mini|Zugang zu den Principia in der diokletianischen Stadtfestung von Palmyra Die Strata Diocletiana (lateinisch für Diokletianische Straße) war eine befestigte Handels- und Heerstraße, die entlang der östlichen römischen Reichsgrenze – dem Limes Arabicus – vom spätantiken Legionslager SuraLegionslager Sura bei . am Euphrat durch die Wüstensteppe verlief und bedeutende Grenzstädte wie Resafa,Resafa bei . Palmyra,Legionslager Palmyra bei . DamaskusDamaskus bei . und Bostra mit seinem LegionslagerLegionslager Bostra bei . verband. Südlich von Bostra lässt sich die Straße über das gleichfalls diokletianische Legionslager BetthorusLegionslager Betthorus bei . bis nach Nordost-Arabien weiterverfolgen.

Die heute in Syrien und Jordanien gelegene Straße wurde während der Regierungszeit des Kaisers Diokletian (284–305) angelegt. Der Kaiser ließ damals in den Provinzen Mesopotamia (Mesopotamien) und Syria ein dichtes Netz aus Befestigungswerken errichten. Auch das Straßensystem wurde dabei wieder instand gesetzt oder durch neue Heerstraßen ergänzt. Dabei nutzten die römischen Ingenieure an einigen Abschnitten auch bereits bestehende Trassen. Die Errichtung von großen Wasserzisternen und Meilensteinen zur leichteren Orientierung ermöglichten einen wirkungsvolleren Einsatz der in den neuen Kastellen stationierten Grenztruppen gegen die Beduinenstämme.Jörg Wagner: Die Römer an Euphrat und Tigris. In: Antike Welt, Sonderausgabe Nr. 16, 1985, S. 68. Zeitgleich entstanden entlang der Route an wasserreichen Plätzen im Abstand von Tagesmärschen – rund 20 römische Meilen – zumeist ähnlich gebaute Kleinkastelle, die in der Regel den Typ der sogenannten Quadriburgia, beispielsweise das Kleinkastell Tell Asfar, oder das sehr gut erhaltene Kastell Qasr BshirKastell Qasr Bshir bei . verkörperten, sowie vielfach mauerumfriedete Lagerdörfer (Vici). Insbesondere im südlichen Abschnitt wurden auch ältere Kleinkastelle in das System aufgenommen, wie die severisch gegründete Anlage von Deir el-Kahf.Kastell Deir el-Kahf bei . Viele antike Grenzbefestigungen sind unter anderem mit ihrem Namen durch die entlang der Straße aufgestellten Meilensteine epigraphisch bezeugt.Michael Sommer: Roms orientalische Steppengrenze. Palmyra – Edessa – Dura-Europos – Hatra. Eine Kulturgeschichte von Pompeius bis Diocletian (= Oriens et Occidens. Band 9). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08724-9, S. 77. Zudem wurde auch der Name Strata Diocletiana mehrfach inschriftlich erwähnt. Neben den MeilensteinenBeispielsweise: ; ; ; . hat auch der spätantike Historiker ProkopProkop, Kriegsgeschichte 2, 1, 6. den Namen überliefert. Das Überwachungssystem besaß neben einer dichten Kette aus Kleinkastellen und Wachtürmen weitere Legionslager sowie vorgeschobene Außenposten.

Durch die Arbeiten von Thomas Bauzou kam eine Neubewertung für den Begriff Strata Diocletiana auf. So beschränkte ihn Bauzou nicht nur auf den palmyrenischen Raum, sondern mutmaßte, dass er lediglich als Bezeichnung für die mit der Überwachung eines Straßenabschnitts betraute Truppe aus Palmyra gedient haben könnte. Das Wort strata wäre demnach ein fest definierter militärischer Fachbegriff für eine befestigte Grenzstraße gewesen.Michaela Konrad: Der spätrömische Limes in Syrien. Archäologische Untersuchungen an den Grenzkastellen von Sura, Tetrapyrgium, Cholle und in Resafa. 2001, S. 97. Andererseits wird beispielsweise in dem zwischen 333 und 334 entstandenen Itinerarium Burdigalense auch von der zwischen Jerusalem und Bethlehem liegenden Verbindungsstraße als strata gesprochen, wobei für den Althistoriker Heinz E. Herzig noch nicht feststeht, welche bauliche Qualität eine strata dieser Zeit gehabt haben mag.Heinz E. Herzig: Die antiken Grundlagen des europäischen Straßensystems. In: Thomas Szabó (Hrsg.): Die Welt der europäischen Straßen. Von der Antike bis in die Frühe Neuzeit. Böhlau, Köln u. a. 2009, ISBN 978-3-412-20336-8, S. 5–18; hier: S. 8.

Literatur Michaela Konrad: Der spätrömische Limes in Syrien. Archäologische Untersuchungen an den Grenzkastellen von Sura, Tetrapyrgium, Cholle und in Resafa (= Resafa. Bd. 5). Philipp von Zabern, Mainz 2001, ISBN 3-8053-2600-9. Thomas Bauzou: Les routes romaines de Syrie. In: Jean-Marie Dentzer, Winfried Orthmann (Hrsg.): Archeologie et histoire de la Syrie. Band 2: La Syrie de l'Époque Achéménide à l'Avènement de l'Islam (= Schriften zur Vorderasiatischen Archäologie. Bd. 1). SDV, Saarbrücken 1989, ISBN 3-925036-34-2, S. 205–221. Thomas Bauzou: Activité de la mission archéologique Strata diocletiana en 1990 et 1992. In: Chronique archéologique en Syrie. Bd. 1, 1992 (1997), , S. 136–140. Jörg Wagner: Die Römer an Euphrat und Tigris. In: Antike Welt, Sonderausgabe Nr. 16, Mainz 1985. Maurice Dunand: La Strata Diocletiana. In: Revue Biblique, Band 40, Nr. 2, 1931, S. 227–248.

Anmerkungen

Kategorie:Römerstraße Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Syrien Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Asien Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Jordanien Kategorie:Syrien (Antike) Kategorie:Diokletian