The Ruin („Die Ruine“) ist ein altenglisches Gedicht, das im 8. Jahrhundert von einem unbekannten Autor verfasst wurde. Es stammt aus dem Codex Exoniensis einer Sammlung von lyrischen Texten und Rätselsprüchen. Es handelt sich bei dem Werk um eine Elegie, in der von einer Stadt berichtet wird, deren Gebäude zu Ruinen verfallen sind. Dabei wird der Blick durch den Autor von dem gegenwärtigen Zustand des Zerfalls zurück in jene Zeit gelenkt, da sie wegen ihrer Schönheit und ihres Reichtums gerühmt wurde.
Inhalt In dem Gedicht The Ruin wird von einer Stadt berichtet, die von Riesen erbaut worden sein sollte und von der nur noch die verfallenen Ruinen zu sehen sind. Der Dichter beschreibt es so:
Manuskript und Hintergrund Das einzige erhaltene Exemplar dieses Gedichtes ist durch Brandspuren teilweise unleserlich und ein Teil des Textes ging unwiederbringlich verloren. Im Buch von Exeter ist es zwischen 34 vorhergehenden Rätselsprüchen und dem Text Husband’s Message (Nachricht des Ehemannes) enthalten. Der eigentliche Text befindet sich am Ende des Manuskripts auf zwei Seiten des Blattes, wobei sich der Schluss des Gedichtes auf der nächsten Seite befindet. Der Abschnitt ist durch eine diagonal verlaufende Brandspur teilweise stark beschädigt.
Eine Frage, die den Leser dieses Gedichtes beschäftigt ist: Heinrich Leo verband sie im Jahr 1865 mit der britischen Stadt Bath, was von weiteren Analysten des Textes ebenfalls als wahrscheinlich angesehen wurde. Er stützte sich dabei auf drei Indizien: Die heißen Quellen, die am Ende des Gedichts erwähnt werden, die zahlreichen Badehallen und einen kreisförmig angelegten Pool. Ein weiterer Aspekt war, dass über den Zustand der Stadt Bath im 8. Jahrhundert berichtet wurde, als diese sehr verfallen und ruiniert war.James F. Doubleday: „The Ruin“: Structure and Theme. In: The Journal of English and Germanic Philology. Band 71, Nr. 3, Juli 1972, S. 369–381, (englisch).
William C. Johnson sieht in der Beschreibung eher ein Rätsel, die Stadt als eine Art Beschreibung des menschlichen Körpers und dessen Verfall.
The Ruin passt wohl zu der melancholischen Weltsicht jener Zeit, wie sie sich auch in anderen Werken wie The Seafarer, The Wanderer oder Deor zeigt.
Literatur
Weblinks The Ruin. auf sacred-texts.com (angelsächsischer Text) The Ruin. (PDF; 166 kB) auf web.utk.edu (englische Übersetzung)
Einzelnachweise
Kategorie:Gedicht Kategorie:Literatur (Altenglisch)