mini|Kennzeichnung eines Standortes eines Feldjägerdienstkommandos Das Feldjägerdienstkommando (FJgDstKdo), bis 1963 Feldjäger-WachkommandoDie Geschichte der Feldjägertruppe. - Band 3: Die Feldjägertruppe der Bundeswehr 1955–2005. Kameradschaft der Feldjäger e. V., Hannover, S. 46., ist eine ortsfeste Führungseinrichtung der Feldjägertruppe der Bundeswehr und im erweiterten Sinne mit einem Polizeirevier zu vergleichen. Es koordiniert ein- und ausgehende Informationen und daraus resultierende Einsätze oder Maßnahmen. Besetzt ist das Feldjägerdienstkommando rund um die Uhr. In der Regel befindet sich ein Feldjägerdienstkommando am Standort seiner Stammkompanie.Das Feldjägerdienstkommando. Beitrag: Das Feldjägerdienstkommando von Oberst Bernhard Grigoleit (Leiter Gruppe Weiterentwicklung Abteilung Feldjägerwesen der Bundeswehr im SKUKdo), CPM Forum, St. Augustin 2008. Da die Einsatzräume der Feldjägerdienstkommandos sehr groß sind, kann bei Bedarf ein „abgesetztes Feldjägerkommando“, in der Regel in Zugstärke, disloziert vom Heimatstandort arbeiten. Dies wird durch den Feldjägereinsatzoffizier oder Führer des Feldjägerdienstkommandos befohlen.

Organisation, Aufbau, Dienstablauf Organisation Das Feldjägerdienstkommando wird vom „Führer Feldjägerdienstkommando“ geleitet, vorgesehen ist hierfür ein Offizier im Dienstgrad Major.Reinhard Scholzen: Feldjäger - Deutschlands Militärpolizei heute. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-613-03152-4, S. 54. Die Stellenbesetzung ist vergleichbar mit dem Dienststellenleiter eines Polizeireviers.

Einsätze der Einsatzdienstschichten oder Einsatzdienstgruppen werden durch den „Feldjägereinsatzoffizier“ (FJgEinsOffz) koordiniert. Dieser wird in der Regel vom Zugführer I. Zug, im Range eines Hauptmannes (auch Oberleutnant) gestellt. Die diensthabende Dienstgruppe führt der Feldjäger vom Dienst (FJgvDst), dies entspricht einem Dienstgruppenleiter (DGL) der Polizei.

Die Schichtzeiträume und -dauern sind auf den Feldjägerdienstkommandos unterschiedlich geregelt und vom jeweiligen Auftrag abhängig. Die Mindestbesetzung beträgt regelmäßig drei Soldaten: Feldjäger vom Dienst (FJgvDst) als Streifen-/Schichtführer, ab Hauptfeldwebel Stellvertretender Feldjäger vom Dienst (stvFJgvDst), mindestens Feldwebel (Unteroffizier mit Portepee) Feldwebelanwärter oder Mannschaftssoldat als Militärkraftfahrer (MKF) (Stand 2008)

Aufbau Das Feldjägerdienstkommando ähnelt im Aufbau einer Polizeiwache innerhalb eines Polizeigebäudes, ist jedoch zumeist wesentlich kleiner. Der Raum des Feldjägerdienstkommandos ist die zentrale Anlaufstelle. Hier befinden sich die Kommunikationsmittel (Telefon, Funk, Fax, IT-System) und die Lagekarte des Einsatzraumes mit den eingezeichneten Einheiten/Einrichtungen der Bundeswehr an ihren Standorten, die sich jedoch auch in einem ebenfalls vorhandenen Raum für den Feldjägereinsatzoffizier befinden kann. Es gibt eine kleine Küche und Toiletten für die diensthabende Schicht sowie Aufenthalts- und Ruhemöglichkeiten, die zum Teil auch für aufgegriffene eigenmächtig abwesende Soldaten genutzt werden können. Im Dienstkommando befindet sich weiterhin der Waffenschrank mit Bereitschaftsmunition und in teilweise auch nahe außerhalb des Dienstkommandos gelegenen Materialaufbewahrungsräumen werden Verkehrssicherungssätze, Flugunfallabsicherungsmittel, Fernmeldemittel, Akten, Dienstvorschriften (ZDv) und sonstiges Einsatzmaterial vorgehalten, sofern dieses nicht bereits in Gebrauch oder auf Einsatzfahrzeuge verladen ist. Je nach Ausstattung des Dienstkommandos sind ein bis zwei Arrestzellen für vorläufig Festgenommene und Festgenommene vorhanden, die eine Liege, eine Porzellan- oder Hocktoilette, evtl. ein Waschbecken und Kameraüberwachung sowie eine Rufsignalisierung enthalten. Das Feldjägerdienstkommando ist entsprechend abgesichert und nach außen vergittert. Zugangsberechtigungen sind in den Kompanien unterschiedlich geregelt.

Dienstablauf Eine Dienstschicht beginnt mit der Übernahme und endet mit der Übergabe des Feldjägerdienstkommandos. Dabei wird die Vollzähligkeit der materiellen Ausstattung überprüft, das Dienst- und Tätigkeitsbuch von der übergebenden Dienstschicht abgeschlossen und von der übernehmenden Schicht neu eröffnet und das Übergabegespräch geführt. Im Übergabegespräch werden im Wesentlichen besondere Ereignisse, Lagen und vorzubereitende Maßnahmen weitergegeben. Die diensthabende Schicht führt den normalen Feldjägerdienst (ständiger Auftrag) aus. Sofern Schichtdienst geleistet wird, ist dieser meist gesplittet als Nacht- und Tagschicht von unterschiedlicher Dauer. Unterstützt wird er durch den Tages-/Bereitschaftsdienst der Kompanie. Das Feldjägerdienstkommando bleibt dabei mit dem FJgvDst/stvFJgvDst ständig (24 Stunden am Tag/7 Tage die Woche/365 Tage im Jahr) besetzt. Dieser führt die Lagekarte, Tätigkeitsbuch, Dienstbuch, Objektkarten und Nachforschungsunterlagen, koordiniert ein- und ausgehende Meldungen (Telefonate, Faxe, Fernschreiben, Funksprüche und -gespräche), leitet diese weiter an den Feldjägereinsatzoffizier oder FJgStrfFhr, löst Alarme (wie Flugunfall mit militärischem Luftfahrzeug) und Maßnahmen (Streifeneinteilung, Verkehrsunfallaufnahme, Abholung eines eigenmächtig Abwesenden durch die Einheit) aus. Er trifft Rücksprachen mit Einheiten der Bundeswehr, der Polizei und anderen BOS zu Vorhaben und notwendiger oder vorbereiteter Maßnahmen. Auf der Lagekarte sind alle wichtigen Punkte im Einsatzraum des Feldjägerdienstkommandos sowie Aufenthalts- und Einsatzorte der Feldjägerstreifen (Marschbegleitung, Absicherung, Verkehrskontrolle) gekennzeichnet. Die Kennzeichnung der Streifen erfolgt durch ein Kürzel des Einsatzes und des Funkrufnamens der Steife. Im Tätigkeitsbuch werden alle eingehenden Meldungen und veranlassten Maßnahmen mit einer laufenden Tätigkeitsbuchnummer (TBNr) dokumentiert. Die getroffenen Maßnahmen können Anweisungen (Auftrag) für eine Tätigkeit sein, aber auch für rechtliche Maßnahmen.

Beispiel einer Maßnahme: Das Feldjägerdienstkommando bekommt einen Anruf mit dem Hinweis auf einen Verkehrsunfall mit Beteiligung eines Fahrzeuges der Bundeswehr. Das Feldjägerdienstkommando entsendet eine Feldjägerstreife zur Verkehrsunfallaufnahme. Die Feldjägerstreife eines Feldjägerdienstkommandos konnte einen „eigenmächtig Abwesenden“ Soldaten aufgreifen. Nun kontaktiert das Feldjägerdienstkommando den Disziplinarvorgesetzten des Soldaten und befiehlt dessen Abholung.

Im Kriegs-/Verteidigungsfall sind Feldjägerdienstkommandos/abgesetzte Feldjägerdienstkommandos (auch Verkehrsleitpunkte der Feldjäger) potentiell durch Handstreiche des Gegners gefährdet und müssen entsprechend gesichert sein. Die Sicherung erfolgt durch einen Infanteriezug (auf Anforderung).

Erreichbarkeit Telefonnetz mini|Feldjäger Notrufnummer Zentral erreichbar sind alle deutschen Feldjägerdienstkommandos über eine kostenfreie zivile Telefonnummer, der Feldjägernotrufnummer 0800 1 90 9999 sowie aus dem Fernsprechnetz der Bundeswehr (FspNBw) (90–9999). Das FJgDstKdo kann auch über die Rufnummer der Kaserne durch die Standortvermittlung und mittels der Durchwahlnummer direkt angerufen werden.

Die Feldjägerdienstkommandos ab der Heeresstruktur I In der Heeresstruktur II (1965–1972) wurden die Feldjägerdienstkommandos von den Feldjägerzügen der Kompanien geführt. Stärke des Zuges: 25 Soldaten, zzgl. Funktionspersonal (ZgFhr, ZgTrp) In der Heeresstruktur III (1972–1979) wurden die Feldjägerdienstkommandos von den Feldjägerzügen der Kompanien geführt, jedoch mit mehr Personal im Zug: 42 Soldaten (56 aktive FJgDstKdos) ab der Heeresstruktur IV (1980–1990), Heeresstruktur V (1990–1992), Heeresstruktur V (N) (1993–1997), Neues Heer für neue Aufgaben (1997–2001), Transformation (2001–2011) werden die Feldjägerdienstkommandos von den Feldjägerkompanien der Bataillone geführt In der Neuausrichtung der Bundeswehr (seit 2011) werden die Feldjägerdienstkommandos ab Ende 2013/Anfang 2014 von den Feldjägerkompanien der drei Feldjäger­Regimenter geführt BMVg Stab InspSKB VII 2 Abteilung Planung Unterabteilung Organisation Abgerufen bei: Augen geradeaus!, S. 29. (PDF; 109 kB)

Der personelle und materielle Umfang des Feldjägerdienstkommandos, der -züge und -kompanien wird durch die StAN (Stärke- und Ausstattungsnachweis F= Friedensgliederung und V= Gliederung Verteidigungsfall) geregelt.

Feldjägerdienstkommandos (Struktur Neuausrichtung der Bundeswehr seit 10/2013) Kompanie Standort Wehrbereich 2./FJgRgt 1 Berlin Feldjägerregiment 1Information des KdoFJgdBw zum FJgRgt 1 bei der StreitkräftebasisKarte zum Einsatzraum mit den FJgDstKdos des FJgRgt 1 3./FJgRgt 1 Berlin Feldjägerregiment 1 4./FJgRgt 1 Kiel Feldjägerregiment 1 5./FJgRgt 1 Neubrandenburg Feldjägerregiment 1 6./FJgRgt 1 Hamburg Feldjägerregiment 1 7./FJgRgt 1 Storkow Feldjägerregiment 1 8./FJgRgt 1 Burg Feldjägerregiment 1 9./FJgRgt 1 Leipzig Feldjägerregiment 1 2./FJgRgt 2 Munster Feldjägerregiment 2Organigramm FJgRgt 2 3./FJgRgt 2 Hannover Feldjägerregiment 2 4./FJgRgt 2 Wilhelmshaven Feldjägerregiment 2 5./FJgRgt 2 Augustdorf Feldjägerregiment 2 6./FJgRgt 2 Bonn / Siegburg Feldjägerregiment 2 7./FJgRgt 2 Hilden Feldjägerregiment 2 8./FJgRgt 2 Mainz Feldjägerregiment 2 9./FJgRgt 2 Fritzlar Feldjägerregiment 2 2./FJgRgt 3 Stetten am kalten Markt Feldjägerregiment 3 3./FJgRgt 3 München Feldjägerregiment 3 4./FJgRgt 3 Erfurt Feldjägerregiment 3 5./FJgRgt 3 Veitshöchheim Feldjägerregiment 3 6./FJgRgt 3 Bruchsal Feldjägerregiment 3 7./FJgRgt 3 Ulm Feldjägerregiment 3 8./FJgRgt 3 Roding Feldjägerregiment 3 9./FJgRgt 3 Roth Feldjägerregiment 3

Feldjägerdienstkommandos (Struktur bis 31. März 2014) Kompanie Standort Wehrbereich 2./FJgBtl 151 Neubrandenburg I NORD 3./FJgBtl 151 Hagenow I 4./FJgBtl 151 Hamburg Reichspräsident-Ebert-Kaserne I 5./FJgBtl 151 Eckernförde I 2./FJgBtl 152 Hannover I 3./FJgBtl 152 Munster I 4./FJgBtl 152 Wilhelmshaven I 5./FJgBtl 152 Bremen I 2./FJgBtl 251 Mainz II WEST 3./FJgBtl 251 Koblenz II 4./FJgBtl 251 Rotenburg an der Fulda (Teile noch in Neustadt (Hessen)) II 5./FJgBtl 251 Zweibrücken II 2./FJgBtl 252 Hilden II 3./FJgBtl 252 Bonn II 4./FJgBtl 252 Augustdorf Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne II 5./FJgBtl 252 Münster II 3./ FJgBtl 350 Berlin III OST 4./ FJgBtl 350 Storkow III 2./ FJgBtl 351 Leipzig III 3./ FJgBtl 351 Erfurt III 4./ FJgBtl 351 Potsdam III 5./ FJgBtl 351 Burg III 2./ FJgBtl 451 München IV SÜD 3./ FJgBtl 451 Roding IV 4./ FJgBtl 451 Amberg IV 5./ FJgBtl 451 Murnau IV 2./ FJgBtl 452 Sigmaringen IV 3./ FJgBtl 452 Bruchsal General-Dr.-Speidel-Kaserne IV 4./ FJgBtl 452 Ulm IV 5./ FJgBtl 452 Veitshöchheim IV

Die oben angeführten Kompanien und Bataillone werden im Lauf der Umstellung auf die neue Bundeswehrstruktur aufgelöst. Danach werden die Kompanien in Feldjägerregimentern (FJgRgt 1 bis 3) neu aufgestellt. Die Unterstellung bleibt bei der Streitkräftebasis.

Ehemalige Feldjägerdienstkommandos