Das Tal der Langballigau ist ein Naturschutzgebiet in den schleswig-holsteinischen Gemeinden Westerholz, Langballig und Dollerup im Kreis Schleswig-Flensburg.

Allgemeines Das rund 124 Hektar große Naturschutzgebiet ist unter der Nummer 137 in das Verzeichnis der Naturschutzgebiete des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eingetragen. Es wurde Ende 1990 ausgewiesen (Datum der Verordnung: 13. Dezember 1990).Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Tal der Langballigau“ vom 13. Dezember 1990, Landesvorschriften und Landesrechtsprechung, Landesregierung Schleswig-Holstein. Abgerufen am 21. März 2013. Das Naturschutzgebiet ist größtenteils Bestandteil des FFH-Gebietes „Küstenbereiche der Flensburger Förde von Flensburg bis Geltinger Birk“ und größtenteils vom Landschaftsschutzgebiet „Flensburger Förde“ umgeben. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Kreis Schleswig-Flensburg.

Beschreibung Das Naturschutzgebiet liegt östlich von Flensburg. Es stellt das in einer glazialen Rinne liegende, tief eingeschnittene Bachtal der Langballigau mit ihrem weitgehend naturnah mäandrierenden Verlauf nebst den beiden Nebenbächen SchulauDie Schulau, GFF-Schutzgemeinschaft-Langballigau e. V. Abgerufen am 21. März 2013. und SchiebekDie Schiebek, GFF-Schutzgemeinschaft-Langballigau e. V. Abgerufen am 21. März 2013. unter Schutz. Die Langballigau verfügt über flutende Vegetation. Sie wird von feuchten Grünland­bereichen mit Hochstaudenfluren, Röhricht­flächen und Bruchwäldern begleitet. Hier wachsen Mädesüß, Kohldistel, Waldengelwurz und das Breitblättrige Knabenkraut. In den Bruchwäldern kommen Schwertlilie und Wasserminze vor. Auf den Talhängen stocken naturnahe Laub- und Mischwälder mit Bergahorn, Ulme, Buche und Esche oder reine Buchenwälder. Im Norden ist eine salzwasserbeeinflusste Grünlandfläche in das Naturschutzgebiet einbezogen. Durch den Einfluss von Überschwemmungen ist auch der untere Teil des Bachtales teilweise salzwasserbeeinflusst. In dieser Fläche befindet sich als archäologisches Bodendenkmal ein großes Grabhügelfeld mit der Bodendenkmalnummer aKD-ALSH-004051 des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein.

mini|links|Tal der Langballigau bei Unewatt, Blick Richtung Mündung Die Flächen im Naturschutzgebiet wurden früher landwirtschaftlich genutzt. Sie wurden nach der Unterschutzstellung aus der Nutzung genommen, die natürlich feuchten Bereiche wiedervernässt und ihrer natürlichen Entwicklung überlassen. Auch feuchte Grünlandbereiche sollen als Lebensraum erhalten bleiben. Dafür werden Teilbereiche im Naturschutzgebiet mit Robustrindern extensiv beweidet, um so Röhricht und Gebüsche zurückzudrängen.

Die Bachtäler sind Lebensraum von Gebirgsstelze und Eisvogel sowie zahlreichen weiteren Vogelarten. Weiterhin kommen hier viele Libellen-, Heuschrecken- und Schmetterlingsarten vor.

Das Naturschutzgebiet wird bei Langballigholz kurz vor der Mündung der Langballigau in die Flensburger Förde von der Kreisstraße 97 gequert. In Unewatt östlich von Langballig ist das Naturschutzgebiet durch den Ort unterbrochen. Durch das Naturschutzgebiet verlaufen mehrere Wanderwege. Das Gebiet, das vom Naturschutzverein im Amt Langballig betreut wird, gehört der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.Stiftungsland Tal der Langballigau, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Abgerufen am 21. März 2013.

Weblinks

Das Tal der Langballigau, Naturschutzverein im Amt Langballig e. V. Die Langballigau, Schutzgemeinschaft Langballigau (SG-LA) Unsere Langballigau, Kurzer Film über die Langballigau (von Tom Biel/SG-LA) Faltblatt des Landesamtes für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (PDF; 4,2 MB) Naturschutzgebiet „Langballigau“, Naturpilot Schleswig-Holstein, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MLUR)

Einzelnachweise

Kategorie:Naturschutzgebiet im Kreis Schleswig-Flensburg Kategorie:Westerholz Kategorie:Langballig Kategorie:Dollerup Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebietsgründung 1990