mini|Hörscheid, Luftaufnahme (2015)

mini|Heiligenhäuschen aus den 1960er Jahren Hörscheid ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Daun an.

Geographie Die höchste Erhebung auf der Gemarkung ist die nordöstlich gelegene Kapp mit . Das Dorf selbst liegt auf einer schmalen langgestreckten Anhöhe, von der das Gelände nach beiden Seiten abfällt. Im Norden fällt vom Dorf aus ein bewaldeter Hang bis zum Hasenbach stark ab, südlich des Dorfes befindet sich abfallendes Wiesengelände bis zum Seifen. Beide Bäche vereinigen sich im Westen der Gemarkung zum Maubach, dieser fließt dann bei Boverath in die Lieser.

Im Osten der Gemarkung entspringt die Alf, sie fließt von dort aus nach Süden.

Zu Hörscheid gehören auch die Wohnplätze Birkenhof und Sonnenhof.

Hörscheid ist ein Straßendorf, das in einer Sackgasse endet. Westlich des Dorfes verläuft die neugebaute Teilstrecke der A 1 von Trier nach Köln. 1982 wurde Hörscheid Bezirkssieger im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden.

Geschichte Das Gebiet war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Auf dem Siedlungsgebiet fand man keltische Steinbeile. Die Flur Runkelhof zeigt Spuren römischer Besiedlung, hier stand an der Römerstraße von Trier nach Köln eine Steinbauvilla aus dem 2. bis 4. Jahrhundert. Die Römer hatten eine nahe gelegene Seitenquelle der Alf umgeleitet und kanalisiert. Die Stollenwasserleitung verlief 1,30 m tief im Boden und endete in einem Brunnen im Nachbardorf Darscheid, der aber verschollen ist.

Der Name des Dorfes wird vom keltischen Wort für „Bergwald“ oder „Hirschwald“ abgeleitet, was aber unsicher ist. Die Endung „-scheid“ weist auf eine frühmittelalterliche Rodung hin. Erstmals urkundlich erwähnt wird Hörscheid in einer Urkunde von 1465, es bestand nach dieser Urkunde schon im Jahr 1398. Im 16. Jahrhundert bestand die Siedlung aus fünf Feuerstellen. Das Dorf war seit dem 14. Jahrhundert dem Amt Daun eingegliedert, das seit 1354 zu Kurtrier gehörte. Kirchlich gehörte das ganze Amt Daun jedoch zum Erzbistum Köln. Das Gebiet ist vorwiegend römisch-katholisch besiedelt, Hörscheid gehört seit 1803 zur Pfarrei Darscheid. Die Glocke der katholischen Brigidenkapelle wurde 1678 gegossen, es muss damals also schon eine Kapelle bestanden haben. Sie wurde 1850 erneuert. Die evangelische Diasporagemeinde gehört zum Dekanat Adenau.

1787 bestand in Hörscheid eine Winterschule. Später gingen die Schulkinder nach Darscheid in eine einklassige Volksschule, die 1975 geschlossen wurde. Seitdem besuchen die Hörscheider Kinder die zweizügige Grundschule in Mehren. Ein Kindergarten steht ebenfalls in Darscheid zur Verfügung.

Während der sogenannten Franzosenzeit (1798 bis 1814) war Hörscheid dem Kanton Daun im Saardepartement zugeordnet.Georg Baersch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier: nach amtlichen Quellen bearbeitet und im Auftrage der Königl. Preuß. Regierung. Lintz, Trier 1849, S. 121 (Online-Ausgabe bei Google Books). Nachdem die Region 1815 aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugesprochen wurde, stand die Gemeinde Hörscheid von 1816 an unter der Verwaltung der Bürgermeisterei Daun im Kreis Daun, der Teil des Regierungsbezirks Koblenz in der Rheinprovinz (1822) war.

Das Leben in der Eifel war für die Menschen wegen des rauen Klimas und der schlechten Böden oft hart. Wegen großer Not wanderten Anfang des 19. Jahrhunderts insgesamt 31 Personen aus Hörscheid nach Nordamerika aus. Erst ab 1860 konnten durch Aufforstung der kargen Heide und verbesserte landwirtschaftliche Methoden die Ernährung der Bevölkerung dauerhaft gesichert werden. 1912 erfolgte eine Zusammenlegung der durch Erbteilung zerstückelten Felder. 1931 wurde eine zentrale Wasserversorgung gebaut. 1933 wurde ein großer Teil des Heidelandes kultiviert.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hörscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 92 1835 110 1871 111 1905 104 1939 104 1950 116 1961 118 Jahr Einwohner 1970 120 1987 117 1997 135 2005 141 2011 129 2017 125

Politik

Bürgermeister Kurt Binz ist seit dem 29. August 2019 Ortsbürgermeister von Hörscheid.

Der Vorgänger von Binz als Ortsbürgermeister, Hans Schuh, wurde in der Wahl am 25. August 2009 vom Gemeinderat zum Ortsbürgermeister gewählt und löste damals Walter Steinebach ab. Schuh trat 2019 aus Altersgründen nicht erneut an.

Wappen

Sehenswürdigkeiten mini|Pietà im Heiligenhäuschen Neben einer 1850 neu gebauten Kapelle mit einem Barockaltar von 1738, der der Hl. Brigida von Kildare geweiht ist, steht auf der Gemarkung der Gemeinde ein malerisches Heiligenhäuschen, das in den 1960er Jahren errichtet wurde, mit einer aus rötlichem Basalt gefertigten Pietà. Zentral gelegen sind außer der Kapelle der 1980 errichtete Brunnenplatz, ein 2006 in Eigenleistung der Bürger erneuerter Spielplatz sowie ein Gemeindehaus mit Feuerwehrhaus.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Hörscheid

Wirtschaft und Infrastruktur Das kleine Dorf beherbergt drei landwirtschaftliche Großbetriebe, davon zwei Aussiedlerhöfe.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Vulkaneifel Kategorie:Ersterwähnung 1465