mini|hochkant=0.85|Chuck Norris (2015) rand|rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|180px
Carlos Ray „Chuck“ Norris Jr. (* 10. März 1940 in Ryan, Oklahoma; † 19. März 2026 auf Kauaʻi, Hawaii) war ein US-amerikanischer Kampfkünstler, Action-Schauspieler und Buchautor.
Größere Berühmtheit erlangte er als Filmgegner von Bruce Lee in Die Todeskralle schlägt wieder zu (1972) sowie durch die dreiteilige Kinofilmreihe Missing in Action (1984–1988) und die Fernsehserie Walker, Texas Ranger (1993–2001), als deren ausführender Produzent er auch agierte. Nachdem er seit 2004 nicht mehr im Kino zu sehen war, feierte er 2012 im Film The Expendables 2 ein Comeback.
Seit 2005 sind die Chuck Norris Facts als Internetmeme im Umlauf, die auf seine martialischen Filmrollen und seine Kampfkünste humoristisch anspielen.
Leben mini|hochkant|Chuck Norris (1976)
Chuck Norris war der älteste Sohn von Ray Dee (1918–1971) und Wilma Lee Norris (geborene Scarberry; 1921–2024), beide Elternteile sind jeweils halb Cherokee, halb irischer Abstammung.Tobias Hohmann: Norris, Hille 2013, S. 9. Er hatte zwei Brüder: Wieland wurde im Juli 1943 geboren, Aaron folgte 1951. Sein Vater war Alkoholiker und verließ die Familie immer wieder für unbestimmte Zeit. Zudem zog die Familie mehrmals um, u. a. nach Kalifornien und Arizona. Die Ehe der Eltern wurde schließlich 1956 geschieden. Noch im August desselben Jahres heiratete die Mutter erneut.Tobias Hohmann: Norris, S. 11 ff.
Nach seinem High-School-Abschluss trat er 1958 in die United States Air Force ein. Sein Ziel war, eine Laufbahn als Polizist einzuschlagen. Die Ausbildung bei der Air Force erhielt er in Texas. Am 29. Dezember 1958 heiratete er Dianne Holechek, mit der er bereits in der High School liiert war.Tobias Hohmann: Norris, S. 15. Im Oktober 1962 kam sein erster Sohn Mike zur Welt.Tobias Hohmann: Norris, S. 19 f.
1960 wurde Norris bei der Militärpolizei in Korea eingesetzt und auf der Basis Osan stationiert.Tobias Hohmann: Norris, S. 15 f. Während der Koreazeit wandte er sich dem Kampfsport zu und trainierte die koreanische Kampfkunst Tang Soo Do.Tobias Hohmann: Norris, S. 17 ff. Von seinen Kameraden erhielt er den Spitznamen Chuck.
Erst 1962 kehrte er nach vierzehn Monaten Dienstzeit in die USA zurück. Zunächst wurde er in Kalifornien stationiert. Nach Ende der vierjährigen Dienstzeit schied er aus der Air Force aus.
Chuck Norris verstarb am 19. März 2026 im Alter von 86 Jahren, nachdem er wegen eines medizinischen Notfalls in Līhuʻe auf der hawaiischen Insel Kauaʻi ins Krankenhaus eingeliefert worden war.
Familie Chuck Norris’ jüngster Bruder Aaron ist ebenfalls in der Filmbranche tätig. Im Juni 1970 fiel sein Bruder Wieland im Vietnamkrieg. Im Jahr darauf wurde sein Vater bei einem Verkehrsunfall getötet.Tobias Hohmann: Norris, S. 29 f.
Er hatte fünf Kinder: Aus erster Ehe (1958–1988) mit Dianne Holechek stammen die Söhne Mike und Eric. Der älteste Sohn Michael R. „Mike“ Norris (* 4. Oktober 1962) ist als Stuntman, Regisseur, Produzent sowie Schauspieler aktiv, sein Schauspieldebüt gab er 1979 in dem Film Der Bulldozer, bei dem sein Vater die Hauptrolle übernahm. In den 1980er und 1990er Jahren folgten Rollen in diversen B-Actionfilmen. Später inszenierte er einige Folgen von Walker, Texas Ranger und gründete mit seiner Ehefrau eine eigene Produktionsfirma, die sich auf religiöse Filme spezialisiert hat.Tobias Hohmann: Norris, S. 292. Sohn Eric (* 20. Mai 1965) ist als Stuntman und Stunt-Koordinator tätig und war beginnend mit Invasion U.S.A. (1985) auch an mehreren Produktionen seines Vaters beteiligt. Zudem führte er bei mehreren Folgen der Serie Walker, Texas Ranger Regie.Tobias Hohmann: Norris, S. 313.
Aus der zweiten Ehe (ab 1998) mit Gena O’Kelley gingen Zwillinge (* 2001), ein Sohn und eine Tochter, hervor. Eine außereheliche Tochter, von deren Existenz Norris erst 26 Jahre nach ihrer Geburt erfuhr, wurde 1964 geboren.Biography and Profile of Chuck Norris. In: about.com, abgerufen am 12. März 2012 (englisch).
Engagement im Kampfsport Chuck Norris war Tang-Soo-Do- und Taekwondo-Meister (8. Dan). Norris war der erste westliche Mann, der im Taekwondo mit dem 8. Dan ausgezeichnet wurde. Anfangs unterrichtete er Tang Soo Do neben einem Job bei einem Rüstungsunternehmen und beschloss auf Grund seines Erfolges, eine eigene Kampfsportschule zu eröffnen. Bald betrieben Norris und ein Partner drei Kampfsportschulen und 1970 bekamen sie das Angebot, eine ganze Kette von Schulen unter ihrem Namen betreiben zu lassen, an deren Einnahmen sie beteiligt werden sollten. Sie nahmen den Vorschlag an.Tobias Hohmann: Norris, S. 30.
1963 bestritt Norris in Salt Lake City sein erstes Kampfsportturnier.Tobias Hohmann: Norris, S. 19 f. In den kommenden Jahren folgten weitere Turniere, von denen Norris mehr als 30 für sich entscheiden konnte. Er trat u. a. mehrmals gegen Joe Lewis an und lernte zudem bei einem Turnier im Jahr 1967 Bruce Lee kennen.Tobias Hohmann: Norris, S. 21 f. Zwischenzeitlich beschäftigte er sich auch mit anderen Kampfkünsten, wie dem Brazilian Jiu-Jitsu, das er bei Carlos Machado erlernte. Eine Kampfsporttechnik, die mittlerweile schon fest mit seinem Namen verbunden wird, ist der Roundhouse-Kick.
Bruce Lee war es, der Norris 1968 zu seinem ersten kleineren Filmauftritt verhalf. Als Choreograph für die Kämpfe in dem Film Rollkommando im Jahr 1968 verpflichtete er Norris für eine kleine Rolle als Bodyguard.Tobias Hohmann: Norris, S. 25 ff.
1968 gewann er die erste World Professional Karate Championship, die allerdings nicht von einem offiziellen Verband ausgerichtet wurde. 1967 war er zum ersten Mal Mittelgewichtsweltmeister im Karate. Im gleichen Jahr wurde er vom Magazin Black Belt zum Fighter of the Year auserkoren.Tobias Hohmann: Norris, S. 22. An den seit 1970 stattfindenden offiziellen Weltmeisterschaften der World Union of Karate Do Organisations nahm Norris nie teil. Es gibt keine gesicherten Informationen darüber, ob Norris jemals an Vollkontaktkämpfen teilnahm. In den Jahren 1972 und 1973 konnte er bei den World Professional Karate Championships seine letzten sportlichen Titel erringen. In dieser Zeit kam er in Kontakt zu verschiedenen prominenten Schülern, die er als Kampfsportlehrer unterrichtete. Den Auftakt machte Dan Blocker, der ihn für den Unterricht seines Sohnes engagierte. Es folgten u. a. Michael Landon und Steve McQueen, mit dem sich eine Freundschaft entwickelte. 1973 wirkte Norris zusammen mit einigen seiner Schüler in der Roger-Corman-Produktion The Student Teacher mit. Die Regie führte Jonathan Kaplan.Tobias Hohmann: Norris, S. 46 f. 1974 beendete Norris seine Karriere im Kampfsport.Tobias Hohmann: Norris, S. 56.
Währenddessen war die Kette von Kampfsportschulen, die im Namen von Norris betrieben wurde, zu einem Spekulationsobjekt geworden, und es drohte der Bankrott. Norris kaufte sieben Filialen zurück und musste sich dafür verschulden. Aus diesem Grund nahm er 1973 eine tragende Rolle als Bösewicht in dem Streifen Der Boß von San Francisco an, der erst 1981 in die US-Kinos kam.Tobias Hohmann: Norris, S. 47–51.
Schauspielkarriere Mit Die Todeskralle schlägt wieder zu übernahm Norris 1972 seine zweite Rolle in einem Film, erneut auf Initiative von Bruce Lee, der bei diesem Projekt sowohl die Regie übernahm wie auch für Drehbuch sowie die Produktion verantwortlich war.Tobias Hohmann: Norris, S. 33 f. Der Film wurde in den Vereinigten Staaten erst 1974 aufgeführt, und Norris war zunächst nicht daran interessiert, eine Karriere als Schauspieler einzuschlagen.
Steve McQueen war es, der Norris dazu überredete, eine Laufbahn als Schauspieler einzuschlagen und Schauspielunterricht zu nehmen.Tobias Hohmann: Norris, S. 61 ff. 1977 wurde ihm für rund 10.000 Dollar Gage die Hauptrolle in dem Low-Budget-Film Breaker Breaker angeboten, und Norris nahm an.Tobias Hohmann: Norris, S. 64. Im Jahr darauf folgte Black Tiger, bei dem Ted Post die Regie übernahm. An diesem war auch erstmals sein Bruder Aaron beteiligt, der ihn in einigen Szenen doubelte. Diese Zusammenarbeit intensivierte sich im Laufe der Jahre, und später inszenierte Aaron sieben Filme mit Chuck Norris in der Hauptrolle.
Black Tiger und die folgenden Filme Der Bulldozer (1979) und Octagon (1980) spielten in den USA rund 100 Millionen US-Dollar ein.Tobias Hohmann: Norris, S. 101. Nach zwei weiteren Filmen wurde Norris von Metro-Goldwyn-Mayer für Kalte Wut (1982) engagiert und gleich für zwei weitere Produktionen verpflichtet,Tobias Hohmann: Norris, S. 122. die jedoch auf beiderseitiges Verlangen hin nicht realisiert wurden.Tobias Hohmann: Norris, S. 133 f. Daher wurde das Folgeprojekt McQuade, der Wolf (1983) mit Hilfe privater Investoren sowie der von Chuck Norris und seinem Bruder gegründeten Produktionsfirma Topkick Productions realisiert.Tobias Hohmann: Norris, S. 135.
Für die Filmproduktionsgesellschaft Cannon Films, geführt von Menahem Golan und Yoram Globus, drehte Norris im Anschluss die Kriegsfilme Missing in Action (1984) und Missing in Action 2 – Die Rückkehr (1985). Auf Grund ihres Erfolges an den Kinokassen wurde Norris ein Exklusivvertrag bei Cannon Films angeboten, der ihm eine Million Dollar einbrachte und für jeden Film die gleiche Summe versprach.Tobias Hohmann: Norris, S. 148. Mit Ausnahme von Cusack – Der Schweigsame, der 1985 entstand und bei Kritikern im Gegensatz zu den anderen Filmen durchaus positiv aufgenommen wurde,Tobias Hohmann: Norris, S. 179. entstanden die folgenden Filme allesamt für Cannon Films.
1993 wandte sich Norris mit der Hauptrolle in Walker, Texas Ranger dem Fernsehen zu; die Serie wurde bis 2001 ausgestrahlt. Ebenfalls 1993 entstand mit Wind in the Wire eine einstündige Fernsehproduktion, bei der Norris in einem kleinen Auftritt an der Seite von Lou Diamond Phillips und Burt Reynolds zu sehen war.Tobias Hohmann: Norris, S. 297.
mini|hochkant|links|Chuck Norris (2000) Der bereits 1992 gedrehte Film Hellbound wurde erst 1995 auf dem Video-Markt ausgewertet.Tobias Hohmann: Norris, S. 297. Der 1995 entstandene Film Top Dog bedeutete die letzte Kinohauptrolle für Norris.Tobias Hohmann: Norris, S. 303. Im Anschluss entstand Forest Warrior, der seine Premiere auf dem Video-Markt erlebte.Tobias Hohmann: Norris, S. 304. Bei den Produktionen der folgenden Jahre handelt es sich – mit Ausnahme der Direct-to-DVD-Produktion Bells of Innocence, in der Norris in einer kleineren Rolle einen Engel darstelltTobias Hohmann: Norris, S. 315 f. – um Fernsehfilme.
In Voll auf die Nüsse aus dem Jahr 2004 absolvierte Norris einen Cameo-Auftritt auf der großen Leinwand. Die Hauptrollen in den Fernsehproduktionen The Cutter sowie Walker, Texas Ranger: Feuertaufe, die beide 2005 entstanden, waren für sieben Jahre seine letzten Auftritte als Schauspieler. Erst 2012 kehrte er mit einem Gastauftritt in dem Actionfilm The Expendables 2 zurück. Weiterhin spielte Norris sich selbst in einem Fernseh-Werbespot für das Online-Rollenspiel World of Warcraft, der 2011 einige Wochen im deutschen Fernsehen zu sehen war. 2012 wirkte er an der Werbung der polnischen Bank BZ WBK mit und war darin als Texas Ranger zu sehen.Tobias Hohmann: Norris, S. 327. 2020 spielte er im Serienfinale von Hawaii Five-0 mit. 2024 war er in einer kleineren Rolle in Agent Recon zu sehen. Regie führte Derek Ting.
Filmrollen