Burchardia ist die einzige Gattung der Tribus Burchardieae innerhalb der Pflanzenfamilie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae). Die etwa sechs Arten sind in Australien verbreitet.

Beschreibung Erscheinungsbild und Blätter Burchardia-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden als Speicherorgane unterirdische Sprossknollen, die mit pergamentartigen Schuppen bedeckt sind. Die Wurzeln können knollig sein. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl. Die aufrechten Stängel sind beblättert.

Es sind meist ein bis fünf grundständige, selten wechselständig, spiralig oder zweizeilig am Stängel angeordnete, sitzende Laubblätter vorhanden, die in Blattscheide und Blattspreite gegliedert sind. Die einfache Blattspreite ist gefaltet, linealisch oder lanzettförmig und parallelnervig.

Blütenstände und Blüten Der Blütenstandsschaft ist einfach oder besitzt eine bis vier Verzweigungen. Ein bis vier Tragblätter stehen unter dem Blütenstand. Die Blüten stehen selten einzeln oder meist zu bis zu zwanzig in endständigen, doldigen Blütenständen zusammen. Es sind Blütenstiele vorhanden. Deckblätter fehlen.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Die sechs gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind frei. Die Farbe der Blütenhüllblätter ist je nach Art grün bis grünlich oder weiß bis rosafarben. Nahe der Basis der Blütenhüllblätter sind meist Nektarien vorhanden. Es sind zwei Kreise mit je drei fertilen Staubblättern vorhanden. Die an der Basis der Blütenhüllblätter inserierten, untereinander freien Staubfäden sind kurz und etwas flach. Die dorsifixen, frei beweglichen Staubbeutel sind nach außen gebogen und öffnen sich mit Längsschlitzen. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält in zentralwinkelständiger Plazentation einige Samenanlagen. Der kurze Griffel spaltet sich in drei Griffeläste auf.

Früchte und Samen Die septizidalen Kapselfrüchte enthalten einige Samen. Die kantigen Samen enthalten ölhaltiges Endosperm und besitzen eine durch Phytomelane braune Samenschale (Testa). Der gerade Embryo besitzt ein Keimblatt (Kotyledon).

Systematik und Verbreitung Die Gattung Burchardia wurde 1810 durch Robert Brown in Prodromus Florae Novae Hollandiae. S. 272. aufgestellt. Der Gattungsname Burchardia ehrt den deutschen Arzt und Stadtphysikus in Wolfenbüttel Johann Heinrich Burckhard (1676–1738), den Bruder von Johann Georg Burckhard. Typusart ist Burchardia umbellata Synonyme für Burchardia sind Reya und Burckhardia orth. var. Burchardia ist entsprechend ICBN-Regeln (Vienna ICBN Art. 14 & App. III) konserviert (nom. cons.) gegenüber dem Parahomonym (Vienna ICBN Art. 53.3) Burcardia 1755 nom. rej. Ein weiteres Homonym ist Burchardia veröffentlicht in Noël Martin Joseph de Necker: Elementa botanica .... 2, 1790, S. 76 als Gattung innerhalb der Myrtaceae.

Burchardia ist die einzige Gattung der Tribus Burchardieae innerhalb der Familie Colchicaceae ; sie wurde früher in die Familien Burchardiaceae , Liliaceae und Uvulariaceae eingeordnet. Die Tribus Burchardieae wurde durch Annika Vinnersten und John C. Manning in A new classification of Colchicaceae. In: Taxon. Volume 56, Issue 1, 2007, S. 163–169 aufgestellt.

Von den sechs Burchardia-Arten kommen fünf nur in Western Australia vor und eine ist in allen australischen Bundesstaaten außer Northern Territory und Western Australia weitverbreitet.

Es gibt etwa sechs Burchardia-Arten: Burchardia bairdiae : Sie kommt in Western Australia vor. Burchardia congesta (Syn.: Burchardia rigida ): Sie kommt in Western Australia vor. Burchardia monantha : Sie kommt in Western Australia vor. Burchardia multiflora : Sie kommt in Australien vor. Burchardia rosea : Sie kommt in Western Australia vor. Burchardia umbellata (Syn.: Burchardia rigida ): Sie kommt in Australien in South Australia, Queensland, New South Wales, Victoria im Australian Capital Territory und in Tasmanien vor.

Nutzung Von Burchardia umbellata werden die unterirdischen Pflanzenteile roh oder gegart gegessen. Der Geschmack ist nicht klassifizierbar. Es ist ähnlich viel Stärke wie in rohen Kartoffeln enthalten.

Literatur G. J. Harden: Eintrag in der New South Wales Flora Online. (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung) J. Gathe, Leslie Watson, 2008: Eintrag in der Western Australian Flora. (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise Eintrag bei Australian Plant Name Index = APNI. Zuletzt abgerufen am 13. September 2021

Erstveröffentlichung von Burchardia eingescannt bei biodiversitylibrary.org. G. J. Harden: Eintrag in der New South Wales Flora Online. Abgerufen am 21. März 2013 J. Gathe & Leslie Watson, 2008: Abgerufen am 21. März 2013 Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-946292-10-4. doi:10.3372/epolist2016.

Weblinks

Kategorie:Zeitlosengewächse Kategorie:Colchicaceae