Wilhelm Hufnagl, auch: Willy Hufnagl bzw. Willi Hufnagl(Diverse:) Lustiger Wiener Abend 6.12., Voranzeige 25., 26., 27.12. Gastspiel Ernst Arnold. Bildliche Darstellung. Karner, Franz (Anton Durstmüller), Wien 1942, OBV. – Image. (* 15. Juni 1904 in Frankfurt am Main; † 25. Dezember 1994 in Wien) war ein österreichischer Schauspieler, Rundfunksprecher und Theaterregisseur.
Leben und Wirken Hufnagl hatte in Wien Schauspielengagements unter anderem am Volkstheater, Theater in der Josefstadt, Renaissancetheater, am Burgtheater sowie an der Löwinger-Bühne.
In der Geschichte der Wiener Kleinkunst ist sein Name insbesondere verbunden mit dem 1933 von Rudolf Weys (1898–1978) und F. W. Stein († 1945) Stein (wahrscheinlich Pseudonym für Winterstein) dürfte, als Jude, Anfang 1945 einer deutschen Patrouille in die Hände gefallen und in ein Vernichtungslager gebracht worden sein. – Ingeborg Reisner: Kabarett als Werkstatt des Theaters. Literarische Kleinkunst in Wien vor dem Zweiten Weltkrieg. Theodor-Kramer-Gesellschaft, Wien 2004, ISBN 3-901602-15-1, S. 202. (Zugleich: Dissertation, Universität Wien, Wien 1961). Gemäß Hans Veigl: Tränen und Gelächter, Kleinkunst im Wiederaufbau (Straden 2009, ), S. 142, kam Stein 1944 im KZ Auschwitz zu Tode. gegründeten Kabarett Literatur am Naschmarkt, wo er 1934 in Johann Nestroys Häuptling Abendwind als einer der beiden Protagonisten einstieg.Weys: Cabaret und Kabarett in Wien. S. 38. Wie auch andere Darsteller an der Literatur, war Hufnagl auch an der 1931 von Stella Kadmon gegründeten Bühne Der liebe Augustin zu sehen, wo er 1936 in Herrmann Mostars Der liebe Augustin die Titelfigur gab und die Aufführung zu einer der besten in der Biberstraße (ON 2) machte.Weys: Cabaret und Kabarett in Wien. S. 36. Als das Unternehmen Literatur am Naschmarkt im November 1938 durch Rudolf Weys, Obmann der Trägergesellschaft Bund junger Autoren Österreichs und Hausautor, liquidiert werden musste, konnte durch die Initiative von Adolf Müller-Reitzner (1901–1943)Müller-Reitzner hatte zwei Jahre an der Literatur gespielt. Er war Parteianwärter der NSDAP und, als Schauspieler ehrgeizig, schlug er im Sommer 1938 der Berliner Reichstheaterkammer für Wien ein (politisch wie rassisch) tragbares Ensemble vor (darunter neben Hufnagl: Hugo Gottschlich, Josef Meinrad, Walter Varndal, Oskar Wegrostek, Rosl Dorena, Erna Michall, Josef Carl Knaflitsch), was das Reichspropagandaamt Wien den Auftrag zur Eröffnung einer Kleinkunstbühne in der Liliengasse 3 erteilen ließ. Allein unter dem Schutz von Müller-Reitzners Parteiabzeichen gelang es der Theaterführung, „Nichtarier“ und „Mischlinge“ zu tarnen und auch Stücke von „untragbaren“ Autoren wie Fritz Eckhardt unterzubringen. – Weys: Cabaret und Kabarett in Wien. S. 64 f. in der Revuebühne Moulin Rouge (Wien-Innere Stadt, Liliengasse 3; heute: Spielstätte des Theaters der Jugend) am 20. Jänner 1939 die Kleinkunstbühne Wiener Werkel eröffnet werden. Wilhelm Hufnagl zählte von Anbeginn bis zur Theatersperre im September 1944 zum Ensemble des Hauses.Weys: Cabaret und Kabarett in Wien. S. 73 f. Nach dem Tod von Adolf Müller-Reitzner, 1943, und der Übernahme des Werkls durch dessen Ehefrau, Autorin und Malerin Christl Müller-Räntz, wirkte Hufnagl auch als Regisseur.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und sowjetischer Kriegsgefangenschaft in einem Kohlenbergwerk im Donezbecken wurde Hufnagl 1946 Leiter der Unterhaltungsabteilung von Radio Wien, war jedoch noch späte Verstärkung im Ensemble des im Juni 1945 von Rolf Olsen in der Rotgasse 5 (Wien-Innere Stadt) eröffneten, Mitte 1948 geschlossenen Kleinen Brettls.Weys: Cabaret und Kabarett in Wien. S. 78.
Als Rundfunksprecher hatte Hufnagl eigene Sendungen wie Im Konzertkaffee, eine Live-Sendung aus dem AEZ in Wien mit dem Kleinen Wiener Rundfunkorchester unter der Leitung von Heinz Sandauer und Franz Zelwecker (1911–1998).
Wilhelm Hufnagl wirkte in Dutzenden von österreichischen Filmen und Fernseh-Sendungen mit. Er war Interpret von Wienerliedern (Die Zeit is nimmer so). außerdem schrieb er zusammen mit Theodor Ottawa den Text zu dem Marschlied Komm flieg mit uns. Seine Kurz-Erzählung Ein seltsamer Weihnachtsabend, die aus der Zeit seiner Kriegsgefangenschaft stammte, wurde vom ORF ausgestrahlt. Noch im Alter von 75 Jahren gestaltete er die Radiosendung Frühschoppen Wien.
Seinen Lebensabend verbrachte Wilhelm Hufnagl in der Marktgemeinde Apetlon, Burgenland.(Bildunterschrift:) Prominenter Jubilar. In: BF – Die Burgenland-Woche. Nr. 28/1994 (LXIV. Jahrgang), 13. Juli 1994, , S. 15, unten links.
Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Evangelischen Friedhof Wien Matzleinsdorf (Gruppe 15, Nummer 303) in Wien. mini|Wilhelm Hufnagl Grabstätte
Filmografie Kino 1937: Liebling der Matrosen 1939: Frau im Strom 1940: Ein Leben lang 1941: So gefällst du mir 1942: Wen die Götter lieben 1944: Schrammeln 1949: Mein Freund Leopold (Mein Freund, der nicht nein sagen kann) 1950: Großstadtnacht 1950: Cordula 1958: Hallo Taxi 1958: Einmal noch die Heimat seh’n 1958: Sebastian Kneipp – Ein großes Leben 1959: Herrn Josefs letzte Liebe 1961: Mann im Schatten 1976: Bomber & Paganini 1976: Duett zu dritt
Fernsehproduktionen Hallo – Hotel Sacher … Portier! Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (Serie), Folge 11 Der Kurier der Kaiserin Guten Abend in Österreich Die liebe Familie
Literatur Rudolf Weys: Cabaret und Kabarett in Wien. Jugend und Volk, Wien u. a. 1970, . Bezirksmuseum Mariahilf (Hrsg.), verschiedene Autoren: Die Theater in Mariahilf. Wien 2012. (Volltext auf: bezirksmuseum.at) (PDF; 0,9 MB), abgerufen am 2. Juni 2013.
Weblinks
Hufnagl, Wilhelm in: Österreichischer Bibliothekenverbund.
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Hörfunkmoderator Kategorie:Darstellender Künstler (Österreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1994 Kategorie:Mann