Das Gefecht bei Siegburg war der erste Schritt der französischen Offensive über den Rhein, welche die Hauptkampagne des Jahres 1796 im Rahmen des Ersten Koalitionskrieges werden sollte. General Kléber überschritt am 30. Mai 1796 mit den Divisionen Lefebvre und Colaud bei Düsseldorf den Rhein und wandte sich südlich gegen Siegburg, wo er am 1. Juni den Übergang über die Sieg erzwang. Dies eröffnete General Jourdan die Möglichkeit, das Gros seiner Truppen bei Neuwied über den Rhein zu bringen.
mini|Ausschnitt aus der Karte von 1796 aus dem Buch Grundsätze der Strategie von Erzherzog Carl von Österreich
Vorgeschichte Mit dem Waffenstillstand vom 23. November 1795 waren die beiden französischen Revolutionsarmeen unter General Jourdan und General Moreau durch die Hauptstreitmacht der Habsburger Monarchie getrennt. Erzherzog Karl besetzte mit dem Hauptteil der österreichischen Armee die Pfalz von Karlsruhe in einem Bogen über Kaiserslautern nach Mainz. Nördlich und südlich dieser Position blieben die Österreicher rechtsrheinisch. Der linke, südliche Flügel stand unter dem Kommando von Dagobert Sigmund von Wurmser. Seine Truppen waren von Hüningen bei Weil am Rhein über Philippsburg und Mannheim bis Kaiserslautern aufgestellt und besaßen zwischen Basel und Philippsburg keine befestigten Stellungen. Jedoch war die Situation an der rechten, nördlichen Flanke noch schwieriger. Hier war zwar die Festung Ehrenbreitstein im Besitz der Habsburger, jedoch war die Waffenstillstandslinie entlang der Agger und der Sieg gezogen worden, so dass Jourdan bereits mit einem Fuß auf dem rechten Ufer stand und mit Düsseldorf einen Brückenkopf besaß. Der österreichische Flügel, unter dem Prinzen von Württemberg, wurde am östlichen Ufer des Rheins zwischen Neuwied und dem ca. 35 km weiter nördlich gelegenen Altenkirchen aufgestellt. Vorgelagert stand eine Linie von Vorposten entlang der Sieg, welche gegenüber Bonn in den Rhein mündet.Jourdan übersetzt von Johann Bachoven von Echt: Denkwürdigkeiten der Geschichte des Feldzugs von 1796, Verlegt 1823 in Koblenz, S. 16. Das Waffenstillstandsabkommen gab vor, dass zwischen dessen Aufkündigung und dem Beginn der Feindseligkeiten eine Frist von zehn Tagen verpflichtend war. Entgegen dem Rat von Erzherzog Karl und General Wurmser hatte man in Wien die Vorstellung, man könne die Franzosen über die Mosel verdrängen und sich der Festung Landau und des Elsass bemächtigen und bereits im Winter Straßburg belagern. Am 21. Mai 1796 kündigte Österreich den Waffenstillstand auf und setzte den Beginn der Feindseligkeiten auf den 1. Juni fest. Nach dem Plan der Franzosen sollte General Jourdan seine Sambre-Maas-Armee nördlich von Koblenz über den Rhein führen. Dies sollte Erzherzog Karl zwingen, seine linksrheinischen Positionen westlich von Mainz zu verlassen und sich Jourdan zu stellen, um so General Moreau zu ermöglichen, die Rhein-Mosel-Armee bei Kehl über den Rhein zu bringen und Richtung Donau vorzustoßen. Am 30. Mai hatte General Kléber den Rhein überschritten und war in die demilitarisierte Zone eingedrungen. Am 31. Mai lagerte er mit seinen Truppen zwischen Porz und Bensberg, besetzte die Agger und die Sieg, um dann am 1. Juni 1796 seine Befehle auszuführen.
Kampfverlauf Habsburgische Darstellung mini|Michael Freiherr von Kienmayer, 1796 General der kaiserlichen Niederrhein-Armee Erzherzog Carl von Österreich: Grundsätze der Strategie, gedruckt bei Anton Strauss, Wien 1814, Band 2, S. 47–49.
Französische Darstellung mini|Claude Sylvestre Colaud 1796 General der französischen Sambre- und Maas-Armee Jean Baptiste Jourdan übersetzt von Johann Bachoven von Echt:Denkwürdigkeiten der Geschichte des Feldzugs von 1796, verlegt 1823 in Koblenz, Drittes Kapitel, S. 19.
Truppenstärke Die Österreicher kündigten den Waffenstillstand mit der Erklärung auf, dass die Feindseligkeiten ihren Anfang am 1. Juni 1796 nehmen würden. Den Vorposten der Deutschen war bei Todesstrafe verboten, früher als am 1. Juni Morgens um 10 Uhr auf die französischen Vorposten zu feuern.Wochenblatt, Freitag, den 10. Juni 1796. Danach ergab sich für die Österreichische Niederrhein Armee unter Erzherzog Carl von Österreich eine Gesamtstärke von 71.076 Mann Infanterie und 20.702 Mann Kavallerie. Das Corps zwischen Sieg und Lahn unter Ferdinand Friedrich August von Württemberg....................17.794 M. Inf. und ...5388 M. Kavallerie Die Avantgarde, welche an der Sieg stand hatte .........................................................3619 M. Inf. und ...2200 M. Kavallerie Zwischen Altenkirchen, Hachenburg und Dierdorf .......................................................7187 M. Inf. und ...2318 M. Kavallerie Bei Neuwied unter dem General Finck .........................................................................4409 M. Inf. und .....870 M. Kavallerie Garnison von Ehrenbreitstein........................................................................................2579 M. Inf.Erzherzog Carl von Österreich: Grundsätze der Strategie, gedruckt bei Anton Strauss, Wien 1814, Band 2, S. 24.
Folgeereignisse mini|links|Die Furt von Meindorf, im Volksmund Kuhpfad genannt, in heutigem Zustand. Am 2. Juni ging General Lefebvre bei Stadt Blankenberg über die Sieg, General Colaud rückte auf die Höhen von Jungrath, und beide Divisionen vereinigten sich vorwärts Kircheib, von wo ihre Avantgarde den Kavallerieposten delogirte (vertreiben) und den General Kienmaier bis unter die Kanonen der Stellung bei Altenkirchen trieb. Hier kam es dann am 4. Juni 1796 zu der Schlacht von Altenkirchen.Erzherzog Carl von Österreich: Grundsätze der Strategie, gedruckt bei Anton Strauss, Wien 1814, Band 2, S. 50. Zur folgenden Schlacht und ihrer Vorgeschichte siehe Daniel Schneider: Die Schlacht von Altenkirchen 1796 in ihrem historischen Kontext, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 55 (2012), S. 183–194.
Rückblick Wären daher die, nach Aufstellung von 5000 Mann bei Neuwied, dem Prinzen von Württemberg übrig gebliebenen 15.000 Mann gleich bei Anfang der Feindseligkeiten vor Uckerath, als Mittelpunkt der ganzen Linie, wo die Sieg am leichtesten zu übersetzen ist und die offene Gegend jeden Seitenmarsch möglich macht, gestanden, so konnten sie den Franzosen entgegengehen, sobald sie ihren Übergangspunkt wahrnahmen, und ein rascher Angriff würde wahrscheinlich zum Vorteil der Österreicher ausgefallen sein.Erzherzog Carl von Österreich: Grundsätze der Strategie, gedruckt bei Anton Strauss, Wien 1814, Band 2, S. 65.
Quellen
Literatur
Daniel Schneider: Die Schlacht von Altenkirchen 1796 in ihrem historischen Kontext, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 55 (2012), S. 183–194.
Weblinks Rickard, J (12 February 2009), Combat of Siegburg, 1 June 1796
Einzelnachweise
Siegburg Kategorie:Geschichte (Rhein-Sieg-Kreis) Kategorie:Siegburg Siegburg #1796 Kategorie:Jean-Baptiste Kléber Kategorie:Konflikt 1796