mini|Reißhaken als Klappmesser
Als Reißhaken auch Baumreißer wird eine besondere Bauform eines Messers bezeichnet, das in der Forstwirtschaft und Zimmerei zum dauerhaften und „scharfen“ Markieren von Holz verwendet wird.Forstarchiv, Bände 41–43, 1972, S. 107 Es handelt sich um ein Messer oder Klappmesser, das über eine U-förmige Klingenspitze verfügt, die üblicherweise außen angeschliffen ist. Es ist ähnlich wie ein Harzhobel geformt.Tharandter forstliches Jahrbuch: Zugleich Zeitschrift für Mitteilungen aus der Sächsischen Forstlichen Versuchsanstalt, Bände 67–69, S. 114, P. Parey, 1916 Im 19. Jahrhundert wurde als Reißhaken auch ein krummes scharfes Messer bezeichnet, das an einer langen Stange befestigt war und zum Abreißen von Nadelholzreisig diente.Karl Heinrich Edmund Freiherr von Berg: Anleitung zum Verkohlen des Holzes: Ein Handbuch für Forstmänner, K.W. Leske, 1830, S. 78
Mit dieser Klinge können rinnenartige Markierungen an Bäumen angebracht werden (z. B. um ihre Ernte zu kennzeichnen, meist durch ein „X“, oder Abbundzeichen an Hölzern für den Fachwerkbau oder das Dachwerk anzubringen).Tilo Schöfbeck: Mittelalterliche Kirchen zwischen Trave und Peene: Studien zur Entwicklung, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, Lukas Verlag, 2014, S. 302 Früher wurden an Bäumen mit dem Reißhaken auch Markierungen angebracht, die den Standort des nächsten Nistkastens anzeigten.Deutsche Forst-Zeitung, Band 45, 1930, S. 614 In der Forstwirtschaft ist der Reißhaken weitestgehend durch Farbmarkierungen ersetzt worden, findet aber noch Verwendung beim Ablängen von Nutzholz.
Anwendung bei Blankwaffen Reißhaken bezeichnet in der Blankwaffenkunde Haken an Stangenwaffen. Der Zweck der Reißhaken war Gegner von Pferden zu ziehen oder Pferde zu Fall zu bringen. Diese Reißhaken sind zu Kriegsgabeln, Rossschindern, Lochaber-Äxten, Hakenspießen und Helmbarten bekannt.
Einzelnachweise Gerhard Seifert: , Ausgabe 2007 (online-PDF 2,0 MB).
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