 † 1996). Am 1. Juli 1978 trat seinen Dienst als Direktor der BLZK (zeitgleich Hauptgeschäftsführer der KZVB) Otto Rouenhoff (* 1928 + 2011) an. Ihm folgte am 1. September 1995 der Verwaltungsjurist Peter Knüpper (* 1954), der diese Funktion bis 2018 innehatte und von 2017 bis 2019 zugleich Geschäftsführer der KZVB war.

Programm Die Kammer bringt die Anliegen der Zahnärzteschaft und ihrer Patienten aktiv in die gesundheitspolitische Diskussion ein. Ihr Leitbild ist geprägt vom Einsatz für eine freie Berufsausübung des Zahnarztes und eine Kultur der Freiberuflichkeit, die als zunehmend eingeschränkt wahrgenommen wird durch Überregulierung oder Eingriffe des Sozialgesetzgebers in das Zahnarzt-Patienten-Verhältnis.

Geschichte Präsidenten der Bayerischen Landeszahnärztekammer Name des Präsidenten Amtsperiode Wilhelm Rotenberger 1928 bis 1931 Fritz Linnert 1931 bis 19351945 bis 1949 Hans Fick 1949 bis 1958 Anton Scharnagl 1958 bis 1962 Otto Roschmann 1962 bis 1970 Wolfgang Mzyk 1970 bis 1977 Erich Pillwein 1977 bis 1984 Hermann König 1984 bis 1990 Joseph Kastenbauer 1990 bis 2001 Michael Schwarz 2001 bis 2010 Christoph Benz 2010 bis 2014 Christian Berger 2014 bis 2022Frank Wohl Seit 2022

Am 1. Juli 1927 schuf der Bayerische Landtag mit dem Gesetz über die Berufsvertretung der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker („Bayerisches Ärztegesetz“) die Grundlage für die Berufsvertretung der Heilberufe. Die Mitgliedschaft wurde für alle approbierten Zahnärzte in Bayern Pflicht. 1933 fanden die letzten satzungsmäßigen Neuwahlen vor dem Zweiten Weltkrieg statt. Mit der Einrichtung der Reichsärztekammer und dem Erlass der Reichsärzteordnung 1935 endete die Tätigkeit frei gewählter Selbstverwaltungskörperschaften in Deutschland.

Nach Inkrafttreten des Bayerischen Ärztegesetzes im Jahr 1946 beschloss die erste Vollversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg am 18. Mai 1947 die neue Satzung der Bayerischen Landeszahnärztekammer. Am 23. Juni 1948 gründete sich der Verband der Deutschen Zahnärztlichen Berufsvertretungen. 1953 vereinigten sich die Berufsstände der Zahnärzte und der Dentisten. Der „Bundesverband Deutscher Zahnärzte e. V.“ (BDZ), Vorgänger der heutigen Bundeszahnärztekammer, wurde im März gegründet.

Die beiden Präsidenten Wolfgang Mzyk und Erich Pillwein waren im Dritten Reich Mitglieder der NSDAP, was jedoch vor, während und nach ihren Amtszeiten verheimlicht wurde.Dominik Groß: Dossier 5: Der Anteil der NSDAP-Mitglieder unter den führenden zahnärztlichen Standespolitikern der Nachkriegszeit (PDF). Abgerufen am 8. April 2022

Zeitweise bestand Personalunion zwischen den Ämtern der Präsidenten der BLZK und der Vorsitzenden des Vorstands der KZVB. Website der KZVB, abgerufen am 8. April 2022

2018 wurde das neue Verwaltungsgebäude im Münchner Stadtteil Mittersendling eingeweiht."BLZK weiht Neubau ein und feiert 90. Geburtstag", Bericht vom 28 Februar 2018 auf der Website der Zahnärztlichen Mitteilungen (zm-online.de) aufgerufen am 26. November 2025Otto Rouenhoff: Chronik der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Storr Druck GmbH, München 1998, ISBN 3-00-003131-6

In der Vertreterversammlung vom 3. Dezember 2022 verlor der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) seine Mehrheit an ein Bündnis mit dem Namen „Team Bayern“, bestehend aus den Verbänden „Zukunft Zahnärzte Bayern (ZZB)“, „TEAM Oberbayern,“ „BasisZahnÄrzteBayern“ und „WIR Zahnärzte in München“. Von den 69 abgegebenen Stimmen entfielen auf den bisherigen Präsidenten Christian Berger 27 und auf Frank Wohl 42 Stimmen. Erstmals wurde mit Barbara Mattner eine Frau zur Vizepräsidentin gewählt.PM, BLZK, 4. Dezember 2022. Abgerufen am 4. Dezember 2022.

Soziale Einrichtungen 1949 wurde die Dr.-Fritz-Linnert-Gedächtnis-Stiftung gegründet.Artikel 2 Absatz 1 HKaG, abgerufen am 8. April 2022 Namensgeber ist Fritz Linnert, ehemaliger Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer und Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Die Stiftung unterstützt bedürftige bayerische Zahnärzte sowie deren Angehörige und Hinterbliebene mit einmaligen oder fortlaufenden Zuwendungen. Unabhängige Entscheidungen über Unterstützungen trifft der Stiftungsrat. Weitere soziale Einrichtungen sind ein Hilfsfonds und eine Unterstützungskasse.

Mitgliedschaften Die Kammer ist Mitglied in folgenden Institutionen: Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit e. V. Bundeszahnärztekammer, Arbeitsgemeinschaft der deutschen Zahnärztekammern e. V. Deutsches Institut für Gesundheitsrecht (DIGR), Berlin Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt Institut für Freie Berufe an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Institut für Kammerrecht e. V. Kommunaler Arbeitgeberverband Bayern e. V. Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e. V. Verband Freier Berufe in Bayern Wettbewerbszentrale e. V. Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Mundgesundheit in der Pflege

Themen und Schwerpunkte der BLZK

Praxisführung Das Referat Praxisführung und Medizinprodukte der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) unterstützt die bayerischen Zahnarztpraxen in der täglichen Arbeit. Schwerpunkte sind praxisrelevante Themen aus den Bereichen Arbeitssicherheit, Hygiene und Aufbereitung von Medizinprodukten., abgerufen am 8. April 2022 Gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat die Kammer ein alternatives Konzept zur Betriebsärztlichen und Sicherheitstechnischen Betreuung (BuS-Dienst)Website der BLZK – Präventionskonzept der BLZK, abgerufen am 8. April 2022 erarbeitet. Damit können Zahnärzte eigenverantwortlich und selbstbestimmt Arbeitsschutzaufgaben in der Praxis umsetzen.

Informationen rund um Corona Bei der Unterstützung der bayerischen Zahnarztpraxen in der Corona-Pandemie arbeiten Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) und Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) eng zusammen. Informationen zum Umgang mit COVID-19 werden auf eigenen Themenseiten von BLZKWebsite der BLZK – Themenseite Coronavirus, abgerufen am 8. April 2022 und KZVBWebsite der KZVB – Themenseite Coronavirus, abgerufen am 8. April 2022 zusammengefasst und ständig aktualisiert.

Qualitätsmanagement Die BLZ Kunterstützt die bayerischen Zahnärzte bei der Einführung und Weiterentwicklung eines Qualitätsmanagementsystems. Mit der Teilnahme am QM-System der BLZKWebsite der BLZK – QM-System der BLZK, abgerufen am 8. April 2022 erfüllen Vertragszahnärzte auch die Anforderungen des SGB V.

Röntgenstelle Die Röntgenstelle der Bayerischen Zahnärzte in Nürnberg sichert gemäß der Strahlenschutzverordnung die Qualität bei der Anwendung ionisierender Strahlung am Menschen in der Zahnmedizin.Website der BLZK – Röntgen und Strahlenschutz, abgerufen am 8. April 2022

Zahnärztliche Honorierung Die Kammer gibt Auskunft bei Fragen zur Anwendung und Auslegung der Gebührenordnungen für Zahnärzte (GOZ) und für Ärzte (GOÄ).Website der BLZK – Honorierung, abgerufen am 8. April 2022

Gutachterwesen