Der Mitsubishi Galant ist ein zwischen 1969 und 2012 gebauter und der Mittelklasse zugeordneter Personenkraftwagen des japanischen Herstellers Mitsubishi. Der Galant wurde bis Herbst 2004 auch in Deutschland angeboten.

Galant (A2GS, 1969–1973)

Der Mitsubishi Galant der ersten Generation, anfangs unter der Bezeichnung Colt Galant vermarktet, wurde im Dezember 1969 eingeführt.

Anfangs stand lediglich eine viertürige Limousine mit 1,3- oder 1,5-Liter-Vierzylinder in drei Ausführungen zur Verfügung. Im Frühjahr 1970 folgte ein zweitüriges Stufenheck-Coupé, das als erstes japanisches Auto auf B-Säulen verzichtete (sogenanntes Hardtop-Coupé). Der Colt Galant wurde als erstes Mitsubishi-Modell nach Nordamerika exportiert und dort unter dem Namen Dodge Colt verkauft, nachdem der Chrysler-Konzern 1970/71 Anteile von Mitsubishi übernommen hatte. Ebenfalls erhältlich war ab Mitte 1970 ein fünftüriger Kombi.

Ebenfalls 1970 ließ Mitsubishi den übrigen Modellen ein Fließheck-Coupé namens Galant GTO folgen, das sich stilistisch an den US-amerikanischen Muscle Cars orientierte, mit drei verschiedenen Motoren lieferbar war und bis 1975 im Angebot blieb. Die Modellbezeichnung GTO wurde von Mitsubishi mit dem Mitsubishi GTO in den 1990er-Jahren wiederbelebt.

Im Frühjahr 1971 kam eine weitere Coupé-Variante namens Galant FTO mit 1,4-Liter-Vierzylinder ins Programm. Auch diese Bezeichnung wurde vom Werk in den 1990er-Jahren mit dem Mitsubishi FTO wieder aufgenommen.

Dieser Typ machte durch Rallye-Erfolge 1972 und 1973 (Southern Cross Rallye) auf sich aufmerksam.

In Deutschland wurde der erste Galant nicht angeboten.

Technische Daten Mitsubishi Colt Galant, Modelle 1973Mitsubishi Colt Galant:1.41.6GTO 1.7GTO 1.6 Motor:  4-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt) Hubraum:  1439 cm³ 1597 cm³ 1686 cm³1593 cm³ Bohrung × Hub:  73 × 86 mm 76,9 × 86 mm 79 × 86 mm 76,9 × 86 mm Leistung bei 1/min:  68 kW(92 SAE-PS)bei 6300 74–81 kW(100–110 SAE-PS)bei 6300–6700 77–85 kW(105–115 SAE-PS)bei 6300 92 kW(125 SAE-PS)bei 6800 Max. Drehmoment bei 1/min:  122 SAE-Nm bei 4000 137–139 SAE-Nm bei 4000–4800 147–149 SAE-Nm bei 4000–4500 142 Nm bei 5000 Verdichtung:  9,0:1 8,5–9,5:1 9,5:1 Gemischaufbereitung:  1 Fallstromvergaser1 Fallstrom- bzw. 2 SU-Vergaser 2 SU-Horizontalvergaser Ventilsteuerung:  OHC, Kette DOHC, Kette Kühlung:  Wasserkühlung Getriebe:  3- oder 4-Gang-Getriebe a.W. 3-Stufen-Automatik Hinterradantrieb 4-Gang-Getriebe a.W. 3-Stufen-Automatik Hinterradantrieb 5-Gang-Getriebe Hinterradantrieb Radaufhängung vorn:  Dreiecklenker, Zugstreben, Schraubenfedern Radaufhängung hinten:  Starrachse, halbelliptische Blattfedern Bremsen:  Trommelbremsen rundum a.W. Scheibenbremsen vorne (Durchmesser 23,9 cm) Scheibenbremsen vorne (Durchmesser 23,9 cm), Trommelbremsen hinten Lenkung:  Schneckenlenkung Karosserie:  Stahlblech, selbsttragend Spurweite vorn/hinten:  1285/1285 mm Radstand:  2420 mm Abmessungen:  4080 × 1560 × 1360 mm 4125 × 1580 × 1325 mm Leergewicht:  880–930 kg 925–970 kg 980 kg Höchstgeschwindigkeit:  160 km/h 165–175 km/h 175–185 km/h 200 km/h 0–100 km/h:  nicht angegeben Verbrauch (Liter/100 Kilometer): 8–12 S 9–14 S 9–14 S 10–15 S

Galant (A112/A114/A115, 1973–1976)

Der Galant der zweiten Generation wurde in größerem Umfang exportiert; in Nordamerika wurde er wiederum als Dodge Colt angeboten, in Australien als Chrysler Valiant Galant und in einigen europäischen Märkten (nicht aber in Deutschland) als Colt Galant.

Die Karosserievarianten blieben dieselben wie bei der ersten Generation, die als Limousine, Kombi und zweitüriges Hardtop-Coupé ohne B-Säule angeboten wurde, wobei für einige Märkte zusätzlich ein Coupé mit fester B-Säule angeboten wurde.

Kennzeichen dieser Baureihe war die rundlichere Karosserieform mit modischem Hüftschwung und der Einsatz einer neuen Motorengeneration der Astron-Familie in Ergänzung der bislang verwendeten Maschinen der Saturn-Reihe. Diese leisteten bis zu 125 PS und warteten in einigen Ausführungen erstmals mit den von Mitsubishi patentierten Silent-Shaft-Ausgleichswellen zur Erhöhung der Motorlaufruhe auf.

Galant (A120, 1976–1980)

Der Mitte 1976 eingeführte und in Japan Galant Σ (Sigma) genannte dritte Galant wurde nach der Etablierung von Mitsubishi Deutschland ab Februar 1977 unter der Bezeichnung Mitsubishi Galant auch in Deutschland angeboten, während der Kombi in Nordamerika als Dodge Colt vertrieben wurde. In Australien, wo das Modell in einem Chrysler-Werk montiert wurde, lief er unter dem Namen Chrysler Sigma.

Diese Generation gab es nur noch als viertürige Limousine und fünftürigen Kombi. Als Coupé-Variante fungierte der im Herbst 1975 eingeführte Mitsubishi Sapporo, der in Japan Galant Λ (Lambda) und in Australien Chrysler Scorpion hieß.

Technisches Hauptmerkmal dieser Baureihe waren die MCA-Jet-Motoren mit „Jet Valve“, einem zusätzlichen Einlassventil pro Zylinder, das es ermöglichte, die Abgasemissionen zu senken, ohne dafür den Zylinderkopf tiefgreifend überarbeiten zu müssen, sowie die patentierten Ausgleichswellen zur Erhöhung der Laufruhe.

Im deutschen Programm standen die Limousine als 1600 GL (55 kW /75 PS, DM 11.990) und als 2000 GLX (63 kW / 85 PS, DM 13.790) sowie ab Ende 1978 der 1600 GL Kombi (DM 13.990). Anfang 1980 ergänzte ein 2000 GLX Kombi das Angebot.

Galant (A160, 1980–1984)

Im Frühjahr 1980 kam die deutlich kantigere vierte Ausführung auf den Markt, die in Deutschland ab September desselben Jahres zu haben war.

Beim Galant des Typs A160 handelte es sich um einen gründlich aufgefrischten A120 mit neugestalteter Frontpartie, um 15 mm verlängertem Radstand, vom Lancer übernommener aufwendiger geführter hinterer Starrachse bzw. in einigen Modellen einer neuen Schräglenker-Hinterachse. Auch das Motorenangebot wurde erweitert: erstmals wurden Versionen mit ECI-Einspritzung und Turbolader und ein 2,3-Liter-Turbodiesel angeboten, ein Novum in der japanischen Automobilbranche.

Zu 1600 GL und GLX (unverändert 55 kW /75 PS) und 2000 GLS/GLX (jetzt mit dem neuen „Sirius“-Zweiliter mit 75 kW / 102 PS) gesellten sich der Turbodiesel mit 62 kW /84 PS und ab Mai 1982 der Galant Turbo ECI mit aufgeladenem, 125 kW / 170 PS leistendem Zweiliter-Vierzylinder.

Ab dem Jahr 1981 wurde auch ein neues Kombimodell angeboten. Dieses unterschied sich mit seinen vier rechteckigen Scheinwerfern zunächst deutlich von der Limousine. In anderen Ländern wurde diese Generation des Galants auch als Galant A130 angeboten und diente damit als Übergangsmodell zwischen Galant A120 und A160. Hierzulande hingegen trug dieses Fahrzeug jedoch stets den Typencode A160, obwohl es kaum optische Ähnlichkeiten zur wesentlich moderneren Limousine aufwies. Auch eine Limousine mit vier rechteckigen Scheinwerfern wurde hergestellt, in Deutschland aber nie angeboten. Erst 1982 erschien ein gelifteter Kombi, der sich nun optisch an der bereits angebotenen Limousine orientierte. Geändert wurden dabei die Frontbeleuchtung und der Grill, die Stoßstangen sowie der Innenraum. Auch die Spiegel waren nun nicht mehr am Kotflügel befestigt. Die wählbaren Ausstattungslinien des Kombis waren 1600 GL und 2000 GLX (beides Benziner), ab Februar 1983 wurde zusätzlich der Turbodiesel angeboten. Die Preise bewegten sich zwischen 13.790 DM (1600 GL) und 23.990 DM (Turbo).

Galant (E10, 1983–1988)

Der fünfte Galant (Baureihe E10) wurde im Oktober 1983 vorgestellt und gelangte ab Juli 1984 nach Deutschland. Zudem erhielt er im selben Jahr die Auszeichnung des deutschen Autopreises das goldene Lenkrad. Mit diesem Modell erfolgte die Umstellung auf Frontantrieb und Quermotor. Eine Kombiversion wurde in Europa nicht mehr verkauft.

Angeboten wurden anfangs der 1600 GLX (wie bisher mit 55 kW / 75 PS), 2000 GLS und Royal (unverändert 75 kW / 102 PS), ein neues Turbodiesel-Modell mit 1,8 Liter großem Vierzylinder (60 kW / 82 PS), der 2400–GLS-Vierzylinder (82 kW / 112 PS) und ein überarbeiteter Turbo ECI mit nur noch 110 kW / 150 PS Leistung. Die Preise bei Einführung lagen bei 17.990 DM (1600 GL) bis 30.700 DM (Turbo ECI).

In Deutschland entfiel bereits ab September 1985 der Galant Turbo, zugleich wurde der 2400 serienmäßig mit einem geregelten Katalysator ausgerüstet und wurde auch mit einer Fünfgang-Handschaltung angeboten. Ab Mitte 1986 war auch für den 2000 ein geregelter Katalysator lieferbar.

In Australien und Teilen Asiens wurde der Galant unter dem Namen Mitsubishi Magna verkauft. Ab 1985 war der Galant auch erstmalig in den USA erhältlich.

Technische Daten Mitsubishi Galant, Modelle 1985Mitsubishi Galant:160020002000 Turbo2400 Kat1800 TD Motor:  4-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt) Bezeichnung:  4G324G634G63T4G644D65 Hubraum:  1597 cm³ 1997 cm³ 1997 cm³ 2351 cm³1795 cm³ Bohrung × Hub:  76,9 × 86 mm 85 × 88 mm 86,5 × 100 mm 80,6 × 88 mm Verdichtung:  9,0:1 9,5:1 8,5:1 21,5:1 Leistung bei 1/min:  55 kW(75 PS)bei 5500 75 kW(102 PS)bei 5500110 kW(150 PS)bei 5500 82 kW(112 PS)bei 4500 60 kW(82 PS)bei 4500 Max. Drehmoment bei 1/min:  122 Nm bei 3500 160 Nm bei 3500 245 Nm bei 3500183 Nm bei 3500 165 Nm bei 2250 Gemischaufbereitung:  1 Einfachvergaser Asian KogyoEinspritzung Diesel-Einspritzpumpe, Turbolader Ventilsteuerung:  OHC Kühlung:  Wasserkühlung Getriebe:  5-Gang-Getriebe 5-Gang-Getriebe / Dreistufen-Automatik 5-Gang-Getriebe 5-Gang-Getriebe / 4-Stufen-Automatik 5-Gang-Getriebe/3-Stufen-Automatik Antrieb:  Frontantrieb Radaufhängung vorn:  Querlenker, Schraubenfedern Radaufhängung hinten:  Verbundlenkerachse, Schraubenfedern Bremsen:  Scheibenbremsen vorne (2,0 auch hinten), Trommelbremsen hinten, Bremskraftverstärker Lenkung:  n. a. Karosserie:  Stahlblech, selbsttragend, Unterbodenverzinkung Spurweite vorn/hinten:  1445/1405 mm Radstand:  2600 mm Abmessungen:  4560 × 1695 × 1385–1400 mm Leergewicht:  1065 kg 1120 kg1130 kg 1185 kg 1170 kg Höchstgeschwindigkeit:  162 km/h 180 km/h 200 km/h190 km/h 166 km/h 0–100 km/h:  12,6 s 10,7 s 8,4 sn. a. 13,6 s Verbrauch (Liter/100 Kilometer): 7,8 N 8,7 S 7,5 N 6,4 D Preis (ab DM, 1985):  18.390 21.490 n. a. 23.990

Galant (E30/HG/HH, 1987–1993)

Die sechste Generation erschien Ende 1987 auf dem Heimatmarkt und wurde in Japan als Modellreihe des Jahres 1987 sowie als Allradmodell Galant GTi-16V Dynamic 4 Auto des Jahres 1988. In den USA kürte die Zeitschrift Motor Trend den Galant 1989 zum Importwagen des Jahres.

Auf der Plattform dieses Modells basierte auch der im Herbst 1990 präsentierte Mitsubishi Sigma. Der E30 war auf dem deutschen Markt der erfolgreichste Galant, denn er wurde in fünf Jahren fast 80.000 Mal verkauft.

Der Galant E30 kam in Deutschland im März 1988 auf den Markt, anfangs nur als viertürige Stufenhecklimousine. Im März 1989 folgte das fünftürige Schrägheck.

Angeboten wurden ein 1,8-Liter-Vierzylinder (63 kW / 86 PS, ab 1990 66 kW / 90 PS, nur Stufenheck), ein Zweiliter (80 kW / 109 PS), ein 1,8-Liter-Turbodiesel (55 kW / 75 PS) und, im Spitzenmodell, dem GTi-16V Dynamic 4 mit permanentem Allradantrieb, ein 16V-Zweiliter mit 106 kW / 144 PS. Als GTi 16V gab es das Modell auch ohne Allradantrieb.

Ein nur in Japan sowie in den USA angebotenes, auf 1500 Stück limitiertes Sondermodell VR-4 leistete mit Turboaufladung 140 kW (190 PS). Der VR-4 war die Homologationsbasis des bis 1992 im Rallyesport von Ralliart eingesetzten Mitsubishimodells, mit dem Egon Weber 1992 die Rallye-Europameisterschaft gewann. In Australien gab es auch ein VR-Modell, das dem hierzulande angebotenen GTI 16v entsprach.

In Japan gab es auch ein von AMG modifiziertes GTI-Modell. Es leistete 125 kW (170 PS) und hatte neben einer anderen Frontschürze auch einen aufgewerteten Innenraum sowie Seitenschweller und Heckschürze. Dort und in anderen asiatischen Ländern wurde diese Generation optisch leicht verändert auch als Mitsubishi Eterna verkauft.