Johann Maria Joseph Merzenich (* 6. Dezember 1840 in KölnLandesarchiv Nordrhein-Westfalen, Personenstandsarchiv Rheinland, Zivilstandsregister, Landgerichtsbezirk Köln, Standesamt Köln, Geburten, Nr. 2559/1840.; † 8. März 1913 in (Berlin-)WilmersdorfLandesarchiv Berlin, Personenstandsregister, Sterberegister, Standesamt Wilmersdorf, Urkunde-Nr. 222 vom 10. März 1913.) war ein deutscher Architekt, Baubeamter und Hochschullehrer an der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg.

Leben Herkunft und Ausbildung Der Katholik Johann Merzenich war ein Sohn des Gastwirts Olivier Nicolaus Joseph Merzenich und dessen Ehefrau Theresia Maria Walburga Merzenich geb. Schlösser. Nach dem Besuch des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Köln, das er im Herbst 1859 mit Ablegung der Reifeprüfung verließKarl Beckmann (Hrsg.): Das staatliche Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und Realgymnasium zu Köln 1825–1925. Hundert Jahre deutscher Kulturarbeit am Rhein. Festschrift zur Hundertjahrfeier der Anstalt am 18. und 19. Oktober 1925. Verlag der Universitätsbuchhandlung Oskar Müller, Köln 1925, S. 50., trat er in das Büro des damaligen zweiten Stadtbaumeisters der Stadt Köln, Julius Carl Raschdorff ein, um sein Bauelevenjahr abzulegen. Anschließend besuchte er die Berliner Bauakademie bis zur Ablegung des ersten Staatsexamens im Jahr 1863. Als Bauführer war er in der Folge bis 1869 unter Friedrich Adler und Heinrich Strack tätig. In diesem Zeitraum nahm er 1865/1866 am Schinkelwettbewerb 1866 des Architekten-Vereins zu Berlin teil. Seinen mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurf zu einer evangelischen Hauptkirche für Berlin reichte er im Jahr 1869 als Prüfungsleistung zu seinem zweiten Staatsexamen einEva Börsch-Supan: Berliner Baukunst nach Schinkel. 1840–1870. (= Studien zur Kunst des 19. Jahrhunderts, Band 25.) Prestel Verlag, München 1977, ISBN 3-7913-0050-4, S. #., das er am 20. Februar 1870 erfolgreich ablegte.Deutsche Bauzeitung, 4. Jahrgang 1870, Nr. 8 (vom 24. Februar 1870), S. 64. Nachdem Merzenich bereits 1866 am Preußisch-Österreichischen Krieg teilgenommen hatte, gehörte er als Reserveoffizier auch den am Deutsch-Französischen Krieg beteiligten Einheiten an. Nach dem Krieg übernahm er die Bauleitung bzw. Entwurfsausarbeitung für mehrere Berliner Großbauten, bevor er von 1874 bis 1876 unter Wilhelm Salzenberg im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten als Hilfsarbeiter Einsatz fand.

Beruflicher Werdegang 36-jährig trat Johann Merzenich im Jahr 1876 in den Dienst der Verwaltung der Königlichen Museen. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1906 blieb er – abgesehen von der Ernennung zum Bauinspektor – in dieser Stellung. Er betreute dabei die baulichen Anlagen und führte auch wiederholt eigene Entwürfe aus. Neben seiner Haupttätigkeit wirkte er zu Beginn als Assistent der Professoren Johann Eduard Jacobsthal und August Hermann Spielberg an der Bauakademie. Später dozierte er selbstständig an der Technischen Hochschule Charlottenburg, an der sein früherer Lehrer Raschdorff seit 1878 lehrte. Die Verleihung des Professorentitels im Jahr 1895 war eine Anerkennung seiner Lehrtätigkeit. In einem Nachruf wird Merzenich als „ein meisterhafter Zeichner und ein Meister in der Farbe“ gerühmt.

Bauten und Entwürfe 1863–1864: Christuskirche in Berlin, Königgrätzer Straße (Mitarbeit als Bauführer unter Friedrich Adler) 1866: Wettbewerbsentwurf einer protestantischen Hauptkirche für Berlin im Schinkelwettbewerb des Architektenvereins zu Berlin bis 1869: Nationalgalerie in Berlin (Mitarbeit als Bauführer unter Heinrich Strack) um 1871: Entwurf für den Neubau des Stettiner Bahnhofs in Berlin (nicht ausgeführt) 1872: Wettbewerbsentwurf für das Reichstagsgebäude in Berlin (nicht ausgeführt)Michael S. Cullen: Der Reichstag. Parlament, Denkmal, Symbol. 2. Auflage, be.bra Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-930863-65-0, S. 366. 1872–1874: Erweiterungsbau des Reichskanzleramts in Berlin (Mitarbeit an der Bauleitung unter Wilhelm von Mörner) 1880–1884: Umbau des nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel 1824–1830 errichteten Alten Museums auf der Museumsinsel (Berlin), Einbau von Oberlicht-Sälen anstelle der Schinkelschen Seitenlichtkabinette 1889–1891: Gipsformerei der Königlichen Museen in (Berlin-)CharlottenburgStatistische Nachweisungen. In: Zeitschrift für Bauwesen, 43. Jahrgang 1893, Sp. 84 f. 1892: Magazingebäude für die Funde aus Olympia auf der Museumsinsel in BerlinStatistische Nachweisungen. In: Zeitschrift für Bauwesen, 45. Jahrgang 1895, Sp. 106 f.

Auszeichnungen 1890: Charakter als BauratDeutsche Bauzeitung, 24. Jahrgang 1890, Nr. 49 (vom 18. Juni 1890), S. 296. 1895: Verleihung des Prädikats Professor 1906: preußischer Kronenorden III. Klasse

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Berlin) Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 3. Klasse Kategorie:Baurat Kategorie:Regierungsbaumeister Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1840 Kategorie:Gestorben 1913 Kategorie:Mann