Summ, Summ, Summ ist ein Fernsehfilm aus der Fernseh-Kriminalreihe Tatort. Der Film wurde vom WDR produziert und am 24. März 2013 nahezu gleichzeitig von den Sendern Das Erste, ORF 2 und SRF 1 ausgestrahlt. Er ist die 867. Folge der Tatort-Reihe, der 23. Fall mit dem von Axel Prahl und Jan Josef Liefers dargestellten Ermittlerduo Thiel und Boerne. Regie führte Kaspar Heidelbach, das Drehbuch schrieben zum zehnten Mal die beiden Drehbuchautoren Stefan Cantz und Jan Hinter.WDR/Das Erste: Presseheft (PDF; 2,22 MB), S. 2
Handlung Kommissar Thiel ist mit der Aufklärung des Mordes an der Bremer Journalistin Claudia Schäffer beschäftigt, die in einem Müllcontainer auf dem Parkplatz eines Großmarktes tot aufgefunden wurde. In ihrer Jackentasche wird eine Ehrenkarte für ein Konzert von Roman König gefunden, einem Schlagerstar, der für seine Schmuselieder bekannt ist und den Damen reihenweise den Kopf verdreht. Doch sowohl der Sänger als auch seine Managerin Ina Armbaum bestreiten, die Frau gekannt zu haben. Seine weiblichen Fans rechnen es ihm hoch an, dass er sich liebevoll um seine im Koma liegende Frau kümmert. Einige übertreiben es mit ihrer Zuneigung jedoch; so wird Roman König z. B. von der jungen Stalkerin Christiane Stagge verfolgt, die ihm mit ihrem Wohnmobil quer durch das Land nachreist. Für ihr Idol hat sie sogar ihren Beruf aufgegeben und gibt in einem Onlinetagebuch intime Einblicke in ihre Emotionen.
Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne muss seine Wohnung kurzfristig verlassen, nachdem er bei einem Großeinkauf zwei hochgiftige Bananenspinnen eingeschleppt hat. Auch Thiel muss die Wohnung wegen der Spinnen verlassen und zieht vorübergehend im Haus seines Vaters ein. Boerne zieht derweil ins Hotel und logiert dort in der Honeymoon-Suite, direkt neben dem Schlagerstar. Er kann den Hype um die seiner Meinung nach minderwertigen Texte des Schlagersängers nicht nachvollziehen und ist zunächst genervt, kurz darauf jedoch mehr als angetan, als sie die gemeinsame Liebe zur Musik Richard Wagners entdecken: König hört nämlich in seinem Hotelzimmer eine historische Aufnahme; es handelt sich, wie Boerne nach wenigen Sekunden des Hinhörens fachkundig feststellt, um eine Aufnahme von 1935 mit Lotte Lehmann unter dem Dirigenten Bruno Walter.
Doch als Manni Pleuger, ein Bandkollege von König aus früheren Rock-Zeiten, der mit Herbert Thiel befreundet ist, im Hotel auftaucht, wird schnell klar, dass dieser noch eine Rechnung mit dem Schlagersänger offen hat. Denn der neueste Hit von König ist nachweislich von Pleuger und der fordert nun unter Drohungen seine Rechte ein. Im April 1987 spielte Manni Pleuger seinem Bandkollegen König ein Demoband vor, das nach Einschätzung Königs wenig Potential hatte, so dass es im Bandarchiv in seinem Berliner Wohnhaus verschwand und nicht veröffentlicht wurde. Durch einen Einbruch in Königs Haus bringt Pleuger das Demoband in seinen Besitz, um Tantiemen von König zu erpressen, der Pleugers Komposition mit einem deutschsprachigen Text versehen hat und in den Charts erfolgreich platzieren konnte. König ist jedoch nicht gewillt, den Forderungen nachzukommen. Unterdessen bricht Christiane Stagge nachts in Herbert Thiels Haus ein, wo Pleuger während seines Aufenthalts in Münster wohnt, um das Demoband in ihren Besitz zu bringen und für eigene Zwecke gegen König zu nutzen.
Kurz darauf liegt König tot in seinem Hotelzimmer. Jemand, der Kenntnis von seiner Bienengiftallergie hatte, hat ihn höchstwahrscheinlich durch den Stich einer Honigbiene außer Gefecht gesetzt und ihn dann mit einem Kissen erstickt. Wie sich herausstellt, hatte König unzählige Liebschaften. Claudia Schäffer wusste davon und wollte diese Tatsache publik machen. Sie drohte König sogar, ihm eine Vergewaltigungsklage anzuhängen. Doch König selbst wäre nie zu einem Mord fähig gewesen, das erledigte seine Managerin, um ihn zu schützen. Als er ihr dann jedoch die Kündigung präsentierte, weil er genug von ihrer besitzergreifenden Art hatte, ergriff sie die Gelegenheit: Nachdem Christiane Stagge König durch den Stich einer Biene hilflos gemacht hatte, erstickte Ina Armbaum den auf seinem Bett liegenden Mann mit einem Kissen.
Hintergrund
Der Film wurde in Münster, auf dem Petersberg bei Königswinter, in Köln und den jeweiligen Umgebungen gedreht. Die Dreharbeiten begannen am 25. September 2012 und endeten am 26. Oktober 2012.Westfälische Nachrichten: , Köln, ots, 25. September 2012Münstersche Zeitung: , 25. September 2012Dülmener Zeitung: Münster-„Tatort“: Fans dem Täter auf der Spur, Lüdinghausen, 16. Oktober 2012wdr.de: Neuer Tatort aus Münster: Drehstart am 25. September 2012 – Kommissar Thiel, Prof. Boerne und der Schlagerkönig , 25. September 2012 Roland Kaiser, der in Münster lebt, feierte mit der Rolle Roman König sein Debüt als Schauspieler.WDR/Das Erste: Westfälische Nachrichten: , Münster, 18. September 2012 Ursprünglich war für Kaiser lediglich ein kurzer Cameo-Auftritt in der Folge eingeplant, letztlich wurde dieser Auftritt jedoch zu einer vollständigen Rolle ausgebaut.Focus: Medien: Tatort: Summ, Summ, Summ, dpa, 22. März 2013 Trotzdem bezeichnet Kaiser nach eigener Aussage seine Beteiligung am Film als „Mitwirkender“ und nicht als „Schauspieler“, da er den professionellen Schauspielberuf sehr ernst nehme. Der Auftritt mit seiner Band wurde am 1. Oktober 2012 in Münster im Jovel gedreht, das Roland Kaiser dem Filmteam als Drehort empfohlen hatte.Westfälische Nachrichten: , Münster, Günter Benning, 1. Oktober 2012 Für die dortigen Aufnahmen waren zwischen 120 und 230 Statisten als Publikum anwesend, die aus 130.000 Anrufern aus dem gesamten Bundesgebiet von WDR 4 ausgelost worden waren.WDR/Das Erste: Presseheft (PDF; 2,22 MB), S. 14Münstersche Zeitung: , Münster, Helmut Etzkorn, 1. Oktober 2012 Weitere Aufnahmen entstanden am Abend desselben Tages am Prinzipalmarkt, wo am Stadthausturm die Szenen gedreht wurden, die nach dem Konzertauftritt Königs spielen.Westfälische Nachrichten: Spät abends am Prinzipalmarkt, Münsterischer Anzeiger, 3. Oktober 2012Sächsische Zeitung: Tatort Bühne! Hier singt sich Roland Kaiser in den TV-Krimi, KK, 4. Oktober 2012 Der eingangs des Films gezeigte Einkauf und Leichenfund wurde an einem Großmarkt an der Rolshover Straße in Köln-Poll gedreht. Bei dem Hotel, in dem König und Boerne sowie später auch Thiel wohnen, handelt es sich um das Bundesgästehaus und Steigenberger Grandhotel Petersberg bei Königswinter.Westfälische Nachrichten: Mit Kaiser wieder Quoten-König: Über zwölf Millionen Zuschauer sahen den Münster-Tatort/Bonner „Petersberg“ einfach eingemeindet, Münsterscher Anzeiger, Münster, Karin Völker, 26. März 2013
Der Film hatte am 19. März 2013, fünf Tage vor seiner Fernseh-Erstausstrahlung, im Cineplex Münster mit vier ausverkauften Vorstellungen Premiere, die vom Filmservice Münster.Land, dem WDR sowie den Münsterschen Filmtheaterbetrieben präsentiert wurde.Westfälische Nachrichten: Kino-Premiere mit Roland Kaiser, Münster, 1. März 2013Westfälische Nachrichten: Münster: Tatort „Summ, Summ, Summ“, Dienstag (19. März), Cineplex: Roland Kaiser feiert mit Kino-Zuschauern Premiere des neuen Münster-Tatorts, Münster, 5. März 2013Cineplex: Tatort Wochenprogramm 14. März 2013 – Tatort: Summ, Summ, Summ, abgerufen am 19. März 2013Westfälische Nachrichten: Heute im Lokalteil: Roland Kaiser singt im „Tatort“, Titelseite, 20. März 2013 Die Darsteller Roland Kaiser, Mechthild Großmann und Ulrike Krumbiegel, der Regisseur Kaspar Heidelbach, der ARD-Tatort-Koordinator und WDR-Fernsehfilmchef Gebhard Henke, die Colonia Media-Produzentin Sonja Goslicki sowie der Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe waren bei der Vorführung anwesend. Am 24. März 2013 war der Film erstmals im Fernsehen zu sehen.Internet Movie Database: Starttermine
Im Vorspann wird dieser Tatort mit „Summ summ summ“ ohne zusätzliche Kommata betitelt. Die Namensgebung folgt dem Titel eines der beliebtesten deutschen Kinderlieder Summ, summ, summ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1835.
Für den Film komponierte Roland Kaiser den Musiktitel „Egoist“, der im Film zu hören ist.Westfälische Nachrichten: , Münster, Martin Kalitschke, 20. März 2013Westfälische Nachrichten: Neuer Tatort: Kaiser wird zum König – Schlagersänger spielt einen Sänger, Münsterischer Anzeiger, Münster, Martin Kalitschke, 20. März 2013
Für ihre Rolle konnte Fritzi Haberlandt auf Erfahrungen aus ihrer Jugend zurückgreifen. Sie habe in den 1990er Jahren nach eigener Aussage für Sinéad O’Connor geschwärmt und sich bei ihren Schwärmereien gar den Kopf rasiert.
In der Folge wurde mehrfach mit Tieren vor der Kamera gearbeitet. Es wurde mit titelgebenden Bienen gedreht, die in der Folge im Garten von Herbert Thiel zu finden sind. Da die Dreharbeiten im Herbst stattfanden und Bienen gewöhnlich ihren Bienenstock nur dann verlassen, wenn das Wetter trocken und nicht zu kalt ist, war das Verhalten der Insekten nur schwer einzuschätzen.
Ebenso wurde mit Spinnen gedreht. Nach Boernes Großeinkauf krabbeln aus einer Bananenkiste zwei giftige Bananenspinnen. Für die Dreharbeiten der Folge Summ, Summ, Summ wurden anstatt hochgiftiger Bananenspinnen jedoch zwei Vogelspinnen vor der Kamera eingesetzt, da diese Spinnen noch nicht giftig sind, solange sie jung sind. Da Vogelspinnen jedoch auch für ihre Artgenossen gefährlich werden können, wurden die beiden Tiere am Set nie gleichzeitig eingesetzt. Sämtliche Szenen, in denen beide Spinnen gemeinsam zu sehen sind, wurden daher nachträglich montiert. In einer Szene wird aus einem Artikel über die Bananenspinne aus dem fiktiven Internetlexikon Toxipedia vorgelesen. In Wirklichkeit stammen mehrere der zu vernehmenden Sätze wörtlich aus dem Artikel der Wikipedia.
Vor der Ausstrahlung warf der Onlinemediendienst Meedia die Frage auf, inwiefern der Folge Summ, Summ, Summ Details aus dem Leben von Jörg Kachelmann zugrunde lägen.Focus: Autoren dementieren Anspielungen im Münster-„Tatort“: „Parallelen zu Kachelmann sind reiner Zufall“, 20. März 2013 Das Onlineportal führte die im Film ermordet aufgefundene Journalistin Claudia Schäffer gegenüber der Radiomoderatorin Claudia D. aus dem Kachelmann-Prozess, den Seidenschal als fiktive Mordwaffe gegenüber dem von Claudia D. während des Prozesses als Markenzeichen getragenen Seidenschal sowie den in beiden Fällen im Raum stehenden Vergewaltigungsvorwurf als Parallelen zwischen der Tatort-Handlung und dem Kachelmann-Prozess an. Die Drehbuchautoren Stefan Cantz und Jan Hinter dementierten gegenüber dem Focus, dass die Tatort-Folge genannte Anspielungen enthalte, und betonten, dass die Übereinstimmungen zufälliger Natur seien. Christian Buß interpretierte sie in seiner von Spiegel Online veröffentlichten Filmkritik dennoch als intendierte Anspielungen auf Kachelmann, ebenso wie Carsten Heidböhmer vom Stern.